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Meinung

Kommentar: Offener Brief an Görlitzer – Wen interessierts?

Joshua Hahn

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Symbolbild: Pixabay [CC0]

Aufgrund der realistischen Chancen auf das Bürgermeisteramt für den AfD-Kandidaten Sebastian Wippel fühlten sich diverse „Stars und Sternchen“ dazu bemüßigt, die Wähler zu belehren und für eine Stadt ohne „Hass und Fremdenfeindlichkeit“ zu plädieren.

Kommentar von Joshua Hahn

Beim ersten Wahldurchgang konnte sich Sebastian Wippel bereits gegen die Konkurrenz durchsetzen und hat somit die Gelegenheit, bei der Stichwahl gegen den CDU-Gegenkandidaten im Juni zum Oberbürgermeister gewählt zu werden – Die Tagesstimme berichtete.

Dass sich vermeintlich Prominente gegen die Wahl rechter Politiker einsetzen, ist kein unbekanntes Phänomen. Für die Verhinderung des AfD-Kandidaten fuhren sie jetzt jedoch vergleichsweise „große“ Geschütze auf. Warum? – Nun, es geht schließlich um nichts Geringeres, als ihr „Görliwood“.

Transatlantische Belehrung der Görlitzer

An Bord sind US-amerikanische Schauspieler, wie beispielsweise Tom Wlaschiha („Game of Thrones“), welche rein gar nichts mit der Wahl zu tun haben. Vermutlich um das Ganze nicht allzu abstrakt erscheinen zu lassen, durften auch noch einige deutsche Persönlichkeiten unterschreiben, so zum Beispiel der in den Himmel gelobte Autor Daniel Kehlmann. 

Einmal mehr wird bei der Aktion die Arroganz der Unterzeichner verdeutlicht. Woher nehmen sie die moralische Überheblichkeit, den Wähler belehren zu wollen? 

Offenbar halten sich die Schauspieler, Regisseure und Autoren (welche wohl nicht komplett ohne Grund den Weg in die Schauspielindustrie, und nicht in die Politik, gewählt haben) für so schlau, um zu wissen, was für den gemeinen Görlitzer am besten ist. 

Der völlige Größenwahn

Die Tatsache, dass die Verfasser des Briefes offenbar wirklich denken, dass sich auch nur ein Wähler ernsthaft für sie interessiert, ist wohl vor allem ihrem Größenwahn und der schier endlos erscheinenden Arroganz geschuldet.

Werden die Wähler ihre Gründe für die Wahl Wippels haben? – Mit Sicherheit.

Werden arrogante „Prominente“ sie mit einem Brief von der Wahl abhalten? – Mitnichten. 

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    NEIN ZUR AFD

    8. Juni 2019 at 18:27

    Mich interessiert es.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    9. Juni 2019 at 0:46

    Schauspieler?
    Was sich heute alles als Schauspieler verdingt, sind Leute, die das Lügen und anderen etwas vormachen zum Beruf erkoren haben.
    Sind doch gleich dem Bodensatz unserer Gesellschaft.
    Lächerlich, peinlich, wenn die Wahlwerbung betreiben.

    • Avatar

      Joshi M. Huhn

      11. Juni 2019 at 13:10

      Wenn die Filmproduktionen in Görlitz plötzlich auf Null absacken, würde das Stadt sehr weh tun. Daher liebe Görlitzer: Klares Nein zur AfD !

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Kultur

Woke Hollywood und Star Wars

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ASDF Symbolbild (CC0)

Der Einzug linksideologischer Propaganda in der Filmindustrie ist bei weitem nichts Neues. Als Mittel zur Gesellschaftsformung ist Hollywood und das Kino spätestens seit den 1960ern ein altbewährtes. Mit dem kommenden Star Wars-Film könnte jedoch ein neuer Höhe- und eventuell Endpunkt erreicht werden.

