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Meinung

Kolumne: Diese 10+ Dinge taten bereits unsere Großeltern für die Umwelt

Julian Schernthaner

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am

Wenn heute Klima- und Umweltdemonstrationen einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Naturräumen und Ressourcen fordern, ist dies vollkommen richtig. In Wirklichkeit müssten wir uns aber in vielen Fällen für eine alltagsökologische Anleitung einfach auf alte Werte besinnen.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Das Narrativ ist simpel: Die Jugend, welche gegen die Alten aufbegehrt, welche durch ihre Verschwendungssucht den Planeten an den Rand einer Katastrophe brachte. Allerdings greift dies weitaus zu kurz. Denn viele von uns müssen gar nicht einmal zwei Generationen zurückdenken, um eine weniger konsumträchtige Gesellschaft zu erinnern, sondern einfach in die eigene Kindheit. Und nein, ich habe die zahllosen Stellschrauben nicht abgezählt.

Unnötiger Plastikmüll als recht neuartiges Unding

Wenn wir an unsere Kindheit denken, erscheint vor unserem inneren Auge dieses unweigerlich väterliche Bild eines Mannes, der keuchend einen schweren Wasserkasten in den vierten Stock ohne Lift trägt. Fünf Minuten später kommt wiederholt er diese Tour mit einem Fruchtsaft, zuletzt mit der Milchration für die Woche. Waren die Flaschen leer, gingen sie zurück, wurden gewaschen und neu befüllt. Den Weg ins Fitnessstudio sparte man sich damit gleich mit.

Auch stand im Geschäft niemand vor einem Gemüseregal mit der Qual der Wahl, eine Biogurke aus Spanien in Plastik oder eine unverpackte, herkömmliche, heimische zu nehmen. Man kaufte das Obst und Gemüse meist frisch, es war ohnehin regional und saisonal. Und zwar beim Greisler im Ort und nicht im Einkaufstempel zehn Kilometer weiter. Und weil der sanfte Geruch der Landwirtschaft sauberen Anbau versprach, war auch Bio oft kein ernsthaftes Thema – wozu auch?

Geländewägen im Stadtverkehr sind unsinnig

Möglicherweise romantisiere ich dieses Bild etwas überschwänglich, um einen Punkt zu unterstreichen. Viel eindeutiger wird es aber bei der allgegenwärtigen Frage der Mobilität. Denn wo heute auch Hausfrauen einen alle zwei Jahre auf Pump erneuerten halben Geländewagen durch die vollkommen flache Stadt zum einkaufen steuern, begnügten sie sich noch vor zwanzig Jahren mit einem Gebrauchtwagen mit 3 Liter Spritverbrauch.

Mein Opa leistete sich überhaupt den Luxus, seinen Führerschein erst mit fünfzig Jahren zu machen. Freilich als Stadtmensch – aber immerhin als Chefredakteur eines Lokalblattes, zeitweiser Pressesprecher eines namhaften Politikers und Vater von sechs durchaus aufgeweckten Kindern. Zum Urlaub schlüpften alle in ein Zugabteil, dennoch kam niemand zu kurz. Heute diskutieren wir plötzlich über Billigflugreisen, die damals die Geldbörse nicht nur eines durchschnittlichen Arbeiters sprengten.

Sparsamkeit muss kein Nachteil sein

Wie schnell uns die Annehmlichkeiten eigentlich über den Kopf wuchsen, fiel mir erstmals auf, als ich einst in der Stube des Altbürgermeister des großelterlichen Dorfes saß. Selbst Bauer, kannte er jeden einzelnen Flurnamen weit und breit. Auf die Frage, woher dieser breite Fundus stammte, sagte er salopp: „Mei, mia sein friaga halt ab und zua a stundenweis’ z Fuaß gangen…”

Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto klarer wurde mir, wie weit wir uns in der Zwischenzeit vom Menschenverstand entfernten. Früher trugen Kinder ein Hemd, welches bereits der große Bruder hatte, ohne am Spielplatz dafür vermöbelt zu werden. Rechnen konnte man im Kopf, und wenn man sich verfahren hatte, befragte man Einheimische oder eine Straßenkarte. Eine einzelne Steckdose für die Leselampe reichte oft.

