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Gesellschaft

Deutsche Politiker verteidigen festgenommene „Sea Watch”-Kapitänin

Joshua Hahn

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am

One of the detained SeaWatch vessels in the Malta.- Sinn Féin CC BY 2.0 via Flickr (Bild zugeschnitten)

Die „Sea Watch”-Kapitänin Carola Rackete erhält prominente Unterstützung aus Deutschland. Ein Spendenaufruf soll bereits über 400.000 Euro eingebracht haben.

Berlin. – Nachdem das Schiff „Sea-Watch 3“ verbotenerweise den Hafen Lampedusas angesteuert hatte, wurde die Kapitänin Carola Rackete verhaftet. Ihr drohen nun mehrere Anklagen – unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Migration – und im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren (Die Tagesstimme berichtete).

Böhmermann mit Spendenaufruf

Prominente Unterstützung erhält die NGO-Kapitänin hingegen aus Deutschland. So starteten etwa die beiden Fernsehmoderatoren Klaas Heufer-Umlauf und Jan Böhmermann einen Spendenaufruf. Die beiden erklärten in einem gemeinsamen Videoaufruf, dass es kein Verbrechen sei, „Menschenleben zu retten”. Laut Bericht des Handelsblatts seien bereits über 400.000 Euro an Spenden eingenommen worden.

Linke Politiker verteidigen Rackete

Solidarität erhielt Rackete auch von deutschen Politikern. So schrieb etwa der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) in einem Tweet, dass das Retten von Menschenleben eine „humanitäre Verpflichtung“ sei. Die italienische Justiz solle die Vorwürfe schnell klären.

Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli spendete 1.000 Euro und machte dies auf Twitter bekannt. „Niemals dürfen wir uns damit abfinden, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken. Und niemals damit, dass die Rettung von Menschenleben bestraft wird. Bin zu klein, um politisch etwas zu bewegen. Aber ich kann für Carola Rackete spenden. Tut das bitte auch”, ruft sie auf ihrem Profil auf.

Grünen-Chef Robert Habeck wiederum kritisierte die „Ruchlosigkeit der italienischen Regierung“. Dass Salvini der NGO-Kapitänin unter anderem die „Unterstützung von Menschenhändlern“ vorwerfe, sei eine „Sprachverdrehung Orwellschen Ausmaßes“.

Die EU-Abgeordnete der Linkspartei, Özlem Demirel, stellte sich ebenfalls demonstrativ hinter die deutsche Kapitänin. „Carola Rackete gehört nicht hinter Gitter, sondern verdient einen Orden für ihre Courage und Menschlichkeit”, so Demirel.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bezeichnete die Verhaftung wörtlich gar als „Schande für Europa“. Über die Geschehnisse sei er „traurig und zornig“.

Sie haben die Maske abgelegt”

Rackete war vergangene Woche mit dem Schiff „Sea-Watch 3” unerlaubt in italienische Hoheitsgewässer und anschließend auch in den Hafen von Lampedusa eingefahren. Dabei ignorierte sie die Anweisungen und das Verbot der italienischen Behörden. Beim Einlaufen in den Hafen rammte das NGO-Schiff dann auch noch ein Boot der italienischen Finanzpolizei. Innenminister Matteo Salvini bezeichnete die „Sea Watch”-Besatzung deshalb als „Kriminelle”. „Sie haben die Maske abgelegt: Das sind Verbrecher”, sagte der Lega-Chef.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    30. Juni 2019 at 16:52

    Was haben die Deutschen nur für einen linggen Außenminister, der seine Landsleute zu Gesetzesbrüchen in einem anderen Land aufruft?Möcht sehen, was da in der BRD los wäre, macht das einer im Merkelland.

    Wenn es nach den Linken geht, leitet diese selbst sowieso die Willkür.
    Die Frau, die das Kommando auf dem Schiff anführt, sie gehört hinter Schloss und Riegel, und das ohne Wenn und Aber. Mutwillig, Gesetze ignorieren, und drüber hinweg Steigen.
    Die ist ja total geblendet von der Allmacht ihrer Pflaume.

  2. Avatar

    Widerstand

    1. Juli 2019 at 9:48

    Deutschland und Frankreich beschweren sich über das Vorgehen von Italien. Italien unter Salvini ist zurzeit nicht das Problem. Deutschland und Frankreich sind und waren das Problem.
    MAN MUSS SICH VOR DIESEN BEIDEN LÄNDERN SCHÜTZEN. BAUT EINE MAUER.

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Gesellschaft

Kündigung wegen Nähe zu rechten Fans: Frahn-Klage gegen Ex-Verein erfolgreich

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (Stadion an der Gellertstraße, Heimstätte des Chemnitzer FC): Lord van Tasm via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Kehrtwende im Fall Frahn: Das Arbeitsgericht in Chemnitz gab der Klage von Daniel Frahn gegen die fristlose Entlassung beim Chemitzer FC statt.

Chemnitz. – Das Arbeitsgericht Chemnitz erklärte die fristlose Entlassung des einstigen CFC-Kapitäns für unzulässig. Eine außerordentliche Kündigung bringe hohe Hürden mit sich, welche allfälliges Fehlverhalten im privaten Bereich nicht erfülle. Damit ist Frahn laut Tag24 ab sofort formell wieder Vertragsspieler des Drittligisten, der Kontrakt läuft bis 2021.

