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Kolumne: Hofer, der Bevölkerungsaustausch und die linke Deutungshoheit

Julian Schernthaner

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Bild (Norbert Hofer 2014): Franz Johann Morgenbesser via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0] [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit dem linksliberalen Standard gab Neo‐FPÖ‐Chef Norbert Hofer zu Protokoll, den Begriff „Bevölkerungsaustausch” auszurangieren. Diese Ankündigung kann allerdings auch dann ein Eigentor sein, wenn sich inhaltlich nichts ändert.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Gerade nach den verheerenden Aussagen des Ibiza‐Videos ist es verständlich, wenn der Nachfolger von Heinz‐Christian Strache etwas sanftere Töne anschlägt. Und Wirtshauspolterer war der sanftmütige Burgenländer Norbert Hofer auch in der Vergangenheit keiner. Dennoch ist es nötig, die alte Leier zu bespielen: Es bringt nichts, auf Biegen und Brechen feindlich gesinnten Akteuren gefallen zu wollen.

Anbiederung ist keine staatsmännische Geste

Außerfrage steht, dass die beinahe staatsmännische Besonnenheit Hofer eine Beliebtheit jenseits des eigenen Lagers beschert. Auch ich zähle mich traditionell zu den Menschen, die gar nicht anders können. Ich empfinde den vierfachen Familienvater, der nach schwerem Schicksalsschlag nicht als gezeichneter Mann, sondern aufrichtiger Kämpfer für seine Heimat aufstand, als sympathischen Menschen.

Und als passionierter Liebhaber öffentlichen Nahverkehrs und vehementer Umweltschützer treffen seine Pläne in diesen Themen bei mir auf offene Ohren. Weniger Freude bereitete mir allerdings schon in der Vergangenheit sein Umgang mit der patriotischen Zivilgesellschaft und Medien in diesem Sektor. Schon damals richtete ich mahnende Worte in seine Richtung – leider verhallten sie ungehört. Der neue FPÖ‐Chef macht denselben Fehler, den Konservative seit Jahrzehnten machen: Er biedert sich an.

Bevölkerungsaustausch” kein „rechtsextremer Terminus”

Denn während er mit patriotischen Medien „nicht im selben Boot, nicht einmal im selben Meer” sitzen möchte, plaudert er beim Falter und beim Standard aus dem Nähkästchen wie mit alten Klassenkameraden. Er lässt sich erneut eine Distanzierung ohne Not von den medial übermäßig verrissenen Identitären – seine persönliche Abneigung sei ihm unbenommen – abringen. Und letztendlich lässt er sich einen Abstand zu einem hauseigenen Begriff aufschwatzen – Die Tagesstimme berichtete.

Als studierter Sprachwissenschaftler weiß ich trefflich um die Macht der Worte. Und gegen taktische Abrüstung selbiger spricht freilich nichts, solange der Inhalt stimmt. Allerdings ließ er auch den Standard-Vorwurf, beim Wort „Bevölkerungsaustausch” handle es sich um einen „rechtsextremen Terminus”, unwidersprochen. Das ist besonders deshalb fatal, weil sein langjähriger Vorgänger, unter dessen Ägide Hofer ja auch die Parteilinie mitschrieb, diesen unlängst freimütig gebrauchte.

Das Overton‐Fenster wandert nach links

Und damit sendet er gefährliche Signale – ins eigene Lager, aber auch auf die Gegenseite. Medien, die ihm ohne mit der Wimper zu zucken einen Skandal zimmern würden, können mit ihm Schlitten fahren. Gestern ‚Heuchler’ und aufgrund burschenschaftlichen Engagements vermeintlicher Ablehner der österreichischen Nation – heute beste Freunde. Bloß, so läuft das nicht.

Ab dem Zeitpunkt, wo er die Deutung des „Bevölkerungsaustausches” als rechtsextremen Begriff abnickt, gilt die gesamte Strache‐Ära als „rechtsextrem” – das Overton‐Fenster gleitet weiter nach links. Freiheitliche, die ihn fortan gebrauchen, können sich nicht auf die Billigung des Parteichefs berufen, sondern müssen von der „Änderung der Struktur der Bevölkerung” als Maximaläußerung sprechen. Oder riskieren, das nächste medial inszenierte ‚Rattengedicht’ der FPÖ zu werden.