Fortschrittsgedanken nicht verabsolutieren

Nicht falsch verstehen: Keinesfalls verlange ich, dass wir alle unsere Smartphones in den Müll werfen und fortan unsere Wäsche mit dem Waschbrett waschen. Fortschritt kann sinnvoll sein und dem Menschen das Leben erleichtern. Aber er ist keine heilige Kuh – und macht auch nicht zwangsläufig glücklich. Wen wollen wir damit überhaupt beeindrucken?

Ewiges Wachstum ist nicht der Weisheit letzter Schluss – aber eben die sine qua non einer konsumistischen, hedonistischen, globalisierten Welt, die Menschen primär als Ressourcen versteht. Aber selbst dem wirtschaftsliberalsten Konservativen mit Herz für die Heimat sollte bewusst sein: Mit der Zerstörung von Naturräumen geht auch immer die Zerstörung von Kulturräumen einher.

Jugend nicht der globalistischen Linken überlassen

Und genau deshalb ist es töricht, junge Menschen, welche diese seligen Zeiten unserer eigenen Kindheit nicht mehr kannten als „Klimadeppen” zu beschimpfen. Denn oft sind sie ein einigermaßen unbeschriebenes Blatt mit dem Willen eine bessere Welt zu schaffen. Und zweifelsohne könnte man ihnen eine solche gewisse Rückbesinnung auch glaubwürdig vermitteln.

Wahrscheinlich könnte man ihnen über den ‚Umweg’ der Nachhaltigkeit und der Regionalität auch ein Engagement für die Heimat schmackhaft machen. Stattdessen überlässt man sie jenen, welche dem Thema als ‚globales Problem’ einen weltenbürgerlichen Vibe mitgeben – und gleichzeitig dennoch einen urbanen, konsumistischen Lebensstil pflegen.

Gestärkte Regionen sorgen für gesunde Umwelt

Denn so viel ist klar: Viele Linke verachten den ländlichen Raum außer als bourgeoisen Familienrückzugsort. Ihre Urlaubsreisen frönen ihrem Fernweh und Weltbürgertum. Das hinterlässt weitaus größere ökologische Fußabdrücke als ein Landjunge, der wie dazumal seine Tischlerlehre beim väterlichen Freund im Dorf macht und im Sommer mit der Freundin auf die Almhütte abhaut. Eine Spritztour am Freitag macht ihn nicht zum Umweltsünder.

Auch zu Ende gefahrener Altwagen wird stets schadstoffärmer sein als die Massenproduktion nagelneuer Elektroautos. Ein Kauf beim örtlichen Fachhandel stärkt die Region, schafft damit Arbeitsplätze und spart neuerdings Pendel- und Einkaufswege. Tausende Kilometer jährlich würden wegfallen – und den Grünen die Grundlage für Verbotsargumente.

Heimatliebe als Antrieb für Engagement

Und trotzdem finden sich auch in kleinen Städten hunderte Schüler jeden Freitag zu Protesten ein. Das sind in den allermeisten Fällen keine linksideologisierten Dreikäsehochs, welche eine Welt mit offenen Grenzen und grenzenlosem, aber „bewusstem” Konsum wollen. Viel öfter wollen sie einfach, dass die an der Mutterhand liebgewonnene Natur vor ihrer Tür nicht vor die Hunde geht. .

Diese gilt es abzuholen und für regionale und nationale Nachhaltigkeit zu gewinnen. Der heute oft von Greisen gesäumte örtliche Bauernmarkt kann dafür genauso ‚hip’ werden wie der Bioladen in der City. Wer den Wert seiner unmittelbaren Heimat kennt, schätzt eine gesunde Welt ohnehin. Und von da ist es auch zum Verständnis nicht mehr weit, dass nur souveräne Nationalstaaten in der Lage sind, effektive Zukunftsökologie zu fahren um als Vorbild zu dienen für Staaten, in denen der Hausmüll einfach im Fluss landet.


