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Gesellschaft

FPÖ: Verbot von Schweinefleisch „ist Kniefall vor dem politischen Islam“

Monika Šimić

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Nach massiver Kritik an den Änderungen der Speisepläne in zwei Leipziger Kitas ruderte der Leiter nun zurück. Auch die FPÖ kommentierte das Verbot.

Leipzig/Wien. Die Entscheidung von zwei Leipziger Kindertagesstätten, ihre Speisepläne aus Rücksicht auf muslimische Kinder entsprechend zu ändern, hat am Dienstag in Deutschland für heftige Debatten gesorgt. Die Änderungen hätten eine Streichung von Schweinefleisch von den Speisekarten und ein Aus etwa für Gummibärchen als Nascherei bedeutet. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ruderte der Leiter der beiden Kitas nun aber zurück. Die Freiheitlichen zeigten sich indes empört und bezeichneten das Verbot von Schweinefleisch in Kitas als „absurd“.

Verbot vorerst ausgesetzt

Angesichts der massiven Kritik an seinem Beschluss ruderte der Leiter, Wolfgang Schäfer, zurück und setzte das Schweinefleisch-Verbot vorerst aus. Er begründete dies mit der medialen Aufregung nach dem Bekanntwerden seiner Verbotsentscheidung. Schäfer wolle das Thema am Mitte August bei Elternabenden aber nochmals ausführlich diskutieren, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Aufregung um die Entscheidung, in den Kitas künftig ganz auf Schweinefleisch und tierische Gelatine zu verzichten, könne er nur schwer nachvollziehen.

Die Leitung der beiden Kitas hatte sich nach einem Bericht der Bild-Zeitung aus Rücksicht auf zwei muslimische Mädchen im Alter von zwei und drei Jahren zunächst zu einer Menü-Änderung entschlossen und Schweinefleisch sowie Gelatine-Produkte komplett gestrichen. Die Mehrheit der Eltern habe diese Entscheidung begrüßt. Aus der Politik und im Netz erntete Schäfer allerdings zum Teil scharfe Kritik.

AfD spricht von „kultureller Unterwerfung“

So sprach die sächsische CDU von einem „Verbot von Schweinefleisch“ und bezeichnete dies als inakzeptabel. AfD-Bundestagsfraktionsvize Beatrix von Storch sprach von einer „kulturellen Unterwerfung“. 300 Kinder in den beiden Kitas würden jetzt gezwungen, ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten wegen zweier muslimischer Kinder zu ändern. „Man stelle sich nur vor, deutsche Kinder in Riad würden dort ihr Recht auf Currywurst erstreiten und die Mehrheitsgesellschaft zwingen, ihre Ernährung umzustellen“.

FPÖ bezeichnet Verbot als „absurd“

Auch die FPÖ äußerte sich in einer Aussendung zu diesem Thema und verwies gleichzeitig auf das Schweinefleischverbot in Wiens Kinderbetreuungseinrichtungen. „Schweinefleisch und andere Lebensmittel aus Schweinefleischbestandteilen in Kindergärten zu verbieten ist absurd“, kommentiert der Bildungssprecher der Wiener FPÖ, Stadtrat Maximilian Krauss das Verbot. Dieses finde „seit Jahren in städtischen Kindergärten in Bregenz und Salzburg Anwendung“, wie es in der Aussendung weiter heißt. Grund für das Verbot sei nicht der „Respekt gegenüber einer sich verändernden Welt“. In Wahrheit sei das gestrichene Schweinefleisch am Menüplan „ein Kniefall vor dem politischen Islam“.

Kindern müsse ein abwechslungsreicher Menüplan angeboten werden, „der auch auf die Essgewohnheiten der Mehrheit Rücksicht nimmt“. „Wer aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch isst, soll es bleiben lassen. Wir Freiheitliche werden nicht dulden, dass unsere Kinder deshalb zu einem Verzicht von Schweinefleisch gezwungen werden“, so Krauss abschließend.

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    25. Juli 2019 at 15:36

    Bleiben wir sachlich:
    Schweinefleisch das ganze Jahr über?
    War das immer schon so?
    Kenne ich persönlich nur beginnend im Dezember, über Weihnachten und in den kalten Monaten Januar, Februar bis in den März.

    Gummibärchen? Über den Dre.. diskutieren wir nicht mal.

    Wir hätten auf der Liste der obersten Prioritäten ganz andere Werte zu verteidigen und die beginnen bei einer missbrauchten Gastfreundschaft,
    Und nicht dort wo wir Nutzen daraus ziehen..

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    26. Juli 2019 at 18:53

    Egal ob pro oder wider diese Produkte. Die Unterwerfung vor fremden Kulturen ist das Schlimme. Kein Wunder, dass viele noch nicht so lange hier Lebende sich dann immr mehr vermeintliche Rechte herausnehmen, die ihnen jedoch keineswegs zustehen.

    Für mich stellt das einen Missbrauch von Gastfreundschaft dar, aber ist schon klar.
    Als Gäste fühlt sich eine gewisse Klientel ja auch keineswegs. Wir können doch abhauen. Ein Privileg, dass es in der DDR nicht so leicht gab.

    • Avatar

      Zickenschulze

      27. Juli 2019 at 12:43

      Wer sein Hausrecht nicht geltend macht, dem ist nicht zu helfen.

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