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Gesellschaft

Für guten Zweck: Identitäre versteigern Sellner-Pfefferspraypistole

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Screenshot: YouTube [@11:32 min]

Der Erlös der Auktion der Pfefferspraypistole soll einem patriotischen Hausprojekt in Linz zugutekommen. Dieses möchte „Struktur und Freiraum für konservative, aktivistische Gruppen, Projekte, Initiativen in Oberösterreich” schaffen.

Wien/Linz. – Kürzlich erhielt Martin Sellner, der Leiter der österreichischen Identitären, jene Pfefferspraypistole zurück, welche ihm nach dem Vorfall am Schottentor abgenommen wurde. Nun möchte er sie versteigern – der Reinerlös soll einem künftigen patriotischen Hausprojekt in Linz zugute kommen. Ein Infoflyer auf der Homepage der Identitären Bewegung (IBÖ) weist aus: Dort soll bis 2020 um etwa 400.000 Euro ein „Konservatives Zentrum” mit einer patriotischen Bar, einem Schulungszentrum, einer Bibliothek, Büroräumen und Wohnmöglichkeiten für junge Aktivisten entstehen – alles unter einem Dach.

Schottentor: Sellner verteidigte sich mit Pfefferspraypistole

Kleiner Rückblende: Es war der 3. Februar 2017, in Wien demonstrierten unzählige linksgerichtete Personen gegen den an diesem Abend stattfindenden Wiener Akademikerball. Der patriotische YouTuber und Leiter der österreichischen Identitären, Martin Sellner, begibt sich zur U‑Bahn-Station Schottentor – und interviewt einen Passanten zu den Vorgängen. Plötzlich tauchen mutmaßliche Linksextremisten ihm am sogenannten „Jonas-Reindl” auf und attackieren ihn.

So zumindest die Darstellung von Sellner – die sich später mit der Zeugenaussage seines Gesprächspartners decken sollte. Als ihn kurz darauf weitere Vermummte angreifen, wehrt er sich mit zwei Salven aus einer Pfefferspraypistole. Am nächsten Tag sind die Zeitungen voll vom Thema – die Rede ist hier davon, dass Sellner wild „um sich geschossen” haben soll. Ein Vorwurf, der später wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt: Sellner gewann nämlich mehrere Medienprozesse in diesem Zusammenhang.

Reinerlös von Auktion soll „Freiraum für Patrioten” schaffen

Dennoch dauerte es zwei Jahre, bis die Behörden das vorläufig erlassene Waffenverbot gegen Sellner aufhoben – und mehr als zwei weitere Monate bis zur Ausgabe des berüchtigten Utensils. Dazwischen lag der spektakuläre Prozess gegen siebzehn Aktivisten und Sympathisanten der Identitären Bewegung (IBÖ) wegen des Verdachts auf kriminelle Vereinigung, der im Jänner in rechtskräftigen Freisprüchen endete.

Nun möchte er die Pfefferspraypistole – nach eigenen Aussagen ein Geschenk seines Vaters zur Eigensicherung – jedenfalls loswerden. Ihm hätte diese angesichts der medialen Darstellung „Unglück gebracht”. Nun allerdings könnten seine Follower „aus dieser unerfreulichen Sache […] in letzter Konsequenz etwas gutes tun.” Dies dadurch, indem sie helfen können, in Linz einen „Freiraum für Patrioten” zu schaffen. Zu diesem Zweck, so Sellners Ankündigung, werde der Projektleiter des Linzer Zentrums eine Auktion starten.

Hausprojekt sucht nach Investoren

Gesagt, getan – und schon bald trudelten erste Gebote ein. Nachdem eBay die Auktion in Rekordzeit löschte, folgte ein weiterer Versuch auf Hood. Zeitweise lag dort das Maximalgebot bei über 700 Euro – bis auch diese Plattform die Versteigerung stornierte. Kurios: auf beiden Plattformen war dasselbe Modell in der Vergangenheit bereits problemlos zu erwerben. Nun starten die Aktivisten einen dritten Versuch direkt über die IBÖ-Homepage.

Noch bis Mittwoch, den 26. Juni um Mitternacht können Interessenten „ein Stück Zeitgeschichte” erstehen, derzeit (Stand: 21.6. 13.45 Uhr) liegt das Höchstgebot bei 400 Euro. Außerdem weisen die Identitären darauf hin, dass man – unabhängig der Versteigerung – noch auf der Suche nach Großspendern und Investoren ist, um den Erwerb einer Immobilie für das künftige Zentrum in Linz zu ermöglichen.

