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Gesellschaft

Wegen Nähe zu rechter Fangruppe: Chemnitzer FC wirft Kapitän raus

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild (Stadion an der Gellertstraße, Heimstätte des Chemnitzer FC): Lord van Tasm via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Nachdem er sich bei einem Auswärtsspiel, bei dem er wegen einer Verletzung nicht zum Kader gehörte, sich in der Kurve mit prononciert rechtsgerichteten Fangruppen aufhielt, zog der Verein die Reißleine und setzte Daniel Frahn vor die Tür.

Chemnitz/Halle. – Der Stein des Anstoßes war die angebliche Sozialisierung von CFC-Kapitän Daniel Frahn „vor, während und nach dem Spiel in Halle mit Führungsköpfen der Gruppierung ‚Kaotic Chemnitz’ ”. Dieser Fanclub wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt durch ihre Mobilisierung zur ersten Demonstration nach dem Tötungsdelikt am deutschen Familienvater Daniel H. mutmaßlich durch zwei abgelehnte Asylwerber im Spätsommer 2018.

Wiederholte Sympathien für Fanszene

Informationen des Spiegel zufolge soll Frahn dabei in einem Privat-PKW gemeinsam mit Mitgliedern dieser Gruppierung angereist sein und auch mit diesen gemeinsam im Fanblock gestanden haben. Für den Verein hat er damit Sympathien mit der nach Ansicht des sächsischen Verfassungsschutzes angeblich ‚rechtsextremen’ Gruppe „offenkundig zur Schau gestellt”. Es gebe daher „null Toleranz für dieses Verhalten”.

Es ist nicht das erste Mal, dass die vermeintliche oder tatsächliche Nähe von Frahn zu diesen Kreisen für Aufregung sorgt. Beim Gedenken der organisierten Chemnitzer Fanszene im März an einen langjährigen Fan aus ihren Reihen feierte Frahn ein Tor, indem er ein unter dem Trikot getragenes Hemd zur Schau stellte. Die Aufschrift darauf: „Support your local hools”. Nach einem bundesweiten Shitstorm entschuldigte sich der Spieler damals und bekundete, „keinen rechten Gedanken” zu frönen.

Vereinsoffizielle: „Haltung” gehört zu Spielerverantwortung

Dass es nun zu einem zweiten Vorfall kam, stößt den Verantwortlichen beim Club sauer auf. Romy Polster, die stellvertretende Vorsitzende der CFC-Gesellschafterversammlung bezeichnete Frahns damalige Reue sogar aus „Farce”. Ihrer Ansicht nach gehöre zur Verantwortung als Spieler und Kapitän „mehr als nur Tore zu schießen und sich bejubeln zu lassen”, und zwar „Haltung”.

Angeischts der Wiederholung wisse man, dass es eine „falsche Entscheidung” gewesen sei, dem Spieler nach der Aktion „weiter das Vertrauen zu schenken”. Es herrsche nunmehr „vollste Übereinstimmung”, dass das Vertragsverhältnis „mit sofortiger Wirkung” aufzulösen sei. Für Daniel Frahn sei beim Chemnitzer FC „kein Platz mehr”. Dem Spiegel zufolge hat der Spieler bislang die „Bestrafung weder eingesehen noch den Vorfall geleugnet”.

Verein verliert Schlüsselspieler und Identifikationsfigur

Mit dem Rauswurf von Frahn verliert der CFC einen wichtigen Schlüsselspieler. Der 32-jährige gebürtige Potsdamer stieß 2016 zum Verein und schoss in 115 Spielen nicht weniger als 54 Tore. Er galt als Identifikationsfigur in der Mannschaft, erst zu Saisonbeginn ernannte ihn das Trainerteam um David Bergner zum neuen Mannschaftskapitän.

Vor seinem Engagement beim Drittliga-Neuling spielte er unter anderem auch fünf Jahre lang für den heutigen Bundesligisten RB Leipzig (2010–15), auch in der zweiten Bundesliga. In nicht weniger als vier Regionalliga-Saisonen (2010, 2012, 2013, 2018) konnte er sich die Torjägerkrone sichern. Im Jahr 2006 absolvierte er ein Spiel für die deutsche U19-Nationalmannschaft.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    6. August 2019 at 17:39

    Die amtlichen Lügen um angeblich rechtsradikale Geschehnisse nach dem Mord eines oder mehrerer Bereicherer in Chemnitz sind ja hinlänglich bekannt.

