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Wirtschaft

Studie: 90 Prozent der Österreicher gegen Abschaffung von Bargeld

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild: Pixabay [CC0]

Eine Umfrage der Bank ING in fünfzehn Ländern zeigte: Nirgendwo sonst hängen die Menschen so sehr am Bargeld wie in Österreich. Aber auch in anderen Ländern ist man eher gegen eine Abschaffung.

Wien. – Die ursprünglich holländische Bank, die weltweit in mindestens 29 Ländern einschließlich Österreichs tätig ist, führte eine Studie in zwölf europäischen Ländern sowie den Türkei, den USA und Australien durch. Dazu befragten deren Forscher 15.000 Menschen ab 18 Jahren in diesen Länder, über 1.000 davon in Österreich Während sich demnach 46 Prozent der Türken eine bargeldlose Zukunft vorstellen können, trifft dies nur auf jeden zehnten heimischen Konsumenten zu.

Österreicher besonders skeptisch

Damit rangiert man unter den Bargeld‐Fans auf Platz 1. Besonders skeptisch gegenüber einer völligen Abschaffung des Bargelds sind dabei die Steirer und Salzburger (7 und 8 Prozent Zustimmung). Selbst Kärnten als aufgeschlossenste Bundesland (15 Prozent) steht der Idee aber ablehenender Gegenüber als der ermittelte Europa -Schnitt (22 Prozent, einschließlich des Türkei‐Werts).

Neben Österreichern können sich auch Luxemburger (14 Prozent), Australier und Niederländer (je 15 Prozent) einen Verzicht auf Bargeld vorstellen. Auch in Deutschland ist man der Vorstellung eher abgeneigt (16 Prozent). Unter den befragten EU‐Ländern können sich das noch am ehesten die Italiener und Spanier vorstellen (23 Prozent).

Bargeldverbot: Unbeliebtes, regelmäßiges Gedankenspiel

Auffallend ist, dass sich unter den befragten Ländern keines mehrheitlich für einen Verzicht auf Bargeld aussprach. Und sogar im hier nicht erhobenen Schweden, dem Vorreiter in dieser Frage – mehr als 80% der Transaktionen finden dort bargeldlos statt – wachsen die Zweifel sowohl in der Bevölkerung als auch unter Ökonomen.

Dennoch geistert die Überlegung einer Abschaffung des Bargelds immer wieder durch Medien. Zwei Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) dachten erst im Februar wieder über die Möglichkeiten dieser Variante an. Unter anderem führten sie die Möglichkeit ins Felde, dass Banken dadurch in Krisenzeiten weitaus höhere Negativzinsen auf Einlagen einheben könnten.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    19. Juli 2019 at 17:29

    Mittel‐ bis langfristig werden sich die Regierungen von EU Staaten diese tolle Gelegenheit, auf das Kapital ihrer Bürger zugreifen zu können, nicht entgehen lassen.

    Schwarzarbeit wird zu ca 90% vorüber sein, mit Negativzinsen kann kräftig abgezockt werden, ohne dass die Menschen sich wehren können.

    Man wird mit dem Scheinargument kommen, damit die Kriminalität auszutrocknen. Ganoven werden aber immer Wege finden, ihre lukrativen Geschäfte fortzusetzen.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    19. Juli 2019 at 23:19

    Faktisch 10 % Zuarbeiter einer NWO

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Wirtschaft

Nach umstrittenem Werbespot: Gillette schreibt Milliardenverluste

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (Gillette Mach-3-Rasierer): Mr.TinDC via Flickr [CC BY-ND 2.0] (geringfügige Formatanpassung)

Procter & Gamble, Mutterkonzern der Marke Gillette teilte mit, dass die Rasiermarke im vergangenen Quartal etwa 8 Milliarden Dollar an Verlust einstecken musste.

