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Richterbund-Chef über kriminelle Clans

„Zu häufig weggeschaut“

Gegenüber der Neuen Westfälischen beklagt der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes (DRB), Jens Gnisa, Fehler bei der Integration.

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Symbolbild: PxHere [CC0]

Bielefeld. – Arabische Großclans werden zu einem immer größeren Kriminalitätsproblem in Deutschland und stellen die Sicherheitsbehörden vor riesige Probleme.

Gnisa kritisiert mangelnde Integrationsmaßnahmen

DRB-Vorsitzender Jens Gnisa warnt jedoch, dass man „nicht per se alle Mitglieder einer Familien verunglimpfen“ dürfe. Schuld an der steigenden Clankriminalität seien Gnisa zufolge unter anderem auch mangelnde Integrationsmaßnahmen des Landes. Kritik an einer ungezügelten Einwanderung in den vergangenen Jahrzehnten übt der Vorsitzende des Richterbundes jedoch nicht.

Gegenüber der Neuen Westfälischen beteuert Gnisa, dass die Clan-Verbrecher nicht als solche ins Land gekommen seien. Vielmehr habe die „Mehrheitsgesellschaft“ einen nicht geringen Teil zu den Problemen mit arabischstämmigen Großfamilien beigetragen, indem sie „mit Blick auf Integration und Identifikation sicher nicht alles richtig gemacht“ habe. 

Die Probleme, die derzeit ans Tageslicht treten, kämen unter anderem dadurch zustande, dass Aufenthaltsstatus nicht ausreichend effektiv und schnell bearbeitet worden seien. Es sei „zu häufig weggeschaut“ worden, stellt Gnisa im Interview fest.

Stellenkürzungen bei der Polizei maßgeblich für das Problem

Ein weiteres großes Problem seien die Stellenkürzungen bei der Polizei, erklärt Gnisa weiter. Diese hätten zu einer „Laissez-faire-Politik“ geführt, da die benötigten Bewältigungskapazitäten nicht bereitstanden. Die Sicherheitsorgane seien einfach „zu lange vernachlässigt“ worden. Dieses Phänomen sei „unabhängig von den Parteifarben“ beobachtbar. 

Der DRB-Vorsitzende zeigt sich trotz allem positiv gestimmt: „Nun erleben wir vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Wende endlich wieder eine konsequentere Rechtsanwendung.“

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