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Meinung

Kolumne: „Haben Sie mal ’ne Schere?“

Joshua Hahn

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am

Bild (Lutz Bachmann): Metropolico.org [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Derzeit kursiert unter anderem auf Twitter ein Ausschnitt der ARD-Sendung „Kontraste“. Zu sehen sind eine aufgeregte Reporterin und ein entspannter Lutz Bachmann, welcher sich einfach nicht vorführen lassen will.

Kolumne von Joshua Hahn

Der knapp zweiminütige Ausschnitt zeigt den Pegida-Initiator Lutz Bachmann. Dem Video nach zu urteilen kommt Bachmann gerade von einer Veranstaltung, als dieser in einem recht scharfen Ton von einer ARD-Moderatorin angesprochen wird: „Was sagen sie denn zu dem Mord an Herrn Lübcke, dem Politiker, durch einen Rechtsextremen?“

Was mit der Frage bezweckt werden sollte, ist wohl jedem klar. Egal was in Bezug auf den Mord gesagt worden wäre, es wäre gegen Bachmann und die Pegida-Bewegung verwendet worden. 

Konstruieren von Zusammenhängen

Der einzige Grund der Fragen war es offensichtlich, eine weitere patriotische Bewegung in einen vermeintlichen Zusammenhang mit der Ermordung Lübckes zu bringen. Das merkt man auch an der Art und Weise, wie die Reporterin ihre Fragen stellte (obwohl Bachmann von Anfang an ein Interview abgelehnt hatte). Diese wurden im Laufe des Gesprächs immer direkter und beinahe aggressiv. 

Ich rede mit ihnen über einen Mord an einem Politiker.“

 „Verurteilen sie den Mord durch einen Rechtsextremen?“

Ich frage sie, ob sie den Mord an Lübcke verurteilen.“

Wollen ’se mich jetzt verarschen?”

Nachdem Bachmann in stoischer Gelassenheit und dem Wissen, dass alle Antwortalternativen gegen ihn gerichtet werden würden, mehrmals entgegnete, ob die Reporterin denn eine Schere habe, um eine Verpackung in seiner Hand zu öffnen, fragte diese, jetzt beinahe hysterisch: 

Wollen ’se mich jetzt verarschen oder was? Ich rede gerade über einen Mordfall mit ihnen.“

Wollen ’se mich jetzt verarschen“? – Von einer Reporterin des öffentlichen Rundfunks? 

Da schwindet dann auch der Rest an Verwunderung über Bachmanns fehlende Motivation zur Beantwortung ihrer Fragen. Er antwortete wörtlich: „Na, sie haben doch angefangen damit.“

Reporterin musste ohne Antwort gehen

Kurz danach gelang ihm dann das Öffnen der Verpackung doch noch – ohne Schere. Die Verpackung entsorgte er fein säuberlich im nächsten Mülleimer, während er die verdutzte Reporterin ohne Antwort stehen ließ.

Fazit: Im Zweifelsfall sollte sich jeder überlegen, ob eine ernsthafte Antwort wirklich sinnvoll ist, oder ob diese sowieso gegen die eigene Person verwendet werden wird, egal, wie die Antwort ausfällt. Oder um es kürzer auszudrücken: Wer blöd fragt, bekommt blöde Antworten.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Gerard Frederick

    6. Juli 2019 at 18:33

    Die Reporterin war nicht blöd, sie war maliziös. Es ist notwendig Dinge bei deren korrektem Namen zu nennen um gerechte Folgerungen zu ziehen, sagye Konfuzius.

  2. Avatar

    Angelina Kettel

    7. Juli 2019 at 17:03

    Er hat nein gesagt. Ende der Diskussion. Alles andere ist dreiste Aufdringlichkeit gegenüber jemandem, der kein Interview möchte. Diese Hybris ist unerträglich.

  3. Avatar

    Peter Hagen

    26. August 2019 at 14:15

    Verurteilen sie den Mord durch einen Rechtsextremen?“ ist eine blöde Frage? Es ist eine sehr berechtigte Frage an jemanden, der für sich in Anspruch nimmt, für das Volk zu sprechen.

