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Kultur

15 Jahre „Blaue Narzisse”: Das konservative Magazin feiert Jubiläum

Stefan Juritz

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am

Bild: Blaue Narzisse / Collage: Die Tagesstimme

Am heutigen 1. September 2019 ist das konservative Jugendmagazin Blaue Narzisse (BN) 15 Jahre alt geworden.

Die Blaue Narzisse entwickelte sich von einer kleinen regionalen Schülerzeitung zu einer der wichtigsten Plattformen der konservativen Gegenöffentlichkeit in Deutschland. Seit Jahren schreiben dort Schüler und Studenten aus unterschiedlichen rechten bzw. konservativen Strömungen über Politik, Kultur, Philosophie sowie Jugendthemen und führen in regelmäßigen Abständen gesellschaftliche Grundsatzdebatten. Von den unzähligen Jungautoren, die bei der Blauen Narzisse ausgebildet wurden, sind einige mittlerweile zu fixen Größen des patriotischen Milieus und der konservativen Publizistik geworden.

Wir mussten politisch werden”

Im Jahr 2004 wurde die Blaue Narzisse von Felix Menzel und anderen als Schülerzeitung in Chemnitz ins Leben gerufen. „Es war ja damals so, dass wir lediglich eine stadtweite, kulturelle Schülerzeitung aufbauen wollten – und zwar, weil uns der Stumpfsinn in den anderen Zeitungen mit ihrer Zurschaustellung dümmlicher Lehrerzitate auf den Keks ging”, erinnert sich der heute 33-Jährige Menzel in einem Interview am Blog der Blauen Narzisse.

Zu Beginn war das Projekt noch weitgehend unpolitisch und ganz klar kulturell ausgerichtet. Das sollte eigentlich auch so bleiben, doch dann verbaten mehrere Schulen die Verbreitung der Zeitschrift. „Wir mussten politisch werden und unsere Grundrechte gegen alte SED-Seilschaften verteidigen”, so Menzel.

Zeitschrift und Online-Blog

Als Reaktion auf den erschwerten Zeitschriftenverkauf an Schulen ging die Blaue Narzisse im März 2006 mit einem eigenen Blog (www.blauenarzisse.de) ins Netz. Das Onlinemagazin führte dann auch dazu, dass die Blaue Narzisse bundesweit immer bekannter wurde. Im Nachhinein betrachtet ein wichtiger Schritt für das Projekt, denn dadurch konnte das Magazin nicht nur neue Leser, sondern auch viele Jungautoren aus ganz Deutschland und auch aus Österreich gewinnen.

Die Blaue Narzisse entwickelte sich damit von einer Chemnitzer Schülerzeitung zu einem bundesweit vertriebenen konservativen Magazin für Schüler und Studenten. Das Heft Nr. 7 erschien im Dezember 2017 laut eigenen Angaben in einer Auflage von 2.000 Stück.

Vorträge, Seminare und das erste Büro

Nach fünf Jahren verfügte die Blaue Narzisse bereits über etwa 60 Autoren und konnte über den neu gegründeten Verein „Journalismus und Jugendkultur” eine erste bezahlte Halbtagsstelle schaffen.

Im Jahr 2013 eröffnete der Verein dann sein erstes Büro, das „Zentrum für Jugend, Identität und Kultur”. Hier arbeiteten fortan drei Mitarbeiter und ein Praktikant, es gab Vorträge und eine Seminarreihe für Nachwuchsjournalisten. Doch das blieb natürlich auch linksextremen Antifa-Strukturen nicht verborgen, die gewohnt allergisch auf die jungen Rechten reagierten und gleich zur Eröffnung des Büros eine Demonstration anmeldeten. Nach mehreren Medienberichten stieg der öffentliche Druck und der Vermieter kündigte dem Verein die Räumlichkeiten, weshalb die Blaue Narzisse in ein neues Büro umziehen musste.

Zahlreiche Publikationen

Doch es blieb nicht bei dem einen Umzug: Im Jahr 2018 erhielt der Verein die nächste Kündigung. Zuvor hatten mutmaßliche Linksextremisten mehrmals Sachbeschädigungen am Bürogebäude verübt (Die Tagesstimme berichtete). Dem Vermieter wurde das offenbar zu viel: Die Blaue Narzisse muss deshalb im Winter 2019 ein weiteres Mal umziehen.

Neben Magazin, Homepage und Seminaren gehört auch die Publikation von Büchern bereits seit Jahren zur Arbeit der Blauen Narzisse. Beispielsweise in der Schriftreihe „BN-Anstoß” wurden verschiedene Themen – vom politischen Prozess, über Europa und Geopolitik bis zum „Nazivorwurf” und der Frage nach „alternativer Politik” – behandelt.

