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Welt

Sri Lanka: 60 Verdächtige festgenommen

Monika Šimić

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am

Die Behörden in Sri Lanka haben weitere 60 Verdächtige festgenommen und bereits acht der insgesamt neun Selbstmordattentäter identifiziert.

Colombo. Drei Tage nach den verheerenden Anschlägen mit fast 360 Toten und Hunderten Verletzten in Sri Lanka hat die Regierung weitere Details zum Stand der Ermittlungen bekanntgegeben. Insgesamt habe man acht der insgesamt neun Selbstmordattentäter bereits identifiziert, darunter auch eine Frau und den Anführer der Islamistengruppe. Außerdem seien weitere 60 Verdächtige festgenommen worden.

Vergeltung für Christchurch

Die Regierung schreibt die Anschlagsserie der einheimischen Islamistengruppe National Thowheeth Jama’ath (NTJ) zu (Die Tagesstimme berichtete). Die Tat soll mindestens sieben oder acht Jahre lang geplant gewesen sein, so Wijewardene. Die Anschlagsserie könnte als Vergeltungsmaßnahme für den Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch Mitte März ausgelöst worden sein. Wie Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene in einer Pressekonferenz am Mittwoch erklärte, habe einer der Attentäter in Großbritannien und Australien studiert.

Größeres Netzwerk hinter Anschlägen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Selbstmordanschläge für sich. Allerdings ließ sich die Echtheit des am Dienstag aufgetauchten Bekennerschreibens noch nicht überprüfen, Beweise für die Verbindung legte die Terrormiliz nicht vor. Obwohl der IS in seinem Stammgebiet in Syrien und dem Irak als besiegt gilt, warnen Experten vor der Gefahr von Anschlägen durch Extremisten.

Die Regierung ist überzeugt, dass die Islamistengruppe NTJ Hilfe aus dem Ausland gehabt haben müsse. „Wir glauben nicht, dass diese Angriffe von einer Gruppe von Menschen verübt wurden, die auf dieses Land begrenzt waren“, sagte Kabinettssprecher Rajitha Senaratne. „Es gab ein internationales Netzwerk, ohne das diese Angriffe nicht gelungen wären.“ An den Ermittlungen rund um die Anschlagsserie am Ostersonntag sollen sich nun auch Interpol-Mitarbeiter und FBI Agenten beteiligen.

Gefahr vor weiteren Anschlägen hoch

Der Staatspräsident von Sri Lanka, Maithripala Sirisena, betonte, dass die Gefahr weiterer Anschläge im Land sehr hoch sei. Man gehe davon aus, dass es weitere bewaffnete Terroristen im Land gebe. Die Polizei sei in höchster Alarmbereitschaft. Am Sonntag hatten die Behörden von Sri Lanka eine Ausgangssperre verhängt, diese wurde mittlerweile wieder aufgehoben. Auch der Flughafen von Colombo ist in Betrieb. Passagiere können diesen unter Vorweisung des Flugtickets erreichen. Von nicht notwendigen Reisen wird aber abgeraten. Seit dem 23.04. gilt ein landesweiter Ausnahmezustand, wodurch auch der Armee – zusätzlich zur Polizei – Exekutivgewalt verliehen wurde, wie es auf der Webseite des österreichischen Außenministeriums heißt.

Opferzahl weiter gestiegen

Am vergangenen Ostersonntag hatten sich nahezu gleichzeitig in drei Kirchen in mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo mehrere Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Sie rissen dabei fast 300 Menschen mit in den Tod und haben mehrere Hunderte verletzt. Nach letzten Informationen der Polizei ist die Zahl der Todesopfer nun bereits auf 359 gestiegen.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Peter Lüdin

    24. April 2019 at 10:57

    9–11 ist noch nicht vergessen. Dies war auch ein mehrfacher Angriff auf die westliche Kultur und das Christentum, mit ähnlichen Hintergründen und Finanziers wie in Sri Lanka. Der Daesh (IS) ist nicht besiegt und hat seine Ziele nicht verändert, sondern lediglich seine Taktik und seine Einsatzgebiete.
    Aktuell läuft gerade „Die dritte Angriffswelle auf Europa”
    https://www.welt.de/politik/article815914/Die-dritte-Angriffswelle-auf-Europa-rollt.html

  2. Avatar

    Peter Lüdin

    24. April 2019 at 18:03

    Auch in Südostasien ist im Zuge der Wiedererweckung des Islam und des vom KSA geförderten Wahhabismus eine zunehmende Instabilität in Ländern wie Thailand, den Philippinen und auch Myanmar zu beobachten.
    Selbst die Regierungen der mehrheitlich muslimischen Länder der Region, wie Malaysia und Indonesien, betrachten die zunehmende religiöse Radikalisierung mit erheblicher Sorge, zumal es sich seit jeher um eher tolerante Staaten/Gesellschaften gehandelt hat.
    Vor diesem Hintergrund sind sicherlich auch die Ereignisse in Myanmar zu betrachten.
    Der einst von S. Huntington prophezeite „Clash of Civilisations” hat jetzt auch die Staaten Südostasiens erfasst.

