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Österreich

Ausreisezentren und Medienerlass: Ratz will Kickl-Maßnahmen kippen

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Obwohl eigentlich galt, dass keine Entscheidungen aus der intakten türkis-blauen Regierungszeit rückgängig gemacht werden, will Innenminister Eckart Ratz neuerlich Kickl-Erlässe streichen.

Wien. – Eigentlich ist Ratz infolge des erfolgreichen Misstrauensantrags voraussichtlich nur mehr im Amt, bis der Bundespräsident eine neue Regierung gefunden hat. Dennoch profiliert sich der frühere Präsident des Obersten Gerichtshof in seinem Amt, indem er mehrfach Beschlüsse seines Amtsvorgängers Herbert Kickl (FPÖ) infrage stellt.

Ende für ‚Ausreisezentren’ steht bevor

Denn wie die Kronen Zeitung am Mittwoch berichtet, sollen nun auch die sogenannten „Ausreisezentren” fallen. Diese strategische Umbenennung der früheren Erstaufnahmezentren setzte Kickl als Teil eines Maßnahmenpakets für eine härtere Gangart in der Migrationspolitik Ende Februar gegen einigen öffentlichen Gegenwind durch – Die Tagesstimme berichtete.

Der Schritt kommt nicht überraschend – denn Akteure aus der Zivilgesellschaft stießen die Debatte über den neuen Namen bereits am Tag seiner Amtsenthebung an. Die Plattform „Menschen.Würde.Österreich“ montierte damals eine derartige Tafel in der größten derartigen Einrichtung im niederösterreichischen Traiskirchen ab

Auch Medienerlass in Evaluation

Dem nicht genug: Auch der sogenannte Medienerlass Kickls wird nun einer Prüfung unterzogen. Dieser sieht seit 1. Mai vor, dass polizeiliche Pressesprecher bei Tatverdächtigen deren Herkunft und Aufenthaltstatus aktiv nennen müssen. Wie sich herausstellte, veranlasste Ratz die Evaluierung bereits am 23. Mai – einen Tag nach seiner Angelobung.

Begründet wird dieser Schritt der Presse zufolge mit einer Empfehlung der europäischen Kommission „zur Bekämpfung von Rassismus und Rassendiskriminierung in der Polizeiarbeit”. Dass die Richtlinie nun offenbar zur Disposition steht, ging aus einer parlamentarischen Anfrage der NEOS hervor.

Kickl befürchtet „Schubumkehr” in Asylpolitik

Kein Verständnis für die schnelle Rückabwicklung seiner Impulse hat unterdessen der betroffene ex-Innenminister Kickl. Er spricht in seiner Aussendung von einem „türkis-schwarzen Machtkartell”. Dieses würde nun nach seinem Ausscheiden „sein wahres Gesicht” zeigen.

Die Berater des Interimsminister Ratz würden damit eine „Schubumkehr gegen eine restriktive Asyl- und Fremdenpolitik und für eine neue Ära der Willkommenspolitik” einsetzen. Damit würden nun „entgegen der ÖVP-Ankündigungen auch Maßnahmen vor Publikwerden des Ibiza-Videos” rückgängig gemacht.

Kickl: Rücknahme von Medienerlass „mehr als bedenklich”

Eine Streichung seines Medienerlasses hält Kickl vor dem Hintergrund der Transparenz für „nicht tragbar”, eine mögliche Verschleierung der Täterherkunft für „mehr als bedenklich”. Kritik übte er neuerlich an der vormaligen Streichung der Beschränkung der Bezahlung von Asylwerbern. Deren Einführung begründete er mit einer Harmonisierung an das Soldniveau von Zivil- und Grundwehrdienern.

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt setzte Kickl die maximale Remuneration für gemeinnützige Tätigkeiten dementsprechend auf maximal €1,50/Stunde anstatt zuvor €5,00/Stunde fest. Ratz hob die Verordnung kurz nach seiner Angelobung wieder auf. Auch die kurrzeitige Ernennung des Kickl-Intimus Goldgruber zum Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit ist mittlerweile hinfällig.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    DieParty

    29. Mai 2019 at 20:15

    Ist das verfassungsrechtlich überhaupt zulässig? Immerhin ist Ratz nur vertretungsweise Minister, bis zur nächsten Wahl.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    30. Mai 2019 at 11:40

    Kippt Ratz Kickls Medienerlass, sagt uns das, die NWO hat ihre Pfoten bereits über der Türschwelle gesetzt, sprich im Raume.

    Für den Bürger mit Weitblick hat Kurz damit für alle Zukunft fertig.

  3. Avatar

    Regina

    31. Mai 2019 at 13:57

    Das ist echt eine bodenlose Frechheit und schürt den Kleinkrieg. Solche Leute gehören abgesetzt.

