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Gesellschaft

Scheiße im Kopf”: Politologe beschimpft AfD-Wähler

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Der deutsche Politikwissenschaftler und Demokratieforscher Michael Lühmann sorgte mit einer umstrittenen Aussage über das Wahlergebnis in Sachsen für einige Aufregung.

Göttingen. – Die Wahlerfolge der patriotischen Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen und Brandenburg lassen niemanden kalt. Je nach Standpunkt äußerten sich Beobachter mit Genugtuung oder Sorge über den raschen Aufstieg der Partei, welche sich in beiden Ländern mehr als verdoppeln konnte und es in nur wenigen Jahren zur Volkspartei schaffte.

Lühmann: Sächsische Männer haben „Scheiße im Kopf”

Einer jener, welche das Wahlergebnis offensichtlich kritisch sehen, ist der Michael Lühmann vom Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen. Besonders der Umstand, dass diese im Freistaat unter männlichen Wählern zur stärksten Partei wurde, bereitete dem auf bundesdeutsche Parteiengeschichte spezialisierten Forscher einiges Kopfzerbrechen.

Noch am Wahlabend holte er daher zu einem wüsten Ausritt gegen das Wählerpotenzial der AfD aus: „Jeder dritte männliche Wähler in Sachsen hat mutmaßlich Scheiße im Kopf”. Dies begründete er damit, dass dieser entweder „ein Drecksnazi” sei, oder glaube „eine Drecksnazipartei wählen zu müssen, ohne Nazi sein zu wollen”. Immerhin markierte er die Positionierung mit dem Hashtag #MeineMeinung.

Scharfe Kritik an umstrittener Lühmann-Aussage

Dennoch hagelte es in der Folge teils scharfe Kritik. So wunderte sich etwa der Politikwissenschaftler und patriotische Publizist Benedikt Kaiser darüber, dass Personen mit einer solchen Ansicht an einer anerkannten deutschen Hochschule unterrichten würde, gerade vor dem Hintergrund eines demokratischen Wahlergebnisses.

Die Kunde verbreitete sich auf Twitter schnell – mehr als 360 Personen retweeteten bis Montagnachmittag den Beitrag Kaisers. Reihenweise besuchten verärgerte Kommentatoren auch das Profil Lühmanns und schrieben diesem, was sie von der Aussage hielten.

Relativierung in zwei Schritten – Bewertung bleibt

Als sich daraufhin die Kritiker mehrten, löschte Lühmann seinen auch nach eigener Einordnung „sehr heftigen Tweet”. Allerdings nicht, um zurückzurudern – sondern um nachzulegen. Er sei nämlich nicht der Meinung die „Motivlage” für die AfD-Wahl oder die „Zustandsbeschreibung” männlicher AfD-Wähler „falsch getroffen” zu haben. Vielmehr würde der Rücklauf zu viel vermeintlich „braunen Mist” auf seine Timeline spülen.

Erst beim dritten Versuch gab er sich dann sachlich und räumte ein, dass er sich zu einem „emotionalen Tweet hinreißen” hätte lassen. Seinen Standpunkt hätte er vielmehr „analytischer ausdrücken sollen”. Er sei aber weiterhin der Ansicht, dass „jeder dritte Mann in Sachsen […] rechtsextrem” wähle. Seinem Ruf tat die Kontroverse übrigens keinen Abbruch – auch am Montag durfte er die zeitgleiche Wahl im benachbarten Brandenburg für das öffentlich-rechtliche ZDF in einem Interview analysieren.

Universität distanziert sich von Aussage

Bei der Uni Göttingen gab man sich am Montag auf Anfrage der Tagesstimme zur Causa mit diplomatischer Distanzierung. Man verwies darauf, dass Lühmann auf Twitter „als Privatperson unterwegs” sei. Für Aussagen der Universität oder des Instituts gäbe es hingegen „institutionalisierte Twitter-Accounts”, so Stine Marg, die geschäftsführende Leiterin des Instituts für Demokratieforschung.

Diesen Umstand habe Lühmann bis zum Vormittag „nicht deutlich gekennzeichnet”. Dies habe man nun nachholen lassen. Außerdem habe man bei Twitter bereits selbst darauf reagiert. Dort schrieb man bereits in den Morgenstunden, dass Statements von Mitarbeitern auf persönlichen Accounts nicht zwingend die Positionen der Institution oder Universität wiedergeben würden.