Cincinnati. – Wie die Washington Times bereits am Mittwoch berichteten, fällt die auf viel Kritik gestoßene Kampagne mit herben Einbußen für die Marke „Gillette” zusammen. Dort hatte man versucht, Rollenbilder und Klischees zu hinterfragen, und Männer zum Nachdenken über vermeintliche „toxische Männlichkeit” einzuladen – Die Tagesstimme berichtete.

Marketing‐Kampagne wird zum Eigentor

Nun stellt sich heraus, dass diese Marketingkampagne möglicherweise zu einem noch größeren Eigentor werden könnte, als bisher angenommen. Bereits unmittelbar nach Erscheinen des umstrittenen Videos „We Believe: The Best Men Can Be” kündigten zahlreiche Männer weltweit über den Affront auf, die Marke boykottieren zu wollen.

Schlussendlich wurde die Werbeschaltung zu einer der fatalsten in der Geschichte des Videoportals YouTube: Bis heute drückten etwa 1,5 Millionen Menschen auf den „Gefällt mir nicht”-Knopf. Was folgten, waren außerdem zahlreiche Parodien. Ein Uhrenhersteller nützte die Gelegenheit und brachte einige Argumente der Männerrechtsbewegung in einen eigenen Werbespot ein.

Mutterkonzern weist auf veränderte Marktsituation hin

Procter & Gamble wiederum führte die Abschreibungen insbesondere auf Währungsabwertung und eine veränderte Marktsituation zurück. Der Markt für Rasierklingen und Rasierapparate sei laut Kurier kleiner, da sich Menschen seltener rasieren würden – und die Konkurrenz billiger Anbieter steigend sei.

Dass der Konzern insgesamt mit einem Plus aussteigen kann, liegt demnach vor allem an einem wachsenden Absatz bei seinen Gesundheitsprodukten. Procter & Gamble vertreibt insgesamt eine breite Palette an Konsumgütern für den täglichen Gebrauch, darunter auch Pampers‐Windeln und Ariel‐Waschmittel.

Gillette‐CEO: „Preis, den zu zahlen sich lohnt”

Am Donnerstag räumte Gary Coombe, der CEO von Gillette letztendlich gegenüber Marketing Week eine Verbindung zur misslungenen Kampagne ein. Die Verärgerung einiger über das veränderte Image der Marke sei allerdings ein „Preis, den zu zahlen sich lohnt”. Man habe sich erhofft, besonders beim jüngeren Publikum mit der Neupositionierung punkten zu können. Zuvor hatte man feststellen müssen, dass die Marke nach beinahe 200 Jahren vor allem bei jüngeren Kunden zusehends ihren Appeal verlor.

Allerdings musste Coombe zugeben, dass die Strategie dazu geführt hatte „auch die Verbindung zur Generation der ‚Millenials’ zu verlieren.” Prinzipiell stehe Gillette dem Washington Examiner zufolge aber weiter dafür, dass man riskieren müsse, eine „kleine Minderheit zu verärgern”, wenn es darum gehe, die Beliebtheit heutiger Marken bei den Menschen zu steigern.


Weiterlesen:

Männlichkeit: Uhrenhersteller kontert umstrittenen Gillette‐Werbespot (22.1.2019)

Gillette: Kritischer Werbespot über Männlichkeit wird zum Eigentor (17.1.2019)

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Welt

China kündigt Sanktionen gegen US‐Firmen an

Stefan Juritz

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ASDF Chinas Präsident Xi Jinping: Kremlin.ru [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Alle US‐Unternehmen, die sich an Waffenlieferungen nach Taiwan beteiligen, werden mit Sanktionen belegt.

Peking. – China hat am Freitag Wirtschaftssanktionen gegen US‐Konzerne angekündigt. Hintergrund ist ein 2,2 Milliarden Dollar schwerer Waffendeal zwischen den USA und Taiwan.