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Österreich

Nach Migranten-Krawallen: Kickl kündigt blaue Sicherheitsoffensive an

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Der Nachlauf der jüngsten Gewalteskalation in Favoriten könnte eine intensive parlamentarische Aufarbeitung erhalten – zumindest wenn es nach den Freiheitlichen geht. 

Wien. – Der blaue Klubobmann Herbert Kickl kündigte am Montag bei einer Pressekonferenz an, dass die FPÖ eine „Aktuelle Stunde” zur Thematik im Nationalrat” einbringen will. Schon im Titel des Sitzungsschwerpunkts macht die Partei dabei klar, worum es geht: Sie fordert „Sicherheit statt importierter Gewalt durch Fremde” und ein „sofortiges Ende multikultureller Konflikte in Österreich”.

Kein Verständnis für innertürkische Konflikte in Österreich

Der Ex-Innenminister erklärte, dass Favoriten zum „Stuttgart Österreichs” geworden sei, weil „radikale türkische Islamisten und die kriminelle Antifa Gewalt gesät” hätten. Dabei hätten Randalierer mit Eisenstangen, Pyrotechnik und Glasflaschen die Polizei attackiert. Als problematisch sieht er zudem, dass mit 4.000 PKK-Sympathisanten etwa ein Zehntel der offiziell in Österreich lebenden Kurden angeblich Sympathien mit der kommunistischen Terrorgruppe hätten.

Kickl führt ins Feld, dass es zwischen kurdischen und türkischen Einwanderern öfters zur Konfrontation kommt. Wenn innertürkische Konflikte auch in Österreich zur Austragung kämen, fehle ihm „jedes Verständnis” dafür. Außerdem sei dies ein Indiz für ein „massives Versagen im Bereich der Integration”. Die morgige Aktuelle Stunde ist dem blauen Spitzenpolitiker zufolge jedenfalls erst „der Auftakt einer groß angelegten freiheitlichen Sicherheitsoffensive”.

Kickl übt Kritik an Hebein-Nähe zu linkem Rand

Neben dem importierten Konflikt fand Kickl auch kritische Worte über Aktivitäten der Wiener Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, die an einer der jüngsten Demonstrationen teilnahm. Die Grünen-Politikerin sei „ohnehin seit vielen Jahren für ihr Anstreifen an linksradikalen und staatsfeindlichen Gruppierungen bekannt”. Er erwähnte deren Ex-Mitgliedschaft bei der VolxTheaterKarawane, welche „den sogenannten ’schwarzen Block quer durch Europa begleitet’ ” habe.

Auch diese Gruppe stammt direkt aus dem Umfeld des ehemals besetzten, linksextremen Ernst-Kirchweger-Hauses – Die Tagesstimme berichtete bereits mehrfach über die mutmaßlichen Seilschaften von Hebein in radikal linke Kreise. Im Bezug auf das „EKH” forderte zuletzt sogar die Wiener ÖVP-Integrationssprecherin Christine Hungerländer dessen Schließung. Zudem kritisierte sie den intransparenten Umgang mit der Förderpraxis für dort ansässige Projekte durch das rot-grüne Wien.


Mehr zum Thema: 

Wien: Rechte Aktivisten hissen Banner auf Antifa-Zentrum (06.07.2020)

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Analyse: Was wollen die Grauen Wölfe eigentlich? (03.07.2020)

Wien: FPÖ-Chef Nepp fordert Rücktritt von grüner Vizebürgermeisterin (27.06.2020)

Wien: FPÖ kritisiert angebliche Verbindungen von Hebein zu linkem Rand (27.06.2019)

Linksruck bei Wiener Grünen: Birgit Hebein wird Spitzenkandidatin (27.11.2018)


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Österreich

Nehammer: Sonderkommission prüft ausländischen Einfluss auf Demos

Stefan Juritz

Veröffentlicht

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Innenminister Nehammer (ÖVP) bezog heute Stellung zu den Krawallen in Wien-Favoriten. Eine Sonderkommission soll die Hintermänner der Gewalt ausforschen.

Wien. – Anlässlich der Ausschreitungen in Wien-Favoriten will Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) einen möglichen politischen Einfluss aus der Türkei untersuchen. Dazu wird eine Sonderkommission bestehend aus Bundes- und Landesverfassungsschutz sowie Bundes- und Landeskriminalamt eingerichtet, kündigte Nehammer in der heutigen ORF-Pressestunde an.

Nehammer vermutet politischen Einfluss aus der Türkei

Dem Verfassungsschutz sei aufgefallen, dass während der Versammlungen in Favoriten auch Demonstranten professionell gefilmt und fotografiert worden seien. Wer diese Personen waren und warum sie diese Aufnahmen gemacht haben, soll die Sonderkommission nun aufklären. „Es darf nicht passieren, dass Vereine von einem ausländischen Staat instrumentalisiert werden und das Versammlungsrecht bedroht wird”, so Nehammer.