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    2. September 2019 at 21:13

    dass Personen mit einer solchen Ansicht an einer anerkannten deutschen Hochschule unterrichten würde, ”

    sich wundern?
    Das Gift wird doch genau in Hochschulen wie Universitäten gestreut.
    Woher soll es sonst kommen? Zuallererst impliziert es sich von dort in die Köpfe derer, die glauben die Weisheit vorbehaltlos mit Löffeln zu fressen bekommen.

    Sobald die betreffende Universität hinterher auch noch zu differenzieren beginnt zwischen private Meinung und gelehrte These sagt das alles über die wahre Ideologie der Uni aus.
    Würde umgekehrt ein Lehrer aus der Uni nur ein Wort äußern, was dem Vorwurf „rechts” in die Nähe käme, flöge er sofort von der Uni.
    Hier befinden sich die Brutnester der Gesellschaftsspaltung und es muss aufgeräumt werden.

    Dazu ist es aber zu spät, weil der ganze Staatsapparat seit den Sechziger Jahren davon infiltriert, sprich unterwandert worden ist.

  2. Avatar

    Ganoven-Ede

    2. September 2019 at 23:01

    Leider ist die Information, dass uns das ZDF solche Leute als Experten verkauft, nur sehr unauffällig im Artikel versteckt. Aber nicht nur das ZDF, auch viele andere Medien:

    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-politikum-gespraech/audio-gruene-grundwerte-100.html
    https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Was-macht-die-AfD-so-stark-id55324231.html
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/analyse-die-gruenen-werden-zum-machtfaktor/24969684.html?ticket=ST-15199466-M3nPItMlsVsKwBTilg5E-ap6
    https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/ostdeutsche-identitaet-was-ist-das
    https://www.deutschlandfunk.de/protestwaehler-im-osten-ist-die-unzufriedenheit-berechtigt.1784.de.html?dram:article_id=457061
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-im-ostwahlkampf-gegen-spucke-und-spott-a-1282083.html
    https://www.spiegel.de/plus/afd-report-ostdeutschland-sie-sind-laengst-da-a-00000000–0002-0001–0000-000165335729
    https://www.n‑tv.de/politik/Der-Osten-muss-mit-den-Lebensluegen-brechen-article21052504.html
    https://www.latimes.com/world-nation/story/2019–08-21/violence-by-refugees-and-far-right-extremists-is-darkening-political-attitudes-in-germany
    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019–03/rechtsextremismus-ostdeutschland-verantwortung-erwiderung

    Noch ein Detail:
    Auf seiner Seite bei seinem Institut schreibt er:
    http://www.demokratie-goettingen.de/mitarbeiter/wissenschaftliche-mitarbeiter/michael-luhmann

    Oktober 1989 bis Februar 1990 friedlicher Revolutionär auf den Straßen Leipzigs”
    Damals war er 9 Jahre alt.

  3. Avatar

    Gotthelm Fugge

    2. September 2019 at 23:39

    Wer sind die eigentlichen Feinde der Demokratie und Spalter der Gesellschaft?
    In wessen Hirnen wabbern die angeführten Anal-Excremente zuhauf herum?
    Wer sind sie eigentlich, die ungekrönten Links-Grünen-Moral- und Haltungsapostel, die aufrechten Gutmenschen-Demokraten, der ungekrönten Modernisierungsgewinner und Globalisierungssieger, die die Lauterkeit der menschlichen Fortschrittsentwicklung mit eben NUR IHRER Moralmeßlatte der ach so „bunten, weltoffenen Gesellschaft bis zum Burka-Saum” gleich einer Erbpacht beanspruchen
    Urteilen Sie selbst:

    1.
    https://www.achgut.com/artikel/gruene_wahlpartie_feiern_mit_goering_eckardt_und_die_partei_hat_immer_recht

    Grüne Wahlparty gestern (20190901), jetzt kann man die lang versteckte Polit-Sau so richtig durchs Dorf treiben – Ganz unverhohlen – Jetzt auch mit der unverfälschten, arteigenen, fast passend auf den Grünen Leib geschnittenen stalinistischen SED-Hymne.
    Man kann sie auch richtig hören (So lange es noch eingestellt ist):
    https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-589061.html

    2.
    https://www.achgut.com/artikel/warum_ich_ein_nazi_bin

    Der aus dem politisch-medialen Komplex der Lügenpresse, der Hofschranzen-Berichtserstatter & Framing-Volkserziehung ausgestiegene Journalist Matthias Matussek wollte NUR einen Geburtstag feiern.
    Ein Anfang ohne Ende.
    Dagegen stellt der Fall „Walter Lübke” mit seinen losgetretenen Rassismus-Hype nur ein verächtlich marginales Krümel in der schöpferischen perversen Landschaft dieser Denunzianten- und Blockwart-Adlaten dar.
    Mehr an einem Aufruf zu einem Mord geht nicht!
    https://www.youtube.com/watch?time_continue=6&v=SJv_zktIepk

  4. Avatar

    Andreas Seidel

    3. September 2019 at 10:20

    Einfach unglaublich ! Und sowas lehrt an einer Universität. Das solche Irren dann auch noch ihre verblendeten Ansichten als „Experten” im ÖR Fernsehen verbreiten dürfen, zeigt nur einmal mehr wie Menschen manipuliert werden sollen.

