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Gesellschaft

Für guten Zweck: Identitäre versteigern Sellner-Pfefferspraypistole

Julian Schernthaner

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Der Erlös der Auktion der Pfefferspraypistole soll einem patriotischen Hausprojekt in Linz zugutekommen. Dieses möchte „Struktur und Freiraum für konservative, aktivistische Gruppen, Projekte, Initiativen in Oberösterreich“ schaffen.

Wien/Linz. – Kürzlich erhielt Martin Sellner, der Leiter der österreichischen Identitären, jene Pfefferspraypistole zurück, welche ihm nach dem Vorfall am Schottentor abgenommen wurde. Nun möchte er sie versteigern – der Reinerlös soll einem künftigen patriotischen Hausprojekt in Linz zugute kommen. Ein Infoflyer auf der Homepage der Identitären Bewegung (IBÖ) weist aus: Dort soll bis 2020 um etwa 400.000 Euro ein „Konservatives Zentrum“ mit einer patriotischen Bar, einem Schulungszentrum, einer Bibliothek, Büroräumen und Wohnmöglichkeiten für junge Aktivisten entstehen – alles unter einem Dach.

Schottentor: Sellner verteidigte sich mit Pfefferspraypistole

Kleiner Rückblende: Es war der 3. Februar 2017, in Wien demonstrierten unzählige linksgerichtete Personen gegen den an diesem Abend stattfindenden Wiener Akademikerball. Der patriotische YouTuber und Leiter der österreichischen Identitären, Martin Sellner, begibt sich zur U-Bahn-Station Schottentor – und interviewt einen Passanten zu den Vorgängen. Plötzlich tauchen mutmaßliche Linksextremisten ihm am sogenannten „Jonas-Reindl“ auf und attackieren ihn.

So zumindest die Darstellung von Sellner – die sich später mit der Zeugenaussage seines Gesprächspartners decken sollte. Als ihn kurz darauf weitere Vermummte angreifen, wehrt er sich mit zwei Salven aus einer Pfefferspraypistole. Am nächsten Tag sind die Zeitungen voll vom Thema – die Rede ist hier davon, dass Sellner wild „um sich geschossen“ haben soll. Ein Vorwurf, der später wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt: Sellner gewann nämlich mehrere Medienprozesse in diesem Zusammenhang.

Reinerlös von Auktion soll „Freiraum für Patrioten“ schaffen

Dennoch dauerte es zwei Jahre, bis die Behörden das vorläufig erlassene Waffenverbot gegen Sellner aufhoben – und mehr als zwei weitere Monate bis zur Ausgabe des berüchtigten Utensils. Dazwischen lag der spektakuläre Prozess gegen siebzehn Aktivisten und Sympathisanten der Identitären Bewegung (IBÖ) wegen des Verdachts auf kriminelle Vereinigung, der im Jänner in rechtskräftigen Freisprüchen endete.

Nun möchte er die Pfefferspraypistole – nach eigenen Aussagen ein Geschenk seines Vaters zur Eigensicherung – jedenfalls loswerden. Ihm hätte diese angesichts der medialen Darstellung „Unglück gebracht“. Nun allerdings könnten seine Follower „aus dieser unerfreulichen Sache […] in letzter Konsequenz etwas gutes tun.“ Dies dadurch, indem sie helfen können, in Linz einen „Freiraum für Patrioten“ zu schaffen. Zu diesem Zweck, so Sellners Ankündigung, werde der Projektleiter des Linzer Zentrums eine Auktion starten.

Hausprojekt sucht nach Investoren

Gesagt, getan – und schon bald trudelten erste Gebote ein. Nachdem eBay die Auktion in Rekordzeit löschte, folgte ein weiterer Versuch auf Hood. Zeitweise lag dort das Maximalgebot bei über 700 Euro – bis auch diese Plattform die Versteigerung stornierte. Kurios: auf beiden Plattformen war dasselbe Modell in der Vergangenheit bereits problemlos zu erwerben. Nun starten die Aktivisten einen dritten Versuch direkt über die IBÖ-Homepage.

Noch bis Mittwoch, den 26. Juni um Mitternacht können Interessenten „ein Stück Zeitgeschichte“ erstehen, derzeit (Stand: 21.6. 13.45 Uhr) liegt das Höchstgebot bei 400 Euro. Außerdem weisen die Identitären darauf hin, dass man – unabhängig der Versteigerung – noch auf der Suche nach Großspendern und Investoren ist, um den Erwerb einer Immobilie für das künftige Zentrum in Linz zu ermöglichen.

Zur Auktion geht es >>>hier<<<.

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