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Meinung

Bitte gehen Sie weiter: An dieser Bahnsteigkante gibt es nichts zu sehen!

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Ein Kind ist tot, von einem Migranten vor einen einfahrenden Zug geschubst. Mindestens ebenso wie die unfassbare Tat schockiert aber die veritable Olympiade der Relativierung von Ursache und Vorfall.

Kolumne von Julian Schernthaner

Wenn man so manche Reaktionen auf die schreckliche Tat am Frankfurter Hauptbahnhof besieht, gewinnt man den Verdacht, es handle sich nur um einen tragischen Unfall. Immerhin war ersten Medienberichten zufolge ein Bub „auf die Gleise geraten”. Die Polizei hatte da längst ein Fremdverschulden bestätigt. So mancher Journalist und Politiker will das allerdings nicht wahrhaben – und sucht die Schuld überall, nur nicht dort, wo sie zu suchen ist.

WM der Relativierung – bloß keine Instrumentalisierung!

Denn in der Folge spielte sich ein regelrechter Marathon der Relativierung ab. Neben dem üblichen Einzelfall-Gekeife durfte natürlich auch der Teil nicht fehlen, dass man Tötungsdelikte oder tote Kinder nie für politisches Kleingeld instrumentalisieren dürfe. Aus diesem Grund aßen mehrere Grünen- und Linken-Abgeordneten im Merseburger Kreistag auch genüsslich ihre Wurstbrote, während die übrigen Fraktionen mit ihrer reaktionären Schweigeminute quasi ausländerfeindliche Propaganda befeuerten.

Ich meine, instrumentalisieren – das tat man ja auch nicht mit dem Lübcke-Mord oder dem furchtbaren Massaker in Christchurch, gell? Und der kleine Bub am Ägäisstrand, dessen Name schmückt natürlich kein NGO-Schiff, dessen Irrfahrten am Mittelmeer natürlich auch keinen weiteren Leuten dieselben falschen Hoffnungen auf das Paradies auf Erden geben. Und drum: Einfach mal am Boden bleiben, es sterben jährlich 3.000 Leute im Straßenverkehr, ein Toter im Bahnverkehr, Verhältnismäßigkeit und so.

Untaugliche Lösungen für unnötige „Verwerfungen”

Kein Witz, das ist die Argumentation eines Hannoveraner Grünen-Politikers. Damit reiht er sich direkt an die Einstufung eines Berliner Parteikollegen, der ernsthaft prüfen will, ob man künftig nur mehr in Schrittgeschwindigkeit in Bahnhöfe einfahren dürfen soll. Das hier ist Deutschland 2019, wo Kinder einfach wie Dominosteine auf Gleise fallen und dort dann von rasenden Schienenmonstern überrollt werden.

Kein Wunder, dass bei solchen „Verwerfungen” – dann nur „grobe Gestalten mit finsterer Miene und Tätowierungen” bei Mahnwachen stehen. Das löst bei manchem Haltungsjournalisten richtiges Unverständnis aus. Ich meine, das ist doch dieses sich drastisch verändernde Deutschland, auf das man sich doch freuen soll? Wer ist denn schon so blöd und hält keine präventive Schubserlänge Abstand von der Bahnsteigkante?

Und wenn es „den Falschen hilft”?

Und während sich ein untauglicher Präventionsgedanke an den nächsten reiht, dämmert es so manchem: Vielleicht hat die AfD-Fraktionschefin Weidel nicht ganz unrecht, wenn sie schärfere Grenzkontrollen und ein Ende der Willkommenskultur fordert. Kontrollen, die in diesem Fall – der Eritreer flüchtete offenbar vor polizeilicher Verfolgung in der Schweiz – tatsächlich die Tat verhindern hätten können.

Aber was nicht sein darf, kann nicht sein, muss wohl „selektive Wahrnehmung” sein. Wichtig ist nicht vordergründig, dass in Zukunft keine Kinder, Mütter oder Greise wie mindestens ein knappes Dutzend Mal in den vergangenen zwei Jahren mehr vor Züge geschubst werden. Viel wichtiger ist da wohl, dass das nicht „den Falschen hilft”. Aber zuerst ruft die Kanzlerpflicht, ab in den Süden, eine Runde Urlaub für Mutti Merkel.