Mehr zum Thema ‚Konservativer Umweltschutz’:

Recherche Dresden: 7 Thesen für eine konservativ‐ökologische Wende (8.6.2019)

Norbert Hofer: Klima‐ und Umweltschutz werden FPÖ‐Schwerpunkte (5.6.2019)

Kolumne: Patrioten müssen sich Umweltthema von Linken zurückholen (1.6.2019)

Berlin: Junge Alternative will Umweltschutz ins AfD‐Programm aufnehmen (28.5.2019)

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Meinung

Gute Demos, böse Demos und ein Angriff auf die Grundrechte

Julian Schernthaner

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am

Seit dem Wochenende bleibt in Deutschland kein Stein auf dem anderen. Auslöser ist die Auflösung einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen – woraufhin plötzlich der Ruf nach Einschränkung der Grundrechte laut wird.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Über Sinn oder Unsinn der „Tag der Freiheit”-Demo in Berlin kann man streiten. Man kann sich auch tagelang im alten Spiel ergehen, dass die Teilnehmerschätzungen von Veranstaltern und Polizei respektive Medien weit auseinandergehen. Aber die Hauptfrage ist nicht, ob 17.000 oder 1,3 Millionen ihren Unmut bekundeten. Ein starkes Zeichen des Widerstands wäre beides. Sondern die Hauptfrage ist das zweierlei Maß der Öffentlichkeit – und konkrete Ableitungen daraus.

Gesundheitsfrage je nach Demo-Thema

Denn plötzlich ist Corona wieder in aller Munde, die Teilnehmer gelten als lebensgefährdende „Covidioten”. Ganz anders war dies noch, als kürzlich Zigtausende gegen vermeintlichen Rassismus und angebliche Polizeigewalt auf die Straße gingen. In fast allen Leitmedien jubelte man die Breite der Zivilgesellschaft hoch, auch Politiker solidarisierten sich reihenweise. Einwände tat man als Unkenrufe ab, es gab bestenfalls halbseiden auf die Finger.

Irgendwie ging die Sache gut und die Infektionszahlen blieben niedrig. Auch das dürfte das Gefühl vieler Bürger befeuern, dass die Einschränken überholt sind. Vielleicht half es, in manchen eine Wut zu wecken, dass alle strengen Vorschriften und Einschränkungen egal waren, als es um die „gute Sache” aus Sicht der Etablierten ging.  Das Publikum am Samstag in Berlin war jedenfalls eine bunte Mischung verschiedenster Lager.

Unterschiedliche Demo-Bewertung bei Leitmedien

Wer noch ans alte Diktum glaubte, dass sich Journalismus auch mit keiner „guten Sache” gemein machen solle, konnt naiv hoffen, die Leitmedien hätten ihre Hausaufgaben gemacht. Möglicherweise erhoffte sich mancher Träumer ein Fanal ähnlich der Leipziger Montagsdemos von 1989, um das strenge Pandemie-Regiment zu Fall zu bringen. Manche suchten nach Monaten einfach ein Ventil. So oder so, man machte die Rechnung ohne den Wirt.

Teils dieselben Blätter, die sich für „Black Lives Matter”-Demos stark machten, lassen nun schamlos vom Stapel. Der Nutzer „Klargo Nerd” hat auf Twitter ein beschauliches Portfolio zu Doppelstandards erstellt. Dabei nennt er Beispiele aus der FAZ, der SZ, beim ZDF, bei der Zeit und beim Standard. Ein besonderes Kuriosum stellen zwei aktuelle Artikel beim Deutschlandfunk dar. Offenbar hat das Virus einen moralischen Kompass: BLM-Demos hui, Corona-Demos pfui.

CDU-Politiker will Corona-Demos untersagen lassen

Und Entscheidungsträger aus der Politik springen nahtlos auf diesen Zug auf. Und zwar nicht vordergründig SPD-Chefin Saskia Esken, deren ähnlich doppeltes Maß auf Twitter für eine Belustigung sorgte. Denn die Politik denkt ernsthaft über Einschränkungen der Grundrechte nach. Corona als Vorwand für deren Erosion – übrigens auch etwas, das die Tagesschau noch vor zwei Monaten als „Verschwörungsmythos” abtat.

