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Meinung

Kolumne: Diese 10+ Dinge taten bereits unsere Großeltern für die Umwelt

Julian Schernthaner

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Symbolbild (Vierkanthof im Mostviertel als Zeichen der Regionalität): Calauer via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Wenn heute Klima‐ und Umweltdemonstrationen einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Naturräumen und Ressourcen fordern, ist dies vollkommen richtig. In Wirklichkeit müssten wir uns aber in vielen Fällen für eine alltagsökologische Anleitung einfach auf alte Werte besinnen.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Das Narrativ ist simpel: Die Jugend, welche gegen die Alten aufbegehrt, welche durch ihre Verschwendungssucht den Planeten an den Rand einer Katastrophe brachte. Allerdings greift dies weitaus zu kurz. Denn viele von uns müssen gar nicht einmal zwei Generationen zurückdenken, um eine weniger konsumträchtige Gesellschaft zu erinnern, sondern einfach in die eigene Kindheit. Und nein, ich habe die zahllosen Stellschrauben nicht abgezählt.

Unnötiger Plastikmüll als recht neuartiges Unding

Wenn wir an unsere Kindheit denken, erscheint vor unserem inneren Auge dieses unweigerlich väterliche Bild eines Mannes, der keuchend einen schweren Wasserkasten in den vierten Stock ohne Lift trägt. Fünf Minuten später kommt wiederholt er diese Tour mit einem Fruchtsaft, zuletzt mit der Milchration für die Woche. Waren die Flaschen leer, gingen sie zurück, wurden gewaschen und neu befüllt. Den Weg ins Fitnessstudio sparte man sich damit gleich mit.

Auch stand im Geschäft niemand vor einem Gemüseregal mit der Qual der Wahl, eine Biogurke aus Spanien in Plastik oder eine unverpackte, herkömmliche, heimische zu nehmen. Man kaufte das Obst und Gemüse meist frisch, es war ohnehin regional und saisonal. Und zwar beim Greisler im Ort und nicht im Einkaufstempel zehn Kilometer weiter. Und weil der sanfte Geruch der Landwirtschaft sauberen Anbau versprach, war auch Bio oft kein ernsthaftes Thema – wozu auch?

Geländewägen im Stadtverkehr sind unsinnig

Möglicherweise romantisiere ich dieses Bild etwas überschwänglich, um einen Punkt zu unterstreichen. Viel eindeutiger wird es aber bei der allgegenwärtigen Frage der Mobilität. Denn wo heute auch Hausfrauen einen alle zwei Jahre auf Pump erneuerten halben Geländewagen durch die vollkommen flache Stadt zum einkaufen steuern, begnügten sie sich noch vor zwanzig Jahren mit einem Gebrauchtwagen mit 3 Liter Spritverbrauch.

Mein Opa leistete sich überhaupt den Luxus, seinen Führerschein erst mit fünfzig Jahren zu machen. Freilich als Stadtmensch – aber immerhin als Chefredakteur eines Lokalblattes, zeitweiser Pressesprecher eines namhaften Politikers und Vater von sechs durchaus aufgeweckten Kindern. Zum Urlaub schlüpften alle in ein Zugabteil, dennoch kam niemand zu kurz. Heute diskutieren wir plötzlich über Billigflugreisen, die damals die Geldbörse nicht nur eines durchschnittlichen Arbeiters sprengten.

Sparsamkeit muss kein Nachteil sein

Wie schnell uns die Annehmlichkeiten eigentlich über den Kopf wuchsen, fiel mir erstmals auf, als ich einst in der Stube des Altbürgermeister des großelterlichen Dorfes saß. Selbst Bauer, kannte er jeden einzelnen Flurnamen weit und breit. Auf die Frage, woher dieser breite Fundus stammte, sagte er salopp: „Mei, mia sein friaga halt ab und zua a stundenweis’ z Fuaß gangen…”

Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto klarer wurde mir, wie weit wir uns in der Zwischenzeit vom Menschenverstand entfernten. Früher trugen Kinder ein Hemd, welches bereits der große Bruder hatte, ohne am Spielplatz dafür vermöbelt zu werden. Rechnen konnte man im Kopf, und wenn man sich verfahren hatte, befragte man Einheimische oder eine Straßenkarte. Eine einzelne Steckdose für die Leselampe reichte oft.

