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Gesellschaft

Identitäre Bewegung ungebrochen: 300 Unterstützer bei Kundgebung

Redaktion

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am

Die Identitären-Kundgebung vor dem Justizministerium. Foto: privat

Am Samstag, den 13. April, fand eine Kundgebung der Identitären Bewegung (IB) vor dem Justizministerium in Wien statt. Die Identitären wollten damit signalisieren, dass sie angesichts einer selten dagewesenen Kampagne von Medien und Politikern aller Parteien nicht einknicken und sich jetzt erst recht für ihre Ziele einsetzen.

** Anmerkung: Dieser Artikel erschien zuerst bei einem anderen Medium. Dort war das Thema zu heiß – auf politischen Druck wurde der Artikel komplett entfernt. Die Tagesstimme lässt sich jedoch nicht unter Druck setzen und bringt den Beitrag nun in voller Länge. Wer das freie Wort für genauso wichtig hält wie wir, kann unsere Arbeit >>hier<< unterstützen.**

Wien. – Etwa 300 Unterstützer der Bewegung erschienen und übertrafen damit die Erwartungen von Martin Sellner, dem Sprecher der österreichischen Identitären. Diese hohe Zahl an Teilnehmern ist auch deshalb bemerkenswert, weil Sellner im Vorfeld ein Video mit dem Titel “Komm nicht zur Demo” aufgenommen hatte, in dem er vor möglichen Folgen einer Teilnahme an der Kundgebung warnte.

Sellner vermutet “tiefen Links-Staat” hinter der Kampagne gegen IB

Martin Sellner hielt eine etwa 45-minütige Rede, in der er ausführlich auf den skandalösen Umgang mit seiner Bewegung durch Behörden, Medien und Politiker einging. Hinter den Bestrebungen, die IB “zu zerschlagen”, ortet er eine “Medien-Mafia” sowie einen “tiefen Links-Staat”, der so mächtig sei, dass die Regierung nichts gegen diesen tun könne und sich diesem daher unterwerfe.

Weiter kritisierte er die “Sprache der Entmenschlichung”, die von Medien und Politikern verwendet werde. Er zitierte unter anderen Bundeskanzler Sebastian Kurz, der die Identitären “widerlich” nannte, Gernot Darmann, den Obmann der Kärntner FPÖ, der von “Nazi-Dreck” sprach, sowie Peter Pilz, der die steirische FPÖ als “Identitären-verseucht” bezeichnete. Solch ein Sprachgebrauch sei Sellners Ansicht nach gefährlich, weil Kampagnen gegen Minderheiten stets mit Worten anfangen und dann in Taten enden würden. Ebenso kritisierte Sellner Forderungen nach einer Isolierung der IB. Bundespräsident Alexander Van der Van der Bellen sagte etwa, man dürfe keinen Kontakt zu “diesen Rechtsextremen” haben. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) forderte, dass Medien, die sich für Sellner einsetzen, die Förderung entzogen werden soll.

Identitäre sind jetzt nicht “schlimmer” als bei ihrer Gründung

IB-Chef Sellner warf der FPÖ darüber hinaus vor, dass sie so tue, als seien die Identitären jetzt plötzlich “schlimmer geworden”, sodass man sich nun dringend distanzieren müsse. Das sei unehrlich, denn die Bewegung sei genau dieselbe wie zur Zeit der Gründung, betonte der Identitären-Chef. Die umstrittensten Aktionen der Bewegung, wie etwa die Störung eines Jelinek-Stückes im Audimax, seien schon Jahre her. Damals habe Strache die Identitären aber noch durch einen Facebook-Post unterstützt. Jetzt hingegen, wo die Identitären derartige Störaktionen gar nicht mehr durchführen würden, gehe die FPÖ auf maximale Distanz, zeigte sich Sellner verwundert.

Identitäre wurden rechtskräftig freigesprochen

Er betonte, dass die gegenwärtige Kampagne, deren Ziel die Vernichtung seiner Bewegung sei, den Prinzipien des Rechsstaats absolut widerspreche. Es liege nichts gegen die Identitären vor. Die Bewegung wurde sowohl bei der Störaktion im Audimax als auch beim Prozess wegen des Vorwurfs der “Bildung einer kriminellen Vereinigung” rechtskräftig freigesprochen. Der Rechtsstaat werde aber für die IB offensichtlich außer Kraft gesetzt, da eine massive Vorverurteilung betrieben werde, ohne auch nur eine Anklage abzuwarten, kritisierte der Identitären-Chef. Dabei bezog er sich auf die Spende, die er vom Christchurch-Terroristen ein Jahr vor dessen Tat erhalten hatte und aufgrund derer nun gegen ihn wegen “Beteiligung an einer Terrororganisation” ermittelt wird.