Kommentar von Marvin T. Neumann

Dass Hollywood als rotes Pflaster gilt, ist bereits seit den 50ern bekannt. Damals, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, war es hingegen nur ein Teil der Industrie. In der goldenen Ära des amerikanischen Films gab es zwar bereits ein linkes Lager, mit Legenden wie Gene Kelly, Bette Davis oder Humphrey Bogart (Teil der „Committee for the First Amendment“, welche sich später als prokommunistische Organisation offenbarte). Dem gegenüber stand zu dieser Zeit jedoch noch ein konservatives Lager, die „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals“ mit Legenden wie John Wayne, Gary Cooper, Barbara Stanwyck oder Clark Gable. Seit der Kulturrevolution der 68er und der Ära des „New Hollywood“ ist eine rechte Fraktion jedoch Geschichte und die Implementierung von linkstendenziösen und subversiven (jedoch immer als gesellschaftskritisch titulierten) Botschaften steigerte sich mit der Zeit.

Neulinker Einschlag in der Popkultur

Der neulinke Einschlag ist allerdings erst zu Beginn des ausklingenden Jahrzehnts wirklich spürbar geworden. Da die Entscheidungsträger in den verschiedenen Industrien der Popkultur – Musik, Film, Theater – weitestgehend vom selben kosmopolitischen Citoyen-Schlag sind, ist der Einzug von globalistischer Demographie auf der Leinwand nicht verwunderlich. Der Grad an Intersektionalität ist hierbei der Maßstab jeder neuen Produktion. Wie viele nicht-weiße, nicht-westlich-europäische und nicht-männliche Schauspieler kann man in etablierte und populäre Filmrollen unterkriegen? Der Popkultur ist schließlich das Subversive, das Revolutionäre, das Antikulturelle und nicht normative ihr Kernelement. Es muss eben in erster Linie populär sein, Aufmerksamkeit generieren, Tabus brechen, Trends setzen und folgen. War es erst nur der provokante Hüftschwung eines Elvis Presley, so ist es jetzt die Besetzung von Transsexuellen und das Darstellen von ideologischen Mordphantasien.

Der Schock und die Inszenierung sind die Mittel der Wahl, die Avantgarde die einzig wertvolle Form von Künstler. Normen zu brechen ist hier die Norm selbst. Wenn also massive Gewalt oder Obszönität seit der Jahrtausendwende nicht mehr wirklich wirkt, dann wohl der Angriff auf die Identitätsfundamente der westlichen Zivilisation, durch absurde Neubesetzung oder Umgestaltung bekannter popkultureller Tropen, womit man dann angeben kann, man hätte „das Patriarchat“, Trump-Wähler oder irgendwelche imaginären Faschisten getroffen. So ist ein neuer Terminator androgyn-weiblich und der nächste James Bond eine schwarze Frau – oder wird zumindest von solcher in den Schatten gestellt. Wenn sich der Kinogänger oder bekennende Fan eines Filmgenres erbost über die obsessive Zurschaustellung geistiger Verirrungen von Hollywood-Autoren und Produzenten zeigt, kann die Presse jegliche Kritik zurückschlagen und alle einfach als toxische, regressive Männer beleidigen. Die Meinungsblase belohnt es in jedem Fall.

Ideologie statt Innovation

Parallel zur Hyperideologisierung Hollywoods setzte eine hyper-neoliberale Entwicklung ein. Das Kino unterliegt nun mehr gänzlich ökonomistischer Gesetze: Filme werden immer einem Testpublikum präsentiert, es gibt Berater für Berater und Leidenschaft für den Film ist nur noch als lukrative Komponente des Publikums präsent. Die Kunst ist fast völlig der Gewinnorientierung gewichen.

Aus diesem Grund wird seit über einem Jahrzehnt ein Filmefranchise der 80er und 90er nach dem anderen aufgewärmt. Jeweils gibt es einen „Soft Reboot“, mit ideologisch optimierter Besetzung und einem progressiveren Plot-Element und fertig ist der nächste Blockbuster. Da Hollywood in seinem Bestreben, ökonomisch effizient zu sein, kein Risiko mehr eingehen will, wird der kreative Bankrott mit postmoderner Ideologie kompensiert. Man vermag nur noch das Alte, Beliebte zu nehmen, im eigenen Weltbild zu ersaufen und dem nostalgiegetriebenen Zuschauer vorzusetzen. Dies scheint zwar an Effektivität zu verlieren (der neuste Woke-Blockbuster, Terminator: Dark Fate, scheiterte kolossal an der Kinokasse), aber zumindest im Moment noch das Dogma zu sein.

