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Österreich

Wegen Interview mit Info-DIREKT: Linke kritisieren Tiroler SPÖ-Chef

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Ein Interview mit der Zeitschrift Info-DIREKT sorgte für mediale Aufregung in ganz Österreich.

Der Landesparteichef der SPÖ Tirol, Georg Dornauer, hat dem patriotischen Magazin Info-DIREKT ein Interview gegeben und sich damit den Ärger vieler linker Nutzer in den sozialen Medien eingehandelt. Das sorgte schließlich sogar dafür, dass zahlreiche Medien darüber berichteten – sehr zur Freude von Info-DIREKT, das sich „sehr herzlich für die (unfreiwillige) Bewerbung unserer aktuellen Ausgabe” bedankte.

Ich rede mit allen”

Die Kritik an Dornauer bezieht sich dabei weniger auf dessen inhaltliche Aussagen. Im Zentrum der Kritik steht vielmehr, dass Dornauer überhaupt mit einem politisch „rechts” verorteten Medium sprach. Der Tiroler SPÖ-Chef erklärte dazu, dass er „mit allen” rede. „Deshalb habe ich auch in diesem Medium sozialdemokratische Positionen zum Ausdruck gebracht. Diese Tatsache bringt weder Unterstützung zum Ausdruck, noch dass ich die Blattlinie gutheiße – das Gegenteil ist der Fall”, so Dornauer auf Twitter.

Offenbar aufgrund steigenden Drucks – Kritik kam etwa auch von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda – distanzierte sich Dornauer dann doch noch. Im Ö1-„Mittagsjournal” am Dienstag beteuerte Dornauer, er habe das Magazin vorher nicht gekannt und das Interview sei „im Nachhinein gesehen” ein Fehler gewesen.

Koalition mit FPÖ „nicht kategorisch” ausgeschlossen

Im Interview selbst sprach der Tiroler SP-Landeschef unter anderem über die schwarz-blaue Regierungsarbeit. So ist Dornauer etwa der Ansicht, Schwarz-Blau sei beim Familienbonus „in die richtige Richtung” gegangen. Auch eine Regierungszusammenarbeit mit der FPÖ will der SPÖ-Chef nicht kategorisch ausschließen und widerspricht damit eigentlich der SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner, die die Freiheitlichen als „nicht regierungsfähig” bezeichnet hatte. Am Dienstag relativierte Dornauer jedoch, dass seither viel geschehen sei und er „mit dem heutigen Tag” eine Koalition mit der FPÖ sehr wohl ausschließe, weil sich die Freiheitlichen derzeit in einem „desolaten” Zustand befänden.


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