Die zweite Missachtung des Rechtsstaates sei laut Sellner, dass man nun mit der “13 Jahre alten Geschichte” mit den Hakenkreuz-Aufklebern daherkomme, die er im Alter von 16 oder 17 Jahren an eine Synagoge geklebt hatte. Sellner wurde schon damals dafür bestraft, er erhielt eine Diversion. Er habe sich damals entschuldigt, sich von dieser Szene und ihrer Ideologie gelöst und immer wieder davon distanziert, betonte der heute 30-Jährige. Vor diesem Hintergrund sei es ungerecht, ihm diese Tat nun nach 13 Jahren wieder vorzuwerfen und ihm darüber hinaus noch zu unterstellen, er würde dieser Ideologie immer noch anhängen.

“Identitäre sind für Medien und Politik offenbar schlimmer als Mörder”

Seine Kritik an der Kampagne gegen die Identitären machte Sellner mit einem Vergleich deutlich: Für Politiker und Medien seien die Identitären offenbar schlimmer als Mörder und andere Schwerverbrecher. Als Michelle in Steyr und Manuela in Wiener Neustadt von Asylanten ermordet wurden, habe es nicht annähernd eine derartige Wortwahl von Politikern oder Journalisten wie nun gegen die IB gegeben. Niemand habe die Mörder “widerlich” oder “Dreck” genannt. Dies zeige, so Sellner, dass der Tod österreichischer Frauen Medien und Politikern egal sei.

Auch auf den “Großen Austausch”, den die Identitären verhindern wollen, ging Sellner ein. Dieser sei keine “Verschwörungstheorie”, sondern Realität. Dies werde selbst von Linken zugegeben. Er zitierte den Politologen Yasha Mounk, der davon sprach, dass in Europa monoethnische Gesellschaften in multiethnische umgewandelt würden. Damit beschreibe dieser genau dasselbe, was Sellner “Großen Austausch” nenne, nur mit anderen Worten. Laut Mounk sei dies ein “einzigartiges Experiment”, das zwar zu gewissen “Verwerfungen” führen, aber letztlich gelingen würde. Diese “Verwerfungen” identifiziert Sellner in seiner Rede mit schwersten Verbrechen an den Europäern, wie die Morde an Michelle und Manuela. Die IB wolle diesen “Preis nicht bezahlen” und setze sich daher gegen das Experiment des “Großen Austausches” ein.

Ziele der Identitären kaum anders als die der FPÖ

Zum Schluss nannte Sellner die Ziele der Identitären Bewegung: Eine “Festung Europa”, die keine Massenzuwanderung zulasse, einen “Umbau des Asylsystems” sowie eine “Remigration der illegalen Einwanderer”. Es war somit kein wesentlicher Unterschied zu den Forderungen der FPÖ erkennbar. Sellner wies auch darauf hin, dass die IB in den letzten Wochen einen “nie dagewesenen Zustrom an Aktivisten” gehabt habe. Tatsächlich waren zahlreiche junge Aktivisten vor Ort.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Michaela Strondl

    15. April 2019 at 18:01

    Rs freut mich, daß ihr für die Wahrheit und unser österreichisches Volk bzw. für uns Menschen einsteht. Bezugnehmend auf die Identidären, Martin Sellner.
    AL

  2. Avatar

    Roland Sorg

    15. April 2019 at 19:17

    Gut dass es freie Medien gibt! Danke.

  3. Avatar

    freeman

    15. April 2019 at 19:56

    Schade, dass Meinungs und Gesinnungsfreiheit in den Boden getrampelt werden. Die Ausgrenzung, Verächtlichmachung und Verurteilung Andersdenkender hat im politischen Alltag Fuß gefasst. Salonfähig gemacht von der SPÖ, die öffentlich kundtat “mit denen nicht” (mit Anderdenkenden) sprechen oder zusammenarbeiten zu wollen. Gruppierungen, die mehr Verfassungskonform sind, als Kommunisten oder Moslems, wurden so behandelt.
    Und heute ist es gängige Praxis. Da kann man nur sagen so solch antidemokratischer Haltung: schämt euch! Und den Identitären wünsche ich: Durchhalten!

  4. Avatar

    Peter Hofmueller

    16. April 2019 at 12:44

    Erbärmlich genug ,wie gegen Patrioten, in diesem Staat umgegangen wird!
    Lasst Euch nicht mundtot machen ,weder von links-grün-pink ,noch von der Kurz “Truppe” ,samt “Anhang”!