CDU-Innenexperte Armin Schuster bezeichnete die Berliner Demo als „Gefahr für die Allgemeinheit”. Er plädiert, solche Kundgebungen „nur noch unter sehr viel strengeren Auflagen oder gar nicht mehr zu genehmigen”. Die SPD lobte die Auflösung, Justizministerin Christine Lambrecht hat kein Verständnis für Demonstranten, die sich über die Maskenpflicht „selbstherrlich hinwegsetzen”. Wirkliche Kritik an den Vorstößen gibt es nur von der FDP und der AfD.

Restle mit unverhofftem Plädoyer für die Freiheit

Eine beinahe einsame Gegenstimme ist ausgerechnet Georg Restle. Der weit links stehende WDR-Moderator eckte im Vorjahr noch mit dem totalitären Ausspruch an, man dürfe der AfD „keinen Raum, keine Bühne und erst recht keine Stimme” geben. Und er kommt auch im jüngsten Kommentar nicht aus seiner Haut und bedient seine Frames. So sorgt er sich vor allem, dass „Populisten” profitieren könnten. Aber in den kollektiven Verbots-Taumel lanciert er einen Zwischenruf: „Finger weg von den Grundrechten!”

Die Versammlungsfreiheit ist eines unserer zentralen Grundrechte und das Grundgesetz unterscheidet eben nicht zwischen richtigen und falschen, guten oder schlechten Versammlungen. Und das ist auch gut so, weil Freiheit eben immer auch die Freiheit der Andersdenkenden ist, auch wenn’s manchmal weh tut”, so Restle. Sein treffendes – und fast erfrischendes – Plädoyer: Es gelte, allmählich „abzurüsten” und „im Zweifel für die Freiheit” zu entscheiden.

Nationalteam-Held verlor Arbeit wegen Demo

Allerdings hört die Sache nicht bei der Versammlungsfreiheit auf – auch andere Mechanismen sind problematisch. Durfte ein schwarzer Autorennfahrer noch problemlos Denkmalstürme fordern, ist bei einem Basketball-Nationalspieler schon die Teilnahme an der Berliner Demo ein fristloser Kündigungsgrund. Und das hat mehr reale Auswirkung als zusätzliche Auflagen gegen den „Volkszorn”. Denn diese Entscheidung funktioniert nach dem Mao-Prinzip: „Bestrafe einen, erziehe hunderte”.

Empörung als willkommenes Ablenkungsmanöver

Und die Hetzjagd lenkt von anderen Problemen ab. Denn am selben Wochenende demonstrierten auch Linksextremisten in Berlin. Dabei kam es zu Gewaltaufrufen und Ausschreitungen und dutzende verletzten Polizisten. Aber das ist halt sowieso ein „aufgebauschtes Problem”. Leute, die friedlich dem Maskenfasching widerstreben, gefährden die innere Sicherheit nämlich gewiss weitaus mehr als rohe politische Gewalt wegen der Schließung einer linken Szenekneipe…

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Gesellschaft

Panoramagate & Co.: Die linke Jagdgesellschaft bläst zum Angriff

Julian Schernthaner

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am

Die vergangene Woche war ein Musterbeispiel der Hegemonie. Linke Stichwortgeber in den Medien skandalisieren irgendetwas – und können sich auf „Experten” und Zivilgesellschaft verlassen, das verdrehte Narrativ zu stützen.

Kommentar von Julian Schernthaner

Ganz Deutschland weiß es mittlerweile: Das größte Problem der deutschen Bundeswehr ist der grassierende Rechtsextremismus. Und der ist so strukturell, dass er sogar bis zu einem Oberstleutnant in der Öffentlichkeitsarbeit geht. Da gefällt diesem einfach ein Buch eines französischen Bestsellerautoren, dessen Übersetzung bei einem gar unsäglich rechten Verlag erschien. Und als ob das nicht genug wäre: Er hielt auch noch Vorträge über seine Arbeit – bei Studentenverbindungen!