Diskurs über demographische Veränderung in Gefahr

Und weil es von der vermeintlich „rechtsextremen” FPÖ kommt, wäre selbst das per definitionem schon wieder kritikwürdig. Die Schere dieses Zirkelschlusses geht dann ein paar Mal auf und zu – bis irgendwann auch eine inhaltliche Debatte ohne Zungenakrobatik völlig unmöglich ist. Denn es geht ihnen nicht darum, ob man das Phänomen nun als „Bevölkerungsaustausch” oder „Strukturwandel” bezeichnet. Der Diskurs darüber ist es, welchen sie im Keim ersticken wollen. Und daraus machen sie auch keinen Hehl.

Wie Bernhard Weidinger vom DÖW nämlich im Frühjahr in einem News-Interview sagte: „Da ist zunächst diese Grunderzählung […] wonach in den westlichen Ländern die angestammte Bevölkerung sukzessive durch zugewanderte Menschen ersetzt werden […] Man nimmt die erhöhte Diversität nicht einfach zur Kenntnis, sondern zeichnet sie in katastrophischen Farben.” Und ja, dazu gehören auch die von Hofer weiterhin erwünschten Debatten, ob jemand im Gemeindebau der einzige mit deutscher Muttersprache ist.

Linker Journalist will Patrioten „ausgrenzen”

Tatsächlich ist es nämlich eine andere Episode aus dieser Woche, welche aufzeigt, dass es nicht um Worte, sondern um Deutungshoheit über Inhalte geht. Denn als Sebastian Kurz zum dritten ÖVP‐Spitzenpolitiker binnen kurzer Zeit wurde, der dem patriotischen Magazin Info‐DIREKT – übrigens keine Bootslektüre Hofers – ein Interview gab, platzte einem Journalisten der zu 100 Prozent staatlichen Wiener Zeitung auf Twitter der Kragen.

Denn für Werner Reisinger handelt es sich bei der gesamten patriotischen Publizistik um rechtsextreme „Hassmedien”. Diese gehören für ihn „ausgegrenzt”, denn „Rechtsextreme gehören wie Rechtsextreme bewertet”, da gebe es „kein Durchkommen”. Und wer rechtsextrem sei, bestimmen „renommierte Wissenschaftler aus dem In‐ und Ausland”. Sprich, sofern er das DÖW mitmeint, gehört auch die FPÖ – für diese Einrichtung eine „rechtsextreme Partei” – ausgegrenzt.

Linke dürfen Vokabular nicht vorschreiben!

Und genau von dieser Blase darf man sich als Rechter niemals vorschreiben lassen, welcher Sprachgebrauch zulässig ist, andernfalls wittern sie Morgenluft. Herr Hofer, wenn Sie sich von linken Journalisten und Medien das Vokabular diktieren lassen, wird die FPÖ keine patriotische Wende herbeiführen, sondern als politisches Pausenhofopfer in die Geschichte eingehen. Ihre 46 Prozent aus dem Präsidentschaftswahlkampf können Sie sich dann einrahmen gehen – denn in Schönheit gestorben ist leider auch politisch mausetot.


Weiterlesen:

FPÖ‐Chef Hofer will nicht mehr von „Bevölkerungsaustausch” sprechen (26.6.2019)

Kampf gegen Bevölkerungsaustausch”: Kommt Strache zur Besinnung? (Kolumne, 28.4.2019)

Gute Ratten, schlechte Ratten: Österreich als groteske Seifenoper (Kolumne, 24.4.2019)

Und doch: Patrioten und freie Medien sitzen im selben Boot (Kolumne, 17.4.2019)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Widerstand

    28. Juni 2019 at 13:32

    Es scheint in der Politik der NEUE TREND zu sein, dass verschiedene Akteure DERSELBEN Partei völlig konträre Postionen einnehmen, z.B. Herr Kurz und die ÖVP, Herr Strache und Herr Hofer. Man will damit offensichtlich, auch inhaltlich, verschiedene Wählerschichten ansprechen, ABER, am Ende zählt nur eines, WAS MAN TUT und nicht, WAS MAN REDET.