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Deutschland

Große Wahlerfolge für die AfD im Osten – Kein Grund zur Euphorie

Gastautor

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ASDF Bild "Wahlkampfauftakt der Alternative für Deutschland in Charlottenburg Wilmersdorf": Nicolaus Fest via Flickr [CC BY-ND 2.0] (Bild zugeschnitten)

Auch die dritte und letzte Landtagswahl dieses Jahres im Osten war wie erwartet ein durchschlagender Erfolg für die AfD. Auch wenn die abenteuerlichsten Koalitionen und die skurrilsten ethnozidalen Einfälle ideologiezerfressener Kampfglobalisten durch die Weiten des Netzes schallen; im Osten Deutschlands kann zwar mit Ach und Krach noch gerade so ohne die AfD regiert werden, aber sicher nicht mehr gegen sie.

Kommentar von Kemal Cem Yilmaz

Die Zukunft auf dem Territorium der ehemaligen DDR wird patriotisch-souverän, sozial und vor allem deutsch sein. Mit anderen Worten: der Osten ist so gut wie gerettet. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die AfD von der treibenden zur bestimmenden Kraft zwischen Ostsee und Erzgebirge, zwischen Harz und Oder-Neiße wird.

Klarer Blick ist wichtig

Doch die Euphorie über diese erfreulichen Entwicklungen sollte den klaren Blick nicht trüben. Während die blauen Sozialpatrioten des Ostens Schritt für Schritt ihre Anhängerschaft vergrößern und erste Ansätze von fest in der Gesellschaft verankerten Strukturen aufbauen konnten, wirkt der Trend für ihre bisher liberalkonservativ-islamophob ausgerichteten Parteigenossen im Westen, vorsichtig ausgedrückt, ernüchternd – eher besorgniserregend. Die OB-Wahl in Hannover, wo der AfD-Kandidat Joachim Wundrak mit 4,6% sogar hinter den Umfragewerten (7%) blieb, kann nur als Debakel bezeichnet werden, zumal man mit Herrn Wundrak einen Kandidaten gefunden hatte, mit dem ein tiefes Vordringen in bürgerliche Millieus und traditionell-sozialdemokratische Wählerschichten durchaus möglich gewesen wäre.

Die Kritik darf sich hier nicht nur auf die unfaire Berichterstattung der lokalen Medien beschränken, die den General a.D. systematisch ausgrenzten und geradezu wie ein verlängerter Arm des Wahlkampfteams des grünen OB-Kandidaten Belit Onay wirkten. Auch die Partei hat es nicht geschafft, sich als wirkliche Alternative zu präsentieren und die verkrusteten Strukturen des linksliberalen Establishments in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit taktisch klugen Kampagnen zu durchbrechen. Die geringe Wahlbeteiligung von knapp über 47% zeigt zudem, dass es dem Kreisverband Hannover nicht gelang, Nichtwähler an die Wahlurnen zu bringen.

Während die AfD-Ostverbände regelrecht als Demokratiemotor der allgemeinen Politikverdrossenheit zum Trotz in Sachsen, Brandenburg und Thüringen für höhere Wahlbeteiligungen sorgten, schaffte es die hannoversche AfD nicht einmal, ihr Potential aus den vorangegangenen Wahlen abzurufen.

Unterschiedliche Schwerpunkte

Hinzu kommt die Diskrepanz in der politischen Schwerpunktsetzung zwischen der Anhängerschaft der AfD und ihren westdeutschen Abgeordneten. Laut einer Studie von Prof. Philip Manow von der Universität Bremen ist die Kombination aus Sozial- und Migrationspolitik das wichtigste Politikfeld für AfD-Sympathisanten. Nicht nur im Osten, auch im Westen liegt das Hauptwählerpotential für die AfD bei Arbeitern, Selbstständigen und Abstiegsgefährdeten. Es stellt sich also gar nicht mehr die Frage, ob „sozialpatriotisch” oder „neoliberal+islamkritisch”, sondern nur noch die Frage, wie eine patriotische Sozialpolitik im Einklang mit einer nicht staatszersetzenden Wirtschaftspolitik gestaltet werden könnte. Dazu in einem weiteren Artikel bald mehr.

