Verbinde Dich mit uns

Gesellschaft

Wegen Identitären-Stammtischen: Wirte in Oberösterreich bedroht

Redaktion

Veröffentlicht

am

Bild: ehem. Facebook-Seite Identitäre Bewegung Österreich


Auf Twitter verbreitete die Identitäre Bewegung Oberösterreich ihre Veranstaltungsorte für Stammtische. Das führte zu Drohungen gegen die Gastronomen, welche die Reservierungen letztlich stornierten.

Steyr/Rohrbach-Berg/Ried i.I. – In den vergangenen Wochen überschlug sich die Berichterstattung rund um die Identitäre Bewegung (IBÖ). Täglich fanden sich neue vermeintliche Skandale und Skandälchen – teilweise auch unter Zuhilfenahme unvollständiger oder unrichtiger Annahmen. Kurze Zeit darauf verlor die patriotische Gruppierung in Oberösterreich in mehreren Bezirken ihre Stammtischorte.

Linke Aktivisten gegen Wirte

Wie Insider-Informationen nahelegen, dürften die Wirte die identitären Aktivisten allerdings nicht zwingend auf eigenes Betreiben nach der negativen Berichterstattung ausgeladen haben. Denn die Stornierungswelle kam offenbar erst ins Rollen, nachdem Personen aus dem linken Spektrum sich nach der Bewerbung der Stammtische in sozialen Medien darüber ereiferten.

Dabei sollen Gastronomen durch alle verfügbaren Kommunikationsmöglichkeiten kontaktiert, belästigt und bedrängt worden sein. Recherchen der Tagesstimme ergaben, dass im Falle eines Rohrbacher Wirtes anscheinend selbst dessen Nachbarn mit anonymen Anrufen belästigt worden sein sollen.

Grün-Politikerin kündigte angeblich „Konsequenzen” an

In der Kleinstadt in Mühlviertel soll sich zudem sogar die Politik eingeschaltet haben. Mutmaßlich soll eine Grünen-Politikerin sowie einer ihrer Mitarbeiter den dortigen Wirten telefonisch kontaktiert haben. Angeblich drohte die Politikerin diesem damit, dass er Probleme bekomme, sollte er die Identitären weiter bewirten.

Allerdings muss dieser Vorwurf vorerst unkommentiert im Raum stehen – denn weiterführende Anfragen sowohl an den Gastronomen als auch an die Grünen-Politikerin blieben bis dato unbeantwortet. Im Fall der Grünpolitikerin war diese trotz mehrmaliger schriftlicher Nachfrage seitens der Tagesstimme im Zeitraum einer Woche für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Drohte auch die Berufsinnung?

Eine Intervention der anderen Art soll sich unterdessen im Raum Ried zugetragen haben. Dort bekam ein Wirt einen anonymen Hinweis, dass er sich nicht wundern solle, wenn plötzlich der Verfassungsschutz vor seiner Tür stehe. Der Anrufer soll demnach aus Kreisen der Wirteinnung kommen.

Ein Sprecher der Berufsvertretung dementierte diese Vorwürfe gegenüber der Tagesstimme allerdings vehement. Ein solcher Verfall sei dort nicht bekannt, diese Thematik sei ferner „noch nie Thema” in ihrem Bereich gewesen. Die Beantwortung einer entsprechenden Rückfrage an den Wirt, ob sich Unbekannte möglicherweise zum Zweck der Einschüchterung als Berufsvertreter ausgaben, ist vorerst noch ausständig.

Steyr: Druck durch Berichterstattung

Bereits im April kam es in Steyr möglicherweise zu einem Rückzieher infolge medialen Drucks. Denn zwei Tage nach dem ursprünglichen Posting auf Twitter berichteten auch die Oberösterreichischen Nachrichten – und nannten die geplante Örtlichkeit in der drittgrößten Stadt des Bundeslandes.

Dabei wird der “Christkindlwirt” in Steyr auch mit der Behauptung wiedergegeben, er habe die Identitäre Bewegung nie bewirtet. Nach dem Artikel folgte auch hier eine Absage an die Identitären – welche nach eigener Aussage wiederum bereits mehrfach dort problemlos frequentierten.

Identitäre: Wirt wusste von Stammtisch und Inhalten

Diese beteuern außerdem weiter, dass dieses offenbar stets in vollem Wissen des Gasthofes geschah. Bei monatlichen Stammtischen soll ihr Material aufgelegen haben, auch habe man mit den Kellnern und dem Wirt selbst über die Themen der Identitären gesprochen, so Steve Henschke, der Organisator des Steyrer Stammtisches.

Die Tagesstimme konfrontierte auch diesen Gastronomen mit der Gegendarstellung der patriotischen Protestbewegung, erhielt allerdings bis dato keine Antwort, welche weiteres Licht ins Dunkel bringen könnte.