  5. Avatar

    Klasube

    3. September 2019 at 13:34

    Das, von einer öffentlichen Person, mit Lehrauftrag an einer deutschen Universität, bezahlt von unser aller Steuergeldern, ist eine Ungeheuerlichkeit – mir fehlen die Worte. Eine sofortige Suspendierung ist wohl das mindeste, was hier zu geschehen hat.
    Weshalb Herr Lühmann „Demokratieforscher” ist, liegt auf der Hand – er muss forschen, weil er von Demokratie nicht den Hauch eines blassen Schimmers hat!

    Man verwies darauf, dass Lühmann auf Twitter „als Privatperson unterwegs” sei.” Ach so, na dann, dann ist ja alles gut. Gilt dann aber hoffentlich für jeden, der sich auf einer sozialen Plattform äußert…!

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Gesellschaft

Steigende Teilnehmerzahlen bei Wiener Corona-Demos

Gastautor

Veröffentlicht

am

In Wien finden seit mehreren Monaten an fast jedem Samstag Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Regierung statt. Auch die Impffreiheit und Ablehnung des 5G-Mobilfunknetzes sind Themen der Kundgebungen.

Wien.– Veranstalter ist das Bündnis „Unser Österreich“. Dieses hat das Bündnis „Wir Gemeinsam“ abgelöst, welches bis Juni die Kundgebungen organisiert hat. Seither beginnen die Demonstrationen nicht mehr um 14 Uhr am Josefsplatz, sondern um 18 Uhr, meist am Stephansplatz.

Die Zahl der Teilnehmer schwankt seit Beginn der Kundgebungen zwischen einigen Dutzend und einigen Hundert. In letzter Zeit stieg die Zahl der Demonstranten wieder deutlich an. Vergangenen Samstag, den 8. August, erreichte die Zahl mit etwa 300 einen neuen Höhepunkt. Zuletzt waren es bei der Kundgebung am 16. Mai annähernd so viele.

Auch die Zahl der Redner war bei jüngsten Kundgebung besonders hoch. Unter den etwa ein Dutzend Vortragenden waren die Aktivistin Jenny Klauninger, der Zahnarzt Jaroslav Belsky, die EU-Gegnerin Inge Rauscher sowie der 5G-Kritiker Steven Whybrow. Der Protestmarsch begann um 18 Uhr am Stephansplatz und endete auf der Freyung. Unterwegs gab es Stationen beim Stock-im-Eisen-Platz und bei der Pestsäule am Graben.

Forderung nach Rücktritt der Regierung

Hauptforderungen der Redner waren der Rücktritt der Regierung, die Aufhebung aller Maßnahmen gegen das Corona-Virus, die Impffreiheit sowie der Schutz vor Diskriminierung nicht geimpfter Personen. Eine Corona-Impfung wurde mit der Behauptung abgelehnt, dass diese als RNA-Impfung angeblich das Erbgut verändere. Außerdem sprachen sich die Redner gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Regierung aus, weil das Virus nicht derart gefährlich sei, um diese zu rechtfertigen. Auch seien die Zahlen der Verstorbenen nicht zuverlässig. Zudem seien die Maßnahmen in vielerlei Hinsicht schädlich: Zum Beispiel sei die Suizidrate stark gestiegen und Alte würden in den Heimen an Einsamkeit sterben, hieß es auf der Demonstration.

Mund-Nasen-Schutz wird abgelehnt

Auch das Tragen des Mund-Nasenschutzes wurde als „sinnlos und gesundheitsschädlich” abgelehnt. Das Virus sei „zu klein”, um von der Maske aufgehalten zu werden, außerdem wirke sich die Maske negativ auf die Sauerstoffzufuhr aus. Mehrere Redner berichteten weiters von ihren Erfahrungen als Masken-Verweigerer und gaben praktische Ratschläge zum Umgang mit Masken-Befürwortern. Ein Redner erzählte, er habe bereits zwei Supermärkte wegen Nötigung geklagt, da ihn diese zum Tragen der Maske hätten zwingen wollen.

