Zuordnung nach Geschlecht laut „Genderexpertin“ diskriminierend

„Schon jetzt fühlen sich viele Leute nicht mehr von den Bezeichnungen Frau, Mann oder divers angesprochen“, so Lann Hornscheidt.

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<p>Symbolbild: Humboldt-Universität Berling / Christian Wolf, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.c-w-design.de">www.c-w-design.de</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en">CC BY-SA 3.0 de</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hauptgeb%C3%A4ude_der_Humboldt-Universit%C3%A4t_mit_Alexander_von_Humboldt_Denkmal_-_Berlin.jpg">via Wikimedia Commons</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Humboldt-Universität Berling / Christian Wolf, www.c-w-design.de [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Berlin. Die Genderwissenschaftlerin Lann Hornscheidt hat ein Ende der Geschlechterunterscheidungen in der Sprache gefordert. „Denn solange wir weiter an Geschlechterkategorien festhalten – egal wie viele es sind –, kann die damit zusammenhängende Diskriminierung nicht grundlegend überwunden werden“, sagte Hornscheidt in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

„Strukturelle Diskriminierung“ thematisieren

Laut Hornscheidt würden auch weiter die Kategorien aufgerufen, die Vergleiche weitergehen, neue Unterkategorien und „damit neue Ausschlüsse geschaffen“. Letztlich zementiere man so „die soziale Kategorie Geschlecht“. Deshalb sollte man sich ganz von dieser Kategorie verabschieden und stattdessen über „strukturelle Diskriminierung“ sprechen, die „Genderismus“ und nicht „Sexismus“ genannt werde.

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„Genderismus umfasst alle genderbezogenen Diskriminierungen. Schon jetzt fühlen sich viele Leute nicht mehr von den Bezeichnungen Frau, Mann oder divers angesprochen“, so die ehemalige Professorin für Gender Studies und Sprachanalyse an der Humboldt-Universität Berlin.

Nicht Mann, nicht Frau

Hornscheidt selbst verstehe sich weder als weiblich noch als männlich. Sie habe „alle Kategorien von Frau, Lesbe, Dyke, Trans Dyke, Trans*“ einmal durchprobiert und bei allen ein Unwohlsein verspürt. Denn jede Kategorie schaffe auch Normen und Ausschlüsse. Ihr sei es wichtig, „dass mich andere als Menschen wahrnehmen und nicht sofort gendern“. Bereits die Kategorie Gender sei Teil einer diskriminierenden Struktur. Laut Hornscheidt führe sie zur Übernahme von Rollenvorstellungen und Erwartungen. Das zu überwinden, ermögliche, Situationen und Handlungen neu zu bewerten.

Genderstern „wichtige Übergangsform“

Sie selbst und Personen aus ihrem Umfeld würden versuchen, weder sich noch andere zu gendern, „auch nicht das Verhalten von Menschen oder Dingen“. Stattdessen schaue man, „wo Gender wirklich eine Rolle spielt“ und wo man nur soziale Vorstellungen in Gender hineinprojiziere. Die seien für alle Menschen „äußerst anstrengend, vor allem, weil sie sehr stark verinnerlicht sind und als natürlich angenommen werden“.

Den Genderstern bezeichnet Hornscheidt als „wichtige Übergangsform“, Sprachveränderungen würden aber noch weiter gehen. „Ich hoffe, wir werden neutrale Formen finden, die alle Menschen meinen. Eine Möglichkeit ist etwa, zu sagen, eine Person, die singt, oder eine Person, die läuft. Das würde uns auch vom Ballast der Gender-Identität in solchen Fällen befreien. Dinge über Verben zu benennen, kann zu einer ganz anderen Wahrnehmung führen“, so Hornscheidt.

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