    Wenn dort nun eine fan Gruppe aus Anlass des gemeinen Mordes protesierte sind das also Rechtsradikale. Hatte man vielleicht erwartet, nach der Tat würden Einwohner für mehr Zuwanderung auf die Straße gehen?

    Nun soll also schon die bloße Nähe zu angeblich Rechtsradikalen ein Grund für eine fristlose Kündigung sein? Lächerlicher geht es ja kaum noch. Und das in einer Zeit wo gewählte Abgeordnete linker Parteien offen und für alle ersichtlich gemeinsam mit kriminmellen Linksfaschisten auftreten? Für wahr, was für ein Rechtsruck in unserer Gesellschaft.

    Klarer Fall für die Arbeitsgerichte. Denn das Recht des Spielers wird der Verein ja wohl in 1. Instanz kaum anerkennen.

    Gespannt darf man auf die Reaktion der fans sein.

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Gesellschaft

Leipzig: 13 verletzte Polizisten bei linksextremer Demonstration

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild Antifa-Demonstranten: Michael Jastremski via OpenPhoto.net [CC BY-SA 3.0](Bild zugeschnitten)

Am Samstagabend wurden bei einer Demonstration von Linksextremen in Leipzig insgesamt 13 Polizisten unter anderem durch Steinwürfe verletzt. 

Leipzig. – Die Demonstration richtete sich gegen das 2017 erlassene Verbot der einschlägigen linksextremen Internetplattform linksunten.indymedia, welche seit kurzem als Archiv wieder online ist. Insgesamt nahmen etwa 1.500 Personen an der Veranstaltung teil.

Sachbeschädigungen und Körperverletzung

Am kommenden Mittwoch entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über eine Klage gegen das Verbot der genannten Seite. Auf dem Portal wurden regelmäßig Bekennerschreiben der extremen Linken veröffentlicht. Diese findet seit dem Verbot des „Linksunten”-Ablegers mittlerweile zumindest auf dem Hauptportal von Indymedia statt.

Bei einer Demonstration kam es nun zu teils schweren Ausschreitungen. Die Polizeisprecherin Leipzigs, Silvaine Reiche, erklärte laut der Bild, dass es anfangs nur zu „einzelnen Störungen“ gekommen sei. Diese hätten im Verlauf der Veranstaltung stetig zugenommen. Zu einem späteren Zeitpunkt bewarfen Linksextreme die Polizeibeamten mit Steinen und Flaschen, 13 Polizisten wurden hierbei verletzt.

Auch Journalisten wurden offenbar bedrängt, teilweise soll ihnen mit körperlicher Gewalt gedroht worden sein. Im Rahmen der Demonstration gab es außerdem verschiedenste Sachbeschädigungsdelikte. Eine Bushaltestelle wurde nahezu komplett zerstört, bei mehreren Autos wurden die Scheiben eingeschlagen. 

Alle nach Leipzig, Bullen angreifen“

Das die Demonstration eskalieren würde, war absehbar. In einem Aufruf hieß es laut der Süddeutschen Zeitung unter anderem: „Alle nach Leipzig, Bullen angreifen“ – bei der Demo wolle man die „direkte Konfrontation suchen“. Die Polizeisprecherin betonte indes bereits im Vorfeld, dass man eine „Deeskalation“ anstrebe. Bei den Ausschreitungen gab es sechs Festnahmen, den Verdächtigen werden Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Bereits in der Silvesternacht eskalierte eine Veranstaltung im für seine ausgeprägte linksautonome Szene berüchtigten Viertel Connewitz. Diverse linke Akteure warfen der Polizei daraufhin eine Eskalation der Situation vor. Auf der Seite der Beamten gab es wie im auch im aktuellen Fall Verletzte durch Flaschen- und Steinwürfe – Die Tagesstimme berichtete