Die Dekonstruktion des Kriegs der Sterne

So ist mit der Akquirierung von Star Wars durch Disney der vermutlich größte Mythos der Popkultur unter die linksbunten Räder gekommen. Das Filmstudio kaufte im Jahre 2012 die Rechte zur größten Kinomarke für vier Milliarden Dollar auf. Kommerziell war lediglich der Auftakt-Film, Das Erwachen der Macht (2015), ein wirklicher Kassenschlager. Rogue One (2016) und Die letzten Jedi (2017) legten zwar gut nach, doch seitdem die progressive Agenda der Chefin von Lucasfilm, Kathleen Kennedy, an Überdeutlichkeit gewonnen und die Qualität der Produktionen darunter gelitten hat, scheint man eher unter den Erwartungen zu liegen.

Während George Lucas, der Erfinder von Star Wars, sich an klassisch-europäische Mythen und Erzähltraditionen orientierte und diese mit kreativen Sci-Fi-Interpretationen verschmolz, interessiert sich die Executive-Armee in Los Angeles mehr für die gigantische Reichweite, mit der sie ihre Verachtung für all das, was diese Filme einst ausmachte, als Fortschritt propagieren kann – dem Lobesgesang der Massenmedien und dem Geldbeutel der loyalen Fans sicher.

Der ursprüngliche Held der Saga, Luke Skywalker, eine ins Weltall gesetzte Kombination aus Siegfried, König Arthus und Odysseus, der, unwissend seiner Abstammung und bedeutenden Blutlinie, auf große Abenteuer geht, seinen Vater als eigentlichen Gegner stellen muss (man denke an das Hildebrandlied) und zum Retter des Universums sowie eines mystisch-antiken Geistlichenordens (die Jedi) wird, ist in der woken Adaption von Disney lediglich ein gescheiterter Einsiedler, der natürlich von der übertalentierten jungen, weiblichen Protagonistin geschlagen wird. Für das linksprogressive Hollywood gibt es natürlich keine weisen Legenden, nur alte weiße Männer, die Platz machen müssen.

Der finale Tropfen?

In knapp zwei Wochen wird mit Der Aufstieg Skywalkers der letzte Streifen der offiziell 9‑Filme-Star Wars-Saga in die Kinos kommen. Als vermutlich größtes Kinofranchise ist Star Wars vor dem „Go woke, go broke“-Prinzip zwar relativ gut geschützt – Anhänger der „Spaceopera“ tendieren dazu, aus Nostalgie und Popkult für fast alles mit dem Namen drauf Geld auszugeben – gänzlich immun ist es dennoch nicht. Seit der achten Episode gibt es eine nicht unbeachtliche Fan-Gemeinde, die sich aktiv gegen die Subversion des Filmeuniversums und Degradierung ihrer Helden stark macht. Die Fandom Menace (An Episode eins, The Phantom Menace angelehnt) produziert in Videos und auf Blogs regelmäßig Kritik an der politisch korrekten Ausrichtung ihrer Lieblingsfilmreihe unter Disney. Nach veröffentlichten Leaks um den kommenden letzten Film, die seit einigen Wochen von angeblich frustrierten Mitarbeitern des Filmstudios an die Öffentlichkeit gespielt werden, bereitet diese Anhängerschar den nächsten großen Boykott und anschließenden Shitstorm vor, und auch Schauspieler der alten Garde, wie Mark Hamill (Luke Skywalker), geben ihrem Unmut über die linksprogressive Ausrichtung immer mehr Raum.