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Meinung

Kolumne: Immer diese bösen rechten Grenzschützer?

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

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ASDF Symbolbild Matteo Salvini: By Fabio Visconti [CC BY-SA 3.0 ], from Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Seit Wochen und Monaten kassiert der italienische Innenminister Salvini wegen seiner konsequenten Grenzpolitik einen Seitenhieb nach dem anderen. In Vergessenheit gerät schnell, dass auch Mittelmeer‐Anrainer mit linksgerichteten Regierungen keine Freude mehr mit plötzlichen Massenanstürmen auf ihr Land haben.

Kolumne von Julian Schernthaner.

Ja, eigentlich ist es doch glasklar. Wer Menschenleben rettet, der kann kein Verbrecher sein. ‚Seenotrettung’ ist ein zutiefst humanitärer Akt, wer sie betreibt, in dem steckt auch für Geistliche zumindest ein Stück Jesus. Und wer sich dagegenstellt, der ist ein Unmensch, der aus purem Rassenhass zuschauen will, wie kleine Kinder mit Kulleraugen elendig absaufen. Warum also nicht etwas mehr mit St. Carola leben und gleich die ganze halbe Million aus Libyen abholen. Am besten noch alle „Klimaflüchtlinge” der Welt nach Deutschland, zumindest 20.000 müsste doch jede Mittelstadt stemmen…

Rettung aus Seenot ist keine Freifahrt nach Europa

Nein, werter Leser, Sie können beruhigt sein: Mich hat nicht über Nacht das unkritische „Open Borders”-Fieber gepackt. Wie ein erklecklicher Anteil von Ihnen raufe ich mir bei solchen ständigen Wortmeldungen in der deutschen Öffentlichkeit die Haare aufgrund jener, welche mit einem blutenden Herzen das Leid der Welt am deutschen Wesen genesen lassen wollen.

Was in diesem Framing der einwanderungsfreundlichen Diskurswächter in den Hintergrund gerät, ist nämlich die dritte Option: Menschen zu retten und diese an einen Ort zu bringen, der nicht nur der nächste sichere Hafen ist, sondern möglicherweise auch nicht in Europa. Denn wie bereits Australien vorzeigte: Wer die Boote zurückschickt, verhindert den Pull‐Faktor und letztendlich kommt niemand mehr bei gefährlichen Überfahrten zu Tode.

Auch manche Linke springen auf kritischen Asylzug auf

Prinzipiell ist das auch ein Ansatz, den mehrere europäische Regierungen verfolg(t)en. Egal ob es nun die populistische Regierung Italiens mit ihrem „Torwächter” Salvini ist, oder die ehemalige österreichische Mitte‐Rechts‐Regierung, die sich weiterhin hinter diesen Kurs stellt. Sie alle verfechten zumindest programmatisch den Ansatz, dass sichere Außengrenzen gepaart mit einer Hilfe vor Ort eine menschlichere Variante ist, als jene, welche nicht am Weg verenden, mit falschen Hoffnungen in eine ihnen fremde Welt zu führen. Und tatsächlich: Die Zahl der Toten ist stark rückläufig.

Wer etwas genauer hinschaut, sieht auch: Diese Zeichen der Zeit haben nicht nur die „rechten Recken” Europas erkannt. Unlängst etwa trotzten die dänischen Sozialdemokraten mit einer Kombination aus sozialem Ansatz und migrationskritischem Kurs der Abwärtsspirale der Roten in Europa, holten einen überzeugenden Wahlsieg. Und auch Malta, neben Italien unter den bösen ‚Hafenschließern’, hat einen sozialdemokratischen Premierminister. Selbst Spanien, das noch voriges Jahr den Grenzzaun seiner Exklaven zu Marokko entschärfen ließ, heftet sich mittlerweile an.

