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Gesellschaft

Sea-Watch: Erzbischof Heße verteidigt Handeln von Kapitänin Rackete

Monika Šimić

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am

Bild: Erzbischof Stefan Heße / © Raimond Spekking, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Wer wie die Kapitänin ein Menschenleben rettet, steht in der Nachfolge Jesu”, so Heße.

Bonn. In einem Interview mit dem Internetportal katholisch.de hat Erzbischof Stefan Heße das Handeln von „Sea-Watch 3”-Kapitänin Carola Rackete verteidigt. Sie folge „einem klaren ethischen Imperativ: Ertrinkende muss man retten, ohne Wenn und Aber. Das passt auch sehr gut mit dem Evangelium zusammen. Wer wie die Kapitänin ein Menschenleben rettet, steht in der Nachfolge Jesu”, so Heße.

Rackete handelte „aus Notlage heraus”

Rackete war vergangene Woche festgenommen worden, weil sie die „Sea-Watch 3” mit mehr als 40 Migranten an Bord unerlaubt in die italienischen Hoheitsgewässer gesteuert hatte und trotz Verbot in den Hafen der sizilianischen Insel Lampedusa gefahren war (Die Tagesstimme berichtete). Die Kapitänin ist vorerst wieder frei, will der Aufforderung des italienischen Innenministers Matteo Salvini das Land zu verlassen jedoch „aus Überzeugung” nicht nachkommen und bis zu ihrer zweiten Vernehmung im Land bleiben.

Die Freilassung Racketes war für Erzbischof Heße „selbstverständlich” die richtige Entscheidung, denn Rackete habe „aus einer klaren humanitären Notlage heraus gehandelt”. Er bewerte das als eine „sehr fundierte Entscheidung und nicht als willkürlichen Gesetzesbruch”.

Privat organisierte „Seenotrettung” notwendig

Heße befürwortet außerdem privat organisierte NGOs, die im Mittelmeer agieren. „Wenn ich mir die gesamte Situation im Mittelmeer anschaue, dann wird deutlich, dass wir eine gemeinsame europäische oder internationale Flüchtlings- und Migrationspolitik brauchen. Dabei ist Seenotrettung nur ein Element. Solange die Staaten zu so einer gemeinsamen Lösung offenbar nicht in der Lage sind – oder das sogar verweigern – halte ich eine privat organisierte Seenotrettung für notwendig”.

Überhaupt gelte für ihn: „Wenn die Staaten eine wirksame Seenotrettung nicht auf die Reihe bringen, braucht es das private Engagement. In welchem Maße hängt davon ab, was leistbar ist”. Grundsätzlich sage er aber, dass „private Initiativen” immer dort gefragt seien, „wo der Staat es nicht schafft”.

Sichere und legale Wege nach Europa

Es gehört zur Realität, dass die Mittelmeer-NGOs ein Teil des Schleppersystems geworden sind. Schlepper kalkulieren mit ein, dass es Missionen wie die der „Sea-Watch 3” gibt. Wenn es nach Heße geht, so müsste es sichere und legale Wege nach Europa geben. Außerdem müssten Asylverfahren klar geregelt sein und verlässlich und transparent durchgeführt werden. Weiters müsse jeder Staat „seiner Verantwortung” nachkommen. „Diese Verantwortung muss solidarisch zwischen den Staaten Europas und der ganzen Welt geteilt werden, statt sie auf andere abzuwälzen”, so Heße.

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Reinhard Stieninger

    5. Juli 2019 at 10:18

    Ich bin wohl teilweise bei ihm: Wer Menschenleben rettetsteht in der Nachfolge Jesu.
    Damit ist meine Übereinstimmung aber auch schon fertig. Retten ja, aber Schleppen NEIN!!!
    „Gerettete” müssen umgehend wieder in ihre Heimat, oder zumindest zum Ausgangspunkt angetretenen Reise zurückgebracht werden, so sie keine Touristen, oder legale Migranten sind!
    Legale Migration ist möglich, sogar ganz einfach! Man geht zur jeweiligen Botschaft, meldet seinen Migrationswunsch an und wartet auf den Bescheid.

