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Gesellschaft

Diskussion über Kopftuch: Studenten fordern Entlassung von Professorin

Monika Šimić

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am

Bild: Goethe-Universität / Kiefer. from Frankfurt, Germany [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten) / Bild: Susanne Schröter / Dontworry [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons / Collage: Die Tagesstimme

Eine anonyme Gruppe fordert die Entlassung einer Professorin aufgrund angeblichen „anti-muslimischen Ressentiments”. Kritiker des Kopftuchs zeigen sich solidarisch mit der betroffenen Professorin.

Frankfurt/Main. Studenten der Goethe-Universität in Frankfurt stellen die Professorin Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, an den Pranger. Sie hatte für den 8. Mai eine Podiumsdiskussion als Reaktion auf die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions” initiiert. Eine anonyme Gruppe fordert in den sozialen Netzwerken nun die Entlassung der Professorin. Warum? Schröter würde damit „anti-muslimisches Ressentiments” zum Ausdruck bringen.

Gruppe formierte sich auf Instagram

Auf Instagram hatte sich eine Gruppe von Studenten unter dem Namen „schroeter_raus” formiert, die der Professorin vorwirft, Rechten in die Hände zu spielen. „Gerade heute, mit der steigenden Salonfähigkeit von Rechtspopulismus, werden in Deutschland Menschen, die das Kopftuch tragen, Opfer von rechter Gewalt und Rassismus“, heißt es. Schröter müsse „ihrer Position“ als Direktorin am Forschungszentrum enthoben und die Veranstaltung abgesagt werden. Die Instagram-Seite nannte keinen Verantwortlichen. Man definiert sich als „wir, die Studierenden der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität“ und nutzt das Logo der Uni, wie die Welt berichtet.

Angriff auf Meinungsfreiheit

Schröter selbst vermutet hinter der Gruppe muslimische Studenten, denen jegliche Diskussion über den Islam „ein Dorn im Auge” sei. Besonders beunruhigend sei aber, dass Organisationen wie Realität Islam, die sich im studentischen Umfeld orientierten, die Forderungen aufgriffen und sich auch das salafistische Umfeld an der Verbreitung beteilige, erklärte sie. Schröter betrachtet die Kampagne als Versuch der „Einschüchterung”, aber auch als Angriff auf die Meinungsfreiheit. Denn mit dem Vorwurf des „antimuslimischen Rassismus” werde letztlich jegliche Kritik am Islam delegitimiert, sagte sie. „Es gilt schon als islamfeindlich, überhaupt bestimmte Themen anzusprechen”.

Gegner und Befürworter geladen

Eine breite Debatte mit möglichst vielen Stimmen gehöre aber zum wissenschaftlichen Diskurs, betont Schröter. Aus diesem Grund seien für die Diskussionsrunde am 8. Mai sowohl Verfechter als auch Kritiker des Kopftuchs eingeladen. Gäste sind unter anderem Frauenrechtlering Alice Schwarzer, Islamkritikerin Necla Kelek und der islamische Tehologe Abdel-Hakim Ourghi, die das Kopftuch als Symbol der Unterdrückung betrachten. Als Befürworterin des Kopftuchs ist beispielsweise die Journalistin Khola Maryam Hübsch geladen, die selbst ein Kopftuch trägt.

Kritik an Kopftuch kein Rassismus

Susanne Schröter ist Mitbegründerin der „Initiative säkularer Islam”, die sich Ende 2018 in Berlin gegründet hatte. Dieser Gruppe gehören unter anderem auch Necla Kelek, der Grünen-Politiker Cem Özdemir, der Psychologe Ahmad Mansour, der Politologe Hamed Abdel-Samad und Rechtsanwältin Seyran Ates an. Die Gruppe setzt sich für einen „zeitgemäßen” Islam ein, unabhängig von ausländischen Regierungen und Organisationen. Nach den Vorwürfen gegen die Professorin hatte Seyran Ates hat auf Twitter ihre Solidarität mit Schröter bekundet. Auch Mansour betont: „Kopftuch kritisieren„ Islamismus oder Integrationversäumnisse benennen. Falsche Toleranz abzulehnen, ist kein Rassismus”. In einem Twitter-Beitrag weist er darauf hin, dass jene Studenten, die Schröter „anti-muslimisches Ressentiments” vorwerfen, „dringend Nachhilfe in Sachen Meinungsfreiheit und kritische[m] Denken” erhalten sollten.

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Gesellschaft

Grazer Volkskundemuseum sucht Objekte aus dem Corona-Alltag

Monika Šimić

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Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und die verschiedensten Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen.

Graz. – Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat, merkt man schon an der von diesem Thema dominierten medialen Berichterstattung. Weil der Einfluss so groß ist, hat sich das Grazer Volkskundemuseum dazu entschlossen, seine Dauerausstellung neu zu konzipieren. Das Museum will nun Dokumente und Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten des Coronavirus sichtbar machen.