Auch Spanien verschärft Gangart gegenüber NGOs

Ja, Sie haben richtig gelesen: Das von einer linken Minderheitsregierung geleitete iberische Land macht „Aktion scharf”. Man arbeitet mit Marokko zusammen, welches prinzipiell für Seenotrettung vor seiner Küste zuständig ist – unterstützt es aber dennoch. Die Marokkaner bringen die aufgelesenen Migranten dann zurück auf den afrikanischen Kontinent. Auf diese Art und Weise gingen die Ankünfte in Spanien im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zurück.

Dem nicht genug – auch private Organisationen haben mit dem neuen spanischen Kurs nichts mehr zu lachen. Wie das linke Blatt Neues Deutschland bemängelt, droht man den Mittelmeer‐NGOs dort mit Strafen bis zu 901.000 Euro. Die aus dem eigenen Land stammende „Open Arms” hinderte man mehrfach am Auslaufen. Zum Vergleich: In Italien bewegt sich der Strafrahmen zwischen 10.000 und 50.000 Euro.

Massenmigration als Segen für Interessensgruppen

In vielen Medien, deren maßgebliche Akteure sich andernfalls in Heldengesängen auf Rackete und Fluchsalven auf Salvini ergießen, findet diese Tatsache allerdings wenig Niederschlag. Zu sehr würde wohl die Tatsache, dass die Kritik an den umstrittenen NGO‐Missionen wohl doch nicht nur vermeintlichen ‚bösen, rechten Menschenfeinden’ vorbehalten ist, das erwünschte Bild trüben. Zu groß ist zu vielen Leuten die Schnittmenge zwischen moralischer Überlegenheit, vermeintlicher historischer Schuld, billigen Arbeitskräften und der Utopie des globalen Dorfes.

Linskradikale – deutsche Redaktionen sind leider voll von ihnen – brauchen ständig neue Nazis für ihren „antifaschistischen” Kampf. Globalisten währenddessen profitieren von ständig neuen, billigeren Märkten und Marktressourcen. Und Menschen mit einem Helfersyndrom benötigen eben ständig neue Hilfsbedürftige. Mit dem – frei nach einer hochrangigen Grünpolitikerin – „Geschenk” dieser Menschen und den Konsequenzen haben alle drei ihre eierlegende Wollmilchsau.

Gerechtere Welt durch Aufbau in der Heimat

Viele Menschen ohne entsprechende Agenda wären hingegen der Ansicht, dass man Leuten in der eigenen Heimat eine Perspektive schaffen sollte, während man die Anreize zur gefährlichen Überfahrt kappt. Immerhin wird auch die Schwelle der Assimilation mit zunehmender kultureller Distanz nicht kleiner. Die Auswanderung schadet Afrika, die Einwanderung schadet Europa. Auf der Strecke bleiben die einfachen Menschen auf beiden Kontinenten.

Auch der Dalai Lama vertritt die Ansicht, dass Migranten nach einer Ausbildung in Europa zurückkehren und ihre Heimat aufbauen sollen. Im deutschsprachigen Raum enden ähnliche Forderungen patriotischer Aktivisten unterdessen mitunter in Hausdurchsuchungen. Dabei würden gerade deren Forderungen nach Remigration und konsequenter Hilfe vor Ort wirklich das Potenzial einer gerechteren Welt mit Völkern und Ländern auf Augenhöhe eröffnen.

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Meinung

Arielle, Bond & Co.: Zunehmendes ‚Blackwashing’ im Kino

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ASDF Edvard Eriksen, Schöpfer der berühmten Bronzestatue im Kopenhagener Hafen, dachte deren Farbe vermutlich nicht als Anleitung. Symbolbild: Ikiwaner via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Kommende Kinofilme werden mit schwarzen Hauptdarstellern besetzt in Geschichten, deren Protagonisten eigentlich weiß sind. Die ‚Progressiven’ jubeln und die Gesellschaft wird auf Multikulti als Norm vorbereitet.

Kommentar von Martina Huber

Man muss kein besonderer Cineast sein, um folgende Situation zu kennen: ‚Progressive’, welche sich beschweren, dass Charaktere, welche nach Drehbuchvorlage eigentlich schwarz oder asiatisch sind, mit weißen Schauspielern besetzt werden. Die Empörung kehrt selbst dann ein, wenn schwarze Personen für Fotos aufgehellt werden. Die Rede war dann immer von einem „Whitewashing”. Man könnte also annehmen, diesen Menschen ist die Authentizität wichtig: Dass Charaktere die vom Erfinder vorgesehene Hautfarbe tragen. Das heißt – man konnte es annehmen.

