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Gesellschaft

Freie Meinungsäußerung: Jordan Peterson gründet Plattform „ThinkSpot”

Monika Šimić

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am

Bild: Universitätsprofessor und Verfechter der freien Meinungsäußerung Jordan Peterson / Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Aktualisiert um 16:04 Uhr.

Die „Anti-Zensur-Plattform” soll eine Alternative zu Facebook und YouTube darstellen und freie Meinungsäußerung sowie tiefgründigen Dialog und Wissensaneignung ermöglichen.

Toronto. Der kanadische Universitätsprofessor Jordan Peterson sorgt seit Jahren für Kontroversen und muss immer wieder Kritik – vor allem von linken Akteuren – einstecken. Peterson, der sich selbst als „Professor gegen die politische Korrektheit” bezeichnet, erlangte dank der Videoplattform YouTube weltweite Bekanntheit und erreicht mit seinen Vorträgen über Religion, Ideengeschichte und Psychologie inzwischen ein Millionenpublikum. Weil es auf Plattformen wie Facebook und YouTube in letzter Zeit vermehrt zu Zensur und sogar zu Löschwellen gekommen ist, gründete Peterson nun eine alternative Plattform namens ThinkSpot.

Plattform für zivilen und tiefgründigen Dialog

Diese neue Plattform, die sich derzeit noch in der Beta-Testphase befindet, wurde bewusst gegen diese Art von Zensur angelegt. ThinkSpot soll noch in diesem Sommer an den Start gehen. Eine Besonderheit dieser Plattform sind die Nutzungsbedingungen, wonach man Nutzer der Plattform nur dann blockieren wolle, wenn ein ordentliches US-Gericht eine solche Sperre anordnet. Damit versuche er, eine „Anti-Zensur-Plattform” zu schaffen. ThinkSpot richtet sich an Menschen, die an einem zivilen und tiefgründigen Dialog und Wissensaneignung interessiert sind.

Mindestlänge bei Kommentaren

Dennoch gibt es bei der Nutzung der Plattform einige Dinge zu beachten. So müssten Nutzer Kommentare mit Bedacht hinterlassen. Um „Trollen” keine Chance zu geben, müssen Kommentare etwa eine Länge von mindestens 50 Wörtern haben. Selbst wenn also jemand „trollen” würde, wären er zumindest ein Troll, der geistreiche Kommentare hinterlässt, so Peterson. Außerdem soll man alle Kommentare auf der Plattform mit einem Daumen nach oben bzw. nach unten bewerten können. Sollte das Verhältnis von positiven zu negativen Kommentaren unter 50/50 fallen, werden die Kommentare ausgeblendet. Peterson sei sich aber noch nicht sicher, ob das 50/50 Verhältnis hier als Richtwert passend ist.

Tester gesucht

In der Testphase werden neben Peterson auch der politische Kommentator Dave Rubin, Podcaster und Bestsellerautor James Altucher, ehemaliger US-Navy SEAL und Autor Jocko Willink, Wissenschaftsjournalist Michael Shermer und der Youtuber Carl Benjamin, der unter dem Pseudonym Sargon of Akkad schreibt, die Plattform nutzen. Sie alle sind Verfechter der freien Meinungsäußerung. Peterson startete via Twitter außerdem einen Aufruf, um noch weitere Tester für die Seite zu gewinnen. Auch die Tochter von Peterson ermutigte Podcast-Hörer, sich als Tester für die Plattform zu melden. „Wir brauchen dringend eine Plattform, die nicht rein willkürlich wegen zufälliger Herdenmentalität gegen Menschen vorgeht”.

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Die Party

    22. Juni 2019 at 11:53

    Wie kann man tester werden? Wie lautet die URL der Plattform? Wir brauchen mehr Details

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    22. Juni 2019 at 12:01

    Nur ein kleiner Hinweis, der eure hervorragende Arbeit keineswegs schmälern soll. Es müssten wohl mindestens 50 Worte als Kommentar beim Professoer hinterlassen werden. Wörter stehen im Wörterbuch und würden nicht den Sinn erfüllen.