Wie der Regisseur des Films, J. J. Abrams, andeutete, wird es diesmal sogar eine „Repräsentation der LGBTQ-Gemeinde“ geben. Ein oder mehrere Charaktere im Film könnten also in einer homosexuellen Romanze vertieft sein. Daneben wird die weibliche Hauptfigur, die ohne wirkliche Hindernisse zur scheinbar mächtigsten Person in der ganzen Saga empor steigt, wohl den ganzen Ruhm für sich gewinnen, inklusive den der geliebten Helden aus den Originalfilmen. Als Vorabwarnung und präventiver Schadensbegrenzung wurde eine mögliche „Spaltung“ bei den Reaktionen zum Film von Abrams persönlich vorausgesagt. Beim letzten Mal konnte Disney sich im Angesicht der Kritik mit den üblichen „Sexisten und Rassisten“-Vorwurf über Wasser halten. Doch das könnte das letzte Mal gewesen sein. Weitere Filmproduktionen sind vorerst auf Eis gelegt, obwohl mindestens drei bereits in Planung waren. Die Köpfe im Disney-Hauptquartier haben die Verluste wahrgenommen und womöglich wird Kennedy ihr Büro räumen müssen. Ob auch Disney und Lucasfilm ihre Fehler einräumen werden und dies einen Wandel im Woke Hollywood bedeuten könnte, bleibt abzuwarten, sicher ist lediglich eines: Disney hat sich mit seinem buntlackierten Star Wars bereits mächtig verkalkuliert.

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Meinung

Kolumne: Die Universität darf kein rechtsfreier Raum werden!

Julian Schernthaner

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ASDF An der Wiener Uni wacht der Kaiser über die Studenten - und die linke Jagdgesellschaft über den Diskurs. Symbolbild (Juristenstiege): Denis Todorut via Wikimedia Commons [CC BY 2.0] (Bild zugeschnitten)

Zum wiederholten Male mobilisierten Linksradikale zum Protest gegen eine Vorlesung des patriotischen Historikers Lothar Höbelt. Dabei zeigt sich eine besorgniserregende Tendenz der jüngeren Vergangenheit: Offenbar soll an Unis allem, was nur ansatzweise „rechts” ist, der Garaus gemacht werden.

Kolumne von Julian Schernthaner.

Es sind hollywoodreife Szenen, welche sich am Dienstagabend an der Wiener Universität abspielen: Mehrere linke Gruppen protestieren unter Beteiligung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) gegen Lothar Höbelt, fordern dessen Entfernung aus dem Lehrbetrieb der Universität. – Die Tagesstimme berichtete. Die Uni sieht darin die Ausübung der Meinungsfreiheit und weigert sich, einen Riegel vorzuschieben.

Auslöser ist Sturm im Teeglas

Die Debatte um den renommierten Forscher, dessen patriotisches Profil kein Geheimnis ist, entzündete sich Ende Oktober, als seine Teilnahme bei einer Tagung des Freiheitlichen Akademikerverbandes (FAV) publik wurde. Vor zwei Wochen „intervenierten” Antifa und ÖH-Kader erstmals – mit dem üblichen Maximalvorwurf, den sie allen mit abweichender Meinung angedeihen lassen: „Kein Raum für Nazis an der Uni!”

Besonders stieß den selbsterklärten Sittenwächtern dabei angeblich die Thematik des Vortrages auf. Denn dieser beschäftigte sich mit der Wandlung der Identität Österreichs von einem gesamtdeutschen Bewusstsein hin zu einer eigenständigen Nation. Ein interessantes Thema, denn noch in einer Umfrage des Jahres 1980 bejahten nur Zweidrittel diesen Befund, jeder Fünfte sah diese auch damals erst in der Werdung.

Linke wollen Andersdenkende mundtot machen

Aber eigentlich geht es gar nicht um die inhaltliche Erörterung der Frage. Denn im akademischen Wettstreit mögen viele Thesen zum Gegenstand reger Diskussion werden. Und natürlich sei legitim, wenn Teile der Studentenschaft anderer Meinung sind als ihr Professor. Selbst dann, wenn sie dies mit einem Spontanprotest kundtun. Das Problem der sogenannten „Intervention” ist also nicht die Form – sondern die Stoßrichtung.