Stammtisch-Orte verloren

Im Rahmen dieser Geschehnisse kam es aber auch in weiteren Orten zu einzelnen Absagen. Ein Linzer Wirt etwa sprang nach Angaben der Identitären ab, nachdem er in sozialen Netzwerken und per E‑Mail mit dem Stammtisch konfrontiert wurde. Diese unterstreichen, dass die Gastronomen bislang keinerlei Probleme mit ihnen als Gast gehabt hätten.

Erst als einschlägige Akteure dagegen mobil machten, habe sich das Blatt gewendet – und zwar ohne Not. „Denn wir sind ganz normale Patrioten, welche eine angstfreie Debatte über die zukünftige demographische Entwicklung im Land wollen”, so Landesleiter Roland Moritz gegenüber der Tagesstimme.

Aktivisten auf der Suche nach neuen Treffpunkten

Insgesamt sieht er die Entwicklungen mit Besorgnis. „Wenn eine kleine, aber laute Minderheit nun auf Zuruf entscheiden kann, welche Gesinnung in heimischen Wirtshäusern erlaubt sein soll, ist es um unsere Grundrechte wie Meinungs‑, Versammlungs und Vereinsfreiheit schlecht bestellt”, so Moritz weiter.

Aus diesem Grund bittet er mutige Wirte oder Privatpersonen, die passende Räumlichkeiten haben, sich bei ihm unter der Email-Adresse [email protected]  zu melden und sich auf diese Weise für die Meinungsfreiheit in Österreich einzusetzen. (hr/red)

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Zickenschulze

    17. Mai 2019 at 2:13

    Die Linken unter aller S.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gesellschaft

Heimatliebe ist kein Verbrechen”: Identitäre hissen Riesenbanner in Steyr

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Telegram-Kanal "Identitäre Bewegung Oberösterreich".

Mit einem weithin sichtbaren Transparent reagierte die Identitäre Bewegung (IBÖ) in Oberösterreich auf die gegenwärtigen Debatten rund um ein mögliches Verbot ihrer Vereine und Symbole.

Steyr. – Es ist Samstagabend in der drittgrößten Stadt Oberösterreichs. Plötzlich erhellt sich die Dunkelheit: Es sind circa 25 patriotische Aktivisten der Identitären, welche mit einem 20 Meter langen und zwei Meter hohen Banner an der Zwischenbrücke in der Nähe des dortigen Stadtplatzes Aufstellung nehmen. Ihre Botschaft ist dabei so deutlich wie einprägsam: „Heimatliebe ist kein Verbrechen”.

Heimatliebe „kein Verbrechen, sondern Lebensaufgabe”

In ihrem Telegram-Kanal nehmen die Aktivisten Stellung zur Motivation für die symbolträchtige Aktion. Man wolle der Öffentlichkeit zeigen, dass sich „Heimatliebe weder verbieten noch kriminalisieren” lasse. Seinen Antrieb nehme man nämlich nicht aus einer „nebulösen Ideologie”, sondern aus dem „Idealismus”, den eigenen Kindern „das Feuer unserer Bräuche und Sitten in einer intakten Heimat weitergeben zu können”.

Der identitäre Aktionismus sei stets friedlich und lasse sich „nicht heute, nicht morgen mundtot machen”. An diesem Umstand würden weder „ständige mediale Hetzkampagnen” noch „alberne Versuche, für politisches Kleingeld 150 Jahre alte Grundrechte” wie die Vereinsfreiheit „mit chirurgischer Präzision für Patrioten beschneiden” zu wollen, etwas ändern. Denn: Heimatliebe sei „eine Lebensaufgabe”, kein Verbrechen.

Identitäre: ÖVP will Symbole und Vereine verbieten

Damit bekunden die oberösterreichischen Identitären zum wiederholten Mal aktionistisch ihren Standpunkt zur aktuellen Debatte. Bereits als die ÖVP ein Verbot der programmatisch gewaltfreien Gruppe im Vormonat zur „Koalitionsbedingung” erklärte, sperrten sie in Schärding das dortige ÖVP-Bezirksbüro mit einem Baustellengitter, um vermeintliche „totalitäre Tendenzen” der Volkspartei anzusprechen.

Erst am heutigen Sonntag bekräftigte ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer die türkisen Pläne eines Identitären-Verbots anlässlich neuer Enthüllungen über kolportierte Verbindungen zwischen FPÖ-Politikern und den Identitären. Kickls Ex-Kabinettchef Reinhard Teufel kritisierte in diesem Zusammenhang die Weitergabe von Ermittlungsakten an Zeitungen als „Grundproblem” des Verfassungschutzes – Die Tagesstimme berichtete.

IBOÖ-Landesleiter: Leben in Zeiten „willkürlicher Repression”

Von der Tagesstimme darauf angesprochen, bestätigte Roland Moritz, der Leiter der oberösterreichischen Identitären, dass auch der wiederholte Durchstich von BVT-Informationen an die Presse ein Problem darstelle. Man lebe in „Zeiten der willkürlichen Repression und des Versagens des Rechtsstaates”, wenn der Verfassungsschutz Ermittlungsunterlagen als „verlängerter Arm der Medien” im Wahlkampf an die Öffentlichkeit spiele.