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Gesellschaft

Pressefreiheit: Zunahme der Einschränkungen in Europa

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Wie die NGO „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) berichtet, habe sich die Lage der Pressefreiheit in Europa weiter verschlechtert. 

Paris. – Laut einem Sprecher der Organisation mache sich unter Reportern immer mehr ein „Klima der Angst“ breit. Laut der ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger würde mittlerweile “systematische Hetze” gegen Journalisten betrieben.

Gloger: “Ranghohe Politiker schüren aktiv Hass”

Wörtlich sagte sie: „Wer Journalistinnen und Journalisten pauschal zu Sündenböcken für gesellschaftliche Missstände macht, bereitet den Boden für Übergriffe, Attentate und sogar Morde.“

Verantwortlich für diese Haltung gegenüber den Journalisten seien jedoch nicht etwa eigenes Fehlverhalten beispielsweise durch unsachliche Berichterstattung. Vielmehr werde besonders in Ländern mit „nationalistisch-populistischen Regierungen“ aktiv Hass von „ranghohen Politikern“ geschürt.

Lage in Europa laut Bericht verschlechtert

Wörtlich steht in dem Bericht: „Zu den Regionen, in denen sich die Lage am stärksten verschlechtert hat, gehört Europa. Auch die USA sind auf der Rangliste nach unten gerutscht“. Verschlechtert habe sich die Lage für Reporter laut der NGO vor allem in Österreich, Serbien und der Slowakei.

Abstieg für Österreich – Verbesserung für Deutschland

So stieg Österreich um fünf Plätze ab. Schuld daran seien laut dem Bericht die „Beteiligung von Rechtspopulisten an der Regierung“. Dies berichtet der „Spiegel“. Durch diese hätten vor allem „medienfeindliche Rhetorik und Drohungen gegen Medienschaffende stark zugenommen“. Deutschland hat sich hingegen um zwei Plätze verbessert.

Schuld daran sei jedoch nicht eine Besserung der Situation in Bezug auf die Presse, sondern lediglich die extreme Verschlechterung anderer Länder. Angeführt wird die Liste von Norwegen, Finnland und Schweden vor den Niederlanden und Dänemark. Am anderen Ende befinden sich Turkmenistan, Nordkorea, Eritrea, die Volksrepublik China und Vietnam.

Experten beantworteten ausführlichen Fragebogen

Die jährliche Rangliste wird von der weltweit tätigen NGO anhand von 117 Fragen erstellt, welche Experten zur Beantwortung übermittelt werden. Die Hauptkriterien sind hierbei etwa Meinungspluralität, Medienunabhängigkeit sowie die Umwelt und Selbstzensur der Nachrichtenhäuser.

Außerdem werden rechtliche Einschränkungen, die Transparenz zutragender Institutionen, die Qualität der journalistische Infrastruktur bewertet. Außerdem erhebt der Fragebogen hierbei, ob und in welchem Ausmaß in einem Land physische, juristische oder verbale Gewalt gegen Journalisten stattfand.

Österreich: Einseitige Debatte um Pressefreiheit

Aufgrund der Beantwortung insbesondere durch nicht näher bezeichnete Experten unterliegt die Rangliste gerade in westlichen Demokratien immer auch deren subjektivem Empfinden. So gab in Österreich im Vorjahr eine tagelange Debatte um die Pressefreiheit im Land.

Dabei sahen verschiedene Akteure in einer Einschränkung der Kommunikation des Innenministeriums an mehrere regierungskritische Zeitungen eine “Informationssperre” und einen Angriff auf die Pressefreiheit. Gleichzeitig bleiben mehrere Ausritte gerade vonseiten einiger SPÖ-Mandatare in Richtung patriotischer Medien weitestgehend unkommentiert.

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Gesellschaft

Berlin: Antisemitische Straftaten nehmen zu

Joshua Hahn

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am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Wie die Informationsstelle Rias berichtet, nehmen die antisemitisch bedingten Straftaten in Berlin zu. Besonders die Anzahl der Fälle mit „besonderem Gefährdungspotenzial“ ist gewachsen.

Berlin. – Die Taten nehmen nicht nur quantitativ zu, auch ihr Ausmaß verändert sich: So werden demnach besonders Taten mit Gewaltanwendung vermehrt begangen.

Anzahl der Angriffe hat sich verdoppelt

Wie im Bericht der Rias Berlin vermerkt ist, haben sich die Straftaten mit „besonderem Gefährdungspotenzial“ für die Opfer mehr als verdoppelt. Während im 2017 18 solcher Taten registriert wurden, waren es für das Jahr 2018 bereits 46. 