Die kleine Meerjungfrau als afroamerikanische Prinzessin

Denn nun machte die Runde, dass die Hauptrolle der neuen Disney‐Realverfilmung von Arielle an Halle Bailey, eine schwarze Schauspielerin geht. Arielle, das ist übrigens jene Meerjungfrau, deren optisches ‚Markenzeichen’ bislang ihre helle Haut und roten Haare waren, ist nun also schwarz. Es ist davon auszugehen, dass das infolgedessen wohl auch Triton, ihren Vater und König der Meere, zum Dunkelhäutigen macht.

Disney macht also aus Arielle einen afroamerikanischen Film statt sich vom Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ des dänischen Schriftstellers Hans‐Christian Andersen inspirieren zu lassen. Angesichts dessen, dass es ja auch über Rothaarige allerhand Vorurteile gäbe, würde man nun meinen, dieselben ‚Progressiven’ würden nun aufschreien. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: Sie begrüßen die Besetzung, man freut sich über die schwarze Arielle.

Die Rechtfertigung ist flexibel

Plötzlich ist es also doch nicht so wichtig, dass ein Charakter diejenige Hautfarbe hat, welche ihm seine Schöpfer andachten – das Dänemark des 19. Jahrhunderts war ein ziemlich hellhäutiger Ort und Paul Gauguin malte sie schon 1889 rothaarig. Und auch Edvard Eriksen dachte Bronze als Materialwahl für seine berühmte Statue wohl kaum als farbliche Anleitung.

Diese Erkenntnis gilt doppelt vor dem Hintergrund, dass bereits frühe Interpretationen des Stoffes eine latent autobiographische Projizierung des käseweißen Andersen erkannten – ein wiederkehrendes Motiv seiner Märchen. Und dennoch werden alle Personen, welche die nunmehrige Besetzung kritisieren, als Rassisten verunglimpft. Immer so, wie man es gerade braucht.

Schwarze Frau als Bond‐Ersatz

Arielle ist nicht der einzige jüngste Fall. Denn bis jetzt galt die Aussage „da kann man auch James Bond mit einer schwarzen Frau besetzen” ungefähr in der Kategorie eines Sonnenaufgangs im Westen. Nun wird der nächste 007 eine schwarze Frau. Und die Reaktionen sind dieselben wie bei Arielle. Dasselbe galt bereits zuvor bei einem schwarzen Beowulf und einem schwarzen Heimdall.

Hier sammeln sich jene, welche das Bewährte verteidigen, dort jene, welche das Festhalten daran für Rassismus halten. Hinzu kommen noch – wie einst bei Dr. Who – Leute, die sich jetzt allein über die Tatsache beschweren, dass James Bond nun von einer Frau dargestellt wird. Also ganz schon viel, an dem man sich reiben kann.

Die Heuchelei der „Blackwashing”-Beklatscher

Dabei ist es die Rollenverteilung in der Empörung, welche besonders entlarvend wirkt. Denn, wer sogenanntes „Whitewashing” bemängelt, aber den umgekehrten Fall bejubelt. zeigt worum es geht: Es geht ihnen nicht um authentische Identifikationsfiguren für Menschen aus allen möglichen Kulturen – gerade junge Europäer und weiße Amerikaner hätten diese auch bitter nötig. Es geht ihnen auch nicht darum, dass die Hautfarbe egal wäre.

Es geht ihnen einzig um die Förderung von schwarzen Figuren im Film. Wie der Charakter angedacht war ist egal – Hauptsache die Figur ist schwarz. Als Argument wird genutzt, was gerade eben passt, um das Ziel durchzusetzen. Und das hat – neben der offensichtlichen Heuchelei – auch eine soziologische Dimension.