Notizen, Tagebücher, Fotos

Corona erfordert von uns allen neues Alltagshandeln und auch Strategien, mit dieser schwierigen und sich tagtäglich ändernden Situation zurechtzukommen. Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und sammelt deshalb Notizen und Objekte, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen”, beschreibt Kuratiorin Birgit Johler den Aufruf. Es sei ein wichtiges Anliegen, auch Veränderungen und Einschnitte in die Gesellschaft zu dokumentieren, wie es auf der Website des Volkskundemuseums heißt. Gesucht werden daher die unterschiedlichsten Dinge, die den neuen Alltag der Menschen wiederspiegeln. Laut Beschreibung auf der Website fällt eine Aufmunterung für Mitbewohner ebenso darunter wie ein Zeichen nachbarschaftlicher Unterstützung, eine Dankesbekundung für geleistete Hilfe, ein Tagebuch oder Auszüge davon, ein Foto von getroffenen Schutzmaßnahmen in der Arbeit oder ein Familienvideo an die Großeltern.

Jeder kann mitmachen

Auch wenn das Museum seit 7. Jänner geschlossen hat, schlafen die für die neue Ausstellung Verantwortlichen nicht. Man baue bereits um und eröffne im Frühjar 2021, heißt es auf der Seite weiter. Themenbereiche der Ausstellung sollen zunehmender Wohlstand, steigender Konsum, Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration (in die und aus der Steiermark), Umwelt, Gegenkultur und Gegentrends oder etwa „richtig wichtig ‚Steirisches” sein.

Wer dem Museum Objekte für die „Corona-Ausstellung” zur Verfügung stellen möchte, kann über ein Webformular Kontakt mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter aufnehmen und dabei auch gleich Objektvorschläge einreichen. Hier geht’s zum Formular!

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Gesellschaft

BKA-Chef nennt Attentat von Hanau „eindeutig rechtsextremistisch”

Stefan Juritz

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hält das Attentat von Hanau doch für rassistisch motiviert. Medienberichte über einen anderslautenden BKA-Abschlussbericht wies der Chef der Behörde zurück.

Berlin/Hanau. – Vor wenigen Tagen hatten mehrere deutsche Medien wie die Süddeutsche Zeitung und der NDR unter Berufung auf einen Abschlussbericht des Bundeskriminalamts (BKA) berichtet,  dass die Ermittler den Anschlag von Hanau nicht als rechtsextremistisch bewerten. Demnach hätte der Schütze Tobias R. seine Opfer so ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Verschwörungstheorien über Geheimdienste zu bekommen, Rassismus sei jedoch nicht das Hauptmotiv gewesen. Auch die Tagesstimme übernahm diese Informationen in ihrer Berichterstattung.

BKA-Chef dementiert

Am Dienstag wies BKA-Chef Holger Münch entsprechende Meldungen zurück. Auf Twitter dementierte er, dass einen solchen Abschlussbericht derzeit gebe und betonte, dass die Ermittlungen weiter andauerten. Trotz der laut Münch weiter laufenden Ermittlungen ist für ihn jedoch klar: „Das BKA bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch. Die Tatbegehung beruhte auf rassistischen Motiven.“

Attentat von Hanau

Mitte Februar hatte Tobias R. an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später fand die Polizei ihn und seine Mutter tot in seiner Wohnung auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zuerst seine Mutter und dann sich selbst erschoss. In einem 24-seitigen Bekennerschreiben fanden sich fremdenfeindliche Passage und verschwörungstheoretische Ansichten, die auf eine psychische Störung hindeuten. So glaubte Tobias R., er werde von einem Geheimdienst überwacht, der sogar Gedanken lesen („mind controll”) und Menschen steuern könne.

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Gesellschaft

Wegen Coronavirus: Islamrat fordert Geld für Moscheegemeinden

Joshua Hahn

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Aufgrund der anhaltenden Krise hat der Islamrat in Deutschland die finanziellen Folgen für seine Gemeinden bemängelt und Hilfe von der Regierung gefordert.

Berlin. – Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, gegenüber der „Islamischen Zeitung“, dass die gegenwärtig geltenden Einschränkungen des Alltagslebens die Moscheegemeinden hart treffen würden: „Sie brauchen jetzt finanzielle Unterstützung, um die nächsten Wochen und Monate zu überstehen“. Trotzdem unterstütze man die Ausgangsbeschränkungen „uneingeschränkt“. Man habe bereits vor der offiziellen Einführung eigene Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus getroffen, denn „der Schutz des Lebens und die Gesundheit sind uns von Allah anvertraut und genießen höchste Priorität“.

Kein Geld mehr wegen ausbleibenden Gebeten

Seitdem die Gemeinden geschlossen sein müssen und somit auch die Freitagsgebete entfallen, sei ein „beträchtlicher Teil der Spenden“ weggefallen. Folglich sorge man sich um die künftige Finanzierung der Imame und die Bezahlung von Mietkosten. Um größeres Übel abzuwenden, solle nun die Bundesregierung handeln: „Viele Moscheegemeinden leisten einen unschätzbar wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft, tragen zum Zusammenhalt bei und engagieren sich in Städten und Kommunen“. Die muslimische Gemeinde nun finanziell alleine zu lassen, wäre „fatal“.

Kesici ist seit 2015 Vorsitzender des Islamrates für Deutschland. Außerdem ist er tätig im Beirat für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen.

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