Mittelmeer-NGO

Sea-Watch 3 sucht Hafen für 65 Migranten

Salvini reagierte umgehend und warnte die Sea-Watch davor, sich italienischem Hoheitsgewässer zu nähern.

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<p>Symbolbild: Migranten im Schlauchboot / Mstyslav Chernov/Unframe [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Refugees_on_a_boat_crossing_the_Mediterranean_sea,_heading_from_Turkish_coast_to_the_northeastern_Greek_island_of_Lesbos,_29_January_2016.jpg">via Wikimedia Commons</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Migranten im Schlauchboot / Mstyslav Chernov/Unframe [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Berlin/Rom. Die deutsche Mittelmeer-NGO Sea Watch hat nach eigenen Angaben 65 Migranten von einem Schlauchboot vor der Küste Libyens aufgenommen. Darunter sollen auch Frauen und Kinder sein, wie die Organisation am Mittwoch mitteilte. Nun sei man auf der Suche nach einem Hafen. Innenminister Matteo Salvini reagierte umgehend und warnte das Schiff davor, sich italienischem Hoheitsgewässer zu nähern.

Salvini warnt Sea-Watch

„Unsere Häfen sind und bleiben geschlossen“, bekräftige Salvini. Der Lega-Chef verbietet seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr privaten Hilfsorganisationen, mit ihren Schiffen in Italien anzulegen. Erst vor wenigen Tagen kündigte er auch hohe Strafen für Schiffsbetreiber von Mittelmeer-NGOs an. So drohen Schiffsbetreibern Geldstrafen zwischen 3.500 und 5.000 Euro für jeden Migrant, den sie an Bord nehmen. Zudem droht dem Betreiber der Lizenzentzug, wenn das Schiff mit italienischer Flagge unterwegs ist. Mit diesen Maßnahmen will Salvini die NGOs aktiver bekämpfen.

Enthüllungen über die ÖVP

Sea-Watch kritisiert Behörden

Das Schiff Sea Watch 3, das am vergangenen Samstag wieder in See gestochen ist, segelt aktuell unter der Flagge der Niederlande (Die Tagesstimme berichtete). Davor lag es wegen eines Rechtsstreits knapp drei Monate im Hafen von Marseille. Auf Twitter übt die Organisation nun Kritik an den Behörden mehrerer Länder. Man hätte die Behörden in Malta, Italien, Libyen und den Niederlanden über die Aufnahme der Migranten informiert. Laut Sea-Watch wollen aber weder die Niederlande, noch Malta oder Italien die an Bord genommenen Migranten aufnehmen. „Keine der Behörden ist bereit, ihrer Pflicht nachzukommen“. Man werde „wieder einmal allein gelassen“.

NGO sieht Europa in der Pflicht

Zuvor hatte ein ziviles Aufklärungsflugzeug das Schlauchboot circa 30 Seemeilen vor Libyen entdeckt. Die libysche Küstenwache hat sich im Falle der 65 Migranten auf der Sea-Watch 3 aber für nicht zuständig erklärt und das Schiff angewiesen, nach Norden zu fahren. Man erwarte nun, „dass uns Europa einen sicheren Hafen zuweist“, schreibt die NGO auf Twitter.

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