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Kultur

„Political Correctness ist das Diktat der Meinungs- und Gedankenkontrolle“

Stefan Juritz

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Der österreichische Künstler Gottfried Helnwein hat sich im Interview mit Der Standard erneut sehr kritisch zur „Political Correctness“ geäußert. Er warnt darin vor totaler Überwachung und Zensur.

Im Juni verkündete die New York Times, dass künftig keine politischen Karikaturen mehr in der Zeitung erscheinen werden. Hintergrund war eine Zeichnung des portugiesischen Zeichners António Moreira Antunes von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump, die von Kritikern als „antisemitisch“ empfunden wurde.

Ende der freien Rede und der freien Gesellschaft

Von der österreichischen Tageszeitung Der Standard dazu befragt, erklärte Helnwein vor wenigen Tagen: „Wenn Satire und Kunst zensiert werden, bedeutet das auch das Ende der freien Rede und das Ende einer freien Gesellschaft.“ Diese „Eliminierung der Kunst“ findet nach Ansicht des 70-Jährigen heute unter dem Mantel des „Gutmenschentums“ und der „Political Correctness“ statt.

Erstmals in der Geschichte sei die „totale Überwachung“ technisch umsetzbar, was „letztlich immer zu totaler Zensur führen“ werde, warnt der Künstler.

„Wir befinden uns am Beginn eines neuen Zeitalters“

„Wir befinden uns am Beginn eines neuen Zeitalters, an der Schwelle der Dystopie einer total überwachten und kontrollierten Gesellschaft, die alle Horrorvisionen Orwells in den Schatten stellt.“

Unsere gesamte digitale Kommunikation liege in den Händen einer „kleinen Elite von Milliardären und Monopolisten, die frei bestimmen können, wer im Netz kommunizieren darf und was“, so Helnwein. „‚Political Correctness‘ ist nichts anderes als das Diktat der Meinungs- und Gedankenkontrolle.“

Nach Ansicht Helnweins ist es das eigentliche Ziel jeder Zensur, dass sie bereits „im Kopf jedes Einzelnen“ stattfinde, damit eine „wunderbar kontrollierte Gesellschaft von konformistischen Zombies entstehen“ könne.

(Das gesamte Standard-Interview mit Gottfried Helnwein können Sie hier lesen.)

Alf Poier: „Danke, Herr Helnwein!“

Für eine positive Reaktion sorgten diese Worte übrigens bei Helnweins österreichischem Künstler-Kollegen Alf Poier. „Danke Herr Helnwein!!! – Genau aus diesem Grunde habe ich ‚Humor im Hemd‘ auf die Bühne gebracht!!!!! Das Publikum ist begeistert – die Kritiken sind dementsprechend schlecht! Als Künstler hat man sich gefälligst dem Diktat des opportunistischen Mainstreams unterzuordnen!!!“, schreibt der Kabarettist und Maler auf seiner Facebook-Seite.

Erst Anfang Juni hatte Helnwein in einem Kurier-Interview vor totaler Überwachung und Kontrolle des Menschen gewarnt. Der heutigen Linken warf er dabei vor, sich lieber für „Political Correctness“ statt für mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen. „Es gibt eine totale Inflation der Begriffe ‚Nazi’ und ‚Rassist’, die jedem um die Ohren fliegen, der sich nicht brav an das Diktat der selbst ernannten Moralisten hält“, kritisierte der Künstler damals.

Weiterlesen:

Helnwein: „Die gesamte Linke steckt in einer existenziellen Krise” (02.06. 2019)

Helnwein legt nach: „Heimat ist für Menschen wichtig” (05.06. 2019)

Lewitscharoff: „Wenn alles sanktioniert wird, erstickt die Kunst” (19.02. 2018)

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