Verbinde Dich mit uns

Gesellschaft

Studie: Hälfte der Deutschen unzufrieden mit Umsetzung der Demokratie

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

Symbolbild: Pixabay [CC0]

Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung gab eine Studie in Bezug auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber der Demokratie in Auftrag.

Berlin. – Laut Ergebnis ist mehr als die Hälfte der Deutschen mit dem Zustand der Demokratie eher unzufrieden. Generell ist die Unzufriedenheit im Osten der Bundesrepublik zudem ausgeprägter als im Westen. Das Institut „Infratest dimap” befragte dafür repräsentativ 2.500 Personen im Zeitraum von März bis April. Die Stiftung, welche die Studie „Vertrauen in Demokratie” in Auftrag gab, steht indes den Sozialdemokraten nahe.

Weniger als die Hälfte zufrieden

Bei der Befragung gaben weniger als die Hälfte aller Teilnehmer an, mit der Demokratie derzeit zufrieden zu sein. Nur 46,6 Prozent bekundeten eine große oder sehr große Zufriedenheit mit deren Zustand. Dies ist gleichzeitig der historisch schlechteste Wert.

Denn über Jahre hinweg kratzte die Zufriedenheit stets an der 60-Prozent-Marke. Erst etwa seit 2015 schwindet das Vertrauen in die Institutionen – für diese Entwicklung sehen die Autoren wirtschaftliche Gründen und die Entwicklung der Migrationskrise ab diesem Zeitpunkt als maßgeblich.

Neue Bundesländer besonders unzufrieden

Wie unter anderem die Welt berichtet, ist die Zahl sogar noch geringer, wenn man den Osten isoliert betrachtet. Hier sind lediglich 35,6 Prozent zufrieden mit den vorherrschenden Umständen. Der Studienautor Frank Decker, folgerte der Zeit zufolge daraus: „Teile der Ostdeutschen” seien angeblich „noch nicht wirklich angekommen in der liberalen Demokratie”

Mit diesem Befund versucht er sodann auch die hervorragenden Wahl- und Umfrageergebnisse der AfD in den neuen Bundesländern zu erklären. Denn getrennt nach Parteien zeigten deren Sympathisanten bundesweit die größte Unzufriedenheit (7 Prozent zufrieden). Erst mit Respektabstand folgt die Linke (34 Prozent) – auch diese Partei hat ihre Hochburgen im Osten.

Wähler von CDU und Grünen am zufriedensten

Ein völlig anderes Bild als bei den beiden populistischen Parteien zeigte sich unterdessen bei den Wählern der Christdemokraten (65 Prozent sind zufrieden). Auch bei Unterstützern der Grünen (60 Prozent), FDP und SPD (je 57 Prozent) zeigt sich die Mehrheit mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden.

Detailergebnisse widersprechen Studienautor

Interessant ist der Blick auf die Detailergebnisse. Denn diese dürften die Annahme Deckers, wonach die AfD „auf Kriegsfuß mit elementaren Prinzipien der Demokratie” stünde, nicht wirklich mit dem ostdeutschen Befund koppeln. Denn mit einer Ablehnung der Demokratie hat wachsende Unzufriedenheit mit deren Funktionieren augenscheinlich wenig zu tun.

Bei der Frage nach Entscheidungen über die Gesetzgebung gaben nämlich nur 1,3 Prozent an, sich einen autoritären Staat nach dem Führerprinzip zu wünschen. Mehr als 42 Prozent hingegen sehen Volksentscheide als bestes legislatives Mittel, noch vor den Parlamenten (40 Prozent). Und gerade AfD und Linken setzen für den Ausbau direkter Demokratie ein.

Mehr direkte Demokratie erwünscht

Auch insgesamt wünschen sich die Menschen mehr Bürgerbeteiligung. Knapp 59 Prozent der Befragten bemängeln die Gestaltungsmöglichkeiten einfacher Bürger. Etwa zwei Drittel (64 Prozent) können sich vorstellen, Entscheidungen des Bundestags per Volksentscheid zu kippen. Die Zustimmung zu Volksinitiativen beträgt sogar 82 Prozent, eine Wahlpflicht kommt hingegen nur für 41 Prozent infrage.

