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Meinung

Leitkulturdebatte zwischen Schnitzel, FKK und liberaler Islamkritik

Julian Schernthaner

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am

In den vergangenen Tagen kochten gesellschaftliche Debatten hoch – und Vertreter patriotischer Fraktionen ernteten mit Fug und Recht einiges an Häme und Spott für ihre Parteinahme für die angebliche Leitkultur.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Die kuriosesten Geschichten schreibt die Wirklichkeit. Denn die meisten Österreicher erinnern sich noch an ein infames Interview der Grünen-Politikerin Sigrid „Sigi” Maurer im profil. Im Jahr 2017 hinterfragte sie die Existenz einer österreichischen Kultur jenseits eines Übergenusses von Schnitzel. Die Empörung war zurecht ähnlich groß als seinerzeit, als Thomas Bernhard befand, dass wir „nichts zu berichten” hätten, außer dass wir „erbärmlich seien”. Zwei Jahre später fallen patriotische Parteien im deutschsprachigen Raum ganz freiwillig in dieses Framing.

Das Abendland wird am Essenstisch verteidigt

Irgendwie schien am Anfang der Debatte die Aufregung rund um den vorauseilenden Gehorsam zweier Leipziger Kindergärten, wegen zweier muslimischer Kinder jeden Genuss von Schweinefleisch zu streichen. Nachdem sich das halbe Land in einem Erguss des spontanen Widerstands über die Geste der Unterwerfung aufregte, kam es zur Rücknahme des umstrittenen Erlasses. Aber die Debatte war noch nicht vorbei.

Denn pünktlich dazu wärmte die österreichische FPÖ eines ihrer Lieblingsthemen auf: Die Islamisierung in Kindergärten und Volksschulen. Diese zeigt sich diesmal nicht durch Kopftücher am kindlichen Haupt, sondern durch die kulinarische Auswahl. Am Mittwoch bewarb der Bundesobmann der Freiheitlichen Jugend sein Konterfei neben dem Stockfoto eines panierten Fisches. Die wichtige Aussage dazu: „Jedes Kind soll in den Genuss eines Schnitzels kommen dürfen”.

Falsche Prioritäten treffen auf Peinlichkeiten

Mehr brauchte es nicht. Die gesamte linke Reichshälfte tobte vor Gelächter über den Fauxpaus: Abendlandverteidiger, die sich auf der heimischen Speisekarte nicht auskennen. Das konnte die Freiheitlichen natürlich nicht davon abhalten, den eigentlichen Nebenschauplatz der Schnitzelfrage zum wichtigsten Thema des Sommers zu machen. Man lädt zu eigenen Schnitzelabenden – und die steirische Landespartei gibt sich im Sujet kämpferisch: „Wir lassen uns nicht diktieren, was wir zu essen haben.”

Danke, wir auch nicht – ein Schnitzel mit Ketchup kann mir sowieso gestohlen bleiben. Wer das isst, bestellt sich morgen Wurstnudeln mit einer olfaktorisch dem Liebstöckel ähnlichen Würzsauce und meint, er verteidigt die heimische Küche. Dass es falsch ist, wegen der religiösen Befindlichkeiten einzelner Kinder anstelle von Alternativangeboten gleich ganze Fleischsorten zu verbannen steht außer Frage. Aber man darf die wesentlichen Fragen der Jetztzeit nicht darauf reduzieren.

Nacktbaden und die Schicksalfrage der Identität

Und auch nicht auf jene Ungeheuerlichkeiten, welche den rheinland-pfälzischen AfD-Leiter Uwe Junge in Alarmbereitschaft versetzen. Der Mann, wechselweise zwischen ‚Aufstand der Generäle’ und ständiger Angst vor ‚Narrensaum’ in seiner Partei, echauffiert sich nämlich über einen Vorfall in Berlin. Eine Frau, die sich außerhalb des FKK-Bereichs nackt sonnte, erregte das Gemüt einer Familie mit Migrationshintergrund. Sofort ist klar: Nie war eine Islamisierung deutlicher sichtbar!

Es ist absolut verständlich und sinnvoll, auch mit solchen Vorfällen zu argumentieren. Gerade Menschen, welche ein eher liberales Weltbild pflegen, sind empfänglich für die Botschaft, dass viele ihrer Freiheiten einer akuten Bedrohung entgegensehen. Nur als Kampfslogan im Sommerloch vermittelt es halt leider auch die Message: Wer kein Schnitzel isst und ohnehin etwas züchtiger badet, der braucht sich vor einer „Änderung der Struktur der Bevölkerung” – Termini lässt man sich nämlich im Gegensatz zum Essen sehr wohl vorschreiben – nicht zu sorgen.