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    5. Juli 2019 at 12:22

    Würde die katholische Kirche nur einen kleinen Prozentsatz ihres riesigen Reichtums zur Linderung der Not in der Dritten Welt einsetzen, könnte zwar nicht das ganze dortige Elend beseitigt werden, wohl aber sehr wirksame Hilfe geleistet und etliche Versuche, in unsere Sozialsysteme einzudringen und diese somit zum sicheren Absturz zu bringen, damit verhindert werden. Ach ja, Menschenleben würde es ebenfalls retten. Also ihr Herren, was hält euch davon ab, die Nachfolge Jesu anzutreten?

  3. Avatar

    Zickenschulze

    7. Juli 2019 at 12:01

    Traue ihm zu, dass er unter dem Talar auch keine Unterhose trägt.

  4. Avatar

    Thomas Walde

    9. Juli 2019 at 16:25

    Soll der Herr Bischof mal diesen Link öffnen. Es ist ein Video von Frontex.

    https://www.youtube.com/watch?v=tJl_iLWSmtA

    Dann kann er sehen, wie man sich in „Seenot” bringen lässt.

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Gesellschaft

Antifa stört Uni-Vorlesung von Historiker Lothar Höbelt

Stefan Juritz

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am

ASDF Symbolbild (Hauptgebäude Universität Wien): Alexander Johmann via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Linke Störer drangen in den Hörsaal ein, während der Historiker Lothar Höbelt seine Vorlesung abhielt.

Wien. – Etwa 40 linke und linksextreme Studenten haben am Dienstag eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Universität Wien gestört. Dabei entrollten die Störer ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Raum für Nazis an der Uni – Sexismus und Rassismus bekämpfen” und verlasen einen kurzen Text, in dem davon die Rede ist, Professor Höbelt weiter zu beobachten, seine Vorlesungen zu dokumentieren und ihm kein ruhiges Leben an der Universität zu ermöglichen. Weiters brüllten die Störer lautstark Parolen, erregten dabei jedoch den Unmut einiger Zuhörer und verließen anschließend nach wenigen Minuten den Hörsaal. Das Freilich Magazin berichtete am Mittwoch über den Vorfall.

Vortrag bei FAV-/IfS-Akademie

Anlass für die Störung war ein Vortrag, den der als FPÖ-nah geltende Historiker Höbelt am kommenden Wochenende bei der Herbstakademie des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark (FAV) und des Instituts für Staatspolitik (IfS) in Semriach (Stmk.) halten wird. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Wien wirft dem Professor unter anderem deshalb „Rechtsextremismus” vor und fordert seine Entlassung (Die Tagesstimme berichtete). Zur Störung am Dienstag hatte neben der ÖH Uni Wien auch die linksextreme Gruppe autonome antifa [w] aufgerufen.

FAV-Obmann Sickl: „Diesen totalitären Zügen ist Einhalt zu gebieten”

Kein Verständnis für den linken Skandalisierungsversuch bringt hingegen der steirische FAV-Obmann Heinrich Sickl auf. „Diese Forderung erklärt in wenigen Worten die Grundeinstellung der linken Zivilgesellschaft. Unliebsame nicht-linke Protagonisten müssen durch ein Spitzelwesen, das an Metternich und die Stasi erinnert, beobachtet und ihr Wirken verunmöglicht werden. Diesen totalitären Zügen ist Einhalt zu gebieten”, wird Sickl im Freilich-Beitrag zitiert. Bereits zuvor hatte der FAV-Vorsitzende den Rücktritt des ÖH-Vorsitzteams gefordert, um „klare Kante” gegen Linksextremismus zu zeigen.

Kritik kam auch vom Wiener Landtagsabgeordneten Leo Kohlbauer (FPÖ). Auf Twitter schrieb er: „Linksradikale stören den Vortrag des renommierten Professor Lothar Höbelt und diffamieren diesen als ‚Nazi’. Die Unileitung muss sich umgehend von diesen Stiefeltruppen distanzieren. Meinungsfreiheit und Rechtsstaat sind in Gefahr!”