Und hier unterscheidet sich die Absicht der Proteste gegen Höbelt etwa von der durchaus umstrittenen Identitären-Aktion seinerzeit in Klagenfurt. Diese sahen einen Teil der Integrationsdebatte nicht repräsentiert, spielten in einem Straßentheater im Hörsaal eine Steinigung nach. Es ging ihnen um Konsensstörung im Diskurs, aber um Beteiligung daran. Die Linksradikalen, welche die Vorlesung belagerten, wollen Höbelt hingegen mundtot machen.

Völlige Ächtung „falscher” Ansichten

Im paradoxen methodischen Anschluss nehmen sie dabei Anleihen beim großen Bruder im Norden. Dort kaperten Linksextreme zuerst die Wirtschaftsvorlesung des ehemaligen AfD-Chefs Lucke. Wenige Tage später verhinderten Gesinnungsgenossen eine Lesung des früheren CDU-Ministers de Maizière. Mittlerweile ist man dort bei Sarrazin – Querdenker der SPD – und der einstigen Feminismus-Ikone Alice Schwarzer angelangt.

Dabei ist es ihnen völlig egal, ob es an der Uni, bei Veranstaltungen der jeweiligen Stadt oder privaten Klubs stattfindet: Wer die „falschen” Themen mit noch „falscheren” Sichtweisen verbindet, soll diese nicht mehr äußern. Zur völligen Missachtung aller mühsam erkämpften Bürgerrechte nutzen sie dieselben aus. In kognitiver Dissonanz berufen sie sich dabei öfter auf Popper und das Toleranz-Paradoxon – ohne merken zu wollen, dass sie es sind, die in ihrem Fanatismus die demokratische Gesellschaft erodieren.

Meinungskorridore schon länger eng

Dabei ist die linke Hegemonie kein Naturgewächs, sondern Konsequenz eines „Marsches durch die Institutionen”. Mit Folgen: Unpolitische Menschen kommen nach zehn Semestern mit linksradikalen Utopien vollgestopft heraus und verzapfen ihre Vorstellungen an die nächste Generation. Nur: bis vor Kurzem stellte niemand ihre Narrative ernsthaft infrage. Dann spielte die Realität ihnen ein Schnippchen.

Ich hatte die zweischneidige Freude, als Querdenker genau in jener Zeit zu studieren. Konnte man in den ersten Semestern sogar Einwände bei Kommilitonen deponieren, die man heute nicht mehr unterschriebe, kippte dies mit dem Aufstieg patriotischer Parteien und den Asylwirren von 2015 endgültig. Ab sofort galt man als nicht-Linker quasi als Aussätziger. Nicht nur in Reizthemen war die eigene Meinung nun bestenfalls geduldet.

Versäumnisse im dritten Lager

Dass sich die Inhaber der Deutungshoheit gegen deren Verlust umso härter wehren, desto stärker die Bedrohung, ist eine Binsenweisheit. Gerade in Österreich mit seinem traditionell starken drittes Lager, das über große studentische Tradition, verfügt, ist das Problem aber auch hausgemacht. Man verschlief über Jahrzehnte, die Unis zurückzugewinnen – und auch die blaue Regierungsbeteiligung verbesserte wenig.

Tatsächlich ist deren Bilanz nämlich sogar verheerend, wenn es um die Weitung der engen Meinungskorridore geht. Im Gegenteil, sie distanzierte sich regelmäßig auf Zuruf linker Torwächter vom eigenen Vorfeld. Das rettet aber niemanden vor dem Krokodil – sondern trifft eben immer neue Akteure, die völlig unschuldig zum Handkuss kommen sollen.