Bedrohung der Lebensart in Wirklichkeit tiefgreifender

Tatsächlich sind unsere Kinder im städtischen Bereich in ihren Klassen bereits in der Minderheit. Muslimische Mitschüler diktieren ihnen oft, was nicht alles „haram” sei. Migrantenparteien formieren sich, wollen Geschlechtertrennung beim Schwimmen, in Freibädern kommt es durch einschlägige Jugendbanden zu Tumultszenen. Es bilden sich Parallelgesellschaften, die immer mehr Lebensbereiche vereinnahmen.

Viel wichtiger als die Gretchenfrage, ob wir überhaupt noch Herren im eigenen Haus sind, ist aber offenbar, dass Frauen im Freibad die Depf rausholen dürfen sollen. Wären Parallelgesellschaften also kein Problem mehr, wenn sie ganz liberal „Bier und Bikini” anerkennen und Schafe nicht mehr schächten würden, sondern filetiert und mariniert beim eingesessenen Metzger kaufen?

Alle Teile der Leitkultur sind bedroht

Auch generell sehen wir einen Verlust unserer Kultur : Die Brauchtumsvereine überaltern, ganze Landstriche entvölkern sich. Ortskerne sterben aus, weil Menschen ihrem Konsumrausch in austauschbaren Shoppingtempeln frönen, die Backbox statt des Traditionsbäckers nutzen. Aber: Wir retten lieber das Schnitzel – vorausgesetzt wir finden noch einen Dorfwirten, der es uns überhaupt (ohne Ketchup!) servieren kann.

Oft steht an dessen Stelle nämlich längst eine Dönerbude oder Schnellimbiss amerikanischer Prägung. In der Stille, versteht sich, denn die halbe Blasmusik ist auch im letzten Jahr weggestorben oder zwecks Arbeit in die Großstadt verzogen. Es sind also nicht nur Stellschrauben – das ganze Gebilde kommt abhanden. Schnitzel und FKK sind nur Symptome dessen. Die Problematik ist viel tiefgreifender – und muss deshalb auch an der Wurzel angegriffen werden.

Erhalt der Leitkultur braucht eine Vision

Denn all diese Themen scheinen zwar lose verwandt, haben aber ebenfalls mit einem Verlust der Leitkultur zu tun. Und freilich, diese fängt nicht erst beim Bergfeuer und bei Perchtenläufen an, sondern meinetwegen wirklich beim Schnitzel. Aber unbestritten bleibt: für Neuankömmlinge muss sie intakt genug sein, um Assimilation erst zu ermöglichen. Und Alteingesessene müssen wissen, was sie verlieren würden, um sich für ihre Erhaltung einzusetzen.

Wenn ich will, dass sich die Jugend für Leitkultur einsetzt, anstatt gegen Kohle zu hüpfen, muss ich ihr Visionen geben, einen Grund sich zu exponieren. Sich zu beschweren, dass der neue Nachbar im Gemeindebau sein Kalbswiener lieber als Pute denn als Schwein (oder Fisch) isst, rüttelt niemanden wach. Wenn Schnitzel der Minimalkonsens ist, geben wir den Maurers und Bernhards recht, die unsere Kultur darauf reduzieren wollen – zeigen wir ihnen lieber, dass sie unrecht haben! Und dass unsere Kultur mehr ist als Bier, Bikini und Schnitzel.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Carolus

    28. Juli 2019 at 21:37

    Änderung der Struktur der Bevölkerung”: Kickl hat Donnerstagabend in Servus-TV mehrmals deutlich von „Bevölkerungsaustausch“ gesprochen. Hat mich als IB-Sympathisanten ermutigend berührt.
    https://www.servus.com/tv/videos/aa-212a5zpa12112/ (1 min) bzw.
    https://www.servus.com/tv/videos/aa-1zy2u6j212112/ (62 min)

  2. Avatar

    Walter Gräbeldinger

    29. Juli 2019 at 9:24

    Siehst du, es wirkt (ich wirke)! … Die zielen auch schon treffsicher tiefer, vollkommen un-(=über-)parteilich, aber unanfechtbar WAHRHAFTIG ! … So geht’s nämlich! … und schnurstracks haben wir ohne große Mühe allen eingenisteten Blödsinn hinweggefegt, o Sahra-Frau ! … WALTER .