Weiterlesen:

Leipzig: Polizist musste nach Angriff durch mutmaßliche Linksextremisten notoperiert werden (1.1.2020)

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Gesellschaft

Neues von rechts: Akademikerball II, Höbelt & linke Lektüre

Stefan Juritz

Veröffentlicht

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ASDF Norbert Hofer beim Wiener Akademikerball. Bild: privat

Beim Wiener Akademikerball wurde wieder „Rechtswalzer” getanzt. Lothar Höbelt sprach über die linksextremen Vorfälle an der Uni Wien. Und Benedikt Kaiser gibt eine neurechte Anleitung für linke Lektüre.

Am Freitag, den 24. Jänner 2020, fand der traditionelle Wiener Akademikerball in der Hofburg statt.

Die Festrede hielt in diesem Jahr Universitätsrat Dipl.-Ing. Hannes Hundegger (Alter Herr der Leobener akademischen Burschenschaft Leder). Die Tagesstimme veröffentlichte die Rede in voller Länge: „Akademikerball-Festrede: ‚Wer seine Heimat liebt, der spaltet sie nicht!’ ”

Als Redner traten auch FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener FPÖ-Landeschef Dominik Nepp auf. Hofer wies dabei auf die Bedeutung der Korporationen hin: „Ihr seid der wahre, der harte Kern, auf den man auch weiter aufbauen kann” (Die Tagesstimme berichtete).

Prof. Höbelt im Interview

Seit mehreren Monaten machen Linksextreme an der Universität Wien gegen den als FPÖ-nah geltenden Historiker mobil. Mehrmals wurden seine Vorlesungen gestört oder wie kürzlich in einem Fall sogar ganz verhindert. Im Interview mit FPÖ-TV schilderte Lothar Höbelt seine Sicht der Dinge:

DAÖ-Treffen mit HC Strache

Beim Treffen der FPÖ-Abspaltung „Allianz für Österreich” (DAÖ) trat auch Heinz-Christian Strache auf. Auf Facebook kann man den Livestream des Treffens samt Strache-Rede nachsehen:

„Linke Lektüren – eine Anleitung”

Bei der vergangenen Winterakademie des Instituts für Staatspolitik in Schnellroda sprach der Chemnitzer Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser über „Linke Lektüren” aus neurechter Perspektive. In dieser Woche erschien nun der gesamte Vortrag auf YouTube (kanal schnellroda):

Neuer Burschenschafter-Roman

Ein Alter Herr der Akademischen Burschenschaft Gothia zu Salzburg hat einen Roman („Der Bund”) geschrieben und auf der Homepage der Gothia veröffentlicht. „Es handelt sich um einen Roman über das Leben in einer Studentenverbindung. Anhand einiger fiktiver Korporationen in Salzburg wird über Probleme, Herausforderungen und Alltäglichkeiten von Studenten berichtet, die sich entschlossen haben in einer Verbindung aktiv zu sein. Es werden studentische Rituale, Gepflogenheiten und Hintergründe gezeigt wie sie in dieser Form tatsächlich in sehr vielen aktiven Korporationen gelebt werden”, stellt die Burschenschaft den Roman ihres Alten Herren vor.

Das Buch kann hier gratis als PDF runtergeladen werden: Klaus Haase – „Der Bund”

„Deutscher Handball ist zu weiß”

Aktuell findet die Handball-Europameisterschaft statt. Doch der deutsche Handball hat nach Meinung mancher äußerst Weltoffener anscheinend ein Problem – der Sport sei nämlich zu weiß und zu deutsch. Die Jungs von Laut Gedacht nehmen sich dieser Diskussion gerne an: „Bodenständig, anfassbar, familiär, respektvoll. Viele Deutsche scheinen Gefallen am Handball in dieser Form zu finden. Das legt zumindest die stetig steigende Beliebtheit nahe. Aber es gibt auch Leute, die können mit diesen Werten so garnichts anfangen. Zugucken will man nur, wenn das Aussehen der Spieler stimmt. Wer will schon Handball auf Weltniveau sehen, wenn die Spieler alles Kalkleisten sind?”

