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Kultur

Konservatives Blätterrauschen: Freilich, Sezession, Tumult & Co

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Foto: privat

In der konservativen bzw. patriotischen Publizistik ist bereits ein breites Feld an Magazinen und Zeitungen entstanden. Sie haben unterschiedliche inhaltliche Ausrichtungen und decken diverse Bereiche ab. Die Tagesstimme gibt einen kurzen Überblick über einige dieser Projekte.

Arcadi

Das Arcadi-Magazin ist ein patriotisches „Lifestyle-Magazin”, das explizit junge Leser ansprechen möchte. Statt Theorie-Arbeit findet der Leser hier vor allem Beiträge zur patriotischen Gegenkultur.

Attersee Report

Der Attersee Report ist eine Quartalszeitschrift des freiheitlichen Atterseekreises aus Österreich. Herausgeber der Zeitschrift ist der Direktor des FPÖ-Parlamentsklubs, Mag. Norbert Nemeth. Der Atterseekreis versteht sich als „Denkfabrik und Impulsgeber sowie als Brückenbauer unterschiedlicher Schattierungen freiheitlicher, nationaler, patriotischer, konservativer sowie bürgerlich-liberaler Lebenswelten” will mit seiner Zeitschrift all diesen Strömungen als Sprachrohr und Plattform fungieren.

Cato

Initiiert wurde das „Magazin für neue Sachlichkeit”, wie sich Cato im Untertitel nennt, vom rechten Publizisten Karlheinz Weißmann. Die erste Ausgabe des konservativen Magazins erschien im Frühjahr 2017 mit dem Journalisten und ehemaligen Verleger Andreas Lombard als Chefredakteur. Cato widmet sich in seinen grundsätzlich gehaltenen Beiträgen den Themen Politik, Kultur, Religion, Alltag und Familie. Zu den bisherigen Autoren des Magazins zählen u.a. Thorsten Hinz, Martin van Creveld, Matthias Matussek, Douglas Murray und Norbert Bolz.

Compact

Im Jahr 2010 rief der ehemalige linke Journalist Jürgen Elsässer unter dem Slogan „nicht links, nicht rechts, sondern vorn” das Monatsmagazin Compact ins Leben. Dem Slogan folgend möchte Compact „demokratische Linke und demokratische Rechte, Moslems und Islamkritiker im offenen Dialog zusammenbring[en]”. Compact sieht sich darüber hinaus als unabhängiger Gegenpart zu den sogenannten „Mainstream-Medien”. Mittlerweile erscheint das „Magazin für Souveränität” laut eigenen Angaben in einer Auflage von 85.000 Exemplaren und ist damit das reichweitenstärkste Alternativmedium in Deutschland.

Freilich

Das Zweimonatsmagazin Freilich erscheint seit Ende 2018 und ist damit der neueste Zugang im „konservativen Blätterwald”. Nach Einstellen der Zeitschrift Aula rief der Freiheitliche Akademikerverband Steiermark kurz darauf ein völlig neues Magazin mit neuer Redaktion, Inhalt und Ausrichtung ins Leben. Auf den ca. 100 Seiten finden sich ausführliche Reportagen, Interviews, Essays, Lesestücke und Buchempfehlungen. Thematisch befasst sich Freilich von österreichischer Innenpolitik über europäische Lageanalysen bis zu den sozialen und kulturellen Entwicklungen in Österreich und den Nachbarländern.

Info-DIREKT

Info-DIREKT ist ein patriotisches Magazin aus Oberösterreich. Laut eigenen Angaben möchte die Redaktion das „Links‐Rechts‐Denken überwinden und die Gefahren der Globalisierung direkt ansprechen”. Neben aktuellen politischen Hintergrundanalysen finden sich in der Zeitschrift auch historische und kulturelle Themen. Inhaltlich deckt Info‐DIREKT dabei weite Teile des patriotischen Milieus ab. Das zeigt auch ein Auszug aus der Autorenliste; so publizierten bei Info-DIREKT bisher u.a.: Benedikt Kaiser, Stephan Bartunek, Bernd Stracke, Manuel Ochsenreiter, Marcus Franz, Philip Stein, Gerald Grosz, Efgani Dönmez, Alexander Markovics und Martin Lichtmesz.