    ——– Weitergeleitete Nachricht ——–
    Betreff: [Neuer Eintrag] Leitkulturdebatte zwischen Schnitzel, FKK und liberaler Islamkritik
    Datum: Sun, 28 Jul 2019 16:38:50 +0000
    Von: Die Tagesstimme
    An: [email protected]

  3. Avatar

    Zickenschulze

    29. Juli 2019 at 12:42

    Schwachsinn:
    „Das Abendland wird an Essenstisch verteidigt“

    aber erst dann, wenn es nichts mehr zu knabbern gibt.
    Vorher rührt sich ja keine S…

    Schöne Aussicht“:
    nachdem der Kuchen neu verteilt worden ist, fällt den Leuten das Wort Verteidigung wieder ein.
    Den Platz mit den Mäusen zu teilen ist alles, was ihnen dann noch zusteht.

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Gesellschaft

Panoramagate & Co.: Die linke Jagdgesellschaft bläst zum Angriff

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Die vergangene Woche war ein Musterbeispiel der Hegemonie. Linke Stichwortgeber in den Medien skandalisieren irgendetwas – und können sich auf „Experten” und Zivilgesellschaft verlassen, das verdrehte Narrativ zu stützen.

Kommentar von Julian Schernthaner

Ganz Deutschland weiß es mittlerweile: Das größte Problem der deutschen Bundeswehr ist der grassierende Rechtsextremismus. Und der ist so strukturell, dass er sogar bis zu einem Oberstleutnant in der Öffentlichkeitsarbeit geht. Da gefällt diesem einfach ein Buch eines französischen Bestsellerautoren, dessen Übersetzung bei einem gar unsäglich rechten Verlag erschien. Und als ob das nicht genug wäre: Er hielt auch noch Vorträge über seine Arbeit – bei Studentenverbindungen!

Panorama lässt den Strohmann tanzen

So ungefähr lief das Narrativ, welches das Format Panorama letzte Woche lancierte. Für die Riesengeschichte reichten zuerst einmal drei „Likes” bei Beiträgen, welche dem neurechten Spektrum zugeschrieben werden. Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte sollte man zwar meinen, dissidente Meinungen oder kritische Bücher ließen jedermann kalt. Aber: Der öffentlich-rechtliche Sender schien nur in eine einzige Richtung zu recherchieren: jene der Kontaktschuld – und des vermeintlich „braunen Sumpfs” .

Sämtliche Beiträge, die das Narrativ erschütterten, fanden keine Erwähnung. Etwa, wenn sich der Offizier für Soldaten mit Migrationshintergrund einsetzte. Drei unschuldige Klicks waren den NDR-Journalistinnen genug, eine Karriere zu sabotieren. Und zwar sofort mit erstem Erfolg. Noch hatte man den ‚Verdächtigen’ nicht ausreichend gehört – schon war er seine Social-Media-Agenden bei der Bundeswehr los. Das Verteidigungsministerium sprach von einer „absolute Null-Toleranz-Linie” bei „rechten Tendenzen”.

Radikal linke Experten so weit das Auge reicht

Unverfroren war auch das weitere Vorgehen der öffentlich-rechtlichen Medien. Schon rund um die „Enthüllung” bediente man sich der „Expertise” von Natascha Strobl: „Das lässt sich nicht anders interpretieren als ein öffentliches politisches Bekennen”. Dabei hegt die „Expertin” selbst Sympathien für den linken Rand. Ihr Standardwerk über die Identitären publizierte sie bei einem offen linksradikalen Verlag, zumindest ein Exemplar signierte sie mit dem Hinweis, es eigne sich im Zweifelsfall „zum Entglasen von Geschäften”.

Alexander Kurth wiederum durfte für die ARD den Vortrag bei der Burschenschaft skandalisieren – doch referierte selbst bei verfassungsfeindlichen Linksextremisten. Wenig anders ist freilich die Vita der meisten anderen „Experten” , die solche Medien immer wieder zitieren. Von Quent über Funke streifen sie alle linksaußen an. Das gilt auch für manche Moderatoren, wie etwa Georg Restle, der seine Karriere einst bei einem linksradikalen Piratenradio startete.

