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Gesellschaft

Schlacht am Kahlenberg: Patrioten laden wieder zum Gedenkzug

Julian Schernthaner

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am

Am morgigen Samstag ist es wieder so weit: Die patriotische Plattform „Gedenken 1683” ruft mit ihrem jährlichen Gedenkzug zur Erinnerung an die Schlacht am Kahlenberg auf.

Wien. – Es gilt als wichtiger Wendepunkt in der europäischen Geschichte: Am 12. September 1683 konnte ein Entsatzheer mehrerer europäischer Länder die osmanischen Truppen schlagen und damit Wien von der Zweiten Türkenbelagerung befreien. Wie bereits in den letzten beiden Jahren veranstaltet die patriotische Plattform Gedenken 1683 deshalb am morgigen Samstag, den 7. September 2019, deshalb einen Gedenkzug am geschichtsträchtigen Kahlenberg. Im Vorjahr beteiligten sich bis zu 400 Personen an der Veranstaltung.

Gedenken 1683: „Fackel der Erinnerung neu entfachen”

Auf ihrer Homepage erinnert die Initiative an die „Opferbereitschaft der Verteidiger und Befreier Wiens”. Diese hätte nicht nur der Stadt selbst, sondern ganz Europa gegolten. Es sei dieser „gemeinsame Wille zur Verteidigung des Eigenen”, welcher das osmanische Vordringen gestoppt hätten. Die Schlacht stünde für die Einleitung einer Rückeroberung von Ungarn und Südosteuropa.

Man erwähnt, dass man die Erinnerung an dieses Ereignis angesichts seiner Bedeutung „Jahrhunderte lang wachgehalten hätte”. In der Jetztzeit drohe diese allerdings „vor dem Hintergrund der allgemeinen Identitäts- und Geschichtslosigkeit zu verschwinden”. Die Initiative will deshalb mit einem „feierlichen Zug […] die beinahe erloschene Fackel der Erinnerung […] neu entfachen”.

Geschichte als „Erbe und Auftrag zugleich”

Denn die „heldenhafte Verteidigung und Befreiung” der einstigen Kaiserstadt sei Teil der heimischen Identität, die es „heute mehr denn je” zu verteidigen gelte. Man wolle deshalb „eine Brücke zur Gegenwart schlagen”, denn die Erinnerung an die Geschehnisse von 1683 sei „Erbe und Auftrag zugleich”.

Treffpunkt ist wie im Vorjahr die Josefskirche direkt am Kahlenberg, und zwar um 18 Uhr 30. In ihrem Telegram-Kanal empfiehlt die Gruppierung eine Anreise über Klosterneuburg, für ausreichend Parkplätze sei gesorgt. Weiters gäbe es noch einige Restplätze in einem eigens angemieteten Shuttlebus, für den man sich auf der Homepage anmelden kann.

Linke Demonstration gegen Gedenkzug

Der Gedenkzug tief allerdings auch linke Gruppen auf den Plan. Die Offensive gegen Rechts (OGR) mobilisiert gemeinsam mit der Plattform Radikale Linke zu einem Aufmarsch mit Treffpunkt in Wien-Heiligenstadt. OGR-Sprecherin Käthe Lichtner wirft den Patrioten vor, „Hetze gegen Migranten, Asylwerber und Andersdenkende” befördern und eine „neofaschistische Ideologie in die Mitte der Gesellschaft” tragen zu wollen. Dies gehe an den „realen Probleme der Menschen” vorbei.

Bei der OGR handelt es sich um ein Bündnis von sozialdemokratischen Jugendstrukturen, Gewerkschaften sowie marxistischen und trotzkistischen Organisationen. Lichtner selbst fungierte auch als Wortführerin des Bündnisses „Heißer Herbst”, welches im vergangenen Dezember zu einer Großdemonstration gegen die damalige türkis-blaue Regierung aufrief. Rund um beide Veranstaltungen richtet die Polizei laut Vienna Online großräumige Schutzzonen ein.

Instagram löscht Präsenz von „Gedenken 1683”

Ungemach der anderen Art ereilte die patriotische Plattform unterdessen in sozialen Medien. Denn am Freitag war die Instagram-Seite plötzlich nicht mehr erreichbar. Gegenüber der Tagesstimme bestätigte ein Sprecher von „Gedenken 1683” die Löschung. Die Initiatoren zeigen sich verwundert – nach eigenen Behauptungen hätte es diesbezüglich vonseiten des Facebook-Konzerns weder Vorwarnung noch Benachrichtigung gegeben.

Damit reiht man sich in eine lange Liste patriotischer Seiten und Kanäle. Den Anfang machten im Mai 2018 sämtliche Präsenzen der österreichischen und deutschen Identitären – sie verschwanden wegen angeblicher „Hassrede” auf Facebook und Instagram. Aber auch bei anderen Netzwerken ziehen rauhere Zeiten auf: Erst unlängst mussten die Besitzer mehrere patriotische YouTube-Kanäle anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, um gegen ihre plötzliche Löschung zu intervenieren.