Fortschrittsgedanken nicht verabsolutieren

Nicht falsch verstehen: Keinesfalls verlange ich, dass wir alle unsere Smartphones in den Müll werfen und fortan unsere Wäsche mit dem Waschbrett waschen. Fortschritt kann sinnvoll sein und dem Menschen das Leben erleichtern. Aber er ist keine heilige Kuh – und macht auch nicht zwangsläufig glücklich. Wen wollen wir damit überhaupt beeindrucken?

Ewiges Wachstum ist nicht der Weisheit letzter Schluss – aber eben die sine qua non einer konsumistischen, hedonistischen, globalisierten Welt, die Menschen primär als Ressourcen versteht. Aber selbst dem wirtschaftsliberalsten Konservativen mit Herz für die Heimat sollte bewusst sein: Mit der Zerstörung von Naturräumen geht auch immer die Zerstörung von Kulturräumen einher.

Jugend nicht der globalistischen Linken überlassen

Und genau deshalb ist es töricht, junge Menschen, welche diese seligen Zeiten unserer eigenen Kindheit nicht mehr kannten als „Klimadeppen” zu beschimpfen. Denn oft sind sie ein einigermaßen unbeschriebenes Blatt mit dem Willen eine bessere Welt zu schaffen. Und zweifelsohne könnte man ihnen eine solche gewisse Rückbesinnung auch glaubwürdig vermitteln.

Wahrscheinlich könnte man ihnen über den ‚Umweg’ der Nachhaltigkeit und der Regionalität auch ein Engagement für die Heimat schmackhaft machen. Stattdessen überlässt man sie jenen, welche dem Thema als ‚globales Problem’ einen weltenbürgerlichen Vibe mitgeben – und gleichzeitig dennoch einen urbanen, konsumistischen Lebensstil pflegen.

Gestärkte Regionen sorgen für gesunde Umwelt

Denn so viel ist klar: Viele Linke verachten den ländlichen Raum außer als bourgeoisen Familienrückzugsort. Ihre Urlaubsreisen frönen ihrem Fernweh und Weltbürgertum. Das hinterlässt weitaus größere ökologische Fußabdrücke als ein Landjunge, der wie dazumal seine Tischlerlehre beim väterlichen Freund im Dorf macht und im Sommer mit der Freundin auf die Almhütte abhaut. Eine Spritztour am Freitag macht ihn nicht zum Umweltsünder.

Auch zu Ende gefahrener Altwagen wird stets schadstoffärmer sein als die Massenproduktion nagelneuer Elektroautos. Ein Kauf beim örtlichen Fachhandel stärkt die Region, schafft damit Arbeitsplätze und spart neuerdings Pendel‐ und Einkaufswege. Tausende Kilometer jährlich würden wegfallen – und den Grünen die Grundlage für Verbotsargumente.

Heimatliebe als Antrieb für Engagement

Und trotzdem finden sich auch in kleinen Städten hunderte Schüler jeden Freitag zu Protesten ein. Das sind in den allermeisten Fällen keine linksideologisierten Dreikäsehochs, welche eine Welt mit offenen Grenzen und grenzenlosem, aber „bewusstem” Konsum wollen. Viel öfter wollen sie einfach, dass die an der Mutterhand liebgewonnene Natur vor ihrer Tür nicht vor die Hunde geht. .

Diese gilt es abzuholen und für regionale und nationale Nachhaltigkeit zu gewinnen. Der heute oft von Greisen gesäumte örtliche Bauernmarkt kann dafür genauso ‚hip’ werden wie der Bioladen in der City. Wer den Wert seiner unmittelbaren Heimat kennt, schätzt eine gesunde Welt ohnehin. Und von da ist es auch zum Verständnis nicht mehr weit, dass nur souveräne Nationalstaaten in der Lage sind, effektive Zukunftsökologie zu fahren um als Vorbild zu dienen für Staaten, in denen der Hausmüll einfach im Fluss landet.


Mehr zum Thema ‚Konservativer Umweltschutz’:

Recherche Dresden: 7 Thesen für eine konservativ‐ökologische Wende (8.6.2019)

Norbert Hofer: Klima‐ und Umweltschutz werden FPÖ‐Schwerpunkte (5.6.2019)

Kolumne: Patrioten müssen sich Umweltthema von Linken zurückholen (1.6.2019)

Berlin: Junge Alternative will Umweltschutz ins AfD‐Programm aufnehmen (28.5.2019)

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Meinung

Wort zum Sonntag: Es gibt nur zwei Geschlechter

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ASDF Symbolbild (CC0)

Im Vatikan dreht sich nicht nur alles um Migration und Klimaschutz, hin und wieder setzen sich auch Ansätze durch, die der Christenheit des 21. Jahrhunderts Anlass für Hoffnung geben. So geschehen durch die Veröffentlichung des Grundsatzdokumentes „Als Mann und Frau schuf er sie“.