Dünner Schleier über Seilschaften zum linken Rand

Diese Querverbindungen sind mittlerweile so selbstverständlich, dass man sie nur mehr dünn verschleiert. Der mediale Bereich ist heute nach einem vollzogenen Marsch durch die Institutionen voller harter Linker. Nach eigenem Gutdünken können sie Themen und Leute rauf- und runterschreiben und haben immer einen gleichgesinnten Kumpel zur „Expertise” zur Hand, wenn eigenes Framing nicht reicht.

Dieser Komplex besteht seit Jahren – und er rückte diverse Gruppen, Themen und Positionen in einer Salamitaktik jenseits des Sagbaren. Das gilt natürlich auch für programmatisch gewaltfreie Protestgruppen und für patriotische Verlage. Deren Inhalte hätten freilich vor dreißig, vierzig Jahren noch als normale konservative Position gegolten – ehe Linke das Overton-Fenster immer weiter verschoben.

Auch im vorliegenden Fall ist der Schaden bereits angerichtet. Die Erzählung, dass die Bundeswehr angeblich ein Rechtsextremismus-Problem habe, steht. Egal, was im konkreten Fall noch herauskommen mag.

Kritische Journalisten decken linke Netzwerke auf

Die Rechnung machten die öffentlich-rechtlichen Kampfschreiber und Pseudo-Rechercheure trotzdem ohne den Wirt. Denn plötzlich begannen einige kritische Journalisten zu graben. Und zwar in den linken Seilschaften – und wurden fündig. In einem grandiosen Beitrag für die Welt schrieb Don Alphonso über linke Netzwerke im Vorfeld des öffentlich-rechtlichen Rundfunk und legte manche Verbindung zu verfassungsfeindlichen Linksextremisten ebenso offen wie die selektive Faktenauswahl im vorliegenden Fall.

Die Reaktion der zur Objektivität verpflichteten ARD? Man verteidigte das eigene Machwerk mit hanebüchenen Argumenten, sprach von „bestimmten Vorwürfen in einschlägigen ‚Medien’ ”. Ja, man nahm den Mitbewerber in ironische Gänsefüßchen, sprach der Konkurrenz zwecks Stützung des eigenen Müllbeitrags also ab, Journalisten zu sein. Der Deutschlandfunk bittet Natascha Strobl zum Interview. Es wird beidseitig über die „üblichen Verdächtigen” gelästert, das Feindbild Springer bedient, der Autor in ein rechtsextremes Licht gestellt.

Besonders amüsant: Die Reaktion der für den Beitrag maßgeblichen NDR-Journalistin, der die eigene Medizin offensichtlich nicht so recht zu schmecken wusste.

Kein Einzelfall: Böse „völkische Mädchen” in Dresden

Einzelfall ist der „kurze Dienstweg” übrigens keiner. In derselben Woche führte ein Twitter-Post der Plattform Dresden nazifrei, in der sich neben der Jugend von SPD, Grünen und Linken auch eine autonome Antifa-Gruppe tummelt, zu einem „Skandal”. Der Grund: Junge Frauen wanderten in bündischer Kleidung und sangen mitten in Dresden mit einer Gitarre. Und Volkslieder und Zöpfe statt Rastalocken, Shishabar und migrantischem Gangster-Rap geht gar nicht. Was nicht dem Idealbild der abgefuckten Jugend entspricht, muss weg.

Medien verstärkten ohne jegliche Recherche wilde Vermutungen des linken Bündnisses, ein „Nazi-Sommercamp” fände in der Gegend statt. Die Bild sprach von einem „verstörenden Mädchen-Aufmarsch”. Ein heidnisches Symbol, das auch der DFB in stilisierter Form verwendet, wurde zum Indiz für ein vermeintlich bevorstehendes Viertes Reich. Am Ende stellte sich heraus, die bösen Damen sind wohl harmlose Freibund-Untergruppen. Diesen versuchen Linke seit Jahrzehnten erfolglos als rechtsextrem zu brandmarken. Ups.