Opfer zweiter Klasse am Weg ins ewige Bullerbü

Was bei all dem vergessen wird: Es ist ein Kind gestorben. Seine Mutter wird sich vielleicht Vorwürfe machen, weil sie den Stoß ins Gleisbett überlebte. Seine Schwester, die mit einer Familienfreundin im Auto in den gemeinsamen Urlaub fuhr, zankte sich mit ihm vielleicht noch kürzlich um ein Spielzeug. Nun hat sie keinen geliebten Bruder mehr, mit dem sie darüber streiten und sich wieder versöhnen kann.

Und wir – wir haben nicht einmal seinen Namen, um ein stilles Marterl für ihn aufzustellen. Auf die Benennung von Straßen und Schiffen und Denkmäler aus öffentlicher Hand wie bei Opfern mit dem richtigen Migrationshintergrund können wir wohl ewig warten. Es gibt kaum Sondersendungen und keine ewigen Grundsatzdebatten. Der Achtjährige ist ein deutsches Opfer – und somit wohl ein Opfer zweiter Klasse, ein Schlagloch auf dem holprigen Pfad in das vermeintlich ewige Bullerbü einer multikulturellen Gesellschaft.

Gerechter Zorn soll zu friedlichem Protest führen

Es sind Taten wie diese, welche auch beim hundertsten Fall noch sprachlos machen. Es sind dann auch Momente, wo ich mich mit Wehmut – schon als Kind war ich ein passionierter Bahnfahrer – daran erinnere, dass wir als Kinder keine Sorge haben mussten, ob uns jemand in Hollywood-Manier auf die Gleise stößt. Dass sich die Zeiten geändert haben, macht einen nicht nur traurig, sondern auch gerechtermaßen zornig.

Aber gleichzeitig geben solche Fälle einen Auftrag, mit friedlichem Protest gegen diese Zustände aufzubegehren. Denn nur wenn wir unsere Stimme erheben, können wir sicherstellen, dass unsere eigenen Kinder und Enkel wieder ohne Furcht an Haupt- und Provinzbahnhöfen stehen können, wenn sie mit uns in den wohlverdienten Sommerurlaub fahren. Und wenn wir dafür manchmal „instrumentalisieren” müssen, dann nicht, weil es uns Spaß macht – sondern weil es schlichtweg nötig ist.


Mehr zum Thema:

Frankfurt: Wieder Aufregung um Aussage von Grünen‐Politiker (31.7.2019)

Frankfurt: Bahnsteig‐Täter galt als Musterbeispiel gelungener Integration (30.7.2019)

Linke und Grüne boykottieren Schweigeminute für getöteten Buben (30.7.2019)

Nach Tötungsdelikt: Lux (Grüne) will „Schrittgeschwindigkeit in Bahnhöfen” (29.7.2019)

Frankfurt/Main: Mutter und Kind vor einfahrenden Zug gestoßen – Kind tot 

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gottheilm Fugge

    1. August 2019 at 6:19

    Statement AfD-Politiker Gottfried Curio – Wie wahr:
    „„Das Unsicherheitsgefühl im öffentlichen Raum bricht sich mehr und mehr Bahn.””

    Wenn ich zukünftig Bahn fahre, achte ich ab dato sehr bewußt darauf, dass ich bis zur Zugeinfahrt und dessen Stillstand mich unbedingt in der Mitte des Bahnsteiges aufhalte und keine farbigen Menschen mit „südlichen Aussehen” oder Personen, die sich in einer für mich gefühlten arabischen Sprache austauschen, in meiner Nähe sind.

    Das nennt man dann Evolution – Bewusste Anpassung.
    Auch wenn es PC-widrig sein sollte, die Natur hat die sich seit 2015 häufenden irrsinnigen, politischen Entscheidungen leider nicht mit in ihr Fortbestands- & Weitervermehrungsmuster eingebaut.

    Dieser DE-Staat ist nachweisbar unfähig, seine Bürger zu schützen.
    Diese amtierenden Politiker des Altparteienkartells sind unfähig, eine deutsche Nation zu führen.

    Die afrikanischen Länder sind für sich selbst verantwortlich.
    Das war ihr höchstes Ziel seit/mit der Beendigung der Kolonialzeit.
    Im Niger (Zweitärmstes Land der Welt) gebären Frauen im Durchschnitt 7,5 Kinder, die weltweit höchste Geburtenrate.
    Nigers Bevölkerung von rund 20 Millionen Menschen soll sich bis 2050 verdreifachen.
    In den anderen afrikanischen Ländern sieht es nicht viel anders aus.
    Dann, bitte schön, sollen sie auch ihre bar jeder Vernunft praktizierte Geburtenpolitik selbst auslöffeln und diese NICHT den Europäern in die Schuhe schieben.