Berichterstattung bei der „Tagesstimme” zum Gedenkzug 2018:

Kahlenberg: Hunderte Patrioten gedenken Ende der Türkenbelagerung (9.9.2018)

Huemer (Gedenken 1683): „Brauchen Bewusstsein für Geschichte und Identität” (Interview, 5.9.2018)

Schlacht am Kahlenberg: Am 8. September gedenken Patrioten der Befreiung Wiens (7.8.2019)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Heimatvertriebener

    6. September 2019 at 17:30

    Der längst existierende linksruck kann nur noch von Dummköpfen übersehen und von Lügnern abgestritten werden.

    Wieder die uralte Masche: „Haltet den Dieb”.

  2. Avatar

    Christian

    8. September 2019 at 19:30

    Als Chursachsen das vernommen, daß der Türk´ vor Wien was kommen …
    Ja, liebe Ösis, vergesst es nicht.

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Gesellschaft

Prozess gegen afghanischen Messerstecher von Wullowitz beginnt in Linz

Julian Schernthaner

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Am heutigen Mittwoch beginnt am Landesgericht Linz der mit Spannung erwartete Prozess gegen jenen Afghanen, der vergangenen Herbst im nördlichen Mühlviertel zuerst seinen Asylbetreuer und dann einen Landwirt erstochen haben soll. 

Linz. – Es war ein Fall, der ganz Österreich fassungslos hinterließ. Nach einem Streit wohl über Dienstzeiten bei der gemeinnützigen Tätigkeit, die ihm der Rotkreuz-Mitarbeiter vermittelt hatte, stach der Afghane zu. Anschließlich flüchtete er und attackierte den Bauern Franz G., um dessen Auto als Fluchtfahrzeug zu missbrauchen. Die filmreife Flucht endete schließlich in Linz, nun wird ihm ein Doppelmord vorgeworfen.

Tatverdächtiger gab kürzlich Opfern die Schuld

Erst nach einigen Tagen war Gewissheit: Auch das zweite Opfer überlebte die Horror-Tat nicht. Erst vor zwei Wochen stellte sich dann heraus: Der mutmaßliche Täter Jamal A. (33) zeigt keinerlei Reue. Wie die Heute kürzlich berichtete, finde er es zwar nicht gut, dass zwei Menschen durch ihn sterben mussten.

Gleichzeitig, so seine Ansicht, trügen beide Opfer „selbst Schuld an ihrem Tod”. Weiters, so die Ansicht des strenggläubigen Muslims: „Nur Allah kann über mich richten”. Der Tatverdächtige kam im Jahr 2015 offenbar mit Unterstützung von Schleppern nach Österreich.

Laut Gutachten war Afghane zurechnungsfähig

Der ORF wiederum zitiert den geständigen Mann am heutigen Mittwoch mit der Darstellung, dass Jamal A. die beiden Opfer gar nicht töten, sondern nur erschrecken hätte wollen. So oder so: Obwohl der Mann eine Wahnerkrankung besitzt, stuft ihn ein Gutachten als zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig ein. Egal, ob das Urteil letztendlich auf zweifachen Mord oder auf ein anderes Tötungsdelikt lautet, steht dem Afghanen demnach wohl eine lange Freiheitsstrafe ins Haus.

Für den Mann gilt selbstverständlich bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung. Für Stirnrunzeln sorgte in diesem Zusammenhang die Ankündigung der einschlägig bekannten Anwältin Astrid W., Identitären-Leiter Martin Sellner verklagen zu wollen. Dieser hatte wenige Tage nach der bestialischen Tat den mutmaßlichen Täter in einer Gedenkrede als „Mörder” bezeichnet – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Wegen Gedenkrede: Anwältin verklagt Identitären-Leiter Sellner (21.10.2019)

Messerattacken in Wullowitz: Nun auch zweites Opfer verstorben (18.10.2019)

Messerattacke in Asylunterkunft: Streit wegen Arbeit als Auslöser (16.10.2019)


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Gesellschaft

Erfurt: Mutmaßlich linksextremer Farbanschlag auf AfD-Wahlkreisbüro

Julian Schernthaner

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Am Wochenende machten sich mutmaßliche Linksextremisten an einem AfD-Büro in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt zu schaffen. 

Erfurt. – Am Sonntag schmierten unbekannte Täter einschlägige Symbole und politische Parolen auf die Hausfassade und Fensterscheiben. Obwohl es sich dabei um das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner handelt, dürften die Schmierfinken zumindest mit einem Teil der Aufschriften auf AfD-Thüringen-Chef Björn Höcke abzielen.

Nicht einziger Angriff auf AfD-Büro am Wochenende

In roter Sprühfarbe stehen die Parolen „FCK NZS”, „Fickt AfD”, „Volksverdummung Olé” und „Deshalb AfD, Björn, wir haben dir ein Denkmal gebaut”. Damit nehmen die unbekannten Täter wohl auch Bezug auf die Aktion des linksradikalen Zentrum für politische Schönheit, das einst das Berliner Holocaust-Mahnmal in Höckes Nachbargarten nachbauten und dafür auch strafrechtliche Ermittlungen gegen sich hervorrief.

