Ratschen

Warum Kinder in der Karwoche mit Holzinstrumenten klappern

Insbesondere am Karfreitag und am Karsamstag kann es in vielen Gemeinden in Österreich und im süddeutschen Raum ziemlich laut werden. Dann wird traditionell mit den Ratschen geklappert.

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<p>Symbolbild (Kinder mit Ratschen in der fränkischen Schweiz): Wikimedia Commons [CC0]</p>

Symbolbild (Kinder mit Ratschen in der fränkischen Schweiz): Wikimedia Commons [CC0]

Der Sinn des Brauches ist einfach erklärt: Nach dem Gloria der Gründonnerstagsmesse bis zur Auferstehungsmesse in der Osternacht sind die Glocken stumm. Im Volksmund spricht man davon, dass die Glocken in dieser Zeit „nach Rom fliegen“. Damit die Gläubigen während der Totenruhe Jesu dennoch über die Gebetszeiten Bescheid wissen, treten gerade in katholischen Gegenden die Ratschen an deren Stelle.

Von Gründonnerstag bis Karsamstag

Das traditionelle Ratschen in der Karwoche gilt seit 2015 sogar im gesamten Staatsgebiet Östereichs als als immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Ob dabei erst ab Karfreitag oder schon am Gründonnerstag „geratscht“ wird, hängt dabei insbesondere davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Messe des letzten Abendmahls gefeiert wird.

Enthüllungen über die ÖVP

Da diese in den vergangenen Jahren immer weiter in den Abend rutschte, ertönen in den meisten Gemeinden auch erst am Karfreitag. Dabei werden die drei Hauptgebete um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr eingeläutet. In vielen Orten wird auch der traditionelle Kreuzweg am Freitagnachmittag von den Ratschen angezeigt. Dieser wird dabei oftmals bereits eine halbe und volle Stunde zuvor derart ausgerufen.

Regionale Unterschiede teils erheblich

In vielen Orten obliegt die Pflege des Brauches dabei den Kindern der Gemeinde, welche mit den Instrumenten verschiedenster Größe umziehen.
Neben ländlichen Gemeinden bewahren auch einige kleiner Städte dieses Brauchtum. Form und Ausgestaltung des Schrapinstruments kann dabei von Region zu Region unterschiedlich sein.

So verwendet etwas das Weinviertel kaum Handratschen sondern fast ausschließlich Schubratschen. Traditionell war der Brauch in vielen Gegenden nur Ministranten – und damit jahrelang ausschließlich Buben – vorbehalten. Mittlerweile haben viele Orte ihre Vorschriften sowohl für das Ministrantenamt als auch für das Ratschenbrauchtum gelockert. Auch die Uhrzeiten können je nach Gebiet leicht variieren.

Unterschiedliche Verse und Heischebräuche

Bei ihren Umzügen sprechen die Kinder oft auch Verse zu ihrem Ratschenlärm. Je nach Tageszeit und Gebetsanlass unterscheiden sich Inhalt teilweise erheblich voneinander, wie etwa eine Spruchsammlung aus Unterfranken zeigt.

Am Karsamstag läuten die Ratschenkinder zusätzlich bei den Menschen um Sach- und Geldspenden für ihre Brauchtumsarbeit zu erheischen. Dieser Brauch ist zumindest für Teile Westfalens, weite Strecken Österreichs und teilweise in allen Regierungsbezirken des Freistaats Bayerns belegt.

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