    Auch darüber sollten sich die UN incl. des stets fordernden UN-Hilfswerks UNHCR einmal konkret positionieren.
    Nicht das Klima macht Afrika kaputt, es sind die jährlich schier unendlichen Massen an Neugeburten quer durch diesen ganzen Kontinent.

    Wie lange muss man das ALLES eigentlich noch in diesem Lande ertragen?

    Es gibt eine Bundeswehr.
    Es gibt auch im fliegerischen Bereich etwa Fallschirmjäger-Soldaten.
    Die Sicherheitsoperationen übernehmen und durchführen können.
    Und sollten.
    Und es gibt Trans-All-Maschinen oder analoge Flugzeuge.
    Die durchaus auch im Minutentakt starten, landen und fliegen könnten.
    Für Abschiebungen.

    Handelt endlich!

  2. Avatar

    Zickenschulze

    1. August 2019 at 6:26

    Auf der gegenüberliegenden Seite der Instrumentalisierung liegt die Vertuschung.

    Was nun?
    Rechts oder Links abbiegen?

    An einem Ende von nur einer Seite mündet die Straße abrupt im Strassengraben. Gute Fahrt.

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Gesellschaft

Panoramagate & Co.: Die linke Jagdgesellschaft bläst zum Angriff

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Die vergangene Woche war ein Musterbeispiel der Hegemonie. Linke Stichwortgeber in den Medien skandalisieren irgendetwas – und können sich auf „Experten” und Zivilgesellschaft verlassen, das verdrehte Narrativ zu stützen.

Kommentar von Julian Schernthaner

Ganz Deutschland weiß es mittlerweile: Das größte Problem der deutschen Bundeswehr ist der grassierende Rechtsextremismus. Und der ist so strukturell, dass er sogar bis zu einem Oberstleutnant in der Öffentlichkeitsarbeit geht. Da gefällt diesem einfach ein Buch eines französischen Bestsellerautoren, dessen Übersetzung bei einem gar unsäglich rechten Verlag erschien. Und als ob das nicht genug wäre: Er hielt auch noch Vorträge über seine Arbeit – bei Studentenverbindungen!

Panorama lässt den Strohmann tanzen

So ungefähr lief das Narrativ, welches das Format Panorama letzte Woche lancierte. Für die Riesengeschichte reichten zuerst einmal drei „Likes” bei Beiträgen, welche dem neurechten Spektrum zugeschrieben werden. Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte sollte man zwar meinen, dissidente Meinungen oder kritische Bücher ließen jedermann kalt. Aber: Der öffentlich-rechtliche Sender schien nur in eine einzige Richtung zu recherchieren: jene der Kontaktschuld – und des vermeintlich „braunen Sumpfs” .

Sämtliche Beiträge, die das Narrativ erschütterten, fanden keine Erwähnung. Etwa, wenn sich der Offizier für Soldaten mit Migrationshintergrund einsetzte. Drei unschuldige Klicks waren den NDR-Journalistinnen genug, eine Karriere zu sabotieren. Und zwar sofort mit erstem Erfolg. Noch hatte man den ‚Verdächtigen’ nicht ausreichend gehört – schon war er seine Social-Media-Agenden bei der Bundeswehr los. Das Verteidigungsministerium sprach von einer „absolute Null-Toleranz-Linie” bei „rechten Tendenzen”.

Radikal linke Experten so weit das Auge reicht

Unverfroren war auch das weitere Vorgehen der öffentlich-rechtlichen Medien. Schon rund um die „Enthüllung” bediente man sich der „Expertise” von Natascha Strobl: „Das lässt sich nicht anders interpretieren als ein öffentliches politisches Bekennen”. Dabei hegt die „Expertin” selbst Sympathien für den linken Rand. Ihr Standardwerk über die Identitären publizierte sie bei einem offen linksradikalen Verlag, zumindest ein Exemplar signierte sie mit dem Hinweis, es eigne sich im Zweifelsfall „zum Entglasen von Geschäften”.

Alexander Kurth wiederum durfte für die ARD den Vortrag bei der Burschenschaft skandalisieren – doch referierte selbst bei verfassungsfeindlichen Linksextremisten. Wenig anders ist freilich die Vita der meisten anderen „Experten” , die solche Medien immer wieder zitieren. Von Quent über Funke streifen sie alle linksaußen an. Das gilt auch für manche Moderatoren, wie etwa Georg Restle, der seine Karriere einst bei einem linksradikalen Piratenradio startete.