Kolumne von Raphanus

Dabei wendet sich das etwa dreißigseitige Vatikanpapier unter anderem gegen die Tendenz, Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, denn wer für eine Gesellschaft ohne Geschlechtsunterschiede eintrete, zerstöre die Basis der Familie.

Ehe als Bund zwischen Mann und Frau

Das Dokument unterstreicht, dass die Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau sei, und nennt die Familie eine anthropologische Tatsache, die man vor ideologisch motivierten Zersetzungsversuchen schützen muss, da Kinder ein Recht darauf haben, in einer Familie aufzuwachsen – mit Vater und Mutter.

LGBTQ‐Aktivisten vermuten hinter dieser Stellungnahme in gewohnter Untergriffigkeit „einen Krieg, den der Vatikan trans und inter Menschen erklärt“ hätte. Der Verband New Ways Ministry, der für die LGBTI‐Rechte in der katholischen Kirche einsteht, kritisiert das Papier als schädliches Werkzeug und verortet den Vatikan mit seinen Ansichten in der Zeit des Mittelalters. Er spreche für Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten. Lustig, dass gerade Gender‐Ideologen von Mythen sprechen, sehen sie sich doch selbst immer wieder mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit konfrontiert.

Gender‐Kritiker

Kritiker sehen, dass die Gender‐Ideologie mit der wissenschaftlichen Wahrheitssuche von Biologie, Medizin und Gehirnforschung gebrochen hat und wissenschaftlichen Institutionen für ihre revolutionäre Agenda missbraucht. Mit Sorge wird darauf aufmerksam gemacht, dass Aktivisten sich der Manipulation und totalitärer Durchsetzungsmethoden bedienen, was sich in juristischer Einschränkung der Meinungsfreiheit, der Beschneidung der Religionsfreiheit und der Sexualisierung der Kinder durch den Staat festmacht.

Auch die Gender‐Ideologie sei tief in die Kirche eingedrungen, sie entwickelte keine christliche Alternative zur staatlichen Sexualerziehung und überließ das Territorium weitgehend kampflos den Zerstörern christlicher Kultur. Eltern, die versuchten, ihre Kinder zu beschützen, fanden kaum Unterstützung.

Doch das alles hätte auch sein Gutes: Denn unter dem Verfall des westlichen Europas sprosst neues Grün in Form unzähliger großer und kleiner Initiativen, die glauben, dass der Kampf zwischen dem rebellischen Menschen und Gott von Gott gewonnen wird.

Das klingt fast wie ein Aufruf: Christen, holt euch eure Kirchen zurück!

Das Originaldokument „Als Mann und Frau schuf er sie” kann hier – momentan leider nur auf Englisch – gelesen werden: https://zenit.org/articles/new-vatican-document-provides-schools-with-guidance-on-gender-issues

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Meinung

Kolumne: „Öffentliche Grabenkämpfe bedrohen die patriotische Wende”

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Höcke 2016): Olaf Kosinsky via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten)

Nach der geschickten Inszenierung des Flügeltreffens rund um Björn Höcke rumort es in der Gesamtpartei. Sogenannte ‚gemäßigte’ AfD‐ler wittern nun Morgenluft – und schnell vergessen Handelnde beider Lager, dass der eigentliche Gegner nicht innerhalb der Partei steht.

Kommentar von Julian Schernthaner

Man kann von pompösen Veranstaltungen mit gewaltiger Bildsprache halten, was man möchte. Einerseits sind pathetische Inszenierungen, welche mitreißen, sowohl wirksam als auch oftmals traditionsgebunden und gemeinschaftsbildend, deshalb völlig legitim. Andererseits schwingt ihnen – gerade vor der historischen Aversion konservativer Kräfte in der Nachkriegszeit gegen allerlei Selbstdarstellung und Personenkult – immer eine gewisse, auch Sympathisanten schwer erklärbare Peinlichkeit mit.

Innerparteiliche Korrektive statt Grabenkämpfe

Aber um diese Bewertung, deren Trennlinien nicht einmal an den üblichen Frontverläufen innerhalb des AfD‐Dunstkreises verlaufen müssen, geht es nicht. Denn interne Meinungsverschiedenheiten, kleine Machtkämpfe über die Ausrichtung der Gesamtpartei, sind in politischen Parteien gang und gäbe. Bei den momentan gehypten Grünen bekriegen sich beispielsweise „Fundis” samt ihrer Maximalforderungen und kryptokonservative „Realos” seit Jahrzehnten. Aber am Ende ziehen sie trotzdem am selben Strang.