Wertvolle Nachwuchsarbeit

Im vergangenen Jahr 2018 kam es dann zum nächsten großen Schritt. Der Verein wurde in „Verein Journalismus und Wissenschaft” umbenannt und mit Recherche Dresden, einer Denkfabrik für Wirtschaftskultur, ein neues Projekt ins Leben gerufen, das zugleich das erste patriotische Wirtschaftsmagazin in Deutschland herausgibt. Was das für die Zukunft der Blauen Narzisse bedeutet, ist noch nicht ganz klar, doch die Arbeit soll auf jeden Fall fortgesetzt werden. „Die Blaue Narzisse wird ein Magazin von jungen Leuten für junge Leute bleiben. Ich bin froh, dass sich seit 15 Jahren immer wieder neue Schüler und Studenten finden, die unser Magazin mit Leben füllen. Diese Nachwuchsarbeit halte ich für sehr wertvoll und ihr fühle ich mich weiterhin verpflichtet”, erklärt Menzel dazu auf der BN-Homepage.

Eine genaue Chronologie der Entwicklung der Blauen Narzisse findet sich auf ihrer Homepage.

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Kultur

Muslima beschwerte sich: St.-Martin-Darsteller bekommt Auftrittsverbot

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (Laternen bei einem Martinsumzug): HDValentin via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Im nordrhein-westfälischen Niederkassel ziehen Aussagen, wonach es sich beim Martinsumzug um ein „christliches Fest” handle, harte Konsequenzen nach sich.

Niederkassel. – Die Geschichte spielten sich am 6. November im Stadtteil Rheidt in Niederkassel nahe Bonn ab. Wie der General-Anzeiger berichtet, fühlte sich eine muslimische Frau benachteiligt, weil der Martinsdarsteller den Umzug als „christliches Fest” darstellte. Ihre Schwägerin beschwerte sich daraufhin in sozialen Medien über den Umstand – mit Folgen für den Mann. Dieser darf nun künftig diese Position nicht mehr ausfüllen.

Vorfall bei traditionellem Martinsumzug

Die vermeintlich anrüchige Aussage fiel beim traditionellen Umzug an der Rheidter-Werth-Schule, welchen der Mann bereits seit Jahren ohne Beanstandung anführte. Bei der Ausgabe der Weckmänner – eine Art Hefegebäck – erinnerte der St.-Martin-Darsteller dann an den christlichen Charakter des Festes.

Unter den Anwesenden befand sich auch eine muslimische Mutter mit drei Kindern. Nachdem angeblich weder Direktorin noch Bezirkspolizei zum Vorfall eine Stellung beziehen wollten, äußerte die Angehörige der Teilnehmerin auf Facebook ihren Unmut. Und tatsächlich – mehrere Akteure distanzierten sich in der Folge von den Geschehnissen.

Christliches Fest”: Alle distanzieren sich

So bezeichnete etwa der Beigeordnete im Stadtrat, Sebastian Sanders (CDU), die Aussage als „völlig deplatziert“. Immerhin handle es sich um „eine gute Schule und zwar für alle Kinder“. Auch der Jugendausschuss der Stadt beschäftigte sich mit dem Vorfall. Der örtliche Kinderschutzbund schrieb den zuständigen Ortsring an, rang dem Vorstand eine Entschuldigung ab.

Dieser bekräftigte öffentlich sein Bedauern: „Wir sind froh, dass Menschen aller Religionen und Länder an unseren Veranstaltungen teilnehmen”. Hätte man den Vorfall mitbekommen, hätte man die Äußerungen „vor Ort richtiggestellt”, so Ortsring-Sprecher Markus Thüren. Der Darsteller vom Vorfall wiederum darf künftig nicht mehr am Umzug mitwirken.

Betroffene Muslima über Entwicklung froh

Gerade diese Entwicklung stellt die Muslima, welche sich angegriffen gefühlt hatte, zufrieden: „Es gab eine öffentliche Entschuldigung und der Sankt Martin wird nie wieder in Rheidt auf dem Pferd sitzen.“ Gleichzeitig empfindet sie im Nachlauf der Geschichte ein Unbehagen – mehrere Nutzer ergriffen nämlich auch Partei für den vermeintlichen Übeltäter.

Martinstag: Debatte um Brauchtum ewig jung

Die ewig junge Debatte rund um den Martinsumzug erreicht damit einen neuen Höhepunkt. Die Sorge, Kinder mit anderem Glauben zu verschrecken ist auch nicht neu: In manchen Orten versuchte man den Tag zum Beispiel als „Lichterfest” umzudeuten. Der Laternenumzug geht auf das frühe 20. Jahrhundert zurück, und hat seine Wurzeln wohl in älteren Feuerbräuchen.

Die Darstellung des frühchristlichen Heiligen erinnert wiederum an eine Tat, welche als Musterbeispiel für christliche Nächstenliebe gilt. Dieser teilte einst bei Ankunft im französischen Amiens seinen Mantel, um einen armen Mann im Ort zu wärmen. Die Ausgabe von Gebäck geht ähnlich dem verbreiteten Martinisingen auf einen alten Heischebrauch zurück.

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Kultur

Wegen Gleichbehandlung: Autobahnmeisterei bekommt Christbaumverbot

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Das Regierungspräsidium in Freiburg untersagte einer Autobahnmeisterei die Fortführung der Tradition, einen Weihnachtsbaum an der Schweizer Grenze aufzustellen.