Panorama lässt den Strohmann tanzen

So ungefähr lief das Narrativ, welches das Format Panorama letzte Woche lancierte. Für die Riesengeschichte reichten zuerst einmal drei „Likes” bei Beiträgen, welche dem neurechten Spektrum zugeschrieben werden. Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte sollte man zwar meinen, dissidente Meinungen oder kritische Bücher ließen jedermann kalt. Aber: Der öffentlich-rechtliche Sender schien nur in eine einzige Richtung zu recherchieren: jene der Kontaktschuld – und des vermeintlich „braunen Sumpfs” .

Sämtliche Beiträge, die das Narrativ erschütterten, fanden keine Erwähnung. Etwa, wenn sich der Offizier für Soldaten mit Migrationshintergrund einsetzte. Drei unschuldige Klicks waren den NDR-Journalistinnen genug, eine Karriere zu sabotieren. Und zwar sofort mit erstem Erfolg. Noch hatte man den ‚Verdächtigen’ nicht ausreichend gehört – schon war er seine Social-Media-Agenden bei der Bundeswehr los. Das Verteidigungsministerium sprach von einer „absolute Null-Toleranz-Linie” bei „rechten Tendenzen”.

Radikal linke Experten so weit das Auge reicht

Unverfroren war auch das weitere Vorgehen der öffentlich-rechtlichen Medien. Schon rund um die „Enthüllung” bediente man sich der „Expertise” von Natascha Strobl: „Das lässt sich nicht anders interpretieren als ein öffentliches politisches Bekennen”. Dabei hegt die „Expertin” selbst Sympathien für den linken Rand. Ihr Standardwerk über die Identitären publizierte sie bei einem offen linksradikalen Verlag, zumindest ein Exemplar signierte sie mit dem Hinweis, es eigne sich im Zweifelsfall „zum Entglasen von Geschäften”.

Alexander Kurth wiederum durfte für die ARD den Vortrag bei der Burschenschaft skandalisieren – doch referierte selbst bei verfassungsfeindlichen Linksextremisten. Wenig anders ist freilich die Vita der meisten anderen „Experten” , die solche Medien immer wieder zitieren. Von Quent über Funke streifen sie alle linksaußen an. Das gilt auch für manche Moderatoren, wie etwa Georg Restle, der seine Karriere einst bei einem linksradikalen Piratenradio startete.

Dünner Schleier über Seilschaften zum linken Rand

Diese Querverbindungen sind mittlerweile so selbstverständlich, dass man sie nur mehr dünn verschleiert. Der mediale Bereich ist heute nach einem vollzogenen Marsch durch die Institutionen voller harter Linker. Nach eigenem Gutdünken können sie Themen und Leute rauf- und runterschreiben und haben immer einen gleichgesinnten Kumpel zur „Expertise” zur Hand, wenn eigenes Framing nicht reicht.

Dieser Komplex besteht seit Jahren – und er rückte diverse Gruppen, Themen und Positionen in einer Salamitaktik jenseits des Sagbaren. Das gilt natürlich auch für programmatisch gewaltfreie Protestgruppen und für patriotische Verlage. Deren Inhalte hätten freilich vor dreißig, vierzig Jahren noch als normale konservative Position gegolten – ehe Linke das Overton-Fenster immer weiter verschoben.

Auch im vorliegenden Fall ist der Schaden bereits angerichtet. Die Erzählung, dass die Bundeswehr angeblich ein Rechtsextremismus-Problem habe, steht. Egal, was im konkreten Fall noch herauskommen mag.

Kritische Journalisten decken linke Netzwerke auf

Die Rechnung machten die öffentlich-rechtlichen Kampfschreiber und Pseudo-Rechercheure trotzdem ohne den Wirt. Denn plötzlich begannen einige kritische Journalisten zu graben. Und zwar in den linken Seilschaften – und wurden fündig. In einem grandiosen Beitrag für die Welt schrieb Don Alphonso über linke Netzwerke im Vorfeld des öffentlich-rechtlichen Rundfunk und legte manche Verbindung zu verfassungsfeindlichen Linksextremisten ebenso offen wie die selektive Faktenauswahl im vorliegenden Fall.