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Gesellschaft

Über den Zaun”: Der Krieg gegen die Polizei gehört zum neuen Alltag

Gastautor

Veröffentlicht

am

In den USA und Deutschland ist Hass gegen Polizisten förder- und salonfähig. Und in Österreich? (Teil I)

Kolumne von Bettina Gruber

Am 25. Mai, dem Tag, an dem der Afroamerikaner George Floyd ums Leben kam, explodierte eine Blase: eine Blase voller Hass, die schon lange prall gefüllt gewesen sein muss. Um den Aufruhr zu bezeichnen, der danach in verschiedenen amerikanischen Städten ausbrach, wurde standardmäßig das Wort „riots“ benutzt: Man übersetzt mit Krawall oder Randale, aber auch mit Aufruhr oder Aufstand. Und letzteres trifft am ehesten zu, denn es handelt sich nicht um vorübergehende Wutausbrüche, sondern um eine in Tiefenschichten langsam aufgebaute ideologische Haltung radikalster Ablehnung des „Systems“. Als Gerechtigkeitsstreben verbrämter Hass explodiert gegen Weiße im Allgemeinen, weiße Männer im Besonderen, weiße Frauen der Mittelschicht, die als angeblich bornierte „Karens“, verunglimpft werden, gegen alle Wähler nicht-linker Parteien, gegen die Zeugnisse historischer Macht und historischen Erfolgs, gegen den Staatsgründer Washington und selbst gegen Abraham Lincoln, jenen Präsidenten, dem die Abschaffung der Sklaverei gelang.

Hass auf die Polizei

Am heftigsten, gewalttätigsten und bösartigsten aber ist der Hass, der sich gegen die Polizisten als Vertreter der Staatsgewalt richtet. Steine, Flaschen Molotow-Cocktails gegen Polizisten gehören zum neuen Alltag. Das Polizeirevier von Minneapolis wurde im Zuge der Floyd-Unruhen in Brand gesetzt. In Texas wurde auf das Polizeihauptquartier geschossen. Ein Afroamerikaner erschoss in Dallas in der Nacht zum 10. Juli fünf Polizisten. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt.

Taten dieser Art werden unter „ferner-liefen“ thematisiert und erzeugen keinerlei größere Irritationen. Dies gilt für die USA ebenso wie für Deutschland. Vorbereitet wurde diese Haltung durch eine jahrzehntelang geduldete und geförderte, angeblich „antifaschistische“ Bewegung, deren Slogan ACAB („all cops are bastards“) ungestraft verbreitet werden darf, obwohl er, wenn überhaupt etwas, die Kriterien der sonst so viel zitierten „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ exakt erfüllt.

Mediales Interesse erregen diese Taten kaum. Sympathiebekundungen in den Öffentlich-Rechtlichen und der Presse sind mir bislang nicht aufgefallen. In den sozialen Medien gibt es sie, aber sie gehen im allgemeinen „anti-rassistischen“ Furor eher unter. Eine Google-Suche unter „Gewalt gegen Polizisten“ bietet mir ganz oben Artikel über „Polizeigewalt“ an, die englische Variante unter „violence against police“ versorgt mich an erster Stelle mit dem Wikipedia-Artikel „Police brutality in the United States“.

Steigende Gewalt in Deutschland

Warum ist all das relevant für eine Kolumne mit dem Titel „Über den Zaun“? Ganz einfach, weil das Hass gegen die Polizei in Deutschland, wie so vieles, eins zu eins aus den USA übernommen wird. „Jeden Tag werden durchschnittlich 200 Polizisten in Deutschland geschlagen, bespuckt oder beschimpft. Die Zahl hat gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen.“ Laut der in wenigen dürren Zeilen das Lagebild des BKA zusammenfassenden Welt gab es 2019 3.000 Fälle von Gewalt gegen Polizisten mehr als im Vorjahr, 69.466 Beamte wurden Opfer von Angriffen, unter anderem mit Eisenstangen. Im Konjunktiv, gewissermaßen mit sprachlich spitzen Fingern, wird darüber referiert, wenn der Präsident des BKA anmerkt, die Taten müssten geahndet werden. „Schließlich sorgten die Beamten für die Sicherheit in Deutschland.“ Offenbar ist man sich bei der Welt da nicht so sicher. Vielleicht ist es ja eher doch die Antifa, die für Sicherheit in Deutschland sorgt, oder das nicht nur in der Hauptstadt blühende Clanwesen? In einem Land, in dem in einem als rechtslastig geltenden Bundesland wie dem Freistaat Sachsen, eine Frau Justizministerin werden konnte, die in einer Band, die mit dem Liedtext „Advent, Advent, ein Bulle brennt“ glänzte, aufgetreten war, kann das nicht mehr überraschen. Von den „etablierten“ deutschen Medien kann man leider nur sagen, dass sie aktiv dazu beitragen, eines solches Szenario wahr zu machen. Und in Österreich? Mehr dazu in Teil II dieser Kolumne.


