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Österreich

NEOS legen Beschwerde gegen innereuropäische Grenzkontrollen ein

Julian Schernthaner

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Der Ansicht der linksliberalen Partei nach verstoßen die immer wieder verlängerten, temporären Grenzkontrollen zwischen EU-Staaten gegen das Schengener Abkommen.

Wien/Brüssel. – Wie die Süddeutsche Zeitung am Montagabend berichtete, richtet sich die Beschwerde der NEOS an die EU-Kommission und betrifft gleich sechs Staaten. Neben Österreich und Deutschland sind dies noch Frankreich, Dänemark, Schweden und Norwegen.

„Teurer und wirkungsloser Angriff auf Grundfreiheiten“

Eingebracht wurde die Beschwerde vom Tiroler NEOS-Abgeordneten Andreas Leitgeb. Kern der Argumentation: Aufgrund eines Rückganges illegaler Grenzübertritte im Vergleich zum Höhepunkt der Migrationskrise im Jahr 2015 handle es sich dabei um einen „teuren und wirkungslosen Angriff auf die Grundfreiheiten der Bürgerinnen und Bürger“.

Diesen Standpunkt untermauert Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger zusätzlich mit dem Hinweis auf Tourismus und Wirtschaft. Lange Staus, Wartezeiten sowie Umweltverschmutzung würden zu gesunkenen Umsätzen von Betrieben führen. Gerade in Westösterreich gäbe es zehn bis 30 Prozent weniger Tagesgäste. Außerdem schlage „diese populistische Showpolitik“ einschließlich Einsatzkosten mit etwa 15 Milliarden Euro im Jahr zu Buche.

Zehntausende Aufgriffe dank Grenzkontrollen

Befürworter der Grenzkontrollen argumentieren unterdessen zum Beispiel mit der hohen Anzahl von Aufgriffen von zur Fahndung ausgeschriebener Personen. So verwies erst vor wenigen Tagen unter Berufung auf eine Drucksache des deutschen Bundestags ein Journalist der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit auf zehntausende derartiger Fälle:

NEOS bereits im Vorjahr für Abschaffung

Die Verlängerung der temporären Grenzkontrollen wird vonseiten der EU-Kommission immer nur jeweils um sechs Monate erlaubt. Als Begründung dafür dienen – so etwa auch vonseiten Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) im Vorjahr – fortgesetzte Sicherheitsbedenken im Bezug auf Nachwirkungen der Asylkrise. Frankreich argumentierte damals zusätzlich mit akuter Terrorgefahr.

Schon damals hatten die linksliberalen NEOS mit der Neubewilligung keiner Freude. Im Oktober unterstellte Meinl-Reisinger der damaligen türkis-blauen Regierung daher „eine Mauer um Österreich“ bauen zu wollen. Österreich, so die Wienerin damals, mache den „Ausnahmezustand zum Normalzustand“. Damit würde man das „Prinzip des freien Europas“ unterwandern – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

NEOS: ÖVP und FPÖ „bauen eine Mauer um Österreich” (19.10.2018)

NEOS wollen Migrationspakt und Abschaffung von Grenzkontrollen (10.10.2018)

Bis November: EU erlaubt Verlängerung österreichischer Grenzkontrollen (9.5.2018)

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    27. August 2019 at 16:22

    Es mag schon sein, dass diese Kontrollen insoweit nahe der Bedeutungslosigkeit sind, weil nur Uninformierte und Dumme hinein tappen. Wer clever ist, wählt die offenen Wege.

    Gilt eigentlich noch des Sultans Ultimatum, die Schleusen wieder zu öffnen, wenn nicht bis Ende Oktober völlige Visafreiheit zu Einreise und Aufenthalt aller Türken in die EU gewährt wird?

    Schaffen wir das auch, Frau Schönrednerin?

  2. Avatar

    Peter Hofmueller

    27. August 2019 at 18:58

    Absolut unwählbar,die „Haselsteiner“ Truppe“!

  3. Avatar

    Zickenschulze

    28. August 2019 at 23:31

    NEOS Verhalten zur vorliegenden Sicherheitsituation in der EU ist eine glatte Watschn an alle, die akurat unterwegs sind.
    Bei denen fehlt`s ja grob im oberen Stockwerk.

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