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UNO fordert Europäer zu neuen Rettungsaktionen im Mittelmeer auf

Die Rückführung von Migranten nach Libyen müsse indes gestoppt werden.

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<p>Bild: Fillipo Grandi (UNHCR) / http://www.unhcr.org/568e82ff6.html [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Filippo_Grandi.jpg">via Wikimedia Commons</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Fillipo Grandi (UNHCR) / http://www.unhcr.org/568e82ff6.html [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Genf. Nach Überzeugung der Vereinten Nationen müssten die Zustände für Flüchtlinge und Migranten in Libyen die Europäer und andere Aufnahmeländer zum Umdenken zwingen. Die Europäer sollten ihre eingestellten Such- und Rettungsaktionen im Mittelmeer wiederaufnehmen und die Migranten in sichere Häfen bringen. Das verlangten der Chef des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Fillipo Grandi, und der Chef der Organisation für Migration (IOM), Antonio Vitorino, am Donnerstagabend.

Organisationen sollen Arbeit wieder aufnehmen

„In der Vergangenheit haben staatliche europäische Schiffe bei Such- und Rettungsaktionen Tausende Leben gerettet, auch, indem sie die Menschen sicher ans Land brachten. Sie sollten diese wichtige Arbeit wieder aufnehmen“, so Grandi und Vitorino. Hilfsorganisationen dürften nicht wegen der Rettung von Menschen bestraft und Handelsschiffe nicht angewiesen werden, die Menschen nach Libyen zurückzubringen. Zudem seien auch dringend mehr Aufnahmeplätze für in Libyen Gestrandete nötig. Indes müsse man die Rückführung von Migranten nach Libyen, die auf dem Mittelmeer aufgenommen werden, stoppen.

Mehr als 800.000 Migranten in Libyen

Das Land sei keine Option. Dort gerieten die Menschen in Lager mit unhaltbaren Zuständen, ihnen drohe Misshandlung und Ausbeutung durch Menschenhändler. Nach Angaben von UNHCR und IOM halten sich in Libyen rund 50.000 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende auf. Hinzu kommen weitere 800.000 weitere Migranten. Grandi und Vitorino forderten, dass die Geflüchteten, die sich derzeit in Zentren in ganz Libyen befinden, geordnet freigelassen werden und ihr Schutz gewährleistet wird. Ihre Forderungen richten die UNO-Chefs direkt an die italienische Regierung und die EU-Politik.

Italiens neuer Deal mit libyscher Küstenwache

Denn die Regierung in Rom hat erst am Mittwochabend angekündigt, dass sie die Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache ausbauen will. Um Menschenschlepperei zu bekämpfen, werde die italienische Regierung die Küstenwache mit Material und Training noch mehr unterstützen. Der von der EU unterstützte Deal sieht vor, dass die Libyer Migranten auf dem Weg nach Europa auf dem Mittelmeer abfangen und wieder in das Land zurückbringen.

Seit der Vereinbarung ist die Zahl der Ankünfte von Migranten in Italien drastisch zurückgegangen. Es kommen jedoch immer mehr Menschen mit kleinen Booten selbstständig an den italienischen Küsten an – vor allem aus Tunesien. Ministerpräsident Giuseppe Conte werde daher Gespräche mit dem tunesischen Premier Youssef Chahed aufnehmen. Er möchte besprechen, wie man die Küste des nordafrikanischen Landes besser schützen könnte, hieß es in einer Aussendung.

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