Und genau deshalb sind einige Signale Höckes genauso fatal wie die Antwort mit dem Appell von etwa 100 Sektierern aus vornehmlich bürgerlich‐liberalen Parteiteilen. Der „Flügel” sollte als national‐konservatives Korrektiv innerhalb der Partei agieren und seinen Kritikern keine unnötigen Steilvorlagen bieten. Und ebendiese wiederum tun sich im Glauben, einen unsichtbaren cordon sanitaire quer durch die Partei errichten zu müssen, auch keinen Gefallen.

Establishment wird keine gemäßigte AfD akzeptieren

Denn wer sich distanziert, der verliert. Für die Akteure innerhalb etablierter Parteien und Medien kann es nämlich keine ‚akzeptable’ AfD geben, sofern sie sich nicht vollends um ihre Alleinstellungsmerkmale als patriotische Partei kastriert. Und selbst dann würde man ihnen den Zugang zum Futtertrog aus Angst um die eigenen Pfründe nicht gönnen. Diese Weisheit sollte eigentlich jedem noch so „bürgerlich‐liberalen” West‐AfDler hinlänglich bekannt sein.

Denn selbst ein Uwe Junge, der sich beim Ausscheiden des Ex‐Flügel-Manns Poggenburg über den Abschied des „Narrensaums” freute und nun den Aufruf der „Gemäßigten” unterschrieb, wurde unlängst im Mainstream gegrillt, weil er im öffentlich‐rechtlichen Fernsehen Redezeit bekam. Sogar konservative Unionsleute wie Otte oder Maaßen erhalten im politischen Diskurs mehr als nur den gebührlichen Gegenwind. Oder wie es ein Twitter‐User treffend auf den Punkt brachte:

Schützenhilfe für Flügelkritiker aus dem Blätterwald

Und diesen Fehler macht leider auch ein Gutteil der liberal‐konservativen Ausläufer der patriotisch‐kritischen Publizistik. Und das in völliger Vergessenheit, dass sie von den Etablierten bei jeder Gelegenheit mitunter selbst als ‚Brücke zum Rechtsextremismus’ – ohnehin längst ein Buzzword, oft ohne präzise Definition – verunglimpft werden und sich mitunter ihre Nichterwähnung im Verfassungsschutzbericht einst erst gerichtlich erstreiten mussten.

Insbesondere tut sich hier der Chefredakteur der Jungen Freiheit, Dieter Stein, wie bereits im März, als scharfer Höcke‐Kritiker hervor. Er ist zwar eine Koryphäe, seine Wochenzeitung ein erfrischender Fixstern im patriotischen Blätterwald, seine Verdienste unbestritten. Allerdings setzte er bereits in der Vergangenheit mehrfach auf das falsche Pferd – zunächst Lucke, dann Petry und Pretzell – anstatt den Konsens zu unterschiedlichen Denkrichtungen im patriotischen Mosaik zu billigen.

Schlammschlachten” versus „Sturm auf Berlin”

Den absoluten Vogel in diesem Sektor schießt allerdings einmal mehr der Publizist David Berger ab. Zuletzt bereits Architekt eines erbitterten Grabenkampfs im einwanderungskritischen Lager, glaubt er nun gar an eine Art Kriegserklärung des Flügels. Eine Infoveranstaltung eines konkurrierenden patriotischen Magazins, welches nicht in die „Bom Aye”-Rufe der West‐AfD einstimmen will, verklärt er gar zum „Sturm auf Berlin”.

In Wirklichkeit summiert der auslösende Artikel nur die Problematik der jüngsten Geschehnisse. Völlig zurecht kritisiert Compact darin die drohenden „Schlammschlachten” mit Erfahrungswerten. Ebenso treffend ist die Feststellung dass ein internes Schriftstück, welches unterstellt, die Partei würde „von Rechtsextremisten unterwandert”, in Wahrheit „wie eine Bestätigung der Nazi‐Vorwürfe der Altparteien wirkt”.