Fristlose wegen Kontakten zu rechter Fangruppe

Die Causa um den mehrfachen Regionalliga-Torschützenkönig, zuletzt eine Identifikationsfigur bei Kollegen und Fans, kam im August ins Rollen. Frahn hatte zuvor mit Akteuren einer rechten Fangruppierung ein Auswärtsspiel seines Vereins besucht, um diesen auch während einer Verletzung anfeuern zu können. Dafür hatte der Verein keinerlei Verständnis und setzte den Kapitän der Mannschaft vor die Tür – Die Tagesstimme berichtete.

Verantwortliche betonten damals, zu den Aufgaben eines CFC-Spielers gehöre „mehr als nur Tore zu schießen und sich bejubeln zu lassen”, nämlich „Haltung”. Frahn klagte gegen seine Unterlassung und bekam nun recht. Sein Anwalt hatte in der Verhandlung betont, dass dieser zudem „in der Fanszene und innerhalb der Mannschaft noch immer viele Sympathien” genieße.

Verein will durch alle Instanzen gehen

Keine Freude mit der Entscheidung hat man unterdessen beim Chemnitzer FC. Hauptgesellschafter Klaus Siemon bezeichnete das Urteil als „Skandal”. Die Justiz in der drittgrößten sächsischen Stadt würde „zum wiederholten […] sehr rechtslastig” entscheiden.

Man wolle in Berufung gehen, notfalls bis zum Bundesarbeitsgericht. Das Urteil sieht man daher als nicht rechtskräftig, die Kündigung bleibe somit aufrecht. Daher werden man diesen „auch weiterhin nicht am Trainings- und Spielbetrieb des CFC teilnehmen” lassen.


Weiterlesen:

Wegen Nähe zu rechter Fangruppe: Chemnitzer FC wirft Kapitän raus (6.8.2019)

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Gesellschaft

Dänemark: 20 Festnahmen bei Antiterroreinsatz

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Dänischer Streifenwagen): Kevin.B [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Bei einem Antiterroreinsatz in Dänemark am Mittwoch gab es insgesamt 20 Festnahmen. 

Kopenhagen. – Die festgenommenen Personen stehen in Verdacht, einen Anschlag mit Sprengstoff und Schusswaffen geplant zu haben. 

Polizeichef: „Militantes, islamistisches Motiv“

Die dänischen Behörden gaben bei einer Pressekonferenz bekannt, dass die 20 Personen in Verdacht stehen, Material für die Herstellung von Sprengstoff beschafft zu haben. Außerdem sollen sie versucht haben, an Schusswaffen zu gelangen.

Der Polizeichef Kopenhagens, Jørgen Bergen Skov,  sagte laut dem „ZDF“, man habe die Vorbereitung eines Terroranschlags mit einem „militanten, islamistischen Motiv“ befürchtet. Für mehrere der festgenommen Personen lautet der Vorwurf folglich Terrorismus. 

Razzien in verschiedenen Teilen von Dänemark

Die Hausdurchsuchen fanden in verschiedenen Teilen Dänemarks statt, wie die „Zeit“ berichtet. Die Verdächtigen sollen am heutigen Tag den Haftrichtern vorgeführt werden. Laut Skov ändere sich an der aktuellen Sicherheitslage in Dänemark jedoch nichts. Die Terrorgefahr sei bis auf Weiteres als „ernsthaft“ eingestuft. 

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Schwerin: Migranten randalieren in Notaufnahme

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Helios-Klinikum Schwerin): Gerd Fahrenhorst [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

In der Nacht zum Mittwoch kam es zu einem Polizeieinsatz in der Notaufnahme des Helios-Klinikums in Schwerin.

Schwerin. – Dabei sollen drei Migranten aus Georgien im Krankenhaus randaliert und eine Person verletzt haben. Bei den mutmaßlichen Tatverdächtigen handelt es sich um einen 31‑, einen 40-Jährigen sowie eine 58-Jährige Frau aus Georgien.

Wachmann mit Gegenstand im Gesicht verletzt

Gegen 2.30 erschienen die betrunkenen Tatverdächtigen in der Notaufnahme und verlangten unter Drohungen gegenüber dem Personal und wartenden Patienten eine sofortige Behandlung wegen eines Drogenproblems und „Schmerzen im Geschlechtsteil“. Aufgrund ihres aggressiven Verhaltens sprach ein Wachmann die Migranten daraufhin an.

Daraufhin wurde diesem laut der Jungen Freiheit mit einem herabgerissenen Desinfektionsmittelspender unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Der Sicherheitsbeamte erlitt einen Nasenbeinbruch, nach dem Schlag wurde er außerdem eine Treppe herunter gestoßen. Nach der Konfrontation drangen die drei Asylbewerber gewaltsam in die Behandlungsräume des Krankenhauses ein. 

Ermittlungen eingeleitet

Nachdem die Räumlichkeiten der Klinik teilweise geräumt werden mussten, nahm die Polizei die Tatverdächtigen unter Gegenwehr fest. Sie wurden überwältigt und fixiert, bei dem Einsatz kam es auch zum Einsatz von Schlagstöcken. Laut Bild erlitten außerdem ein Patient und ein zweiter Wachbeamter während des Vorfalls Schwächeanfälle. Die Ermittlungen gegen die drei Georgier wegen schwerer Körperverletzung, Hausfriedensbruch sowie Sachbeschädigung wurden eingeleitet.

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über Übergriffe in deutschen Krankenhäusern. Besonders in Berlin kommt es immer häufiger zu Clan-Auseinandersetzungen in den Gesundheitseinrichtungen. Unlängst gab es beispielsweise eine Massenschlägerei zwischen verschiedenen teilweise libanesischen Großfamilien vor einem Krankenhaus in Berlin-Tempelhof. Etwa 60 Polizisten waren im Einsatz.

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