AfD stagniert bundesweit

Wir können feststellen, dass die AfD bundesweit seit gut einem Jahr bei etwa 15% in den Wahlumfragen stagniert. Und das, obwohl sich die Zustimmung im Osten verdoppelt hat. Irgendwas läuft also falsch in den Westverbänden. Die bisherige Kommunikationsstrategie, die vor allem darin bestand, wutbürgerliche Stimmungen zu bedienen und über die tatsächlich unfaire und z.T. niederträchtige Darstellung in Funk und Fernsehen zu klagen, scheint an ihre Grenzen gestoßen zu sein. Dem Altparteiensystem wird es nur recht sein, wenn die AfD im Westen genau so weitermacht. Während die Partei damit ausgegrenzt und kaum beachtet am Spielfeldrand lauthals vor sich hin krakelt, kann die Staatszersetzungspolitik in etwas abgemilderter Form, in homöopathischen Dosen so lange fortgeführt werden, bis es endgültig zu spät ist, das Ruder noch umzureißen. Die Zeit drängt nicht nur; sie jagt diejenigen vor sich her, die dieses Land als Land der Deutschen bewahren wollen. Die AfD hat nicht den Luxus, inneres Parteiengeplänkel und ‑gezerre zu dulden oder als Karriereleiter für geduldsam netzwerkende Politprofis zu dienen.

„Ein Umdenken muss stattfinden!”

Denjenigen in der AfD, die auf eine baldige Katastrophe in Form einer erneuten Mega-Flüchtlingswelle oder eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs hoffen, aus der dann ein großer Zulauf zur AfD resultieren könnte, kann nur gesagt sein: Dies ist ein sehr riskantes Hoffen mit unberechenbaren, wahrscheinlich katastrophalen Folgen für Deutschland – kein seriöser Politikansatz. Die Prämisse muss lauten: Die AfD muss bei der nächsten Bundestagswahl zur stärksten politischen Kraft in Deutschland werden. Von nun an muss sich jede Strategie und Kommunikation danach ausrichten.

NRW allein hat mehr Bevölkerung als alle ostdeutschen Bundesländer (inkl. Berlin) zusammen. Das Schicksal der gesamten Bundesrepublik Deutschland als Land der Deutschen wird im Westen entschieden werden. Ein Umdenken muss stattfinden. Jetzt.

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Meinung

Die Verniedlichung von Linksextremismus muss endlich aufhören!

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild Antifa-Demonstranten: Michael Jastremski via OpenPhoto.net [CC BY-SA 3.0](Bild zugeschnitten)

Mehrere Vorfälle diese Woche führten neuerlich vor Augen, dass es sich beim „Linksextremismus” keinesfalls um ein aufgebauschtes Problem handelt.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Es erscheint dem neutralen Beobachter fast wie ein besonders groteskes Kapitel einer Realsatire. Ausgerechnet in jener Woche, als der deutsche Verfassungsschutz ein Hinweistelefon für Rechtsextremismus eröffnet, sorgt vielmehr der linke Rand für Schlagzeilen. Nur einen Tag, nachdem Hausbesetzer in Berlin sich wieder einmal an der Polizei austoben, schlagen Antifaschläger in Leipzig eine Frau in ihrer Wohnung zusammen.

Weitreichende Narrenfreiheit

Gerade der letztere Fall zeigt, wie selbstverständlich eine umfassende Narrenfreiheit für gewaltbereite Linksaußen mittlerweile ist. Denn dabei handelte es sich noch nicht einmal um irgendeine Person, welche sich in einem Ideenstreit mit jenen befindet, die bereits den seichtesten Schrebergarten-Konservativen als zu bekämpfenden „Faschisten” begreifen. Die Frau arbeitet nämlich lediglich für eine Immobilienfirma, welche einen Komplex an hochpreisigen Wohnungen ins „falsche” Viertel stellt.

Völlig ohne Scham erklärt die „Kiezmiliz” auf einem einschlägigen Potenzial: Der banale Grund für die unfassbare Tat ist, dass jede Beteiligung an diesem Projekt als „Angriff auf ein linkes Viertel” gelte. Und dagegen würde als einzige Lektion eben „kaputte Scheiben, brennende Autos und kaputte Nasen” helfen. Und tatsächlich gilt Connewitz längst als No-Go-Area für jeden, der nicht nach der Pfeife der Autonomen tanzen will.