Junge Freiheit

Die Junge Freiheit wurde 1986 von Dieter Stein als Schüler- und Studentenzeitung gegründet. Seit dem Jahr 1994 wird die Junge Freiheit als Wochenzeitung herausgegeben und hat sich über die Jahre als führende konservative Zeitung in Deutschland etabliert. Neben der Druckausgabe verfügt die Zeitung auch über eine Online-Redaktion.

Neue Ordnung

Die österreichische Vierteljahresschrift Neue Ordnung wird vom Grazer Ares Verlag herausgegeben. Inhaltlich bewegt sich die Zeitschrift zwischen katholischen Konservativen und Nationalfreiheitlichen. Neben ausführlichen Grundsatzartikeln zu Politik, Geschichte, Philosophie, Religion und Kultur finden sich in der Neuen Ordnung auch kurze Nachrichtenmeldungen, Zitate und Gedichte.

Recherche D

Recherche D ist das einzige patriotische Wirtschaftsmagazin im deutschsprachigen Raum. Geleitet wird Recherche D vom freien Publizisten und Berater Felix Menzel mit dem Ziel, „die ökonomische Kompetenz der patriotischen Opposition [zu] stärken” und „Alternativen zum Globalismus” zu erarbeiten.

Sezession

Die Sezession wird alle zwei Monate vom Institut für Staatspolitik herausgegeben und gilt als führende rechtsintellektuelle Zeitschrift im deutschsprachigen Raum: „Vieles, was an der AfD und an anderen Widerstandsprojekten grundsätzlich, kompromisslos, nicht verhandelbar und angriffslustig wirkt und ist, wurde in unserer Zeitschrift vorausgedacht, ausformuliert und in die Debatte erst eingespeist. Mehr kann man sich von einem metapolitischen Zeitschriftenprojekt nicht wünschen”, heißt es im Konzept der Sezession. Verantwortlicher Redakteur ist der rechte Verleger Götz Kubitschek. Zu den regelmäßigen Autoren zählen u.a. Ellen Kositza, Erik Lehnert, Martin Lichtmesz, Benedikt Kaiser, Caroline Sommerfeld, Günter Scholdt, Martin Sellner und Michael Wiesberg.

TUMULT

TUMULT, die „Vierteljahresschrift für Konsesstörung”, galt längere Zeit als eine Art Geheimtipp im rechtsintellektuellen Milieu. Das Magazin ist bekannt für intelligente und auch provokante Texte, sie sich nicht viel um klassische Schemata kümmern. Herausgeber der Zeitschrift ist der Medien- und Kulturwissenschaftler Frank Böckelmann. TUMULT versteht sich als „unabhängiges Organ der Gegenwartserkundung fernab akademischer und volkspädagogischer Sprechregelungen”. Thematisch widmet sich das Magazin u.a. der Massenzuwanderung und Geopolitik, dem humanitären Universalismus, Digitalisierung sowie „Sex” und „Sexismus”.

Tichys Einblick

Tichys Einblick ist ein liberal-konservatives Magazin des deutschen Journalisten und Publizisten Roland Tichy.

Wochenblick

Der Wochenblick ist eine regionale Wochenzeitung aus Oberösterreich. Mit seiner Online-Ausgabe gehört der Wochenblick zu den erfolgreichsten österreichischen Nachrichtenseiten in den sozialen Medien.

