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Meinung

Kommentar: Ehrendoktorwürde für Merkel

Joshua Hahn

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Am Donnerstag erhielt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ehrendoktorwürde der Harvard-Universität. Die Verleihung fasst stellvertretend vieles zusammen, was derzeit schiefläuft. 

Kommentar von Joshua Hahn

Aufgrund ihres Einsatzes in der Migrationspolitik erhielt die Kanzlerin die Ehrendoktorwürde jener Universität, die einem großen Teil der jüngeren Generationen vor allem als T-Shirt-Motiv bekannt sein dürfte. Der Präsident der Universität, Lawrence Bacow, lobte den „Pragmatismus“ und die „kluge Entschlossenheit“ Merkels. 

Außerdem habe sie ihren Willen gezeigt, für das einzustehen, was sie für richtig halte. Dass sie eher für das einstehen sollte, was das Volk für richtig hält und weniger für das, was ihrer Meinung nach richtig ist, ist offenbar nicht so naheliegend, wie man meinen sollte. 

Verbildlichung der Problematik 

Die gesamte Szenerie der Verleihung mutet wie eine Verbildlichung der Problematik an. 

Sicherlich ist Merkel ein Teil des Problems, aber eben auch nicht viel mehr – ein Symptom des vorherrschenden Globalismus, welcher von genau jenen Elite-Universitäten propagiert wird, die ebensolche Ehrendoktorwürden verleihen. 

Die gesamte knapp 40-minütige Rede Merkels war durchzogen von Applaus, die Kameras filmten in die Gesichter der vor Begeisterung lachenden Nachwuchsglobalisten. 

Eine völlige Wahrnehmungsverschiebung der Realität machte sich bemerkbar, die gesamte Veranstaltung war eine große Scheindiskussion, oder um eine vielleicht treffendere Bezeichnung zu wählen – ein großer „circle jerk“. 

Handlungen „entgegen populärer Meinungen“

Die vermeintliche Elite lobte sich über Stunden selbst und ehrte ihre eigenen „Leistungen“. 

Bezeichnend waren außerdem die Worte des Universitäts-Präsidenten Bacow, Merkel habe entgegen populärer Meinungen gehandelt. 

Ob es sich um eine völlige Fehlwahrnehmung oder eine bewusste Fehldarstellung handelte, ist fraglich. Dass besonders zum Zeitpunkt der Grenzöffnungen, auf welche sich bezogen wurde, das von den Medien präsentierte Bild so gut wie ausschließlich Rückenwind für Merkel bot, dürfte klar sein. 

Kurzzeitiges Unbehagen an Elite-Universitäten

Auf die Rede Merkels soll nicht weiter eingegangen werden, sie bot keinerlei erwähnenswerte Überraschungen. Diverse Anspielungen auf den US-Präsidenten, welcher mit Teilen seiner Politik zumindest kurzzeitig für Unbehagen an Elite-Universitäten gesorgt haben wird, wurden von den Universitätsmitgliedern vermutlich wirklich als revolutionärer Akt, als Verbreitung „unpopulärer Meinungen“ angesehen. 

An sich stellte die Verleihung der Ehrendoktorwürde kein ernsthaft bedeutendes Ereignis dar. Sie ist jedoch eine gute Gelegenheit, um sich wieder einmal zu Gemüte zu führen, dass Merkel sicherlich ein Symptom darstellt, aber eben auch nicht mehr oder weniger – das Hauptproblem liegt deutlich tiefer. 

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