Fast tödliche Beutezüge gegen Patrioten

Dass es sich dabei nicht um martialische Slogans utopistischer Idealisten handelt, musste im Frühsommer auch ein junger Patriot am eigenen Leib erfahren. Dieser saß in der Unimensa in der nordsächsischen Stadt gerade beim Mittagessen, als ihn ein Rudel vermummter Linksextremisten überfiel und die Nase brach. Im Vergleich mit anderen Fällen hatte er noch Glück.

Denn wie ein kleines Dossier von EinProzent aufzeigte, schreckt die linksautonome Szene auch vor weitaus erheblicherer Gewalt nicht zurück. Und das nicht nur in Leipzig, wo man den Ordner einer rechten Demonstration einst mit Totschlägern vor seinem Wohnhaus malträtierte. Sondern auch in Bochum oder Wien, wo nur Notoperationen verhinderten, dass die ausufernde Gewalt von Links ein Todesopfer forderte.

Mediale Billigung linksextremer Gewalt

Dennoch wird diese Art der Gewalt von Sympathisanten in Politik und Medien zuverlässig heruntergespielt. Immer wieder wird behauptet, linke Gewalt richte sich nur gegen Gegenstände, nicht gegen Menschen. Die polizeiliche Statistik, die den regelmäßigen Überhang politischer Gewalttaten von links bescheinigt, weist allerdings jährlich auch hunderte Körperverletzungen aus.

In anderen Fällen macht man gar keinen Hehl aus der Gutheißung linker Gewalt. Ein taz-Journalist hinterfragte im Jänner das Gewaltmonopol des Staates und äußerte Unverständnis für Gewaltlosigkeit im Umgang mit Rechten. Nur kurz zuvor bezeichnete eine freie Journalistin die lebensgefährliche Attacke auf Frank Magnitz (AfD) als „konsequente Durchführung von ‚Nazis Raus’ ”.

Leere Signifikanten

Gerade letztere Feststellung zeigt, dass sich Antifa und Sympathisanten in ihrer ideologischen Hatz nicht auf wirkliche ‚Nazis’ beschränken. Der Kampf gegen solche ist ihr Raison‑d’-Être. Und weil tatsächliche Nazis zumeist längst tot, dement oder hinter Gittern sind, erfinden sie sich neue ‚Faschisten’ um ihren leeren Signifikanten zu füllen. Viele, bis ins liberal-konservative Lager hinein, gehen ihren Narrativ dann auf den Leim.

Politische Sympathisanten als Dutzendware

Und auch Politiker bedanken sich bei der Antifa für ihren Einsatz. Die Verstrickungen gehen so weit, dass in Thüringen Abgeordnete aller drei Parteien der rot-rot-grünen Regierung offen die Rote Hilfe unterstützten. Diese organisiert Rechtshilfe auch für linke Gewalttäter. Zumal finden sich dort Vereinssitze linksextremer Gruppen direkt im Wahlkreisbüro von Politikern.

Andere wiederum rufen ungeniert zur Teilnahme auf Antifa-Kongressen auf. Diese bekommen dann Demokratiepreise, deren Erlös teilweise bei der Roten Hilfe landet. Ehemalige SPD-Ministerinnen nicken dort Fahrtgeld zu Antifa-Demos ab und besuchen Kundgebungen, bei denen antideutsche Banner salonfähig sind.

Schieflage bei öffentlichen Fördermitteln

Trotzdem – oder gerade deshalb – findet der Kampf gegen Linksextreme nur halbherzig statt. Die frühere SPD-Familienministerin Manuela Schwesig bezeichnete Linksextremismus einst gar als „aufgebauschtes Problem”. Von über 120 Millionen Euro zur Extremismusbekämpfung alleine aus Mitteln des Familienministeriums fließen folglich nur niedrige einstellige Prozentsätze in Projekte, welche sich mit dem Phänomen beschäftigen.