  3. Avatar

    R

    22. Juni 2019 at 12:19

    Über Jocko Willink solltet ihr mehr schreiben

  4. Avatar

    GesteuerteOpposition

    26. Juni 2019 at 19:26

    Ist halt immer die Frage wer deplatformed werden kann und wie unabhängig die Infrastruktur wirklich ist.
    Auch ist Jordan Peterson Vergangenheit und Vernetzung suspekt, wie auch seine ziemlich handzahme Behandlung in den MassenMedien.
    Wirkt für mich wie diese medial aufgebauten Figuren wie z.B. Russell Brand. Niemand der solange auf einer westlichen Universität erfolgreich war ist gegen das Establishment, sowas wird ausgesiebt! Gar wieder ein Gatekeeper wie Noam Chomsky für die Linksliberalen?

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Gesellschaft

Antifa stört Uni-Vorlesung von Historiker Lothar Höbelt

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild (Hauptgebäude Universität Wien): Alexander Johmann via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Linke Störer drangen in den Hörsaal ein, während der Historiker Lothar Höbelt seine Vorlesung abhielt.

Wien. – Etwa 40 linke und linksextreme Studenten haben am Dienstag eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Universität Wien gestört. Dabei entrollten die Störer ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Raum für Nazis an der Uni – Sexismus und Rassismus bekämpfen” und verlasen einen kurzen Text, in dem davon die Rede ist, Professor Höbelt weiter zu beobachten, seine Vorlesungen zu dokumentieren und ihm kein ruhiges Leben an der Universität zu ermöglichen. Weiters brüllten die Störer lautstark Parolen, erregten dabei jedoch den Unmut einiger Zuhörer und verließen anschließend nach wenigen Minuten den Hörsaal. Das Freilich Magazin berichtete am Mittwoch über den Vorfall.

Vortrag bei FAV-/IfS-Akademie

Anlass für die Störung war ein Vortrag, den der als FPÖ-nah geltende Historiker Höbelt am kommenden Wochenende bei der Herbstakademie des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark (FAV) und des Instituts für Staatspolitik (IfS) in Semriach (Stmk.) halten wird. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Wien wirft dem Professor unter anderem deshalb „Rechtsextremismus” vor und fordert seine Entlassung (Die Tagesstimme berichtete). Zur Störung am Dienstag hatte neben der ÖH Uni Wien auch die linksextreme Gruppe autonome antifa [w] aufgerufen.

FAV-Obmann Sickl: „Diesen totalitären Zügen ist Einhalt zu gebieten”

Kein Verständnis für den linken Skandalisierungsversuch bringt hingegen der steirische FAV-Obmann Heinrich Sickl auf. „Diese Forderung erklärt in wenigen Worten die Grundeinstellung der linken Zivilgesellschaft. Unliebsame nicht-linke Protagonisten müssen durch ein Spitzelwesen, das an Metternich und die Stasi erinnert, beobachtet und ihr Wirken verunmöglicht werden. Diesen totalitären Zügen ist Einhalt zu gebieten”, wird Sickl im Freilich-Beitrag zitiert. Bereits zuvor hatte der FAV-Vorsitzende den Rücktritt des ÖH-Vorsitzteams gefordert, um „klare Kante” gegen Linksextremismus zu zeigen.

Kritik kam auch vom Wiener Landtagsabgeordneten Leo Kohlbauer (FPÖ). Auf Twitter schrieb er: „Linksradikale stören den Vortrag des renommierten Professor Lothar Höbelt und diffamieren diesen als ‚Nazi’. Die Unileitung muss sich umgehend von diesen Stiefeltruppen distanzieren. Meinungsfreiheit und Rechtsstaat sind in Gefahr!”

Weiterlesen:

„ÖH forderte Entlassung: Wirbel um Höbelt-Auftritt bei patriotischer Tagung” (30.10.2019)

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Gesellschaft

IGGÖ: „Moscheen dringend notwendig, um Islam transparenter zu machen”

Monika Šimić

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ASDF Symbolbild: Islamisches Zentrum in Wien (großer Gebetsraum der Moscchee) / Bild: Dnalor 01 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, wünscht sich eine große Moschee für jedes Bundesland. Von der FPÖ kam Kritik, die Vural nicht nachvollziehen kann.