  3. Avatar

    Walter Gräbeldinger

    24. April 2019 at 22:08

    Hat man die Selbstmord-Attentäter schon hingerichtet? Beamte werden auch 2 mal bestraft. Solange Christen, Juden, Islamisten und sonstige ‑isten und ‑misten weiterhin immer nur nach jedem 4. Buchstaben was Bedeutsames aus den Worten der HEILIGEN SCHRIFTEN herauslesen können und diesen Übersetzungs-Schmarrn, der da herauskommt auch noch glauben, muß sich der liebe Gott oder Allah oder der sonstwie benamte höchste Spirit weiterhin die Haare raufen über euch Blödel ! Natürlich muß man die Bedeutung jedes einzelnen Buchstabens kennen, wie ich sie eben kenne. Ich haue mich mit niemandem blödsinnigerweise, ihr Trottel, und Allah, oder der liebe Gott hat’s eigentlich auch nicht vor. … Aber wenns euch Spaß macht? … Wie wollt ihr’s denn? Eine neue Sintflut ? Oder nehmt ihr’s selber in die Hand? … Saudi Arabien gegen Iran, oder allgemein: Christen gegen Moslem, Juden,wenn sie ganz unter sich sind am besten gegeneinander, … was haben wir noch anzubieten? … Die Hindus möchten auch mitmischen! … Oder, gleich radikal und total: Alle überhaupt gegeneinander: Das Politisch-Nonsens-Gegeneinander gleich mit: Ein kleines Raketchen nach Rußland hinüber, liebe Umzingelungs-Nato, dann haben wir’s geschafft, und wir sind es auch: Nichts Lebendiges bleibt mehr übrig, kein Mensch, kein Tier, und auch keine Pflanze, … wahrscheinlich nicht! Tun wir Allah oder dem lieben Gott den Gefallen! Bleiben wir blöde und unwissend, … und als die gewohnt lieben Narren bringen wir uns viel lieber gegenseitig um! Denn dafür sind wir ja auch geschaffen, nicht wahr, liebe Gemeinde? … Zum Sich-Umbringen! Soll ich noch einmal daran erinnern: Ich kenne die Bedeutung der einzelnen Buchstaben, der liebe Gott, oder Allah kennt sie auch! Nur ihr kennt sie halt nicht, und wollt sie auch nicht kennenlernen! … Nun, dann haut euch halt lieber tot! Ist auch eine Lösung !

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New York: Bürgermeister will BLM-Schriftzug vor Trump-Hochhaus malen

Julian Schernthaner

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Der Nachlauf der Unruhen in mehreren US-Städten im Zuge der „Black Lives Matter”-Proteste droht immer mehr zum politischen Hickhack zu werden.

New York. – Nachdem bereits in der Nähe des Weißen Hauses, dem Präsidentensitz in Washington DC, ein gelber „Black Lives Matter”-Schriftzug  prangt, wollte die Millionenmetropole an der Ostküste nachziehen. Der demokratische Bürgermeister Bill de Blasio, der selbst mit einer schwarzen Frau verheiratet ist, möchte dieselben Worte auf die Fifth Avenue malen lassen – und zwar direkt vor den „Trump Tower”, dem ältesten Wolkenkratzer des Familienunternehmens des Präsidenten.

Polizisten wurde das Budget gekürzt

Daraufhin hinterfragte US-Präsident Donald Trump auf Twitter die Prioritäten des liberalen Stadtchefs. Er verwies dabei, dass die Stadt gleichzeitig das Budget für ihre Polizei um 1 Mrd. Dollar (etwa 890 Mio. Euro) beschneide. Dies würde gerade auch die Polizisten weiter beleidigen, welche sich an „fürchterliche Parolen” wie „Pigs in a Blanket, Fry ‚Em Like Bacon” [unübersetzbares Wortspiel mit dem Wort ‚Schwein’, die direkte Übersetzung wäre „Würstchen im Schlafrock, röstet sie wie Speck”, Anm. d. Red.] sicherlich erinnern würden.

Er hofft nun, dass die „großartige Polizei”, welche „von einem Bürgermeister, der sie hasst und geringschätzt, neutralisiert und verschmäht” worden seien, sich dafür einsetzen würden, „dass dieses Symbol des Hasses nicht auf New York’s schönster Straße angebracht wird”. Die Politik in seiner eigentlichen Heimatstadt solle die dafür notwendige Geldsumme lieber für den Kampf gegen das Verbrechen einsetzen.