Demgegenüber wendet das dafür zuständige Bundesprogramm über 100 Millionen im ‚Kampf gegen Rechts’ auf. Großzügige Alimentation aus diesem Topf erhalten dabei auch Organisationen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung der Ex-Stasi-Mitarbeiterin Anetta Kahane. Dort entstehen dann Broschüren, welche Zöpfe bei Mädchen als Alarmsignal für ein völkisches Elternhaus bezeichnen und Aufrufe, patriotische Parteien zu „ächten”.

Alibihafte Schelte bei Linksextremismus

Das Resultat dieses Förderdschungels ist, dass vermeintliche „Experten” mit Förderung aus öffentlicher Hand auch abscheuliche Taten isolierter Einzeltäter wie in Halle mit beachtlicher Hirnakrobatik in mittelbare Nähe patriotischer Parteien und Protestgruppen rücken. Sympathisanten radikal linker Gruppen in medialen Schlüsselpositionen transportieren dann das Scheinbild, dass die Bedrohung im Lande vor allem von rechts ausginge.

Politiker segnen zuletzt neue Mittel ab, um das Phantom des vermeintlich grassierenden Rechtsextremismus zu bekämpfen, während weit links stehende Akteure immer mehr Positionen als „rechtsextrem” brandmarken. Selbst gewalttätige Ausläufer müssen sich nur alibihafte Schelten, hinter der Paywall versteckt, anhören, wenn sie’s wieder mal übertrieben haben. Denn eigentlich findet man ja, es könne gar „nicht genug Antifa geben”.


Mehr zum Thema Linksextremismus bei der „Tagesstimme” finden Sie hier.

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Meinung

Kolumne: „Liebe Linke, Finger weg von unserer Kindheit!”

Julian Schernthaner

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am

ASDF Seit 60 Jahren bei Jung und Alt beliebt - und trotzdem in der Vergangenheit bereits Gegenstand linker Kritik: Die Asterix-Comics. Symbolbild: Privat / Die Tagesstimme.

Immer wieder versuchen nach links gepolte Wissenschaftler und Meinungsmacher, die Inhalte von Kinderbüchern und Comics neu zu interpretieren – manchmal auch, um vor den vermeintlich bösen Machwerken zu ‚warnen’.

Kolumne von Julian Schernthaner

Heute vor sechzig Jahren erblickten der kluge, quirlige Gallier Asterix und sein beleibter, starker bester Freund Obelix das Licht der Welt. Dass ich mir just den Geburtstag meiner liebsten Comichelden für einen Dauerbrenner aussuche, kommt nicht von ungefähr. Denn vor fast genau zehn Jahren riss mich ein Artikel in der Welt aus meiner jugendlichen Idylle, indem er böses Gedankengut in der genialen Schöpfung von René Goscinny und Albert Uderzo verortete.

Gallisches Dorf als „völkische Dorfgemeinschaft”

Denn, so dessen Autor damals beinhart, die Reihe würde mit ihrer „kleinen, völkischen Dorfgemeinschaft […] in trivialisierter Form” ein vermeintliches” Ideal von der reinen Rasse” aufnehmen. Egal ob Goscinny nun selbst jüdische Vorfahren hatte und Uderzo das Kind italienischer Einwanderer ist: Ein Forscher habe in den unbeugsamen Galliern einen „arischen Mythos” erkannt.

Denn Asterix & Co. würden sich im Kampf gegen „ ‚zersetzenden’ Zivilisationseinfluss von außen” in ihrem Dorf „trotzig verschanzen”. Eine „ethnisch homogene Dorfgemeinschaft” würde an „archaischen Stammesstrukturen” festhalten, auch weil Wissenschaft dem Druiden Miraculix und dessen geheimen „magischen Köcheleien” vorbehalten sei. Kein Witz.

Kein Kinderbuch und Trickfilm vor Kritik gefeit

Obwohl ich mir an den Kopf griff, lachte ich es in meinem jugendlichen Leichtsinn als Spinnerei irgendwelcher völlig Entrückter weg. Erst spät, Jahre später, fiel mir auf, mit welchem System linke Weltverbesserer in einem Doppelpass aus Medien und angeblicher Wissenschaft sich eigentlich am gesamten Bücher- und Videoregal meiner Kindheit abarbeiten. Einschließlich des Pumuckl, der jetzt kein Bier mehr trinken darf.