Der Sachschaden wird laut Nordbayerischem Kurier auf etwa 3.000 Euro geschätzt. Im rot-rot-grün regierten Thüringen sind diverse gewaltbereite, linksextreme Gruppen aktiv, immer wieder kommt es zu Angriffen auf Parteibüros der AfD. Deren Einrichtungen sind bundesweit häufig Ziel politischer Gewalt, erst einen Tag zuvor beschmierten mutmaßliche Linksextremisten in Stralsund die Front eines AfD-Büros mit dem Zahlencode 161 („Anti-Faschistische Aktion”).

AfD-Brandner: „Wir weichen nicht!”

Brandner, dessen Wahlkreisbüro wiederholt zum Ziel solcher Attacken wird, gab sich in sozialen Medien trotz des ungustiösen Angriffs kämpferisch. Er macht dabei auch das Vorfeld des politischen Mitbewerbers verantwortlich. Allerdings hätte derartige Anschläge keinerlei Wirkung. Denn: „Das macht mich und uns von der AfD nur noch stärker! Wir weichen nicht und arbeiten weiter für ein besseres Deutschland,” so der Bundestagsmandatar auf Twitter.


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Gesellschaft

VIMÖ fordert: Geschlechtseintrag mehr als nur einmal ändern können

Monika Šimić

Veröffentlicht

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Vertreter mehrerer Vereine, die sich „gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsmerkmalen oder Geschlechtsidentität aussprechen”, fordern aktuell, dass Personen ihren Geschlechtseintrag mehr als nur einmal wechseln können sollen.

Wien. – Der Verein für Intersexuelle Menschen Österreich (VIMÖ) forderte heute in einem offenen Brief, dass Innenmnister Karl Nehammer (ÖVP) die Verordnung seines Vorgängers, Herbert Kickl (FPÖ), zur Eintragung des dritten Geschlechts zurücknimmt bzw. diese überarbeitet und neue Regelungen trifft. Unterstützt werden diese Forderungen dabei von SPÖ, NEOS und den Grünen.

Eintragung von „inter”

Im Brief, der von über 60 Organisationen unterzeichnet wurde, sind insgesamt fünf Forderungen aufgelistet. So heißt es etwa, dass der dritte Geschlechtseintrag allen Menschen offenstehen solle, „unabhängig ihrer individuellen körperlichen Geschlechtsmerkmale”. Neben den bisher möglichen Einträgen „weiblich”, „männlich”, „offen” und „divers” fordert der Verein auch die Möglichkeit der Eintragung von „inter”. Intergeschlechtliche Personen sind Menschen, deren Geschlecht als nicht eindeutig männlich oder weiblich zugeordnet werden kann.

Weiters wird gefordert, die Regelung bezüglich eines medizinischen Expertenboards zu streichen. Kickls Verordnung sieht aktuell eine „fachmedizinische Begründung durch ein multi-medizinisches Board” vor, um die Eintragung des dritten Geschlechts zu regulieren. Der Verein VIMÖ ist jedoch der Meinung, dass hierfür „eine Änderung nach Selbstauskunft beim Standesamt” genügen müsse. Neben dem Abbau „bürokratischer Hürden zur Änderung des persönlichen Geschlechtseintrags” wird zudem gefordert, dass der Geschlechtseintrag einer Person mehr als einmal gewechselt werden können soll. Denn „das Empfinden der Geschlechtsidentität” könne sich im Laufe eines Lebens verändern, wie in dem Brief betont wird. Betroffene bräuchten im Grunde einen Eintrag, „der ihrer Identität entspricht und nicht ihre Körperlichkeit medizinisch begutachtet und diagnostiziert”, heißt es in dem Brief, den unter anderem auch der SPÖ-Parlamentsklub und NEOS unterzeichnet haben, abschließend.

Unterstützung von SPÖ, NEOS und Grüne

Der NEOS-Abgeordnete Yannick Shetty reagierte auf den offenen Brief und forderte Nehammer in einer Aussendung auf, die „schikanöse” Verordnung seines Vorgängers zurückzunehmen. Shetty kritisierte auch, dass Kickl die Eintragung des dritten Geschlechts „massiv erschwert” hätte. Die von Kickl verlangte fachmedizinische Begründung für die Eintragung durch ein multi-medizinisches Board bezeichnete Shetty als „reine Schikane und Blockade eines Höchstgerichtsurteils”, dass der FPÖ „ideologisch nicht passte”. Dass ein ÖVP-Innenminister genauso verbohrt sei, sei „erschreckend”, so Shetty.

Auch SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried verurteilte „aufs Schärfste”, dass Nehammer an Kickls Verordnung festhält. Die Grünen unterstützen die Forderungen der Vereine ebenfalls. Ewa Ernst-Dziedzic, Vize-Klubobfrau der Grünen: „Die Schikane von intergeschlechtlichen Menschen muss ein Ende haben. Es gilt die individuelle Geschlechtsidentität einer jeden Person rechtlich anzuerkennen. Das ist die unmissverständliche Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs”, erklärte sie in einer Aussendung. Die Reparatur des Erlasses zur Umsetzung der VfGH-Entscheidung sei mit der ÖVP verhandelt worden und müsse nun umgesetzt werden.

 


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