Zur Zeit

Die österreichische Wochenzeitung Zur Zeit entstammt dem national-freiheitlichen Lager und versteht sich selbst als „wertkonservatives und freisinniges Wochenblatt, verpflichtet den Werten der Humanität, der Freiheit, der Demokratie, loyal verbunden der Republik Österreich, deutscher Kultur und europäischer Einigkeit”. Herausgegeben wird die Zeitung von Andreas Mölzer und Walter Seledec.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Zickenschulze

    8. Juni 2019 at 4:07

    Beachtlich was uns heute alles an bereichernder Aufklärung zur Verfügung steht.
    Nun liegt es allein an den Demokraten selbst, ihre Hintern hochzukriegen.

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Kultur

Netflix-Serie ‚Ragnarök’: Klimawandel und nordische Götter

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (CC0)

In einer kleinen norwegischen Stadt spitzt sich ein Konflikt zwischen Göttern und Wesen der nordischen Mythologie zu. Ein junger Schüler wird ganz unerwartet zum Helden und muss eine Katastrophe verhindern.

Seit Ende Januar läuft auf Netflix die neue Mystery-Serie „Ragnarök”, die vom Dänen Adam Price produziert wurde. Dass Superhelden-Geschichten und nordische Mythen bei den Zusehern gut ankommen, weiß man bereits seit den „Marvel”-Filmen und der Kultserie „Vikings”. In der neuen dänisch-norwegischen Produktion wird das Ganze aber noch um die aktuelle Klima-Debatte mitsamt ihren Untergangsprophezeiungen erweitert. Dazu passt auch der Titel, schließlich ist Ragnarök in der Mythologie der große Endkampf zwischen Göttern und Riesen, in dessen Folge die Welt untergeht und später neu auferstehen wird.

Ein Außenseiter entdeckt göttliche Kräfte

Die Hauptfigur Magne zieht mit der Familie in die fiktive norwegische Kleinstadt Edda (ursprünglich der Name einer Sammlung nordischer Götter- und Heldensagen), die mit den Folgen von Umweltverschmutzung und Klimawandel zu kämpfen hat. Magne ist ein eher introvertierter Typ und ein Außenseiter an der neuen Schule. Allerdings freundet er sich rasch mit einem Mädchen namens Isolde an, die den Ursachen für die Umweltverschmutzung in der Region auf der Spur ist.

Im Visier ihrer Recherchen steht dabei die Firma Jutul Industries, die von einer reichen und extrem einflussreichen Familie geleitet wird. Wie sich im Laufe der Serie herausstellt, handelt es sich bei dieser vierköpfigen Familie um Riesen in Menschengestalt. Doch auch Magne trägt ein Geheimnis mit sich: Seit er bei seiner Ankunft in Edda auf eine mysteriöse alte Frau traf, entwickelt er übermenschliche Kräfte und ähnelt mehr und mehr dem nordischen Donnergott Thor („Magni” heißt übrigens einer der Söhne Thors). Mit seinen neuen Fähigkeiten will er die Menschen der Stadt vor den Riesen beschützen.

Teenie-Drama, Fridays for Future und nordische Mythologie

Wer sich eine epische Schlacht zwischen Göttern und Riesen erwartet, wird allerdings enttäuscht. Die Serien-Macher unternehmen zwar den interessanten Versuch, die nordische Mythologie in die Gegenwart zu holen und mit aktuellen Themen zu verbinden. Allerdings wirkt die Handlung zeitweise wie eine bemüht zusammengewürfelte Mischung aus Teenie-(Liebes-)Drama, Fridays for Future und nordischer Mythologie. Doch auch wenn Stimmung und Drehbuch nicht immer überzeugen können, hat die Serie sicherlich das Potenzial, die Neugier an den nordischen Göttersagen zu wecken – und wer weiß, wie sich eine (mögliche) zweite Staffel entwickelt. Zwar hat sich Netflix noch nicht dazu geäußert, doch das Ende der ersten Staffel deutet jedenfalls auf eine Fortsetzung hin.