Freiburg im Breisgau. – Es galt seit vielen Jahren als nette Tradition bei der Autobahnmeisterei Efringen-Kirchen: Alljährlich stellte man nahe des Grenzüberganges auf der A5 einen Weihnachtsbaum auf, um zur besinnlichen Zeit aus der Schweiz ankommende Autofahrer zu begrüßen. Nun folgte die Unterbindung von offizieller Stelle.

Ende der Tradition wegen „Gleichbehandlung”

Wie die Junge Freiheit am Freitag berichtet, sei der Behörde „bewusst geworden, dass es solche Wünsche von Religionsgemeinschaften auch zu anderen Feiertagen geben könnte“. Dies wäre nach Ansicht des Regierungspräsidiums allerdings mit der Verkehrssicherungspflicht nicht vereinbar.

Daher, so ein Sprecher der Behörde, habe man entschieden, „aus Gründen der Gleichbehandlung” keinen Baum mehr aufstellen zu lassen. Die Verordnung beträfe dabei nicht nur nur das aktuelle Jahr. Auch künftig soll es keine Weihnachtsbäume bei der Gemeinschaftszollanlage im Dreiländereck geben.

Bürger wollte zusätzlichen Chanukka-Leuchter

Auslöser der nunmehrigen Entscheidung war dabei die Anfrage eines Bürgers, welcher beantragt hatte, einen Chanukka-Leuchter neben dem Baum aufzustellen. Bereits im Vorjahr gab es einen ähnlichen Antrag, der aber zu kurzfristig eintraf. Da er diesmal aber mit entsprechendem Vorlauf eintraf, musste sich die Behörde damit befassen.

Das jüdische Fest, das an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im zweiten vorchristlichen Jahrhundert erinnert, fällt diesmal zeitlich mit Weihnachten zusammen (22.–30. Dezember). Beide Feste teilen sich einen familiären Charakter, die Darbietung von Liedern, gemeinsamen Verzehr von Köstlichkeiten und den Austausch von Geschenken.

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Kultur

Nach Zensurwunsch: Nuhr wirft Sonneborn totalitäre Tendenzen vor

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild (Nuhr 2017): Euku via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Dieter Nuhr reagierte auf die Forderungen von Martin Sonneborn (Die PARTEI), den beliebten Kabarettisten aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verbannen mit einem gepfefferten Konter.

Hannover. – Die Wurzeln der Fehde gehen auf den Europawahlkampf des früheren Herausgebers des Satiremagazins Titanic zurück. Damals bezeichnete Sonneborn seinen Branchenkollegen als „Scheinkabarettisten”. Nach den Witzen Nuhrs über Greta Thunberg legte er dann nach und sagte in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen, er würde Nuhrs Auftritte im Rundfunk verbieten, wenn er etwas zu sagen hätte.

Nuhr: „Der Deutsche neigt zum Totalitären”

Nun, zweieinhalb Wochen später, nützt Nuhr die Gelegenheit, ebenfalls in einem HAZ-Interview, für einen Konter. Er nehme die Aussage von Sonneborn als „sehr ehrlich” wahr. Denn sie sage viel über das Verhältnis des seit 2014 im Europaparlament sitzenden Satirikers zur Meinungsfreiheit aus. „Der Deutsche neigt ja immer mal wieder zum Totalitären, das ist ja nichts Neues”, so Nuhr.

Auch Sonneborns früherer Aussage, er sei nur ein „Schein-Kabarettist”, hielt er eine direkte Gegenbewertung entgegen. Er habe nämlich „zahlreiche Therapiestunden benötigt”, um zu erkennen, dass es sich bei Sonneborn auch nur um einen „Scheinpolitiker” handle. Dadurch sei für sein Dafürkönnen nun „alles wieder gut”, so der vielfach preisgekrönte Nuhr.

Kritik an „politischer Angepasstheit” im Kabarett

Auch zur breiten Aufregung – Die Tagesstimme berichtete – über seine Witzeleien auf Kosten der schwedischen Klimaaktivistin Thunberg äußerte sich Nuhr. Diese habe ihn nicht überrascht: „Da ich den geistigen Horizont der Kollegen ganz gut einschätzen kann, bin ich selten verwundert“, so die gelassene Antwort des Humor-Urgesteins. Früher hingegen sei es im Kabarett ganz üblich gewesen, den Zeitgeist infrage zu stellen.

Heute würden dies allerdings nur mehr wenige Komiker tun. Vielmehr wäre „politische Angepasstheit und Ausgrenzung von Andersdenkenden” heutzutage ein „gutes Geschäftsmodell” unter seinen Kollegen. Seiner Ansicht nach seien abweichende Meinungen hingegen lediglich eine „Herausforderung” – und kein „auszumerzendes Übel”.


Weiterlesen:

Komiker Nuhr erntet Kritik von Twitter-Nutzern wegen Thunberg-Witzen (1.10.2019)

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