Über die Autorin:

Bettina Gruber hält in ihrer alle zwei Wochen erscheinenden Tagesstimme-Kolumne „Über den Zaun” ihre Eindrücke aus dem deutschen Nachbarland fest. Die Wienerin und Wahlsächsin hat lange Jahre sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands gelebt und dabei immer wieder festgestellt, wie verschieden die Mentalitäten doch sein können. Unter Klarnamen und wechselnden Pseudonymen Beiträge für TUMULT, Sezession und andere. Auf dem TUMULT-Blog bespielt sie in wechselnden Abständen die genderkritische Kolumne „Männerhass und schlechte Laune.“ Der letzte Artikel für die Printfassung, „Die Wissenschaft und ihr Double.“ TUMULT. Vierteljahresschrift für Konsensstörung Heft 1 / 2020 Frühjahr 2020, widmet sich der grundsätzlichen Schwierigkeit, wissenschaftliche Ergebnisse in der Mediengesellschaft zur Geltung zu bringen und ist damit thematisch hochaktuell.


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Gesellschaft

Unsere Polizisten dürfen kein Freiwild werden!”

Marcel E. Senfter

Veröffentlicht

am

In Deutschland und Österreich nimmt die Gewalt gegen Polizisten zu. Die Politik ist gefordert, endlich Maßnahmen zum Schutz der Beamten zu setzen.

Kommentar von Marcel E. Senfter

Jeder kann sich an den G20-Gipfel in Hamburg erinnern, als der linksextreme Schwarze Block auf Polizisten losging. Auch bei den Krawallen in Stuttgart und neuerlich in Frankfurt wurden ohne Rücksicht auf Verluste Polizistinnen und Polizisten attackiert und verletzt. Verantwortliche Politiker bezeichnen diese schrecklichen Szenen als „neues Phänomen“. Das muss sich aber schleunigst ändern.

Gewalt gegen Polizei – Politik schaut zu

Die Gewalt gegen Polizisten stieg in den letzten Jahren in Deutschland und Österreich exzessiv an. Der Respekt vor den Beamten sinkt täglich. Und diese Aggression kommt besonders von der Linken. Ohne Hemmung werden Polizisten attackiert und verletzt – und die Politik schaut nur zu. Wir haben schon längst die Kontrolle verloren.

2018 gab es in Deutschland 38.109 Gewalttaten gegen Polizeibeamte. Darunter 15 Fälle von versuchtem Mord und 35 Fälle von versuchtem Totschlag. Auch in Österreich werden fast täglich Polizisten attackiert oder verbal diffamiert. Und warum? Diese Menschen riskieren jeden Tag ihr Leben, damit wir in unserem Land in Freiheit und Frieden leben können. Intelligenz- und anstandsbefreite Linke, aber auch Migranten in ihren Parallelgesellschaften entwickelten in den letzten Jahren einen Hass auf den Staat und die Politik. Diesen Frust entladen sie nun an den Polizeibeamten.

Petition: „Polizisten sind keine Verbrecher”

Was kann man dagegen unternehmen? In erster Linie ist die Politik gefordert. Die Polizei darf nicht mehr im Regen stehen gelassen werden. Es müssen Gesetze her, damit dieser Spuk ein Ende nimmt. Weiters muss die Ausbildung im Bereich der Selbstverteidigung und die Ausrüstung verbessert werden und der Personalmangel behoben werden. Letzteres ist derzeit eher unwahrscheinlich, weil im Innenministerium bzw. in der Inneren Sicherheit immer ideologisch „rumgedoktert” wird. Die Grünen wollen keine weiteren Polizeibeamten und Innenminister Nehammer ist total überfordert.

Am Montag startete die freiheitliche Gewerkschaft AUF eine Petition („Polizisten sind keine Verbrecher“). Hierbei will man gegen das immer stärker werdende „Polizei-Bashing“ vorgehen. Ich empfehle, diese Petition zu unterschreiben, damit wir den linken Polizeigegnern mit ihrer „ACAB”-Attitüde zeigen, dass viele Österreicher hinter unserer Polizei stehen!


Über den Autor:
Marcel E. Senfter wurde 1999 in Osttirol geboren und lebt seit knapp zwei Jahren im schönen Zillertal. Er ist Mitglied der Freiheitlichen Jugend (FJ). Neben der Politik zählen auch Kunst, Literatur, Philosophie und Sport zu seinen Interessen.


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