Zur Auktion geht es »>hier«<.

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Gesellschaft

AfD-Fahrzeug auf Privatgrund in Thüringen abgefackelt

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Der Wahlkampf-LKW der AfD Thüringen brannte vollkommen aus. Bild: AfD Thüringen / Facebook

In den frühen Morgenstunden ging ein Wahlkampf-LKW der AfD lichterloh in Flammen auf. Die Polizei schließt ein politisches Motiv nicht aus. AfD-Chef Björn Höcke will sich „von solchen Anschlägen jedoch nicht einschüchtern” lassen.

Reinsdorf (Thüringen). – In Reinsdorf im Kyffhäuserkreis hat es am frühen Samstagmorgen offenbar einen Brandanschlag auf ein Wahlkampf-Fahrzeug der AfD gegeben. Wie die AfD Thüringen bekannt gab, sei der LKW bei Wahlkampfkundgebungen der Partei verwendet worden und habe sich über Nacht auf dem Privatgrundstück eines AfD-Mitglieds befunden. Laut weiteren Angaben der AfD entstand durch den Brand ein Schaden im vermutlich sechsstelligen Bereich. Neben dem LKW, der einen Totalschaden erlitt, seien auch Veranstaltungsmaterialien und die Tontechnik, die im Laderaum lagerten, vom Feuer zerstört worden. Die Polizei ermittelt unterdessen in alle Richtungen und schließt eine politisch motivierte Brandstiftung nicht aus. Der Schaden wird auf etwa 80.000 Euro geschätzt.

Höcke: Kein Zweifel an politisch motivierter Tat

„Die Saat derjenigen, die bürgerlich-patriotische Politik als ‚extremistisch‘ diffamieren und AfD-Mitglieder letztlich zu Freiwild erklären, ging in dieser Nacht in Artern auf. Die Umstände des Anschlags lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass es sich hier um eine politisch motivierte Tat handelte. Nur dem Glück und dem schnellen Einsatz der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind”, erklärte AfD-Landessprecher Björn Höcke, der zusätzlich betonte, dass man sich „von solchen Anschlagen jedoch nicht einschüchtern” lasse.

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Gesellschaft

Eskalation in Vorlesung: Studentenvertretung wirft Lucke „Provokation“ vor

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Bernd Lucke): Mathesar [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Kurz nach den Ausschreitungen bei einer Vorlesung des ehemaligen AfD-Politikers Bernd Lucke wirft der AStA diesem vor, die Demonstranten provoziert zu haben. Die Lehrveranstaltung wurde unter anderem von Aktivisten der linksextremen Antifa gestört.

Hamburg. – Nachdem die Vorlesung abgebrochen wurde, musste Lucke den Saal unter Polizeischutz verlassen – Die Tagesstimme berichtete. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), welcher zu den Protesten aufrief, erhebt nun Vorwürfe gegen den ehemaligen AfD-Politiker. Dieser habe die Studenten provoziert.

Verhalten als „Provokation auf die Protestierenden“

Am Freitag erklärte die Studentenvertretung in einer Stellungnahme: „Die sowieso schon angespannte Situation wurde insbesondere noch einmal angeheizt, als Bernd Lucke das Podium verließ und zwischen Studierenden im Auditorium Platz nahm.“

Lucke habe somit nichts im Sinne einer Deeskalation unternommen, im Gegenteil habe er die Demonstranten weiter provoziert. Die Aktion selbst wird von der AStA weiterhin verteidigt. So müsse die Gesellschaft „friedlichen Widerspruch“ und „Ungehorsam“ aushalten. Bernd Lucke selbst bestreitet die Vorwürfe. 

Lucke: „AStA macht Opfer zu Tätern“

Der Mitgründer der Alternative für Deutschland bestreitet die Vorwürfe der Studentenvertretung. Ein Gespräch mit der AStA sei auf dieser Basis nicht nützlich. Auf „groteske Art und Weise“ würden die Studenten das tatsächliche Opfer zum Täter machen.