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Gesellschaft

Max Raabe: „Da ist MeToo-Alarm in einigen Stücken”

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Max Raabe bei einem Auftritt mit dem Palast Orchester im Jahr 2016 / Bild: Markus Brandhuber [CC BY-SA] (Bild zugeschnitten)

Weil bei einigen seiner Texte „MeToo”-Alarm herrsche, führt der deutsche Sänger Max Raabe diese einfach gar nicht mehr auf.

Berlin. – Bei einer Konferenz der dpa in Berlin sagte der charismatische Sänger Max Raabe gestern, dass er einige seiner Lieder heute so nicht mehr singen würde – und zwar aus politisch-gesellschaftlichen Gründen. Stücke, die er früher mit großer Lässigkeit vorgetragen habe, gingen heute so nicht mehr, sagte Raabe.

Ja und Nein, das kann dasselbe sein”

Da ist MeToo-Alarm in einigen Stücken“, so der Sänger, der bereits mehr als 30 Jahre im Musikgeschäft ist. „Die singen wir einfach gar nicht mehr.” Textzeilen wie „Ja und Nein, das kann dasselbe sein” könne man heute einfach nicht mehr aufführen.

Raabe, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Matthias Otto heißt, wurde mit einem Repertoire aus Schlagern der 1920er und 1930er Jahre und eigenen Titeln im Stil dieser Zeit bekannt. Seinen Durchbruch hatte der staatlich geprüfte Opernbariton 1992 mit dem Lied „Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interssiert sich für mich”.

Raabe auf Tour

Erst im November 2019 erschien sein jüngstes Album „Max Raabe & Palast Orchester MTV Unplugged” mit mehr als zwei Dutzend Songs, das in „Clärchens Ballhaus” in Berlin aufgezeichnet wurde. Raabe ist seit Jänner 2020 auf „Guten Tag, liebes Glück”-Tour und wird mit seinem neuen Konzertprogramm in mehreren europäischen Ländern aber auch in den USA zu hören und zu sehen sein.

Einen Beitrag zum Eurovision Song Contest kann sich der 57-Jährige Musiker, der auch außerhalb Deutschlands bekannt ist und in Ländern wie Russland, USA und Japan auftritt, indes nicht vorstellen, wie die Landeszeitung für die Lüneberger Heide online berichtete. „Ich verfolge das mit Interesse”, sagte Raabe. „Ich sehe, dass da gute Leute auftreten, und wenn die dann vorwärts kommen, freue ich mich. Aber ich muss da nicht selbst dabei sein”.

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Interview

Sacha Korn: „In Deutschland ist Musik mittlerweile sehr angepasst”

Redaktion

Veröffentlicht

am

von

ASDF Der deutsche Musiker Sacha Korn. ©EP Musik

Im Tagesstimme-Interview spricht der patriotische Künstler Sacha Korn über seine Leidenschaft für die Musik und vergleicht die Musikszenen Deutschlands, Osteuropas und den USA. Dabei kritisiert er besonders die politische Angepasstheit in der deutschen Musikbranche. Außerdem erzählt Sacha Korn über die Zusammenarbeit mit dem patriotischen Bürgernetzwerk Ein Prozent.

Die Tagesstimme: Herr Korn, Sie sind schon einige Zeit als Musiker tätig. Für die Leser, die Sie noch nicht kennen: Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Korn: Hallo, guten Abend! Ich weiß, es gibt tausend Schubladen für die richtige Einordnung. Aber prinzipiell würde ich sagen: Rockmusik. Teilweise mit poppigen Einflüssen, was die Melodieführung angeht und teilweise mit starken Einflüssen aus dem Hardrock/Metal.

Die Tagesstimme: Woher kommt überhaupt Ihre Leidenschaft für die Musik?