Die Reaktion der zur Objektivität verpflichteten ARD? Man verteidigte das eigene Machwerk mit hanebüchenen Argumenten, sprach von „bestimmten Vorwürfen in einschlägigen ‚Medien’ ”. Ja, man nahm den Mitbewerber in ironische Gänsefüßchen, sprach der Konkurrenz zwecks Stützung des eigenen Müllbeitrags also ab, Journalisten zu sein. Der Deutschlandfunk bittet Natascha Strobl zum Interview. Es wird beidseitig über die „üblichen Verdächtigen” gelästert, das Feindbild Springer bedient, der Autor in ein rechtsextremes Licht gestellt.

Besonders amüsant: Die Reaktion der für den Beitrag maßgeblichen NDR-Journalistin, der die eigene Medizin offensichtlich nicht so recht zu schmecken wusste.

Kein Einzelfall: Böse „völkische Mädchen” in Dresden

Einzelfall ist der „kurze Dienstweg” übrigens keiner. In derselben Woche führte ein Twitter-Post der Plattform Dresden nazifrei, in der sich neben der Jugend von SPD, Grünen und Linken auch eine autonome Antifa-Gruppe tummelt, zu einem „Skandal”. Der Grund: Junge Frauen wanderten in bündischer Kleidung und sangen mitten in Dresden mit einer Gitarre. Und Volkslieder und Zöpfe statt Rastalocken, Shishabar und migrantischem Gangster-Rap geht gar nicht. Was nicht dem Idealbild der abgefuckten Jugend entspricht, muss weg.

Medien verstärkten ohne jegliche Recherche wilde Vermutungen des linken Bündnisses, ein „Nazi-Sommercamp” fände in der Gegend statt. Die Bild sprach von einem „verstörenden Mädchen-Aufmarsch”. Ein heidnisches Symbol, das auch der DFB in stilisierter Form verwendet, wurde zum Indiz für ein vermeintlich bevorstehendes Viertes Reich. Am Ende stellte sich heraus, die bösen Damen sind wohl harmlose Freibund-Untergruppen. Diesen versuchen Linke seit Jahrzehnten erfolglos als rechtsextrem zu brandmarken. Ups.


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Gesellschaft

Über den Zaun”: Der Krieg gegen die Polizei gehört zum neuen Alltag

Gastautor

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In den USA und Deutschland ist Hass gegen Polizisten förder- und salonfähig. Und in Österreich? (Teil I)

Kolumne von Bettina Gruber

Am 25. Mai, dem Tag, an dem der Afroamerikaner George Floyd ums Leben kam, explodierte eine Blase: eine Blase voller Hass, die schon lange prall gefüllt gewesen sein muss. Um den Aufruhr zu bezeichnen, der danach in verschiedenen amerikanischen Städten ausbrach, wurde standardmäßig das Wort „riots“ benutzt: Man übersetzt mit Krawall oder Randale, aber auch mit Aufruhr oder Aufstand. Und letzteres trifft am ehesten zu, denn es handelt sich nicht um vorübergehende Wutausbrüche, sondern um eine in Tiefenschichten langsam aufgebaute ideologische Haltung radikalster Ablehnung des „Systems“. Als Gerechtigkeitsstreben verbrämter Hass explodiert gegen Weiße im Allgemeinen, weiße Männer im Besonderen, weiße Frauen der Mittelschicht, die als angeblich bornierte „Karens“, verunglimpft werden, gegen alle Wähler nicht-linker Parteien, gegen die Zeugnisse historischer Macht und historischen Erfolgs, gegen den Staatsgründer Washington und selbst gegen Abraham Lincoln, jenen Präsidenten, dem die Abschaffung der Sklaverei gelang.

Hass auf die Polizei

Am heftigsten, gewalttätigsten und bösartigsten aber ist der Hass, der sich gegen die Polizisten als Vertreter der Staatsgewalt richtet. Steine, Flaschen Molotow-Cocktails gegen Polizisten gehören zum neuen Alltag. Das Polizeirevier von Minneapolis wurde im Zuge der Floyd-Unruhen in Brand gesetzt. In Texas wurde auf das Polizeihauptquartier geschossen. Ein Afroamerikaner erschoss in Dallas in der Nacht zum 10. Juli fünf Polizisten. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt.