Rechtsfreien Raum verhindern

Spätestens mit dem erlebten Dammbruch in Deutschland sollte klar sein: Mit zu entfernenden ‚Nazis’ meinen sie alle, die ihre Utopien nicht teilen. Wissend, dass ihnen niemand wirklich auf die Finger haut, versuchen radikale Linke die Hochschulen zum endgültig rechtsfreien Raum im doppelten Sinn zu machen. Dies muss nicht nur im Sinne der akademischen Freiheit verhindert werden.

Was ebenso klar ist: sollte Höbelt – mitnichten ein ‚Nazi’ – irgendwann fliegen, kommt an einer Uni, deren Hochschülerschaft hochoffiziell ein Antifa-Referat unterhält, sicher auch kein Schrebergartenkonservativer, sondern ein strammer Linker nach. Jene Fachkollegin, die zuletzt die Unikonferenz leitete und als mögliche künftige Bildungsministerin gehandelt wird, dürfte jedenfalls in diesem Fall auch eher als Letzte protestieren.


Weiterlesen:

Erneute Antifa-Störaktion bei Vorlesung von Höbelt (4.12.2019)

Antifa stört Uni-Vorlesung von Historiker Lothar Höbelt (20.11.2019)

ÖH forderte Entlassung: Wirbel um Höbelt-Auftritt bei patriotischer Tagung (30.10.2019)

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Meinung

Trump und der Rechtspopulismus heute

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ASDF By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America (Donald Trump) [CC BY-SA 2.0 ], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Der Rechtspopulismus ist zum Ende der 2010er ein mittlerweile bekanntes politisches Phänomen. Während er sich in Ländern wie Deutschland behaupten kann, versagt er beispielsweise in Österreich.

Kommentar von Marvin T. Neumann

Weshalb dies der Fall ist, wird lebendig debattiert. Doch ein Paradigmenwechsel als Resultat des Populismus wird in westlichen Ländern wohl ausbleiben, erkennbar ist dies am „Godfather“ der Rechtspopulisten, am amerikanischen Präsidenten und seiner Integration ins Establishment.

Trumps leeren Worte

Es ist nun bald drei Jahre her, dass Donald Trump die Wahlen gewonnen und seine Amtszeit angetreten hat. Die rechtspopulistische Aufbruchsstimmung jener Tage ist bereits kurz darauf ins Wanken geraten, als sich die ersten Befürchtungen zu bewahrheiten schienen, dass aus dem Populistenkandidaten ein mehr oder minder gewöhnlicher republikanischer Präsident werden würde. Auf seine größten Versprechungen – der Verhaftung Clintons, der Massenabschiebung illegaler Migranten und dem Bau einer Mauer – ist nicht viel gefolgt. Trumps Stab wurde von zu kantigen Personen weitestgehend gesäubert und typisch neoliberale Politik kehrte bald wieder ein.

Trumps Präsidentschaft ist im Sinne der Hoffnungen einer authentischen Rechten in keiner Hinsicht erfolgreich. Der große Schlachtruf, „Lock her up“, entblößte sich letztlich als nichts weiteres als eben das. Hillary Clinton wurde nicht hinter Gitter gebracht – im Gegenteil, Jeffrey Epsteins Tod deutet eher daraufhin, dass der tiefe Staat problemlos seine Akteure und Komplizen schützen, oder eben bestrafen kann – und dass selbst ein Präsident nichts dagegen tun kann. Vom Austrocknen des Sumpfes ist effektiv nicht sonderlich viel zu erkennen, vielmehr hat das Establishment Trump gänzlich eingegliedert.

Auch die protektionistisch klingenden Parolen des Präsidenten sind ohne Folgen geblieben. Der Truppenabzug der amerikanischen Armee im Mittleren Osten bleibt weiterhin aus, die neokonservative Geopolitik wird weiter betrieben und Trump selbst offenbart sich mehr als israelischer König als amerikanischer Präsident.