Korn: Mein Opa war Musiker. Er hat damals im Film live Musik gespielt. Bei „Unter den Brücken“, der bei uns am Wannsee spielt, wurde er während der Dreharbeiten verhaftet. Jedes Jahr wird der Film im Fernsehen wiederholt und ich schaue ihn mir heute noch an. Er hat aber auch so sehr viel live gespielt, auch im Rundfunk. Das findet man als Kind cool, ich habe sehr viel Zeit mit ihm verbracht. Er spielte fünf Instrumente – alle unglaublich sicher und gut.

Mein Vater war ebenfalls Musiker und später als Tontechniker unterwegs. So kam ich als Jugendlicher mit der DDR-Musikszene zusammen: Pankow, City, Puhdys etc.

Mein Schlagzeuger, mit dem ich seit 15 Jahren spiele, trommelte damals bei der DDR-Kultband Babylon, zu deren Konzerte ich als 14-Jähriger ging. Übrigens steuerten Babylon zum DDR-Kultfilm „Coming Out“ das Lied „Dynamit“ bei. Damals interessierte mich aber eigentlich nur westliche Musik: Metallica, AC/DC usw. Leider konnte man die aber fast nie live sehen.

Die Tagesstimme: Sie haben in Deutschland und in den USA (an der renommierten „Los Angeles Music Academy”) studiert und waren dann lange in Osteuropa. Haben diese verschiedenen Stationen Sie auch musikalisch geprägt?

Korn: Absolut! Das mag komisch klingen, aber ich habe speziell durch meinen Aufenthalt in Osteuropa sehr viel über Stimmungen und Farben in der Musik gelernt, die allerdings nicht über einen musiktheoretischen Ansatz kommt, sondern vom melancholisch geprägten Lebensumfeld. In den USA habe ich die musikalischen Grundlagen durch eine Jazzausbildung lernen dürfen, was extrem dabei hilft, Farbe in ein Lied zu bringen. Wie ich finde, von den Besten der Besten.

Ich bin für beide Erfahrungen sehr dankbar. Am Anfang war es schwierig, die Hochschule vom „Leben auf der Straße“ und den Clubs zu trennen und einfach „das Leben“ auf sich wirken zu lassen. Irgendwann konnte ich aber beides sehr gut miteinander verbinden. Für meine Musik und die Art, mit bestimmten Harmonien Stimmungen zu erzeugen, ist es ein sehr wichtiger Prozess gewesen.

Die Tagesstimme: Können Sie das unseren Lesern genauer erklären?

Korn: Ich versuche meine Lieder mit vielen Harmonie-Optionen zu schreiben, die über eine einfache Bestimmung des Tongeschlechts hinausgehen. Also im Prinzip so, wie man es im Jazz finden kann. Das ist sicherlich ungewöhnlich in der Pop-Rockmusik heutzutage. Wenn man sich aber das Songwriting der 80er anhört, etwa Hall & Oats etc., findet man es überall. In meinen Augen ist das Handwerk. Denn genau diese Optionen, also genauer gesagt, Alterationen, heben sich vom Einheitsbrei ab, erzeugen Spannung oder geben eben ganz eigene Klangbilder. Ich denke, das kann man bei meinen Lieder erkennen, wenn man hinhört. Das Lied „Mein Land“ sind prinzipiell nur Jazzakkorde, es hat aber trotzdem eine sehr klare Melodieführung. Wir haben auf der neuen Platte eine ganz neue Version eingespielt. Mir gefällt das sehr gut.

Es kann ja trotzdem rockig, poppig oder metallastig gespielt werden. Für mich entsteht dadurch eine klarere Melodieführung, die wichtig ist, um die textliche Stimmung zu transportieren.

Die Tagesstimme: Und wie würden Sie die Musikbranchen in den USA, Deutschland und in Osteuropa vergleichen?