Auch die Zahl der Bedrohungen stieg an. Diese Zahl liegt mittlerweile ebenfalls bei 46, im Jahr 2017 betrug sie noch 26. Es fand also eine Zunahme von etwa 56 Prozent statt. Wie der „Spiegel“ berichtet, wurden insgesamt 1083 Straftaten mit einem antisemitischen Hintergrund gemeldet. Es liegt eine Steigerung um 14 Prozent vor.

Angriffe auf Einzelpersonen nehmen zu

Während sich in den Vorjahren viele der Taten gegen jüdische Institutionen richteten, wurden nun immer öfter Einzelpersonen Opfer solcher Verbrechen. Die Zahl der antisemitischen Straftaten an Einzelpersonen stieg um 78 Prozent auf 368.

Miteinberechnet sind außerdem Personen, die zwar keine Juden sind, jedoch trotzdem in das Visier antisemitischer Straftäter gerieten. Dies kann beispielsweise der Fall sein, weil sie sich offen gegen Antisemitismus bekennen oder Juden verteidigen.

Rias-Chef stuft muslimischen Antisemitismus geringer ein

Ein Fazit zieht der Rias-Chef Benjamin Steinitz mit den Worten: „Wir stellen im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine zunehmende Bereitschaft fest, antisemitische Aussagen mit konkreten Gewaltandrohungen zu verbinden oder ihnen gar Gewalt folgen zu lassen“.

Außerdem teilte er mit, dass er die Bedrohung durch muslimische Migranten als geringer einstufe, als dies suggeriert werde. Der Vorwurf würde vor allem von Menschen genutzt werden, um „Antisemitismus für die eigenen Zwecke, für eine flüchtlingsfeindliche Politik zu missbrauchen“.

EU-Studie sah wachsenden muslimischen Antisemitismus

Dieser Feststellung entgegen steht eine EU-Studie aus dem Vorjahr, welche bei Befragungen Betroffener eine Diskrepanz zwischen offiziellen Polizeistatistiken und Wahrnehmungen europäischer Juden feststellen konnte. Damals nannten Befragte in 41 Prozent muslimische Täter, gegenüber 20 Prozent rechter und 16 Prozent linker Täter – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

EU-Studie: Muslimischer Antisemitismus als Bedrohung in Deutschland (10.12.2018)

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Gesellschaft

Und doch: Patrioten und freie Medien sitzen im selben Boot

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild Stift/Block: Pixnio [CC0] / Header "Die Tagesstimme & Komposition: Die Tagesstimme.

Nach dem Nackenschlag der Regierung gegen Akteure der patriotischen Zivilgesellschaft war es wohl nur eine Frage der Zeit, bevor wieder einmal zum Angriff auf kritische, patriotische Medien geblasen würde. In den vergangenen Wochen zeigte sich gleichzeitig erneut, wie wichtig eine unabhängige patriotische Gegenöffentlichkeit eigentlich ist.

Kommentar von Julian Schernthaner

Auf Zuruf mehrerer einschlägiger Akteure und den versammelten etablierten Medien sah sich die freiheitliche Parteispitze genötigt, die Verantwortlichen einer programmatisch gewaltfreien Gruppe mit großen inhaltlichen Überschneidungen nach Jahren des zeitweiligen Lobes und jahrelangem Goutieren als personae non gratae zu deklarieren. Nur ausgewählte Mandatsträger stimmten nicht sofort ein – und ebenfalls diesem Chor fern blieb die wachsende patriotische Publizistik.

Inseratenstopp: Kurz übernimmt linke Kernforderung

Selbst Journalisten von tendenziell parteinah geltenden Medien übten teils herbe Kritik an der Instrumentalisierung, schlugen teilweise inhaltliche Gemeinsamkeiten bis hin zu Bundeskanzler Sebastian Kurz vor. Dieser war es letztlich auch, welcher vergangene Woche zu einem “Inseratenstopp” in vermeintlich “extremen Medien” aufrief.

Das klingt zuerst einmal wie ein “No-Brainer”, dessen Ablehnung nur ein wahrer Unmensch wollen könnte. Tatsächlich handelt es sich aber um eine regelmäßige Forderung der versammelten linken Reichshälfte, welche sich um ihre Deutungshoheit sorgt. In Wirklichkeit zielt dies nämlich auf freie Medien – allesamt keinesfalls “extrem” – aus dem patriotischen Sektor ab.