Kampfpanzer und Raketen

Die Vereinigten Staaten werden laut Medienberichten insgesamt 108 Kampfpanzer, 250 Stinger‐Raketen, Maschinengewehre sowie Ausrüstung an den Inselstaat Taiwan liefern. Doch damit ziehen die USA den Ärger Chinas auf sich. Immerhin sieht Peking den Inselstaat weiterhin als abtrünnige Provinz, die wieder eingegliedert werden soll.

Die chinesische Regierung spricht deshalb von einer „ernsten Verletzung” der Vereinbarung mit den USA. „Um die nationalen Interessen zu schützen, wird China Sanktionen gegen die US‐Firmen verhängen, die in die Waffenverkäufe mit Taiwan verwickelt sind”, erklärte laut Tagesschau-Bericht ein Sprecher des chinesischen Außenministerium.

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Wirtschaft

Kurzstreckenflüge für Flughafenchef nicht schädlicher als Autofahren

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild: Wo st 01 via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten)

Der Geschäftsführer des Nürnberger Flughafens, Michael Hupe, stellt die Umweltschädlichkeit von Kurzstreckenflügen infrage.

Nürnberg. – Wie die Welt am Dienstag berichtet, widerspricht Hupe der geläufigen Ansicht, wonach Flugreisen als besonders klimaschädlich gelten. Weiters macht er sich dafür stark, anstelle von Verboten in Richtung umweltfreundlicher Treibstoffe zu denken.

Schadstoffbilanz „wenn, dann Zugunsten des Flugzeugs”

Hupe rechnet dabei vor, dass es sich bei Flugreisenden oft um Alleinreisende – insbesondere Geschäftsleute – handle. Selbst bei der besonders kurzen innerbayerischen Relation von Nürnberg nach München würde dies also bedeuten, dass 80 Passagieren mit etwa 75 Automobilen unterwegs wären.

Angesichts eines Sprichverbrauchs, der sich bei einem derart besetzten Flugzeug im Moment bei etwa 3,5 Litern pro 100 Kilometern befinde, gäbe es kaum Unterschiede zum Auto. Wenn überhaupt, so Hupe, ginge der Vergleich zugunsten des Flugzeugs aus. Damit reagierte Hupe auf Vorschläge etwa von EU‐Kommissar Frank Timmermans, Flüge unterhalb 1.500 Kilometer Distanz zu verbieten.

Verbot für Kurzstreckenflüge „absolut abwegig”

Ein derartiges Verbot hält Hupe aber insgesamt für „absolut abwegig”. Solche Verbindungen würden oftmals über Landesgrenzen hinausgehen. Ein derart „fragmentiertes” Bahnnetz mit wahrscheinlichem Umsteigezwang wäre seiner Meinung nach für Kunden nicht attraktiv. Diese würden dann nämlich eher auf der Straße reisen.

Auch einer CO2‐Steuer kann der Nürnberger Flughafenchef wenig abgewinnen. Gerade wenn diese als nationale Maßnahme käme, würde dies lediglich zu Ausweichbewegungen führen. Bereits derzeit würden Menschen aufgrund günstiger Preise deshalb bei Transatlantikflügen eher den Umweg über Amsterdam anstatt die kürzere Strecke über Frankfurt/Main nehmen.

Plädoyer für neue Technologien im Flugverkehr

Nach Ansicht von Hupe geht eine ökologische Wende im Flugreiseverkehr vor allem über die Erprobung neuer Technologien: „Ich halte zum Beispiel kohlenwasserstoffbasierte Antriebe für durchaus zukunftsfähig.” Das sogenannte ‚grüne Kerosin’ befinde sich allerdings noch in der Forschungsphase.

Die Herstellung verläuft dort wie folgt: Durch Strom entsteht dabei aus Wasser und Kohlenstoffdioxid flüssiger Kohlenwasserstoff, welches dann das Flugzeug antreiben kann. Reine Elektromotoren hingegen hält Hupe nur für sehr kurze Strecken tauglich. Bereits bei Mittelstreckenflugzeugen würden die notwendigen Batterien das Eigengewicht des Fliegers zu stark erhöhen.

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