Wien. Der Wunsch des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, eine größere Moschee in jedem Bundesland zu errichten, hat in den vergangenen Tagen für Kritik seitens der FPÖ gesorgt. In diesem Zusammenhang warnten FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener FPÖ-Chef und Vizebürgermeister Dominik Nepp etwa vor einer „schleichenden Islamisierung” und generell vor dem politischen Islam. Man wolle nun sogar die Auflösung der IGGÖ prüfen.

Vural: Plan der IGGÖ „rechtens”

In einer Presseaussendung wehrte sich Vural nun und erklärte: „Wer Muslimen die freie Religionsausübung verwehren will, steht im Widerspruch zu unserer demokratischen Staatsordnung”. Der Plan der IGGÖ in den islamischen Religionsgemeinden der Bundesländer würdige Räumlichkeiten samt Moschee zu etablieren, sei nicht nur rechtens, sondern auch dringen notwendig, um den Islam in Österreich transparenter zu machen.

Jahrelang hat man sich bei den Muslimen beschwert, sie würden nur in ihren Hinterhof-Moscheen bleiben. Aber wenn man würdige Moschee-Bauten anstrebt, die die Hinterhöfe obsolet machen würden, passt es gewissen Kreisen auch nicht”, so Vural weiter.

FPÖ sollte Energie in Aufarbeitung der „eigenen Skandale” stecken

Zu Nepps Ankündigung, die Auflösung der IGGÖ prüfen zu lassen, meinte Vural, dass die FPÖ Wien das gerne tun dürfe. „Diese Energie wäre bei der Aufarbeitung der eigenen Skandale womöglich besser aufgehoben”, so Vural abschließend.

In einem Interview mit der Presse am Sonntag hatte Vural den Wunsch geäußert, eine große Moschee für jedes österreichische Bundesland zu etablieren. Sein Argument lautete, dass es in jedem Bundesland eine Kirche oder Synagoge gebe und nichts dagegen sprechen würde auch eine Moschee zu haben.

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Verhinderte de Maizière-Lesung wird unter Polizeischutz nachgeholt

Joshua Hahn

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ASDF Bild (De Maizière 2013): Stephan Röhl / Heinrich-Böll-Stiftung via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Unlängst wurde eine Lesung des ehemaligen Innenministers Thomas de Maizière von linksextremen Aktivisten sowie Anhängern der „Fridays for Future”-Bewegung verhindert. Sie soll nun nachgeholt werden.

Göttingen. – Im Rahmen des „Göttinger Literaturherbst“ sollte Thomas de Maizière sein neu erschienenes Buch „Regieren. Innenansichten der Politik“ vorstellen. Wie Die Tagesstimme berichtete, verhinderten etwa 100 Demonstranten die Lesung, weil der ehemalige Innenminister mitverantwortlich für den „Flüchtlingsdeal“ mit der Türkei sei. Nachdem die Blockade Kritik hervorrief, soll die Veranstaltung nun nachgeholt werden. Am 26. November wird der Christdemokrat im Alten Rathaus in Göttingen aus seinem Buch lesen. Dies teilte laut dem „NDR“ eine Sprecherin des „Literaturherbstes“ mit. 

Veranstaltung findet unter Polizeischutz statt

Wie die „Bild“ berichtet, teilte die Sprecherin Nina Hornig auf ihre Anfrage mit: „Uns wurde von Seiten der Polizei versichert, dass die Veranstaltung reibungslos ablaufen kann.“

Niedersachsens Innenminister, Boris Pistorius (SPD), bezeichnete die Blockade als einen „Bärendienst an der Demokratie“. Verantwortlich für die Blockade der Veranstaltung war die „Basisdemokratische Linke“. Sie ist einer von über dreißig Ablegern der „Interventionalistischen Linken“, welche laut dem Bundesverfassungsschutz ein „taktisches Verhältnis zur Gewalt“ aufweist.

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