Weiterlesen:

„ÖH forderte Entlassung: Wirbel um Höbelt-Auftritt bei patriotischer Tagung” (30.10.2019)

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Gesellschaft

IGGÖ: „Moscheen dringend notwendig, um Islam transparenter zu machen”

Monika Šimić

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ASDF Symbolbild: Islamisches Zentrum in Wien (großer Gebetsraum der Moscchee) / Bild: Dnalor 01 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, wünscht sich eine große Moschee für jedes Bundesland. Von der FPÖ kam Kritik, die Vural nicht nachvollziehen kann.

Wien. Der Wunsch des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, eine größere Moschee in jedem Bundesland zu errichten, hat in den vergangenen Tagen für Kritik seitens der FPÖ gesorgt. In diesem Zusammenhang warnten FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener FPÖ-Chef und Vizebürgermeister Dominik Nepp etwa vor einer „schleichenden Islamisierung” und generell vor dem politischen Islam. Man wolle nun sogar die Auflösung der IGGÖ prüfen.

Vural: Plan der IGGÖ „rechtens”

In einer Presseaussendung wehrte sich Vural nun und erklärte: „Wer Muslimen die freie Religionsausübung verwehren will, steht im Widerspruch zu unserer demokratischen Staatsordnung”. Der Plan der IGGÖ in den islamischen Religionsgemeinden der Bundesländer würdige Räumlichkeiten samt Moschee zu etablieren, sei nicht nur rechtens, sondern auch dringen notwendig, um den Islam in Österreich transparenter zu machen.

Jahrelang hat man sich bei den Muslimen beschwert, sie würden nur in ihren Hinterhof-Moscheen bleiben. Aber wenn man würdige Moschee-Bauten anstrebt, die die Hinterhöfe obsolet machen würden, passt es gewissen Kreisen auch nicht”, so Vural weiter.

FPÖ sollte Energie in Aufarbeitung der „eigenen Skandale” stecken

Zu Nepps Ankündigung, die Auflösung der IGGÖ prüfen zu lassen, meinte Vural, dass die FPÖ Wien das gerne tun dürfe. „Diese Energie wäre bei der Aufarbeitung der eigenen Skandale womöglich besser aufgehoben”, so Vural abschließend.

In einem Interview mit der Presse am Sonntag hatte Vural den Wunsch geäußert, eine große Moschee für jedes österreichische Bundesland zu etablieren. Sein Argument lautete, dass es in jedem Bundesland eine Kirche oder Synagoge gebe und nichts dagegen sprechen würde auch eine Moschee zu haben.

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Verhinderte de Maizière-Lesung wird unter Polizeischutz nachgeholt

Joshua Hahn

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ASDF Bild (De Maizière 2013): Stephan Röhl / Heinrich-Böll-Stiftung via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Unlängst wurde eine Lesung des ehemaligen Innenministers Thomas de Maizière von linksextremen Aktivisten sowie Anhängern der „Fridays for Future”-Bewegung verhindert. Sie soll nun nachgeholt werden.

Göttingen. – Im Rahmen des „Göttinger Literaturherbst“ sollte Thomas de Maizière sein neu erschienenes Buch „Regieren. Innenansichten der Politik“ vorstellen. Wie Die Tagesstimme berichtete, verhinderten etwa 100 Demonstranten die Lesung, weil der ehemalige Innenminister mitverantwortlich für den „Flüchtlingsdeal“ mit der Türkei sei. Nachdem die Blockade Kritik hervorrief, soll die Veranstaltung nun nachgeholt werden. Am 26. November wird der Christdemokrat im Alten Rathaus in Göttingen aus seinem Buch lesen. Dies teilte laut dem „NDR“ eine Sprecherin des „Literaturherbstes“ mit. 

Veranstaltung findet unter Polizeischutz statt

Wie die „Bild“ berichtet, teilte die Sprecherin Nina Hornig auf ihre Anfrage mit: „Uns wurde von Seiten der Polizei versichert, dass die Veranstaltung reibungslos ablaufen kann.“

Niedersachsens Innenminister, Boris Pistorius (SPD), bezeichnete die Blockade als einen „Bärendienst an der Demokratie“. Verantwortlich für die Blockade der Veranstaltung war die „Basisdemokratische Linke“. Sie ist einer von über dreißig Ablegern der „Interventionalistischen Linken“, welche laut dem Bundesverfassungsschutz ein „taktisches Verhältnis zur Gewalt“ aufweist.

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