Einkommensunterschiede beeinflussen Zufriedenheit

Interessant ist unterdessen auch die Aufschlüsselung nach Einkommenssituation: Während 57 Prozent der Oberschicht und 51 Prozent mit dem Status quo der Demokratie in Deutschland zufrieden sind, gilt dies nur für 30 Prozent der Arbeiter. Drei Viertel der Befragten identifizieren die geringe Wahlbeteiligung unter Einkommensschwachen außerdem als größtes Problem der parlamentarischen Demokratie.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmueller

    14. August 2019 at 14:56

    Nur „die Hälfte”?
    Sehr geduldig & schläfrig ‚das -„Wir sind das Dösi Volk”-!
    WIR schafften das.…

  2. Avatar

    Klasube

    14. August 2019 at 15:45

    Der Studienautor Frank Decker, folgerte der Zeit zufolge daraus: „Teile der Ostdeutschen” seien angeblich „noch nicht wirklich angekommen in der liberalen Demokratie””.
    Diese Aussage ist realitätsfern, arrogant und unverschämt!
    Okay, es kommt natürlich immer darauf an, was man unter „liberaler Demokratie” versteht.
    Wenn Herr Decker darunter die jahrelange Rechtsbeugung, Verletzung nationaler und europäischer Gesetze bzw.Verträge, das permanente Messen mit zweierlei Maß, die nervigen ideologischen Grabenkämpfe versteht – ja dann, dann hat er Recht, der Herr Decker. Aber in dieser Art von „Demokratie” will ich auch nicht ankommen müssen…!

  3. Avatar

    klasube

    15. August 2019 at 11:51

    War mein Kommentar hetzerisch, verleumderisch oder beleidigend, oder weshalb haben Sie ihn nicht gepostet?
    Wünschen Sie in Ihrem Blog eine Debattenkultur, oder hat „Hinterlasse eine Antwort” nur eine Alibifunktion?

    • Julian Schernthaner

      Julian Schernthaner

      15. August 2019 at 12:25

      Nein, wurde vorhin freigeschalten. Da wir eine kleine Redaktion sind, kann das manchmal ein bisschen dauern. Dass es diesmal bis zum nächsten Morgen gedauert hat, nehme ich als gestern den Spätdienst habender Redakteur auf meine Kappe. Aufgrund des heutigen Feiertages in Österreich machte ich etwas früher Feierabend (i.e. direkt nach der Publikation meines Artikels), da uns Milch und Brot ausgegangen waren – und hab’ nach der Rückkehr schlicht darauf vergessen, die Kommentare freizuschalten. Bitte um Verzeihung. 🙂

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gesellschaft

Animal Crossing”: Für PETA ist das Nintendo-Spiel nicht vegan genug

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Die Tierrechtsorganisation stört es, dass man in dem Nintendo-Spiel unter anderem Fische angelt und Insekten fängt. 

Das neue Nintendo-Videospiel „Animal Crossing: New Horizons” ist aktuell sehr beliebt und gilt eigentlich als äußerst kinderfreundlich. In der Inselaufbau-Simulation leben Menschen und Tiere eigentlich friedlich zusammen. Doch für die Tierschutzorganisation PETA ist das Spiel nicht vegan genug, weil man dort zum Beispiel Fische angeln und Insekten fangen kann. Aus diesem Grund hat PETA eine Anleitung veröffentlicht, wie man „Animal Crossing” richtig vegan spielt und keinen Tieren schadet.

Vegan leben auch im Videospiel

In dem veröffentlichten „PETA’s Vegan Guide to ‘Animal Crossing: New Horizons’” schreibt die Tierschutzorganisation etwa: „Fischen ist nicht vegan! Du solltest im wirklichen Leben nicht fischen, also solltest du das auch nicht im Spiel tun.” PETA kritisiert, das Spiel fördere missbräuchliches Verhalten gegenüber Fischen und Insekten, anstatt sie als „lebende, atmende und fühlende Individuen” zu betrachten. „Deine Insel sollte ein sicherer Ort für alle Tiere sein, egal ob groß oder klein”, heißt es in der Anleitung. Außerdem finden sich in dem „Guide” weitere Tipps, wie man sich als Veganer im Spiel gegenüber Tieren richtig verhält, was man essen und wie man sich kleiden sollte.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Deutschland

Berlin: Auto von AfD-Politiker Frank-Christian Hansel angezündet

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

Die Polizei schließt eine Brandstiftung mit politischem Motiv nicht aus, der Staatsschutz ermittelt.

Berlin. – Wie die Polizei bestätigt, brannte in der Nacht zum Montag das Auto des Parlamentarischen Geschäftsführers der Abgeordnetenhaus-Fraktion der AfD Berlin, Frank-Christian Hansel, aus. Der AfD-Politiker sprach auf Twitter von einer „linken Gewaltorgie“ und kritisierte die restlichen Parteien für die fehlende Verurteilung solcher Taten: „Es ist die bürgerliche Mitte, die hier angegriffen wird.”