AfD muss drei Kardinalfehler vermeiden

Auch weiterhin darf die AfD folgende drei Kardinalfehler keinesfalls machen: Sie darf sich freilich nicht nach dem Prinzip des ruinierten Rufes radikalisieren. Aber genauso wenig soll sie auf die Gabe von Bonbons hereinfallen, in der Hoffnung, mit dem Ruck in die weit nach links verschobene Mitte irgendwelche Bonuspunkte zu kassieren. Es funktioniert auch deshalb nicht, weil die Diskurswächter die Torpfosten nach Belieben verschieben können. Und drittens – und das ist der wichtigste Punkt: Sie darf einen Richtungsstreit nicht öffentlich austragen.

Schon gar nicht, indem man interne Infos an feindlich gesinnte Akteure spielt. Das einzige, was das Volk noch mehr verachtet als Wendehälse, sind nämlich Streithähne. Dies gilt doppelt vor wichtigen Landtagswahlen – und schon dreimal, wenn dabei genau jene Landesverbände zur Wahl stehen, gegen die man nun intrigiert. Öffentliche Grabenkämpfe bedrohen das Projekt der patriotischen Wende. Gauland und Weidel haben das bereits verstanden und zu Mäßigung aufgerufen. Bei etwa hundert Mitstreitern fehlt diese Erkenntnis noch.


Weiterlesen:

Verfassungsschutz: Diese drei Fehler muss die AfD nun vermeiden (17.1.2019)

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Gesellschaft

Wort zum Sonntag: Piusbrüder über Papst erschüttert

Gastautor

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ASDF Symbolbild: Casa Rosada (
Argentina Presidency of the Nation
)
[CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Wie in der Welt, rumort es auch ganz besonders in der Kirche. Papst Franziskus polarisiert, viele Gläubige sehen in ihm einen Populisten mit Kniefall vor dem liberalen Zeitgeist. Die Piusbruderschaft ist über den jetzigen Papst „zutiefst erschüttert”.

Kolumne von Raphanus

Der Generalobere der Piusbruderschaft Pagliarani erwarte sich vom Papst, was er sich von jedem Katholiken erwartet: Glaube. Er sieht den Papst in der Pflicht, das Glaubensgut treu weiterzugeben und der schrecklichen Krise ein Ende zu bereiten, durch die die Kirche seit 50 Jahren erschüttert wird. Ein großer Wunsch an den aktuellen Papst, gilt Franziskus nicht als Traditionalist.

Katholische Traditionalisten

Wenn es nach den Piusbrüdern geht, dann soll die Katholische Kirche in Fragen bezüglich Religionsfreiheit, Ökumenismus und ihrer göttlichen Verfassung wieder zu dem zurückkehren, was die Päpste vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gelehrt haben. Ein zentrales Anliegen der Piusbrüder an den Papst ist daher Glaubenstreue zum katholischen Glaubensgut.

Der Wunsch der Piusbrüder kommt nicht von ungefähr: Sie stehen für eine traditionelle katholische Weltsicht und die Weitergabe des geoffenbarten Glaubens. Ihrer Ansicht nach haben viele falsche Ideen das richtige Verständnis der Wahrheit verdunkelt und falsche Lehren die Seelen von Gott entfernt. Deshalb ist es der Piusbruderschaft ein besonderes Anliegen, „die großen Gefahren, die von diesen modernen Lehren ausgehen und die das ewige Glück sowohl der Individuen als auch der Gemeinschaft bedrohen, aufzudecken”. Nicht wenige Traditionalisten werfen dem Zweiten Vatikanischen Konzil Verrat an der Tradition vor.

Streit innerhalb der Kirche

Papst Franziskus hat bereits darauf reagiert: Die Kommission für das Gespräch mit traditionalistischen Gemeinschaften hat der Papst kurzerhand aufgelöst. Mit der Auflösung fehlt den Piusbrüdern nun eine direkte Anlaufstelle in Rom, falls ihre Rechte in den Ortskirchen beschnitten werden. Liberale Katholiken freut das, denn sie sind der Meinung, dass Traditionalisten unter dem Dach der katholischen Kirche keinen Platz (mehr) haben.

Der Gründer der Piusbruderschaft Erzbischof Lefebvre in einem offenen Brief: „Wer könnte leugnen, dass die Katholiken dieses zu Ende gehenden 20. Jahrhunderts ratlos sind? Man hört in den Kirchen so viele erstaunliche Äußerungen, man liest so viele Erklärungen, die dem, was von jeher gelehrt worden war, widersprechen, dass sich allmählich Zweifel in die Seelen eingeschlichen haben. ”

Auch in dieser Frage gilt: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Wahrlich spannende Zeiten – auch und gerade für Christen.

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