Dünner Schleier über Seilschaften zum linken Rand

Diese Querverbindungen sind mittlerweile so selbstverständlich, dass man sie nur mehr dünn verschleiert. Der mediale Bereich ist heute nach einem vollzogenen Marsch durch die Institutionen voller harter Linker. Nach eigenem Gutdünken können sie Themen und Leute rauf- und runterschreiben und haben immer einen gleichgesinnten Kumpel zur „Expertise” zur Hand, wenn eigenes Framing nicht reicht.

Dieser Komplex besteht seit Jahren – und er rückte diverse Gruppen, Themen und Positionen in einer Salamitaktik jenseits des Sagbaren. Das gilt natürlich auch für programmatisch gewaltfreie Protestgruppen und für patriotische Verlage. Deren Inhalte hätten freilich vor dreißig, vierzig Jahren noch als normale konservative Position gegolten – ehe Linke das Overton-Fenster immer weiter verschoben.

Auch im vorliegenden Fall ist der Schaden bereits angerichtet. Die Erzählung, dass die Bundeswehr angeblich ein Rechtsextremismus-Problem habe, steht. Egal, was im konkreten Fall noch herauskommen mag.

Kritische Journalisten decken linke Netzwerke auf

Die Rechnung machten die öffentlich-rechtlichen Kampfschreiber und Pseudo-Rechercheure trotzdem ohne den Wirt. Denn plötzlich begannen einige kritische Journalisten zu graben. Und zwar in den linken Seilschaften – und wurden fündig. In einem grandiosen Beitrag für die Welt schrieb Don Alphonso über linke Netzwerke im Vorfeld des öffentlich-rechtlichen Rundfunk und legte manche Verbindung zu verfassungsfeindlichen Linksextremisten ebenso offen wie die selektive Faktenauswahl im vorliegenden Fall.

Die Reaktion der zur Objektivität verpflichteten ARD? Man verteidigte das eigene Machwerk mit hanebüchenen Argumenten, sprach von „bestimmten Vorwürfen in einschlägigen ‚Medien’ ”. Ja, man nahm den Mitbewerber in ironische Gänsefüßchen, sprach der Konkurrenz zwecks Stützung des eigenen Müllbeitrags also ab, Journalisten zu sein. Der Deutschlandfunk bittet Natascha Strobl zum Interview. Es wird beidseitig über die „üblichen Verdächtigen” gelästert, das Feindbild Springer bedient, der Autor in ein rechtsextremes Licht gestellt.

Besonders amüsant: Die Reaktion der für den Beitrag maßgeblichen NDR-Journalistin, der die eigene Medizin offensichtlich nicht so recht zu schmecken wusste.

Kein Einzelfall: Böse „völkische Mädchen” in Dresden

Einzelfall ist der „kurze Dienstweg” übrigens keiner. In derselben Woche führte ein Twitter-Post der Plattform Dresden nazifrei, in der sich neben der Jugend von SPD, Grünen und Linken auch eine autonome Antifa-Gruppe tummelt, zu einem „Skandal”. Der Grund: Junge Frauen wanderten in bündischer Kleidung und sangen mitten in Dresden mit einer Gitarre. Und Volkslieder und Zöpfe statt Rastalocken, Shishabar und migrantischem Gangster-Rap geht gar nicht. Was nicht dem Idealbild der abgefuckten Jugend entspricht, muss weg.

Medien verstärkten ohne jegliche Recherche wilde Vermutungen des linken Bündnisses, ein „Nazi-Sommercamp” fände in der Gegend statt. Die Bild sprach von einem „verstörenden Mädchen-Aufmarsch”. Ein heidnisches Symbol, das auch der DFB in stilisierter Form verwendet, wurde zum Indiz für ein vermeintlich bevorstehendes Viertes Reich. Am Ende stellte sich heraus, die bösen Damen sind wohl harmlose Freibund-Untergruppen. Diesen versuchen Linke seit Jahrzehnten erfolglos als rechtsextrem zu brandmarken. Ups.