Nur einer der Redner, Steven Whybrow, zweifelte grundsätzlich die Existenz des Corona-Virus an. Dieser sei noch gar nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden, behauptete er. Als wahren Auslöser der Erkankung Covid-19 betrachtet Whybrow hingegen die 5G-Mobilfunkstrahlung.

Inge Rauscher will Anreise nach Berlin organisieren

Für den 29. August wurden gleich zwei Veranstaltungen beworben: Ein Redner von „Unser Österreich“ lud zu einer Kundgebung vor der Wiener Karlskirche ein. Inge Rauscher warb hingegen für eine Teilnahme an der Kundgebung in Berlin am selben Tag. Diese wird von dem Bündnis „Querdenken 711“ veranstaltet, das auch hinter der Großdemonstration in Berlin am 1. August stand. Das Motto lautet diesmal „Berlin invites Europe“ und drückt den Wunsch der Veranstalter aus, dass Unterstützer aus ganz Europa anreisen sollen. Inge Rauscher kündigte an, die Anreise der österreichischen Teilnehmer organisieren zu wollen.

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Linksextreme Ausschreitungen: Polizist musste notoperiert werden

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Nach der Räumung der linksextremen Szene-Kneipe „Syndikat” kam es in Berlin erneut zu Ausschreitungen und Angriffen auf Polizeibeamte.

Berlin. – Am Freitag räumte die Polizei die linksextreme Szene-Kneipe „Syndikat” in Berlin-Neukölln. Dagegen protestierten mehrere hundert Unterstützer aus der linken Szene.

Schwere Verletzung im Gesicht

Den ganzen Tag über gab es in der Stadt linksextreme Demonstrationen und Kundgebungen gegen die Räumung. Laut Polizeibericht versammelten sich gegen 21 Uhr rund 500 teils vermummte Personen zu einer Spontandemonstration mit dem Titel „Tag X”. Der Aufzug wurde von den Einsatzkräften gestoppt. Dem Bericht zufolge versuchten die Linksextremen dann, in eine andere Richtung auszuweichen. Im Bereich der Kirchhofstraße und des Richardplatzes kam es schließlich zu Stein- und Flaschenwürfen auf Polizisten. Dabei erlitt ein Beamter „so schwerwiegende Gesichtsverletzungen, dass er in einem Krankenhaus notoperiert werden musste”, teilte die Polizei mit.

Nach derzeitigen Erkenntnissen leitete die Polizei zwölf Ordnungswidrigkeiten- und 15 Strafermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, schweren Landfriedensbruchs, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Insgesamt wurden 16 Personen festgenommen, 34 Polizisten wurden verletzt.

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Berlin: Polizei räumt linksextreme Szenekneipe „Syndikat”

Stefan Juritz

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Nach über 35 Jahren muss der linksextreme Szene-Treff in Berlin-Neukölln schließen. Im Zuge der Proteste gegen die Räumung kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Berlin. – Am Freitagvormittag hat die Polizei die linksextreme Szenekneipe „Syndikat” geräumt. Laut Polizeiangaben waren insgesamt 700 Beamte im Einsatz. Außerdem demonstrierten mehrere hundert Unterstützer aus der linken Szene gegen die Räumung. Es kam zu Stein- und Flaschenwürfen auf Polizisten.

Hochaggressive Stimmung

Nach über 35 Jahren ist der linksextreme Szenetreff im Schillerkiez in Berlin-Neukölln Geschichte. Laut Bericht der Jungen Freiheit hatten die Eigentümer im Vorjahr den Mietvertrag des Hauses nicht mehr verlängert, doch die Kneipen-Betreiber zogen trotzdem nicht aus und verloren auch vor Gericht.

Am Freitagmorgen stand daher der Gerichtsvollzieher mit Polizeischutz vor dem Haus. Die Junge Freiheit bezeichnet die Stimmung vor Ort als „hochaggressiv”. „Viele Demonstranten trinken Bier und Schnaps. Flaschen klirren. Bengalos und Böller”, berichtet die Wochenzeitung in ihrer Online-Ausgabe.

Bereits am Vorabend war es zu Ausschreitungen rund um den Szene-Treff gekommen. Linksextreme hatten auch Barrikaden in Brand gesetzt. Laut Medienberichten waren bis Freitagmorgen mehr als 40 Linksextreme vorläufig festgenommen worden. Sechs Polizeibeamten wurden verletzt.

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