Lippenlesen gegen Rassismus im Fußballstadion

„Es ist heute wichtig, dass man dem Rassismus die rote Karte zeigt“, sagte Lippenleserin Julia Probst.

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<p>Symbolbild: Fußball / pixabay (CC0)</p>

Symbolbild: Fußball / pixabay (CC0)

Berlin. Die Lippenleserin und Bloggerin Julia Probst hat sich dafür ausgesprochen, durch Lippenlesen rassistische Äußerungen in Fußballstadien aufzuspüren. „Es ist heute wichtig, daß man dem Rassismus die rote Karte zeigt“, sagte sie dem Deutschlandfunk.

Manches ergibt sich aus Kontext

Probst, die gehörlos ist und selbst von Fußballspieler- und Trainerlippen abliest, sehe dies aber nicht als Teil einer lückenlosen Überwachung. „Fußballer sind in einem kommerziellen Programm eingebunden, das der Unterhaltung dient.“ Zugleich legt die ehemalige Politikerin der Piratenpartei Wert darauf, nur Aussagen der Sportler und Trainer zu veröffentlichen, bei denen sie sich sicher sei, sie richtig verstanden zu haben. „Ich habe nur das getwittert, wo ich mir absolut sicher war. Wenn ich eine Unsicherheit gehabt hätte, dann hätte ich das auch nicht geschrieben“, sagt Julia Probst.

Enthüllungen über die ÖVP

Das Deutsche sei eine nicht so schwierige Sprache wie andere, denn Laute könnten direkt abgelesen werden. „Das heißt, Laut und Buchstabe stimmen überein.“ Manchmal gebe es zwar Unsicherheiten, doch würden sich diese durch den Kontext klären. Im Fußball sei der Kontext gegeben: „Das ist eine konkrete Situation“, so Probst.

Stadionverbot für Fans

Hintergrund der Idee ist ein Vorfall in der englischen Fußballliga. Europa-League-Sieger FC Chelsea hat einen seiner Fans wegen rassistischen Äußerungen während eines Premier-League-Spiels mit einem lebenslangen Stadionverbot belegt. Gegen fünf weitere Anhänger verhängten die West-Londoner vorübergehende Stadionverbote für ein bis zwei Jahre wegen Beleidigungen sowie wegen bedrohlichen und aggressiven Verhaltens, wie der Standard berichtete. Sie waren von Lippenlesern überführt worden, den schwarzen Spieler Raheem Sterling von Manchester City vor acht Monaten rassistisch beleidigt zu haben. Dass die Lippen von Fans gelesen werden, sei auch in Spanien keine neue Situation.

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