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Gesellschaft

Über den Zaun”: Der Krieg gegen die Polizei gehört zum neuen Alltag

Gastautor

Veröffentlicht

am

In den USA und Deutschland ist Hass gegen Polizisten förder- und salonfähig. Und in Österreich? (Teil I)

Kolumne von Bettina Gruber

Am 25. Mai, dem Tag, an dem der Afroamerikaner George Floyd ums Leben kam, explodierte eine Blase: eine Blase voller Hass, die schon lange prall gefüllt gewesen sein muss. Um den Aufruhr zu bezeichnen, der danach in verschiedenen amerikanischen Städten ausbrach, wurde standardmäßig das Wort „riots“ benutzt: Man übersetzt mit Krawall oder Randale, aber auch mit Aufruhr oder Aufstand. Und letzteres trifft am ehesten zu, denn es handelt sich nicht um vorübergehende Wutausbrüche, sondern um eine in Tiefenschichten langsam aufgebaute ideologische Haltung radikalster Ablehnung des „Systems“. Als Gerechtigkeitsstreben verbrämter Hass explodiert gegen Weiße im Allgemeinen, weiße Männer im Besonderen, weiße Frauen der Mittelschicht, die als angeblich bornierte „Karens“, verunglimpft werden, gegen alle Wähler nicht-linker Parteien, gegen die Zeugnisse historischer Macht und historischen Erfolgs, gegen den Staatsgründer Washington und selbst gegen Abraham Lincoln, jenen Präsidenten, dem die Abschaffung der Sklaverei gelang.

Hass auf die Polizei

Am heftigsten, gewalttätigsten und bösartigsten aber ist der Hass, der sich gegen die Polizisten als Vertreter der Staatsgewalt richtet. Steine, Flaschen Molotow-Cocktails gegen Polizisten gehören zum neuen Alltag. Das Polizeirevier von Minneapolis wurde im Zuge der Floyd-Unruhen in Brand gesetzt. In Texas wurde auf das Polizeihauptquartier geschossen. Ein Afroamerikaner erschoss in Dallas in der Nacht zum 10. Juli fünf Polizisten. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt.

Taten dieser Art werden unter „ferner-liefen“ thematisiert und erzeugen keinerlei größere Irritationen. Dies gilt für die USA ebenso wie für Deutschland. Vorbereitet wurde diese Haltung durch eine jahrzehntelang geduldete und geförderte, angeblich „antifaschistische“ Bewegung, deren Slogan ACAB („all cops are bastards“) ungestraft verbreitet werden darf, obwohl er, wenn überhaupt etwas, die Kriterien der sonst so viel zitierten „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ exakt erfüllt.

Mediales Interesse erregen diese Taten kaum. Sympathiebekundungen in den Öffentlich-Rechtlichen und der Presse sind mir bislang nicht aufgefallen. In den sozialen Medien gibt es sie, aber sie gehen im allgemeinen „anti-rassistischen“ Furor eher unter. Eine Google-Suche unter „Gewalt gegen Polizisten“ bietet mir ganz oben Artikel über „Polizeigewalt“ an, die englische Variante unter „violence against police“ versorgt mich an erster Stelle mit dem Wikipedia-Artikel „Police brutality in the United States“.

Steigende Gewalt in Deutschland

Warum ist all das relevant für eine Kolumne mit dem Titel „Über den Zaun“? Ganz einfach, weil das Hass gegen die Polizei in Deutschland, wie so vieles, eins zu eins aus den USA übernommen wird. „Jeden Tag werden durchschnittlich 200 Polizisten in Deutschland geschlagen, bespuckt oder beschimpft. Die Zahl hat gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen.“ Laut der in wenigen dürren Zeilen das Lagebild des BKA zusammenfassenden Welt gab es 2019 3.000 Fälle von Gewalt gegen Polizisten mehr als im Vorjahr, 69.466 Beamte wurden Opfer von Angriffen, unter anderem mit Eisenstangen. Im Konjunktiv, gewissermaßen mit sprachlich spitzen Fingern, wird darüber referiert, wenn der Präsident des BKA anmerkt, die Taten müssten geahndet werden. „Schließlich sorgten die Beamten für die Sicherheit in Deutschland.“ Offenbar ist man sich bei der Welt da nicht so sicher. Vielleicht ist es ja eher doch die Antifa, die für Sicherheit in Deutschland sorgt, oder das nicht nur in der Hauptstadt blühende Clanwesen? In einem Land, in dem in einem als rechtslastig geltenden Bundesland wie dem Freistaat Sachsen, eine Frau Justizministerin werden konnte, die in einer Band, die mit dem Liedtext „Advent, Advent, ein Bulle brennt“ glänzte, aufgetreten war, kann das nicht mehr überraschen. Von den „etablierten“ deutschen Medien kann man leider nur sagen, dass sie aktiv dazu beitragen, eines solches Szenario wahr zu machen. Und in Österreich? Mehr dazu in Teil II dieser Kolumne.