Verteidigung von Identitären-Chef bereits “extrem”?

Denn, wenn man den Worten des blauen Verkehrsminister Norbert Hofer Glauben schenkt, kann man sich nicht vorstellen, in Medien zu inserieren, welche “den Herrn Sellner verteidigen”. Dass die einzigen Vorwürfe gegen diesen weiterhin eine diversionell geregelte Angelegenheit in der Jugend und der passive Empfang einer Spende eines damals völlig Unbescholtenen sind, erwähnt er nicht.

Blauer Minister will “nicht im selben Boot” sitzen

Und so stellt sich schnell die Frage, wo sich eigentlich die rote Linie für den ‘Inserate-Sperrvermerk’ befindet. So musste zuletzt ein solches Medium mutmaßlich auf politischen Druck einen eigentlich neutralen Artikel über die Identitären-Demo am vergangenen Samstag zurückziehen.

Damit musste das vortreffliche Nachrichtenportal, der Urvater aller patriotischen Onlinemedien in Österreich, erstmals in zehn Jahren seinen eigenen Namen konterkarieren. Und mit zwei weiteren will der blaue Verkehrsminister Norbert Hofer gar “nicht im selben Boot, nicht einmal im selben Meer” sitzen. Eine fatale Bewertung, zielen solche Kampagnen ja immer auch zumindest sekundär auf seine Partei ab.

Druck auf patriotische Medienmacher

Mit dieser Wortwahl referenziert der einstige Hoffnungsträger der patriotischen Wende übrigens einen Artikel des Geschäftsführers von Info-DIREKT – welche ich hier beabsichtigt erneut aufgreife. Jener erklärte darin nämlich äußerst treffend, welche drei Dinge Patrioten bei der aktuellen “Hexenjagd” beachten müssten. Man dürfe nicht nach willkürlich festgelegten Spielregeln seines Gegners spielen; wer sich distanziere, verliere; und wer Veränderung wolle, müsse Alternativen aufbauen.

Der pointierte Artikel ließ die Wogen hochgehen, schaftte es sogar in die ZiB2. Schnell eilten Akteure herbei, welche die Rückgabe der Gesellschafteranteile von zwei FPÖ-Mitarbeitern forderten. Zu diesem Zweck wurde sogar der oberösterreichische FPÖ-Obmann Manfred Haimbuchner zeitweise unvollständig zitiert. Am Ende dieser Kampagne steht nun tatsächlich das Ausscheiden der beiden aus dem Unternehmen.

Patriotische Publizistik bedeutet Herausforderung

Und ich habe für diesen Schritt sogar Verständnis: Immerhin müssen sie irgendwie ihre Familien ernähren. Auch der beim Magazin verbleibende dritte Gesellschafter bestätigte mir in einem Telefongespräch, dass sich die drei Herausforderungen “Info-DIREKT voranzutreiben, Geld zu verdienen und Zeit mit der Familie zu verbringen […] nur schwer unter einem Hut vereinbaren lassen”.

Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Zeitschrift dem patriotischen Lager erhalten bleibt – und unterstrich neuerdings die Wichtigkeit von unabhängigen Medien gerade im heimatverbundenen Spektrum.

Boulevard und linke Medien erhalten Vielfaches

Was nämlich stets außer Acht gelassen wird: Die vollmundig behauptete blaue Inseratengunst hält sich seit jeher stark in Grenzen. Selbst unter einer Mitte-Rechts-Regierung erhalten neben Boulevard-Blättern auch ausgewiesen linksgerichtete Medien ein Vielfaches der öffentlichen Zuwendung, welche sämtliche patriotischen Blätter in den vergangenen Jahren zusammengerechnet erfuhren.

Während für große Tageszeitungen nämlich weiterhin der Rubel in Millionenhöhe rollt, reichen bei patriotischen Blättern schon Google-Anzeigen von insgesamt 30 Euro aus Sicht von weiterhin um Profil bemühten SPÖ-Mandatarinnen für einen Weltuntergang. Das allermeiste in der patriotischen Publizistik geschieht aus Idealismus, der Traum von einer Hacienda in der Karibik bleibt eine ganz ferne Zukunftsmusik.

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Es ist dies der schwierigste Weg – aber er erlaubt uns tatsächlich, schonungslos auch Fehlentwicklungen im eigenen Lager zu kritisieren. So konnten wir auch den andernorts verunmöglichten Artikel veröffentlichen. Wenn Sie, lieber Leser, das freie Wort für genauso wichtig halten wie wir, können Sie unsere Arbeit >>hier<< unterstützen.

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