Das Schicksal der weißen Arbeiterschicht

Das vermutlich verheerendste aber ist Trumps Versagen in seiner versprochenen Verantwortung gegenüber denjenigen, die ihn ins Weiße Haus brachten: Der weißen Arbeiterschicht, mehrheitlich im mittleren Westen der USA verwurzelt. Ihnen wurden die Jobs nicht wiedergebracht und auch keine zukunftsfähige Alternative eingerichtet – hingegen ist die Arbeitslosenquote der afroamerikanischen und lateinamerikanischen Bevölkerung des Landes auf Rekordtiefen, was zwar löblich ist, jedoch dem arbeitslosen Familienvater in Alabama nicht weiterhilft. Die Suizidrate der weißen Arbeiterschicht ist dagegen auf einem Rekordhoch, die Opioid-Krise spricht Bände. Vom Präsidenten hört man diesbezüglich recht wenig.

Doch ist die sozioökonomische Lage der weißen Amerikaner nicht nur schlechter geworden, unter Trumps Administration ist eine Thematisierung dieser Katastrophe und eine Organisierung patriotischer Euroamerikaner erstmals als Problem höchster Güte thematisiert worden. Die Verteidigung weißer Identität in den USA allein gilt nun als Hassverbrechen, wird diese generell mit Rassenchauvinismus und Neonazismus in einen Topf geworfen. Der Internetzensur patriotischer Influencer ist Trump ebenso wenig entgegengetreten. Außer einer Beobachtung der Lage, folgte nicht viel.

Dieser „white identitarianism“ wird von den republikanisch-konservativen Strukturen ebenso penetrant bekämpft und verteufelt, wie es die postmodern-linken Demokraten betreiben. Vielleicht sogar noch stärker. Der Demokrat Andrew Yang war bisweilen der einzige Präsidentschaftskandidat, der die katastrophale Situation der europäisch-stämmigen Amerikaner anzusprechen wagte. Die Adressierung des demographischen Wandels, der drohenden Probleme durch Automatisierung und der Suizidrate von weißen Arbeitern machte den asiatisch-amerikanischen Politiker in der amerikanischen Rechten populär. Die Republikaner hingegen, die sich als anti-identity-politics-Fraktion verstehen, bieten allen ethnokulturellen Gruppen der Nation eine spezifische „leadership“-Plattform – nur der weißen Mehrheitsgesellschaft nicht.

Dass sich die Republikaner und Establishment-Konservativen damit ein Eigentor schießen, ist offensichtlich. Die Wähler der Republikanischen Partei sind mehrheitlich weiß – andere Gruppen wählen überwiegend links, ebenso die Migranten, illegal und legal. Aber davon will man nichts wissen. Amerika sei in erster Linie ein „Platzhalter für (liberale) Ideen“, keine Nation von Abstammung und Tradition. Alles sei letztendlich konstitutionell und (pop)kulturell – Ethnizität wäre dabei unwichtig, zumindest die europäische. Das Hinweisen auf die Faktenlage wird von konservativen Persönlichkeiten hingegen als rassistisch bezeichnet, ganz in der gleichen Manier wie es die Linke praktiziert. Und vom Präsidenten gibt es keine Widerworte. Dass er bei anhaltender Migration vermutlich nicht wiedergewählt werden könnte, scheint ihn wenig zu kümmern. Dass es aufgrund dieser Tendenz womöglich überhaupt nie wieder einen republikanischen Präsidenten geben könnte, scheint die Partei auch nicht sonderlich zu beschäftigen.

Keine Mauer

Von Trumps Rhetorik aus dem Wahlkampfjahr 2016 ist allgemein längst nichts mehr übrig. Als seine Anhänger bei einer Rally im Sommer diesen Jahres „Send her back“ riefen – gerichtet an die aus Somalia stammende Demokraten-Kongressfrau Ilhan Omar, die mit ihrer antiweißen und pro-islamischen Haltung für Wochen die Medien dominierte – distanzierte sich der Präsident prompt. Nicht noch einmal will er als Präsident der Weißen betrachtet werden. Trumps Habitus, seine Neigung zum Narzissmus und alberner Selbstinszenierung ist zwar geblieben. Seine dominante, radikal-ehrliche und oftmals kontroverse Rhetorik, für die seine Anhänger die peinlichen Egotrips in Kauf nahmen, ist hingegen verschwunden. Seine Strategie zur Wiederwahl scheint sich nun mehr auf Selbstlob im Hinblick auf ökonomische Statistiken und die Börsenlage zu beschränken. Das Amerika, das er nun zu verteidigen scheint, ist jenes an der Wallstreet, nicht länger der mittlere Westen.

