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Gesellschaft

Bayern: Gericht spricht Zugbegleiterin von Rassismus-Vorwurf frei

Julian Schernthaner

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Eine glückliche Wendung nahm ein Prozess wegen Rassismus-Vorwürfen für eine Schaffnerin in Bayern – sie erlangte einen Freispruch in zweiter Instanz.

Traunstein. – Wie die Junge Freiheit unter Berufung auf den Münchner Merkur berichtet, hat das Landgericht Traunstein eine 52-jährige Schaffnerin von Vorwürfen freigesprochen, insgesamt sieben Afrikaner rassistisch beleidigt und ungerechtfertigt aus einem Schienenersatzverkehr-Bus geworfen zu haben.

Afrikaner angeblich als „schwarze Tiere“ beschimpft

Der ursprüngliche Vorfall ereignete sich im August 2018 in einem Bus, welcher als Schienenersatzverkehr für einen „Meridian“-Zug verkehrte. Dabei, so die ursprünglich Anklageschrift, soll die Frau sieben Personen mit afrikanischem Migrationshintergrund wüst beschimpft haben. Der Wortlaut soll dabei „Raus, raus! Schwarze Tiere nehme ich nicht mit!“ gewesen sein.

Das Amtsgericht Rosenheim als Erstinstanz glaubte den Darstellungen der Gruppe und verurteilte die Frau deshalb zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.800 Euro. Dabei ermahnte die vorsitzende Richterin damals die Zugbegleiterin sogar, nur haarscharf einer Anzeige wegen Volksverhetzung – darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft – entkommen zu sein,

Landgericht: „Erhebliche Zweifel am Tatvorwurf“

Die Frau ließ sich den harten Spruch nicht gefallen und berief gegen das Urteil. Denn sie beteuerte stets, derartige Aussagen niemals getroffen zu haben. Sie habe lediglich die Gruppe an den Fahrscheinautomaten verwiesen, weil einige davon kein Ticket hatten (sprich, in Gefahr liefen, zum „Schwarzfahrer“ zu werden), so ihre Rechtfertigung.

Und dann die Wende: denn die Richter des Landgerichts Traunstein befanden: „Es verblieben ganz erhebliche Zweifel am Tatvorwurf.“ Es sei keinesfalls ein Tatnachweis zu führen. Insbesondere hätten sich die Belastungszeugen „in wesentlichen Punkten des Geschehens“ während des Verfahrens widersprochen.

Vorwürfe laut Anwalt kein Einzelfall

Die 52-jährige Schaffnerin zeigte sich laut ihres Anwalts nach dem Freispruch „natürlich sehr erleichtert“. Er erinnert daran, dass solche Vorwürfe gegenüber Bahnangestellte keineswegs einen Einzelfall darstellen würden.

Berufliche Konsequenzen hatten die Anschuldigung im vorliegenden Fall übrigens keine – die Bayerische Oberland GmbH als Arbeitgeberin hatte sich dem Bericht zufolge von Anfang an hinter seine Mitarbeiterin gestellt.

5 Comments

5 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    5. September 2019 at 16:51

    Äußerst zweifelhaft, dass eine Schaffnerin bei 7 überlegenen Gegnern zu so einer Wortwahl greift, wo ihr doch gleich klar ist, was ihr daraufhin blüht.
    Lügen wie gedruckt.
    Tauchen aus dem Nichts auf und verstehen gleich die Sprache.
    Eine Studierte bei Gericht werden sie aber ums Haxl hauen, was sich ja bereits gezeigt hat.

  2. Avatar

    Besserwisser

    5. September 2019 at 17:42

    Es ist schon ein paar Jahre her, vielleicht so 2010, also bevor alles Anfing und ich noch keine Erfahrungen gemacht hatte, da hatte ich als Mieter einen Ghanaer, der aus einer Asylbewerberunterkunft rausgeworfen wurde. Der Hausmeister der Unterkunft sagte mir bei Abholung des Mannes: „… mit dem werden Sie noch ihre Freude haben!“. Ich bemühte mich mit meinem Schulfranzösisch ihn in einem Fußballverein unterzubringen und wunderte mich, weil die Amtssprache Ghanas eigentlich Englisch ist.
    Ein paar Tage später bekam ich von anderen Bewohnern die Mitteilung, dass die Polizei da war, um ihn zu verhaften, weil er eine Schaffnerin im Zug mit einem riesigen Messer bedroht hatte, als diese nach seinem Fahrschein fragte. Da kletterte er über seinen Balkon auf das Dach des Nachbargebäudes, riss einige Dachpfannen heraus, drehte die Kupferdachrinne herum und das Fallrohr heraus. Dann drohte er sich in den Hof hinunterzustürzen, wenn die Polizei nicht verschwinden würde, denn er habe Angst abgeschoben zu werden.
    Und nun kommt es: Die Polizei verschwand tatsächlich und wart nie wieder gesehen!
    PS:
    Von dem Mieter hatte ich mich schnell getrennt, aber nicht etwa erfolgreich geschützt durch das Mietrecht wegen Verbreitung von Angst unter den Bewohnern, Sachbeschädigung und Herabwürdigung der Liegenschaft durch den Polizeieinsatz, – nein(!), der Mieter hat Rechte, so einfach geht das nicht-, sondern weil er sich in einer Nacht- und Nebelaktion einfach aus dem Staub gemacht hat, ohne sich seinerseits an das Mietgesetz durch eine ordentliche Kündigung zu halten. 😉

    Seither weiß ich es besser, im Gegensatz zu Gutmenschen vom grünen Tisch!

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      Rainer

      6. September 2019 at 17:21

      Na Glückwunsch. Hoffentlich taucht der Kerl demnächst bei einigen vermietenden Blödmenschen auf. Als Gutmenschen kann ich diese Klientel lernresistenter Realitätsverweigerer nicht mehr bezeichnen.

    • Avatar

      Rainer

      6. September 2019 at 17:25

      Und pass genau auf, dass der dir nicht wieder mit neuer Identität begegnet.

  3. Avatar

    Rainer Seifert

    5. September 2019 at 18:23

    Woher haben die vermeintlichen Opfer nun diese Worte?

    Ich fürchte, dass verirrte Blödmenschen denen solche Tipps geben. Es könnte sich in solchen Fällen nämlich auch noch um ein schönes Schmerzensgeld handeln, was den armen „Opfern“ dann zukommen könnte.

    Das Gericht im ersten Verfahren sollte mal überlegen,wie es selber reagieren würde, wenn solche Anschuldigungen fälschlich erhoben werden. Wenn Aussage gegn Aussage steht und kein Beweis der Schuld erbracht werden kann, gelten dann Aussagen von Asylanten mehr als die von schon länger hier Lebenden?

    Es sind ja auch reichlich Fälle gerichtsbekannt, wo von gewissen Personenkreisen gesteuert ein vor der Ampel stehendes Fahrzeug plötzlich rückwärts fährt und natürlich auch genug Zeugen vorhanden sind, dass der Hintermann aufgefahren wäre. Mit Rückstufung kann der Schaden für völlig Unschuldige dann mehrere tausend Euro betragen. Egal, die Welt ist halt heutzutage so bunt.

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