Trotzdem sei er unter bestimmten Umständen dazu bereit, mit den Studenten ins Gespräch zu kommen: „Wenn der AStA aber eine Veranstaltung organisiert, die für alle Studierenden geöffnet ist, werde ich gerne die Kritik des AStA widerlegen und allen Fragestellern Rede und Antwort stehen.“

Lucke-Rückkehr nach Ausscheiden aus EU-Parlament

Lucke ließ sich von der Hamburger Universität 2014 beurlauben, um für die AfD im Europaparlament arbeiten zu können. Nach seiner Abwahl als Parteichef im Jahr 2015, gründete er die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), welche sich dann später in Liberal-Konservative Reformer (LKR) umbenannte.

Mit diesen scheiterte er im Mai allerdings mit nur 0,1 Prozent der Stimmen deutlich am Wiedereinzug ins EU-Parlament. Daraufhin kehrte er mit Beginn des aktuellen Semesters in seine Lehrtätigkeit an der Hamburger Uni zurück.


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Lucke muss Vorlesung wegen Tumulten abbrechen (17.10.2019)

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Gesellschaft

Facebook: FPÖ nimmt Strache-Seite offline

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Strache 2013): Gregor Tatschl via Flickr [CC BY-SA 2.0]

Heinz-Christian Strache kritisierte die „aktuell gelebte Zensur der FPÖ-Funktionärsspitze”. Die Stilllegung der Seite sei „jedenfalls nicht im Sinne der Freiheitlichen Gemeinschaft und auch nicht im Sinne unserer Freiheitsideale”, so Strache.

Wien. Am Freitag hat die FPÖ die offizielle Facebook-Seite ihres ehemaligen Parteichefs Heinz-Christian Strache stillgelegt. Zuvor hatte Strache von der Partei die Herausgabe der Zugangsdaten und Administrationsrechte gefordert und ihr dafür ein Ultimatum bis Freitagnacht gesetzt. Der Forderung kam die Partei jedoch nicht nach.

Eigentum der FPÖ”

In einer Aussendung erklärte die Partei, sie könne Straches Forderung „aus rechtlichen Gründen” nicht nachkommen. Stattdessen gab man bekannt, die „HC Strache”-Fanseite auf Facebook sowie weitere Soziale-Medien-Seiten, die Straches Persönlichkeitsrechte verletzen würden, stillzulegen. „Nachdem sich auf den Seiten auch persönlich erstellte Fotos und Texte von Heinz-Christian Strache befinden, ist die Stilllegung die einzige Möglichkeit, dessen Rechte zu wahren und damit zugleich die Interessen der FPÖ als Medieninhaber” zu sichern. Die Seiten selbst seien nämlich „Eigentum der FPÖ”.

Strache kritisiert Stilllegung

Auf seiner privaten Facebook-Seite bezog Strache nun Stellung zu den Geschehnissen rund um seine Fan-Seite und bedankte sich bei allen „aufrichtigen und treuen” Usern und Unterstützern auf seiner „HC Strache Fanseite”. „Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Keine Sorge, ich komme nicht nur auf der Facebookfanseite wieder”, schreibt der ehemalige FPÖ-Parteichef dort. Wichtig sei es, sich selbst treu zu bleiben. Kritik übt er an der „aktuell gelebten Zensur der FPÖ-Funktionärsspitze durch die Stillegung” seiner „persönlich aufgebauten HC Strache Seite”. Diese Stilllegung sei „jedenfalls nicht im Sinne der Freiheitlichen Gemeinschaft und auch nicht im Sinne unserer Freiheitsideale”, erklärt Strache.

Strache-Anwalt: „Zeichen von Hilflosigkeit”

Wie der ORF berichtet, wertet Straches Anwalt Ben Irle die Deaktivierung der Facebook-Seite in einer ersten Reaktion als „Zeichen von Hilflosigkeit”. „Die FPÖ beweist mit ihrem Vorgehen abermals das Fehlen jedweden Konflikt- und Krisenmanagements“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Strache werde seine Ansprüche nun „mit gerichtlicher Hilfe durchsetzen“.

Die FPÖ verliert mit der Facebook-Seite jedenfalls eines ihrer zentralen Kommunikationstools. Bis vor Kurzem war Straches Fanseite der reichweitenstärkste politische Account auf Facebook in Österreich. Mittlerweile hat die Seite von Wahlsieger und ÖVP-Chef Sebastian Kurz mehr „Gefällt mir”-Angaben (über 800.000). Mit rund 786.000 „Gefällt mir”-Angaben hat der offizielle Facebook-Auftritt von Strache aber nach wie vor fast doppelt so viele Fans wie jene Hofers (340.000) und der FPÖ (131.000).

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