„Vertuschter Medienstaatsvertrag: Kommt jetzt die große Zensurwelle?”

In der ersten Folge „Der sächsische Kanal” spricht der Publizist Johannes Schüller über den neuen Medienstaatsvertrag in Deutschland. In der Videobeschreibung heißt es: „Die durch alternative Medien mühsam erkämpfte Meinungsfreiheit ist in Gefahr. Der neue Medienstaatsvertrag birgt das Potential, unabhängige und regierungskritische Stimmen zu unterdrücken oder »auf Linie« zu bringen.”

Gedenkfeier für Karl Lueger

Am 7. März 2020 veranstalten der Verein OKZIDENT und der Wiener Akademikerverbund eine Gedenkfeier anlässlich des 110. Todestages von Karl Lueger (ehemaliger Bürgermeister der Stadt Wien). Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr am Dr.-Karl-Lueger-Platz in Wien. Als Redner sind u.a. Alfons Adam, Christian Zeitz und Georg Immanuel Nagel angekündigt.

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Kopftuchdebatte: Schönborn für Bildung statt Verbot

Monika Šimić

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ASDF Bild: Kardinal Christoph Schönborn / Bild: GuentherZ [CC BY] (Bild zugeschnitten)

Das Kopftuch bzw. das Verbot desselbigen ist in Österreich seit einigen Wochen wieder Thema. In einem Interview äußerte sich nun auch Kardinal Christoph Schönborn dazu.

Wien. – In der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast” erklärte Kardinal Christoph Schönborn heute, dass er in Sachen Kopftuchverbot eher auf Bildung statt auf Verboten setzen wolle. Es müsse in einer pluralistischen Gesellschaft möglich sein, verschiedene religiöse Symbole im öffentlichen Raum zu haben, erklärte Schönborn im Interview.

Erziehen statt Verbieten

Das Entscheidende ist aber, dass über die Bildung Fehlentwicklungen, die auch mit religiösen Zeichen verbunden sein können, möglichst vermieden werden. Die Bischofskonferenz habe bereits vor Monaten Stellung zu diesem Thema genommen. „Unser Akzent ist weniger das Verbieten, sondern das Erziehen”, erklärte der Kardinal.

Im Zusammenhang mit behördlichen Befragungen von konvertierten Asylbewerbern merkte Schönborgn grundsätzlich an, dass Konversion zur Religionsfreiheit gehöre. Das verstehe er auch als „Botschaft an alle Religionsgemeinschaften”. Er sei der Meinung, dass das Urteil, ob jemand einer Glaubensgemeinschaft angehöre oder nicht, der jeweiligen Religionsgemeinschaft zusteht, so Schönborn. Schließlich habe man die Konvertiten oftmals ein Jahr auf die Taufe vorbereitet. Die Behörden, mit denen die Zusammenarbeit grundsätzlich sehr gut verlaufe, sollten diesbezüglich den Religionsgemeinschaften vertrauen. Denn die Abschiebung in ein mehrheitlich muslimische Land kann „für so jemanden lebensgefährlich werden”, argumentierte Scchönborn.

Erneute Kopftuchdebatte

In den vergangenen Wochen war das Kopftuchverbot wieder vermehrt Thema in der österreichischen Innenpolitik. Nachdem das „Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist” seit Beginn des Schuljahres 2019/2020 an Volksschulen verboten ist, brachte die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) ein. Der Präsident der IGGÖ, Ümit Vural, kritisierte dass das vorliegende Gesetz ausschließlich das islamische Kopftuch diskriminiere, dieses sei aber „Teil der religiösen Praxis”.

Später war sogar von einer Ausweitung des Kopftuchverbots auf Lehrerinnen die Rede. Die neue Integrationsministerim Susanne Raab (ÖVP) meinte etwa, dass ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen ein möglicher nächster Schritt wäre. Für Grünen-Chef Werner Kogler ist eine solche Ausweitung allerdings „nicht vorstellbar”.

Weiterlesen:

Kopftuchverbot: FPÖ-Sippel fordert Regierung zu „rascher Umsetzung” auf (15.01.2019)

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