Der Innenminister stellte außerdem klar, dass Konflikte aus der Türkei nicht auf den Straßen Wiens ausgetragen werden sollen. „Das ist inakzeptabel”, betonte er. Die Ausschreitungen in Favoriten hätten gezeigt, dass Konflikte eskalieren können und wie hoch die Gewaltbereitschaft auch gegenüber Polizisten sei.

FPÖ: Demoverbote und hartes diplomatisches Vorgehen gegen Türkei

Die SPÖ fordert von Nehammer unterdessen ein „kompromissloses Vorgehen” gegen „Rechtsextremismus”. „Wir fordern seit langem, dass der unter Schwarz-Blau abgeschaffte Rechtsextremismusbericht in Österreich wieder eingeführt wird“, betonte SPÖ-Sicherheitssprecher Reinhold Einwallner. Außerdem dürfe Nehammer die „Grauen Wölfe” nicht zu Gesprächen ins Bundeskanzleramt einladen.

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz warf dem Innenminister wiederum vor, nur den „bellenden Hund” zu mimen. Alle wüssten jedoch, dass er nicht zubeiße. „Das langjährige Versagen in der Migrationspolitik unter ÖVP, SPÖ und Grünen entlädt sich nun in Favoriten – Leidtragende sind die Bewohner des Bezirkes und die Polizisten, die hier zwischen die Fronten geraten. Anstelle der von Minister Nehammer angekündigten Ermittlungen über mögliche Hintergründe ist es dringend notwendig, ein Zeichen gegen dieses Chaos zu setzen”, betonte Schnedlitz. Einerseits müsse dies in Form von Demoverboten geschehen. Andererseits forderte er auch ein „hartes diplomatisches Vorgehen” gegen die Türkei, etwa durch das Aufkündigen des Assoziierungsabkommens.

Türkei-Konflikt wird in Wien ausgetragen

Ende Juni war es im Wiener Bezirk Favoriten zu Ausschreitungen zwischen nationalistischen Türken auf der einen und Kurden, PKK-Anhängern sowie Antifa auf der anderen Seite gekommen. An mehreren Tagen hatten vor allem junge Türken, darunter auch AKP-Anhänger und Mitglieder der nationalistischen „Grauen Wölfe”, diverse kurdische Kundgebungen sowie das linksextreme Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) angegriffen. Es gab zahlreiche Festnahmen und mehrere Verletzte.

Mehr zum Thema:

Analyse: Was wollen die Grauen Wölfe eigentlich? (03.07.2020)

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Wien: FPÖ bringt Misstrauensantrag gegen Bürgermeister Ludwig ein (29.06.2020)

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Türkische Community reagiert auf Ausschreitungen in Wien-Favoriten (26.06.2020)

Mehrere Anzeigen: Tumulte zwischen Kurden und Türken in Wien (25.06.2020)


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Österreich

FPÖ wirft ORF „offene Inländer-Diskriminierung“ vor

Marcel E. Senfter

Veröffentlicht

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Die FPÖ hat den ORF einmal mehr scharf kritisiert. Der Grund: Praktikumsstellen exklusiv für Menschen mit Migrationshintergrund.

Wien. – „Der ORF Sport möchte mehr Menschen mit Migrationshintergrund in die Redaktion integrieren. Interesse an einem Praktikum ab Oktober 2020? Dann bewirb dich bis 24. Juli per Mail”, hieß es in der Ausschreibung von der ORF-Sportredaktion auf Facebook. Die Freiheitlich sehen darin eine Diskriminierung von Inländern.

Hafenecker fordert Abschaffung der ORF-Gebühren

„Man ist ja von den Herrschaften am Küniglberg und ihrer links-bunten Multikulti-Schlagseite schon einiges gewohnt, die gezielte Diskriminierung der heimischen Bürger bei der Suche nach Praktikanten in der ORF Sportredaktion schlägt dem Fass jetzt aber den Boden aus”, wetterte FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker in einer Aussendung. Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der jährlich auch noch 650 Millionen Euro GIS kassiere, dürfe kein Multikulti-Utopia sein, sondern habe bei Ausschreibung sowie Vergabe jeder Position die Qualifikation in den Vordergrund zu stellen und dazu zähle ein Migrationshintergrund definitiv nicht. „Dieser neue Inländer diskriminierende Auswuchs des linksgrünen Biotops am Küniglberg zeigt wieder einmal mehr, wie wichtig die von uns Freiheitlichen seit Jahren geforderte Abschaffung der ORF-Zwangsgebühren ist”, so Hafenecker.

Das Posting mit der Ausschreibung wurde mittlerweile von der Facebook-Seite des „ORF Sport” gelöscht.


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