Korn: In den USA geht man sehr unvoreingenommen an die Dinge heran, so auch in der Musik. Es wird aber sehr schnell, extrem theoretisch und praxisbezogen zugleich. Für mich gibt es prinzipiell zwei Herangehensweisen: Die eine kommt aus der klassischen Musik, also Bach, Beethoven, Mendelssohn Bartholdy etc. Die andere Annäherung geht über den Jazz. Wobei ich finde, dass ich in Bach und Beethoven auch sehr viel Jazz hören kann. Wobei mir beim Jazz das Improvisieren einfach besser gefällt. Da kommt das Können unglaublich zur Geltung. Das kann man sich so vorstellen wie einen Kampfsportler, der viel Sparring und Wettkämpfe macht, und einen Theoretiker, der einfach alle Übungen nur brutal auswendig lernt und sich dann auch nur innerhalb dieser bewegen kann, in einem realen Kampf aber unterlegen ist, weil er sich auf die Situationen nicht einstellen kann. Es ist einfach nicht vorhersehbar.

Ich möchte aber dazu sagen, dass Künstler wie Mendelssohn Bartholdy, Bach und Beethoven mich ebenso beeindrucken. Es sind ja auch die Originale! Sie haben es geschafft, etwas Neues zu schöpfen. Gerade Beethoven ist für mich eine Art schöpfergleiches Genie. Ich könnte ihnen stundenlang zuhören. In Osteuropa beeindrucken mich natürlich die russischen, klassischen Komponisten, aber auch zu Stalins Zeiten, Schostakowitsch beispielsweise. Da schwingt immer sehr viel russische Seele mit. Unglaublich! Polen hat sehr tolle Alternativ-Musiker, wie Marek Grechuta, für den mein Vater mal in der Kongresshalle arbeitete, zu DDR-Zeiten. Aber auch wirklich sehr interessante Punkbands. Das Interessante daran ist, dass diese polnischen Punkbands nicht unbedingt links einzuordnen sind, sondern durchaus sehr patriotisch sind. Als ich in Lodz gelebt habe, spielte mein Nachbar – und immer noch einer meiner besten Freunde – in verschiedenen Punkbands. Ich habe sehr viel von ihm gelernt. Gerade weil wir jahrelang so eng befreundet waren und wir im täglichen Leben sehr viel gemeinsam erlebten. Er ist kein gelernter Musiker, aber hat eine tiefe Melancholie, ein sehr gutes Gefühl für Stimmungen, gemischt mit tollen Texten. Wie gesagt, Punk in Polen ist nicht unbedingt links. In Deutschland ist Musik mittlerweile sehr angepasst und ähnlich wie im Journalismus, sehr „haltungsbezogen“. Es gibt, bis auf wenige Ausnahmen, zu viele Kopien.

In den 80ern fand ich die Neue Deutsche Welle extrem innovativ, der Metal aus der Essener Gegend war Weltklasse. In den 90ern waren Techno und Rammstein ein absolutes Highlight. Wobei Rammstein wiederum auch ein Negativ-Beispiel dafür sind, sich durch ihre Texte wieder zu demontieren und unglaubwürdig zu machen. Das ist dieses „Haltungs-Ding”, wovon ich sprach. Echt waren natürlich auch die Böhsen Onkelz, auch wenn es musikalisch eher klassische englische Rockmusik war, woran sie sich ausrichteten, haben sie durch ihre auf die deutsche Realität bezogenen Texte schon etwas losgetreten, was es so noch nicht gab. Diese naive Unvoreingenommenheit ist einfach super! Ekelhaft dagegen sind die ganzen „Deutschrock“ Kopien, die sich dadurch kennzeichnen, musikalisch unterirdisch und textlich ständig in der Opferrolle zu sein. Gern spielen sie alle den Underdog, der den Bezug zur Straße hat, inklusive dem Verständnis für „den kleinen Mann“ und seine Probleme – was paradoxerweise als „rechts“ gilt in diesem Land. Sich dann aber sofort wieder distanzieren, um ja vom linken Mainstream noch erfasst zu werden. Widerlich! Ich habe während meiner Zeit als Sänger bei der EBM/Elektro-Band Funker Vogt diesen rückgratlosen, karrieregeilen Pöbel persönlich kennenlernen müssen.