Die größte Enttäuschung für seine Wähler dürfte somit auch der Zustand der Grenze zu Mexiko darstellen. Von der versprochenen Errichtung einer nahezu unüberwindbaren Mauer, ist nichts zu sehen. Trotz der Bewilligung der Mittel, verändert sich die Lage in keiner nennenswerten Form. Das Kernthema des Wahlkampfes von vor drei Jahren, mit dem Trump sich von allen Konkurrenten abzuheben wusste, ist zu allem Überfluss vom „Commander-in-Chief“ selbst aufgegeben worden. Der Präsident kümmert sich nicht länger um dieses Anliegen, er hat es nun an – ausgerechnet – Jared Kushner abgegeben. Der Schwiegersohn des Präsidenten scheint allgemein heimlich die Fäden im Weißen Haus zu ziehen, was die Errungenschaften Trumps noch einmal kleiner wirken lässt.

Trump unterm Strich

Zugute halten könnte man, dass Trump eine gewisse metapolitische Wirkung hatte. Aber selbst hier muss man Abzüge machen. Zumal Aktivisten und Publizisten wie Nicholas Fuentes oder Patrick Casey selbstständig ihre Strukturen aufbauten, ohne finanzielle Unterstützung irgendwelcher republikanischer Institutionen oder Oligarchen. Im Gegenteil, in den Groyper-Wars offenbarte sich die feindliche Haltung der Establishment-Konservativen gegenüber tatsächlichen „America First“-Patrioten. Auch wenn Trump selbst bisher zu den Vorfällen schweigt, ist er mit den „Cuckservatives“ bestens vernetzt und sein Sohn stellte sich erst neulich auf die Seite der Wirtschaftsliberalen.

Trump schien 2016 einen Nerv getroffen, einen Bruch erkannt und für seine politische Karriere fruchtbar gemacht zu haben: Eine Überdrüssigkeit an neoliberalen und neokonservativen Floskeln, von Terrorbekämpfung im Nahen Osten und niedrigeren Steuern für Großkonzerne. Dass er tatsächlich die USA „great again“ machen wollte, womit er letztendlich das Reagan-Amerika der 80er anvisierte, mit weniger politischer Korrektheit und größerer Wachstumsrate, ist durchaus anzunehmen. Dass er damit konsequenterweise implizit das Bild eines mehrheitlich weißen Amerikas, mit angelsächsisch-christlicher Prägung evozierte, war ihm vielleicht nicht mal im vollen Umfang bewusst.

Es ist begreiflich, dass Trump als Präsident aller Amerikaner agieren will und muss, dass er nicht unbedingt Internetaktivisten hofieren kann, dass republikanische Netzwerke ihn beeinflussen und dass er seine Wortwahl zügeln musste. Man könnte lange über seine Strategien, vertanen Chancen und sein fragwürdiges Personal diskutieren. Doch das Problem liegt letztendlich bereits in dem Credo, dass seine Antwort auf den Globalismus der Amerikanismus wäre. Der Amerikanismus als Manifestation einer liberal-kapitalistischen Weltordnung ist jedoch der Globalismus von gestern und somit im Endeffekt wirkungslos. Es ist ein dialektisches Spiel zwischen einer klassisch-liberalen und links-liberalen Ausrichtung, zwischen zwei Fraktionen des Establishments. Und zum Teil dieses Establishments ist der Präsident längst geworden. Es hat den Rechtspopulismus vollständig absorbiert. Der erhoffte Paradigmenwechsel bei der Wahl von Donald Trump blieb aus – und wird auch nicht mehr eintreten. Für Europa sollte man daraus die nötigen Schlüsse ziehen.

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