Bayern

Gericht spricht Zugbegleiterin von Rassismus-Vorwurf frei

Eine glückliche Wendung nahm ein Prozess wegen Rassismus-Vorwürfen für eine Schaffnerin in Bayern – sie erlangte einen Freispruch in zweiter Instanz.

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<p>Symbolbild (Meridian-Züge): Pixabay [CC0]</p>

Symbolbild (Meridian-Züge): Pixabay [CC0]

Traunstein. – Wie die Junge Freiheit unter Berufung auf den Münchner Merkur berichtet, hat das Landgericht Traunstein eine 52-jährige Schaffnerin von Vorwürfen freigesprochen, insgesamt sieben Afrikaner rassistisch beleidigt und ungerechtfertigt aus einem Schienenersatzverkehr-Bus geworfen zu haben.

Afrikaner angeblich als „schwarze Tiere“ beschimpft

Der ursprüngliche Vorfall ereignete sich im August 2018 in einem Bus, welcher als Schienenersatzverkehr für einen „Meridian“-Zug verkehrte. Dabei, so die ursprünglich Anklageschrift, soll die Frau sieben Personen mit afrikanischem Migrationshintergrund wüst beschimpft haben. Der Wortlaut soll dabei „Raus, raus! Schwarze Tiere nehme ich nicht mit!“ gewesen sein.

Enthüllungen über die ÖVP

Das Amtsgericht Rosenheim als Erstinstanz glaubte den Darstellungen der Gruppe und verurteilte die Frau deshalb zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.800 Euro. Dabei ermahnte die vorsitzende Richterin damals die Zugbegleiterin sogar, nur haarscharf einer Anzeige wegen Volksverhetzung – darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft – entkommen zu sein,

Landgericht: „Erhebliche Zweifel am Tatvorwurf“

Die Frau ließ sich den harten Spruch nicht gefallen und berief gegen das Urteil. Denn sie beteuerte stets, derartige Aussagen niemals getroffen zu haben. Sie habe lediglich die Gruppe an den Fahrscheinautomaten verwiesen, weil einige davon kein Ticket hatten (sprich, in Gefahr liefen, zum „Schwarzfahrer“ zu werden), so ihre Rechtfertigung.

Und dann die Wende: denn die Richter des Landgerichts Traunstein befanden: „Es verblieben ganz erhebliche Zweifel am Tatvorwurf.“ Es sei keinesfalls ein Tatnachweis zu führen. Insbesondere hätten sich die Belastungszeugen „in wesentlichen Punkten des Geschehens“ während des Verfahrens widersprochen.

Vorwürfe laut Anwalt kein Einzelfall

Die 52-jährige Schaffnerin zeigte sich laut ihres Anwalts nach dem Freispruch „natürlich sehr erleichtert“. Er erinnert daran, dass solche Vorwürfe gegenüber Bahnangestellte keineswegs einen Einzelfall darstellen würden.

Berufliche Konsequenzen hatten die Anschuldigung im vorliegenden Fall übrigens keine – die Bayerische Oberland GmbH als Arbeitgeberin hatte sich dem Bericht zufolge von Anfang an hinter seine Mitarbeiterin gestellt.

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