Microsoft Word soll politisch korrekt werden

Damit wolle man den Nutzern helfen, „effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren“.

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<p>Bild: Microsoft Zentrale in Redmont, Washington / Coolcaesar [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Building92microsoft.jpg">via Wikimedia Commons</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Microsoft Zentrale in Redmont, Washington / Coolcaesar [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Seattle. Nach dem Willen des Softwareherstellers Microsoft soll im Schreibprogramm Word die politische Korrektheit Einzug halten. Die neue Funktion, die sich „Ideas in Word“ (Ideen in Word) nennt, wird von künstlicher Intelligenz angetrieben und wurde von Microsoft auf seiner jährlichen „Build Developer Conference“ vorgestellt.

„Mailperson“ statt „Mailman“

Die neue Funktion soll unter anderem Wörter unterstreichen, die von Microsoft als diskriminierend angesehen werden. Laut einem Bericht des Fachmagazins Fast Company werden Ausdrücke wie „Mailman“ (Briefträger) oder „Congressman“ (Kongressabgeordneter) angestrichen. Stattdessen empfiehlt das Programm die Nutzung genderneutraler Formulierungen wie etwa „Mailperson“ oder „Congressperson“. Um das Wort „Policeman“ (Polizist) zu vermeiden, kann man sich für das vom Programm vorgeschlagene „Police Officer“ entscheiden.

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„Person-Zuerst-Ansatz“

Microsoft geht allerdings weiter und nimmt sich auch feststehende Phrasen wie „gentlemen’s agreement“ vor, aus dem „unspoken agreement“ wird. Außerdem ermuntert das Programm den Schreiber zu einem „Person-Zuerst-Ansatz“. Statt „Disabled person“ (behinderte Person) soll es etwa „Person with disability“ (Person mit Behinderung) heißen. Formulierungen wie diese sollen zeigen, dass der Mensch selbst wichtiger ist als die Behinderung.

Das Programm, dessen Entwicklung unter anderem durch Linguisten unterstützt wird, soll zudem auch auf „sensible geopolitische Bezeichnungen“ hinweisen, ohne dass es hierzu schon konkrete Beispiele gibt. „Wir wollen Ihnen helfen, effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren“, erklärte der hochrangige Marketingmanager des Unternehmens, Malavika Rewari, die Ziele des Programms. Den Nutzern steht es allerdings frei, gleich wie bei der Rechtschreibprüfung auch, die Hilfe auszuschalten.

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