Bürgermeister unterstellt Trump Rassismus

Es wären aber nicht die tief gespaltenen USA, wenn ihm diese Äußerungen im Wahlkampfjahr nicht den üblichen Gegenwind einbrächten. De Blasio reagierte, indem er Trump unterstellte, die Sache nicht zu verstehen. Er schrieb: „Schwarze Menschen erbauten die Fifth Avenue und so viel dieser Nation. Ihr ‚Luxus’ kommt aus DEREN Arbeitskraft, für die sie nie gerechte Entschädigung bekamen. Wir ehren sie. Dass Sie darin eine Verunglimpfung ihrer Straße sehen, ist genau die Definition von Rassismus”.

Dem ORF zufolge wies eine die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, den Rassismus-Vorwurf später bei einer Pressekonferenz zurück. Trump finde sehr wohl, dass auch alle schwarzen Leben wichtig seien. Allerdings kritisiere er die „Black Lives Matter”-Bewegung als Organisation, die „hasserfüllte Botschaften” sende.


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USA: Polizei räumt autonome Zone „CHAZ”

Monika Šimić

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Die Räumung der „autonomen Zone” in Seattle war bereits vor etwa einer Woche angekündigt worden.

Seattle. – Die Polizei hat eigenen Angaben  zufolge in der US-Großstadt Seattle mit der Auflösung einer im Zuge der „Black Lives Matter”-Proteste errichteten „autonomen Zone”, der „Capitol Hill Autonomous Zone” (CHAZ), begonnen. Die Polizei von Seattle wird heute in dem Gebiet sein und die Anweisung der Bürgermeisterin durchsetzen“, twitterte die Polizei am frühen Morgen. Die Behörde berichtete daraufhin von mindestens 13 Festnahmen von Personen, die die Gegend nicht freiwillig verlassen wollten.

Zwischenfälle am Wochenende

Die Bürgermeisterin von Seattle, Jenny Durkan, hatte die Auflösung der „autonomen Zone”, in der die Polizei „unerwünscht” ist, vor gut einer Woche angekündigt. Es sei an der Zeit, die Ordnung wiederherzustellen. Durkans Ankündigung kommt nach Zwischenfällen am Wochenende. Ein 19-Jähriger war in der Nacht auf Samstag erschossen worden. Am Sonntag fielen erneut Schüsse, eine Person wurde laut Polizei verletzt.

Kritik von Trump

Anfang Juni hatten Demonstranten unweit des Kapitols in der Innenstadt mehrere Straßenzüge besetzt, die Polizei zog daraufhin aus einer dort gelegenen Wache ab. US-Präsident Donald Trump ist die Situation ein Dorn im Auge. Er warf Durkan und dem Gouverneur des Bundesstaates Washington Untätigkeit vor und forderte mehrfach, dass sie die Kontrolle über die Stadt zurückerlangen müssten. „Nehmt JETZT  eure Stadt zurück. Wenn ihr es nicht tut, werde ich es tun. Das ist kein Spiel”, twitterte der Präsident Mitte Juni.

Er verlangte zudem, „hässliche Anarchisten” unverzüglich zu stoppen. Zuvor hatte er geschrieben, „inländische Terroristen” hätten in Seattle an der Westküste die Kontrolle übernommen.


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USA: Senatoren wollen Truppenabzug aus Deutschland verhindern

Joshua Hahn

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Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump bekannt gab, eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen einlösen zu wollen, kündigen mehrere Senatoren Widerstand an.

Washington, D.C. – Sowohl Demokraten als auch Republikaner sehen im Truppenabzug aus Deutschland ein Problem. Wie unter anderem „n‑tv“ berichtet, sagte der Republikaner Romney, der Truppenabzug sei ein „Geschenk für Russland“ – „und das ist das letzte, was wir tun sollten“. Unlängst hatte Trump angekündigt, etwa 10.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Auch Demokraten kritisieren den Schritt. Chris Coons erklärte laut Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, der Abzug mache „Amerika kein bisschen sicherer“. Jeanne Shaheen, ebenfalls aus dem demokratischen Lager, sieht in der Stationierung von amerikanischen Truppen auf deutschem Boden ein „beidseitiges Interesse“, welches bewahrt werden müsse.

Kongress könnte Geld verweigern

Da Trump der Oberbefehlshaber der amerikanischen Armee ist, kann er prinzipiell im Alleingang entscheiden, die Truppen abzuziehen. Da das Unternehmen jedoch teuer sein wird, muss der Kongress die finanziellen Mittel bewilligen. Dies wird im Normalfall nur dann getan, wenn die Kongressmitglieder der Auffassung sind, dass ein solcher Abzug der Sicherheit Amerikas zuträglich ist. Weil dies offenbar parteiübergreifend nicht der Fall ist, dürfte sich die Bewilligung schwierig gestalten. Über genauere Pläne und Absprachen der Parteien lässt es sich derzeit lediglich spekulieren.

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