Die Tagesstimme: Erst kürzlich meinten Sie, sie kennen die Zustände „von Moskau bis L.A“ und nirgends werde Kunst so zensiert wie in Deutschland. Woran kann man das konkret festmachen?

Korn: Ich habe das in der Frage davor ja schon ein bisschen angerissen. Ich denke, der große Unterschied besteht darin, dass man in keinem Land der Welt als „rechts“ gilt, wenn man gesellschaftliche Probleme offen anspricht, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Hier ist ja jeder ein „Nazi“, der offen Fakten, Zahlen, Daten oder Täternamen nennt. Sowas ist beispiellos.

Die Tagesstimme: Sie arbeiten nun auch mit dem patriotischen Bürgernetzwerk „Ein Prozent” zusammen. Ein Teil der Einnahmen der neuen Single „Unsere Kraft“ soll direkt in die Förderung patriotischer Nachwuchskünstler fließen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und was erhoffen Sie sich von der Unterstützung junger patriotischer Künstler?

Korn: Ich erhoffe mir dadurch, etwas mehr Bewegung in die politisch unkorrekte Gesellschaftskritik der deutschen Kunst im Allgemeinen zu bekommen. Es wagen sich ja immer mehr aus ihrer Deckung. Auch sehr bekannte Künstler. Ich war neulich sehr überrascht von einer Ansage von Heinz Rudolf Kunze, während eines seiner Konzerte. Das müssen wir nutzen, neue Künstler fördern und entdecken und eventuell auch etablierten ein neues Forum bieten.

Ein Prozent” ist gut vernetzt, offen für Neues und sehr engagiert. Ich sehe aus dieser Richtung viel Bewegung und offene Sinne. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die links bis linksextrem, auf jeden Fall antideutsch-dominierte Musikszene jenseits dessen verstaubt und spießig erscheint. Weil jeder nur noch Haltung vor sich her trägt und das in den Fokus stellt.

Musik und Kunst im Allgemeinen sollte aber die Speerspitze der gesellschaftlichen Evolution sein und damit natürlich überhaupt nicht darauf achten, ob man jetzt irgendwelche Randgruppen verletzt oder dem Mainstream gefällt. Das ist ja wohl absolut ekelhaft! Kunst darf und muss übertreiben. Wir halten ja letztendlich der Gesellschaft den Spiegel vor das Gesicht. Wie soll das funktionieren, wenn wir immer politisch korrekt rüberkommen und gefallen wollen?

Die Tagesstimme: Sehen Sie sich denn selbst als politischen Musiker? Also wollen Sie auch politisch wirken?

Korn: Ich halte mich für einen Menschen, der allgemein Alternativen sucht, wenn es nur einen Weg zu geben scheint. In der Musik geht es mir darum, nicht mit der Masse zu schwimmen und meinen Blick auf die wichtigen gesellschaftlichen Brennpunkte zu richten. Leider wird diese Sichtweise in diesem Land politisch missbraucht. Das möchte ich ändern.

Die Tagesstimme: Nochmal zurück zur Musik. Im nächsten Jahr erscheint Ihr neues Album „Heimat“. Was erwartet die Hörer?

Korn: Textlich bewegt es sich sozusagen azyklisch um das Thema Heimat, was von mir – entgegen der Stoßrichtung des Mainstreams mit all seinen einfarbigen Künstlern – positiv besetzt wird.

Die Tagesstimme: Und sind auch Konzerte im deutschsprachigen Raum geplant?

Korn: Selbstverständlich. Es stehen Konzerte in Sachsen, Thüringen und Berlin/Brandenburg an. Weitere – noch nicht bestätigte – Konzerte sind in der Planung. Österreich würde mich sehr reizen. Vielleicht liest ja ein Veranstalter mit… (lacht).

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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