Taten dieser Art werden unter „ferner-liefen“ thematisiert und erzeugen keinerlei größere Irritationen. Dies gilt für die USA ebenso wie für Deutschland. Vorbereitet wurde diese Haltung durch eine jahrzehntelang geduldete und geförderte, angeblich „antifaschistische“ Bewegung, deren Slogan ACAB („all cops are bastards“) ungestraft verbreitet werden darf, obwohl er, wenn überhaupt etwas, die Kriterien der sonst so viel zitierten „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ exakt erfüllt.

Mediales Interesse erregen diese Taten kaum. Sympathiebekundungen in den Öffentlich-Rechtlichen und der Presse sind mir bislang nicht aufgefallen. In den sozialen Medien gibt es sie, aber sie gehen im allgemeinen „anti-rassistischen“ Furor eher unter. Eine Google-Suche unter „Gewalt gegen Polizisten“ bietet mir ganz oben Artikel über „Polizeigewalt“ an, die englische Variante unter „violence against police“ versorgt mich an erster Stelle mit dem Wikipedia-Artikel „Police brutality in the United States“.

Steigende Gewalt in Deutschland

Warum ist all das relevant für eine Kolumne mit dem Titel „Über den Zaun“? Ganz einfach, weil das Hass gegen die Polizei in Deutschland, wie so vieles, eins zu eins aus den USA übernommen wird. „Jeden Tag werden durchschnittlich 200 Polizisten in Deutschland geschlagen, bespuckt oder beschimpft. Die Zahl hat gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen.“ Laut der in wenigen dürren Zeilen das Lagebild des BKA zusammenfassenden Welt gab es 2019 3.000 Fälle von Gewalt gegen Polizisten mehr als im Vorjahr, 69.466 Beamte wurden Opfer von Angriffen, unter anderem mit Eisenstangen. Im Konjunktiv, gewissermaßen mit sprachlich spitzen Fingern, wird darüber referiert, wenn der Präsident des BKA anmerkt, die Taten müssten geahndet werden. „Schließlich sorgten die Beamten für die Sicherheit in Deutschland.“ Offenbar ist man sich bei der Welt da nicht so sicher. Vielleicht ist es ja eher doch die Antifa, die für Sicherheit in Deutschland sorgt, oder das nicht nur in der Hauptstadt blühende Clanwesen? In einem Land, in dem in einem als rechtslastig geltenden Bundesland wie dem Freistaat Sachsen, eine Frau Justizministerin werden konnte, die in einer Band, die mit dem Liedtext „Advent, Advent, ein Bulle brennt“ glänzte, aufgetreten war, kann das nicht mehr überraschen. Von den „etablierten“ deutschen Medien kann man leider nur sagen, dass sie aktiv dazu beitragen, eines solches Szenario wahr zu machen. Und in Österreich? Mehr dazu in Teil II dieser Kolumne.


Über die Autorin:

Bettina Gruber hält in ihrer alle zwei Wochen erscheinenden Tagesstimme-Kolumne „Über den Zaun” ihre Eindrücke aus dem deutschen Nachbarland fest. Die Wienerin und Wahlsächsin hat lange Jahre sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands gelebt und dabei immer wieder festgestellt, wie verschieden die Mentalitäten doch sein können. Unter Klarnamen und wechselnden Pseudonymen Beiträge für TUMULT, Sezession und andere. Auf dem TUMULT-Blog bespielt sie in wechselnden Abständen die genderkritische Kolumne „Männerhass und schlechte Laune.“ Der letzte Artikel für die Printfassung, „Die Wissenschaft und ihr Double.“ TUMULT. Vierteljahresschrift für Konsensstörung Heft 1 / 2020 Frühjahr 2020, widmet sich der grundsätzlichen Schwierigkeit, wissenschaftliche Ergebnisse in der Mediengesellschaft zur Geltung zu bringen und ist damit thematisch hochaktuell.


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