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Sea-Eye

NGO-Schiff mit Migranten nimmt Kurs auf Italien

Obwohl die libysche Küstenwache der Organisation Sea-Eye einen Hafen in Libyen zugewiesen hatte, will diese die Migranten nach Italien bringen.

2 Minuten Lesezeit
<p>Symbolbild: By Vito Manzari from Martina Franca (TA), Italy (Immigrati Lampedusa) [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0">CC BY 2.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Boat_People_at_Sicily_in_the_Mediterranean_Sea.jpg">via Wikimedia Commons</a></p>

Symbolbild: By Vito Manzari from Martina Franca (TA), Italy (Immigrati Lampedusa) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Rom. Das Schiff „Alan Kurdi“ der deutschen NGO Sea-Eye mit 65 Migranten an Bord hat nach eigenen Angaben und trotz eines Verbots Kurs auf die italienische Insel Lampedusa genommen. Nach dem Zwist um die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete droht damit neuer Streit zwischen Deutschland und Italien.

NGO lehnt zugewiesenen libyschen Hafen ab

In einer vorgestern Abend verbreiteten Erklärung der Organisation hieß es, dass die italienische Insel der am nächsten gelegene europäische Hafen sei. „Dort könnten die Geretteten schließlich an einen sicheren Ort gebracht werden, denn so verlangt es das internationale Recht“. Zuvor hatte die libysche Küstenwache der Organisation per Mail einen Hafen in Libyen zugewiesen. Diesen habe Sea-Eye aber abgelehnt. „Wir werden keine Geretteten zurück in libysche Foltergefängnisse bringen“, hieß es in einem Beitrag auf Twitter.

Auf Twitter betonte die Organisation weiters, dass man sich von einem Innenminister nicht einschüchtern lasse, sondern den nächsten sicheren Hafen ansteuere. „Das Seerecht gilt, auch wenn manche Regierungsvertreter das nicht wahrhaben wollen“, hieß es in dem Twitter-Beitrag weiter.

Seehofer soll Verantwortung übernehmen

Zuvor hatte Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärt, die „Alan Kurdi“ könne nicht nach Italien fahren – auch nicht im Fall einer späteren Verteilung der Migranten auf andere europäische Staaten. Nun wandte er sich in einem Brief an den deutschen Innenminister Horst Seehofer und drängte ihn dazu, Verantwortung für das Schiff zu übernehmen. Die „Alan Kurdi“ segelt unter deutscher Flagge.

Nach Angaben der Organisation gaben 39 der 65 Migranten an, noch minderjährig zu sein. Insgesamt 48 der Migranten stammten aus Somalia in Ostafrika, zwei seien Libyer.

Ankunft am Samstagmorgen erwartet

Wie die Zeit berichtet, befand sich die „Alan Kurdi“ am Freitagabend Schiffspositionsdiensten zufolge etwa 185 Kilometer südlich von Lampedusa. Die Ankunft auf der Insel wird für Samstagmorgen erwartet. Vor der italienischen Insel wartet im Moment ein weiteres NGO-Schiff darauf, anlegen zu dürfen. Die „Alex“ gehört zur italienischen Organisation Mediterranea Saving Humans und hat 54 Menschen an Bord. Auch diesem Schiff hatte Salvini verboten, in Italien anzulegen.

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