Gleichzeitig herrsche ein Klima, welches „Grundrechte von unbescholtenen Patrioten beschneiden” wolle. Offenbar gehe es darum, jeden zu kriminalisieren, der „den Bevölkerungsaustausch anspricht”. Als Identitäre gehe man dennoch weiterhin auf die Straße, um symbolisch zu erklären, dass „friedlicher patriotischer Aktivismus erlaubt sein” müsse.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Wort zum Sonntag: Wer glaubt, lebt länger

Gastautor

Veröffentlicht

am

von

ASDF Symbolbild (CC0)

Studien belegen: Je häufiger der Gang in die Kirche, umso länger das Leben. Der regelmäßige Besuch von Gottesdiensten scheint mit zusätzlichen Lebensjahren belohnt zu werden. Er schützt vor kardiovaskulären Erkrankungen als auch vor Krebs.

Kolumne von Raphanus

Forscher fanden heraus, dass regelmäßige Kirchgänger 27 Prozent geringer von kardiovaskulär bedingten und 21 Prozent geringer von krebsverursachten Todesfällen betroffen sind. Gleichzeitig wiesen sie aber bei Menschen, die nichts von Gottesdiensten hielten, eine höhere Sterberate nach (hier zum Bericht der Ärzte Zeitung).

Religiöse Beteiligung und Lebensdauer

Eine andere Studie zum selben Thema kam zum Ergebnis, dass religiöse Menschen um 5,64 Jahre länger als Nichtgläubige lebten. Der Forscher Baldwin Way ist sich sicher: „Die Studie liefert überzeugende Beweise, dass es eine Beziehung zwischen religiöser Beteiligung und der Lebensdauer eines Menschen gibt.“

Wissenschaftler vermuten, dass der starke Zusammenhalt in religiösen Gemeinschaften die psychosoziale Resilienz erhöht und einen günstigen Einfluss auf die Lebensweise ausübt, da stark gesundheitsschädliches Verhalten bei frommen Menschen eher weniger zu erwarten sei.

Theologe sieht Studien kritisch

Der katholische Theologe Manfred Lütz hält aber nichts von Studien, wonach religiöse und betende Menschen länger leben. „Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre herausgekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?“, so seine Frage, bei der er gleichzeitig vor einem Trend der „Gesundheit als Religion“ warnte.

Ob Beten zum längeren oder zum kürzeren Leben führt, sei völlig egal“, so der Theologe. „Wir sind nicht Christen, weil wir gesund sein wollen, sondern beten, um unsere Beziehung zu Gott erhalten“. Lütz wies weiter darauf hin, dass Jesus bereits mit 33 Jahren am Kreuz gestorben ist. „Das war nicht besonders gesund.“

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Nach Urteil im Fall Künast: Juristinnenbund zeigt sich empört

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Renate Künast 2013): Stephan Röhl / Heinrich-Böll-Stiftung via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Der Juristinnenbund fordert einen verbesserten Schutz für Frauen im Internet.

Berlin. – Unlängst entschied das Landgericht Berlin, dass die Politikerin der Grünen, Renate Künast, diverse Beschimpfungen auf Facebook hinnehmen muss. Im Internet empörten sich viele Privatpersonen sowie Politiker über das Urteil, nun schaltet sich auch der Juristinnenbund ein.

Meinungsäußerungen legitim

Vor einigen Tagen entschied das Landgericht in Berlin, dass Renate Künast einige Beschimpfungen unter bestimmten Umständen hinnehmen muss. Sie wurde auf Facebook von einem Kommentator unter anderem als „altes grünes Drecksschwein“ bezeichnet, worauf die Politikerin vor Gericht zog, um an die personenbezogenen Daten des Users zu kommen. Dies berichtete der „Spiegel“.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der User einen Link zu einem Artikel kommentierte, in welchem die Frage aufgeworfen wurde, ob Künast im Jahr 1986 sexuelle Handlungen mit Minderjährigen bagatellisierte. Von verschiedenen Seiten kam umgehend Kritik am Urteil auf.

Juristinnenbund empört

Der Deutsche Juristinnenbund (DJB) zeigte sich empört über das Gerichtsurteil. Die DJB-Präsidentin Maria Wersig erklärte laut „n‑tv“: „Wir brauchen eine zügige Weiterentwicklung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes“. Es käme zu häufig vor, dass sich Frauen, welche sich öffentlich äußerten, von einer „zum Teil organisierten Meute attackiert“ würden. 

Es dürfe nicht passieren, dass Frauen im Netz dazu gezwungen werden, den öffentlichen Diskurs zu meiden. Künast selbst erklärte, das Urteil, wonach die Kommentare „haarscharf an der Grenze des von der Antragstellerin noch Hinnehmbaren“ seien, anfechten zu wollen.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings deine Hilfe.

Verein für unabhängige Medien- und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Beliebt