Über die Autorin:

Bettina Gruber hält in ihrer alle zwei Wochen erscheinenden Tagesstimme-Kolumne „Über den Zaun” ihre Eindrücke aus dem deutschen Nachbarland fest. Die Wienerin und Wahlsächsin hat lange Jahre sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands gelebt und dabei immer wieder festgestellt, wie verschieden die Mentalitäten doch sein können. Unter Klarnamen und wechselnden Pseudonymen Beiträge für TUMULT, Sezession und andere. Auf dem TUMULT-Blog bespielt sie in wechselnden Abständen die genderkritische Kolumne „Männerhass und schlechte Laune.“ Der letzte Artikel für die Printfassung, „Die Wissenschaft und ihr Double.“ TUMULT. Vierteljahresschrift für Konsensstörung Heft 1 / 2020 Frühjahr 2020, widmet sich der grundsätzlichen Schwierigkeit, wissenschaftliche Ergebnisse in der Mediengesellschaft zur Geltung zu bringen und ist damit thematisch hochaktuell.


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Gesellschaft

Unsere Polizisten dürfen kein Freiwild werden!”

Marcel E. Senfter

Veröffentlicht

am

In Deutschland und Österreich nimmt die Gewalt gegen Polizisten zu. Die Politik ist gefordert, endlich Maßnahmen zum Schutz der Beamten zu setzen.

Kommentar von Marcel E. Senfter

Jeder kann sich an den G20-Gipfel in Hamburg erinnern, als der linksextreme Schwarze Block auf Polizisten losging. Auch bei den Krawallen in Stuttgart und neuerlich in Frankfurt wurden ohne Rücksicht auf Verluste Polizistinnen und Polizisten attackiert und verletzt. Verantwortliche Politiker bezeichnen diese schrecklichen Szenen als „neues Phänomen“. Das muss sich aber schleunigst ändern.

Gewalt gegen Polizei – Politik schaut zu

Die Gewalt gegen Polizisten stieg in den letzten Jahren in Deutschland und Österreich exzessiv an. Der Respekt vor den Beamten sinkt täglich. Und diese Aggression kommt besonders von der Linken. Ohne Hemmung werden Polizisten attackiert und verletzt – und die Politik schaut nur zu. Wir haben schon längst die Kontrolle verloren.

2018 gab es in Deutschland 38.109 Gewalttaten gegen Polizeibeamte. Darunter 15 Fälle von versuchtem Mord und 35 Fälle von versuchtem Totschlag. Auch in Österreich werden fast täglich Polizisten attackiert oder verbal diffamiert. Und warum? Diese Menschen riskieren jeden Tag ihr Leben, damit wir in unserem Land in Freiheit und Frieden leben können. Intelligenz- und anstandsbefreite Linke, aber auch Migranten in ihren Parallelgesellschaften entwickelten in den letzten Jahren einen Hass auf den Staat und die Politik. Diesen Frust entladen sie nun an den Polizeibeamten.

Petition: „Polizisten sind keine Verbrecher”

Was kann man dagegen unternehmen? In erster Linie ist die Politik gefordert. Die Polizei darf nicht mehr im Regen stehen gelassen werden. Es müssen Gesetze her, damit dieser Spuk ein Ende nimmt. Weiters muss die Ausbildung im Bereich der Selbstverteidigung und die Ausrüstung verbessert werden und der Personalmangel behoben werden. Letzteres ist derzeit eher unwahrscheinlich, weil im Innenministerium bzw. in der Inneren Sicherheit immer ideologisch „rumgedoktert” wird. Die Grünen wollen keine weiteren Polizeibeamten und Innenminister Nehammer ist total überfordert.

Am Montag startete die freiheitliche Gewerkschaft AUF eine Petition („Polizisten sind keine Verbrecher“). Hierbei will man gegen das immer stärker werdende „Polizei-Bashing“ vorgehen. Ich empfehle, diese Petition zu unterschreiben, damit wir den linken Polizeigegnern mit ihrer „ACAB”-Attitüde zeigen, dass viele Österreicher hinter unserer Polizei stehen!


Über den Autor:
Marcel E. Senfter wurde 1999 in Osttirol geboren und lebt seit knapp zwei Jahren im schönen Zillertal. Er ist Mitglied der Freiheitlichen Jugend (FJ). Neben der Politik zählen auch Kunst, Literatur, Philosophie und Sport zu seinen Interessen.


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