Vorbereitung auf Multikulti‐Zukunft

So suggerieren Film und Werbung schon längst, der Anteil der Schwarzen an der Bevölkerung sei um einiges höher als es den Tatsachen entspricht. Gleichzeitig ist die symbolische Umfärbung ausgerechnet der zentralen Protagonisten eine Kampfansage: Die Zukunft ist ‚bunt’ – an jeder Ecke könnten wir ihnen begegnen, den abertausenden Identifikationsfiguren mit Migrationshintergrund, der ‚edle Wilde’ war gestern.

In Wirklichkeit führen solche Darstellungen natürlich nicht zur gesellschaftlichen Emanzipation der so beförderten Gruppen. Sie sollen einzig eine wie eine Monstranz umher getragene Multikulti‐Gesellschaft darstellen, welche in diesem Ausmaß bislang nicht und in dieser Harmonie noch nie existierte. Wenn sich die ethnischen Mehrheitsverhältnisse dem dargestellten Bild annähern, so wohl das Kalkül, gibt es weniger Widerstand.

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Wort zum Sonntag: Es gibt nur zwei Geschlechter

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ASDF Symbolbild (CC0)

Im Vatikan dreht sich nicht nur alles um Migration und Klimaschutz, hin und wieder setzen sich auch Ansätze durch, die der Christenheit des 21. Jahrhunderts Anlass für Hoffnung geben. So geschehen durch die Veröffentlichung des Grundsatzdokumentes „Als Mann und Frau schuf er sie“.

Kolumne von Raphanus

Dabei wendet sich das etwa dreißigseitige Vatikanpapier unter anderem gegen die Tendenz, Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, denn wer für eine Gesellschaft ohne Geschlechtsunterschiede eintrete, zerstöre die Basis der Familie.

Ehe als Bund zwischen Mann und Frau

Das Dokument unterstreicht, dass die Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau sei, und nennt die Familie eine anthropologische Tatsache, die man vor ideologisch motivierten Zersetzungsversuchen schützen muss, da Kinder ein Recht darauf haben, in einer Familie aufzuwachsen – mit Vater und Mutter.

LGBTQ‐Aktivisten vermuten hinter dieser Stellungnahme in gewohnter Untergriffigkeit „einen Krieg, den der Vatikan trans und inter Menschen erklärt“ hätte. Der Verband New Ways Ministry, der für die LGBTI‐Rechte in der katholischen Kirche einsteht, kritisiert das Papier als schädliches Werkzeug und verortet den Vatikan mit seinen Ansichten in der Zeit des Mittelalters. Er spreche für Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten. Lustig, dass gerade Gender‐Ideologen von Mythen sprechen, sehen sie sich doch selbst immer wieder mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit konfrontiert.

Gender‐Kritiker

Kritiker sehen, dass die Gender‐Ideologie mit der wissenschaftlichen Wahrheitssuche von Biologie, Medizin und Gehirnforschung gebrochen hat und wissenschaftlichen Institutionen für ihre revolutionäre Agenda missbraucht. Mit Sorge wird darauf aufmerksam gemacht, dass Aktivisten sich der Manipulation und totalitärer Durchsetzungsmethoden bedienen, was sich in juristischer Einschränkung der Meinungsfreiheit, der Beschneidung der Religionsfreiheit und der Sexualisierung der Kinder durch den Staat festmacht.

Auch die Gender‐Ideologie sei tief in die Kirche eingedrungen, sie entwickelte keine christliche Alternative zur staatlichen Sexualerziehung und überließ das Territorium weitgehend kampflos den Zerstörern christlicher Kultur. Eltern, die versuchten, ihre Kinder zu beschützen, fanden kaum Unterstützung.

Doch das alles hätte auch sein Gutes: Denn unter dem Verfall des westlichen Europas sprosst neues Grün in Form unzähliger großer und kleiner Initiativen, die glauben, dass der Kampf zwischen dem rebellischen Menschen und Gott von Gott gewonnen wird.

Das klingt fast wie ein Aufruf: Christen, holt euch eure Kirchen zurück!

Das Originaldokument „Als Mann und Frau schuf er sie” kann hier – momentan leider nur auf Englisch – gelesen werden: https://zenit.org/articles/new-vatican-document-provides-schools-with-guidance-on-gender-issues

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