Und auch der Vater von Pippi Langstrumpf durfte kein „Negerkönig” mehr sein. Und überhaupt: Weiße, die über Farbige herrschen – das geht gar nicht. Eine schwedische Kommune ging sogar so weit, den Klassiker zu verbrennen. Auch die Verkleidungen von Kindern als Angehörige anderer Ethnien – auch sonst ein Ziel des Eifers – in der ‚kleinen Hexe’ galten plötzlich als indiskutabel.

Hinter Rumpelstilzchen vermutete ein ‚Expertenbericht’ gar die Bedienung antisemitischer Klischees, Dornröschen galt schon als sexistisch. Im April stieß sich eine SZ-Autorin dann an Lucky Luke und Familie Feuerstein. Und kürzlich wurde sogar Spongebob quasi zum rassistischen Kolonialherren – Die Tagesstimme berichtete.

Sonderbare Stilblüten im Endstadium

Welchen Geistes Kind man eigentlich sein muss, um in der harmlosen Erzählung über einen ständig gut gelaunten Schwamm eine Gutheißung der Entrechtung und Vertreibung indigener Völker zu erkennen, erschließt sich mir leider nicht. Aber ich bin ja kein Ethnologe einer anerkannten US-Uni.

Dafür treibt die politisch korrekte Bearbeitung mitunter kuriose Stilblüten. Das beliebte Kinderbuch „Hatschi Bratschis Luftballon” erfuhr aufgrund stereotyper Darstellungen gleich mehrere Überarbeitungen. Jetzt fliegt der Protagonist in Afrika halt nicht mehr vor grausamen Menschenfressern, sondern vor süßen Äffchen davon. Ich „gratuliere” zu diesem tatsächlich latent rassistischen Geistesblitz der zensorischen Verniedlichung!

Kinder können Geschichten und Realität trennen!

Aber nicht einmal nach dieser Entschärfung ist dieses Buch vor den Gesinnungswächtern sicher. Eine bei den Großstadtbobos eigentlich beliebte, eher linke Wiener Buchhandlung bot das gute Stück feil. Und zwar nicht einmal als Kinderbuch, sondern als Zeitdokument. Mehr brauchte es nicht und die Empörung war perfekt. Was die Großeltern nicht verdarb, darf den Enkeln nicht einmal mehr als ‚Freiheit der Kunst’ ins Auge fallen.

Dabei wäre es so einfach: Denn gerade die zuvor erwähnte ‚Raupe Nimmersatt’ zeigt, dass Kinder sehr wohl zwischen einer Geschichte und einer Gebrauchsanweisung fürs Leben unterscheiden können. Nicht jeder, der als Kind den ‚Räuber Hotzenplotz’ verschlang, sitzt heute im Gefängnis. Auch die Anzahl jener, die wegen Pippi Langstrumpf von einer Zeitreise in die Kolonialzeit träumen, geht wohl gegen null.

Politisierung von Kinderbüchern macht nicht mündig

Am Ende zeigt diese Episode einen beinahe pathologischen Hang der Linken, um jeden Preis auch den letzten Bereich des persönlichen Lebens zu politisieren. Denn trotz eines halben Jahrhunderts ihrer Hegemonie will ihre erhoffte Utopie nicht einkehren. Und anstatt den eigenen Irrtum einzugestehen, braucht man immer neue Rassisten, Sexisten und Faschisten, welche das erträumte Nimmerland verhindern.

Dabei vergessen sie, dass sie ihre Kinder nicht fürs Leben vorbereiten, indem sie ihnen genau diese, ach so schlimme, Welt schönlügen. Viel sinnvoller wäre es dabei, mit dem Kinde auf Augenhöhe über das (Vor-)Gelesene zu sprechen. Das schult sie vielmehr, einst mündige Bürger zu werden, als jeder Familie die eigene Utopie im Kinderbuch aufzwingen zu wollen. Deshalb, liebe Linke: Finger weg von unserer Kindheit und der unserer – und eurer – Kinder!


Weiterlesen:

US-Forscherin hält SpongeBob für rassistisch und kolonialistisch (14.10.2019)

Fasching: Hamburger Kita verbietet „diskriminierende“ Kostüme (6.3.2019)

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