Serie von Brandanschlägen

Der Fall gliedert sich in eine Reihe von linksextremen Brandanschlägen gegen den politischen Gegner ein. So wurde erst am 10. März das Auto des Berliner Landesvorsitzenden Nicolaus Fest angezündet. Kurz zuvor wurde der Wagen des Vorsitzenden Chrupalla in Sachsen zerstört. Der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Gottfried Curio, wurde ebenfalls Opfer einer Straftat: Mutmaßliche Linksextremisten schlugen zwei Fenster seiner Wohnung ein und beschmierten die Fassade unter anderem mit dem Spruch „Curio hat mitgeschossen“. Offenbar sollte damit ein Bezug zum Amoklauf von Hanau hergestellt werden. Nach der Tat wurde ein Bekennerschreiben auf einer linksextremen Plattform veröffentlicht. Der Fraktionsvorsitzende Georg Pazderski verurteilte die Straftaten scharf und erklärte: „Trotz Hetze und Gewalt lässt sich die AfD nicht einschüchtern“.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Bürger protestieren gegen ORF-Berichterstattung über Ungarn

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen ORF über die Corona-Maßnahmen in unserem Nachbarland Ungarn sorgt für Unmut bei so manchem Bürger.

Wien. – Die Darstellung in etablierten Medien, wonach Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán quasi das Parlament ausgeschalten habe, stößt offenbar nicht auf ungeteilte Zustimmung. Bereits in der Vorwoche wandte sich Andor Nagy, der ungarische Botschafter in Wien, mit einem offenen Brief an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz – Die Tagesstimme berichtete.

Kreativer Protest vor Ungarn-Botschaft und ORF

Paul W., ein Bürger aus dem Bundesland Salzburg, tat es ihm nun gleich und brachte seine eigenen Protest mit  Bildern zum Ausdruck. Der einstige Manager eines mittelständischen Unternehmens positionierte sich mit einem Schild vor der ungarischen Botschaft in der Wiener Bankgasse. Etwas später wiederholte er seinen Protest auch noch vor dem ORF-Zentrum am Küniglberg. Auf den Bildern steht in deutscher und ungarischer Sprache eine Solidaritätsbekundung mit dem Nachbarland.

Als Österreicher bitte ich Ministerpräsident Viktor Orbán um Verzeihung für die hetzende Berichterstattung des ORF gegen Ungarn und seine Regierung.”

Bei der Botschaft, so der Salzburger, habe man sich mit positivem Amusement über die Aktion gefreut. Die Nachfrage der Tagesstimme, ob er fürchte, aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen ins Visier der Behörden zu geraten, verneinte W. Seine Lebensgefährtin sei ungarische Staatsbürgerin, er habe in ihrer Vertretung ohnehin einen unaufschiebbaren Behördengang zu erledigen gehabt. Da habe er einfach das Praktische und das Nützliche miteinander verbunden, erklärte er.

Konservativer Arzt hinterfragt Anti-Ungarn-Sentiment

Aber auch Personen mit einem etwas größeren öffentlichen Bekanntheitsgrad äußerten sich in sozialen Medien ähnlich deutlich. Marcus Franz, bekannter Wiener Arzt, konservativer Kommentator und einstiger Nationalratsabgeordneter, hinterfragte die Motive der Debatte. Der Beitrag polarisierte und rief dutzende Antworten hervor. Beinahe tausend Leute gefiel der Beitrag, über 100 Nutzer retweeteten ihn.

Justizministerin begeisterte im ZIB-Interview

In der patriotischen Publizistik hatte die Debatte auch abseits des Botschafter-Briefs in der Vorwoche hohe Wellen geschlagen. Dabei sorgte insbesondere der Auftritt der ungarischen Justizministerin Judit Varga für Furore. Diese bot ZiB2-Anchor Armin Wolf unaufgeregt die Stirn. Als dieser fragte, weshalb Kritiker Ungarn einen diktatorischen Stil vorwärfen, konterte sie: Es handle sich dabei um den liberalen Mainstream, der schnell diejenigen marginalisiere, welche sich ihm nicht anschlössen.

Ungarn bringt Corona-Aktionsplan auf den Weg

Ungarn stellte unterdessen am Montag seinen Corona-Aktionsplan vor. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft, 2.000 Mrd. Forint (ca 6 Mrd. Euro) stehen für die Unterstützung von Unternehmen bereit, weitere 450 Mrd. Forint sollen in Investitionen für neue Arbeitsplätze fließen. Bei Kurzarbeitern will der Staat einen Teil der Löhne übernehmen. Auch Familien und Pensionisten sollen profitieren, letztere bekommen ab 2021 vier Jahre lang eine dreizehnte Pensionauszahlung.


Weiterlesen: 

Ungarns Botschafter kritisiert ORF-Berichterstattung über Orbán-Dekret (31.3.2020)

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings Ihre Hilfe.

Verein für unabhängige Medien- und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Werbung

Beliebt