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Gedenken 1683

Aufregung um Teilnahme von FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel

Die FPÖ-Politikern nahm am Gedenken für die Schlacht am Kahlenberg 1683 teil. Dafür hagelte es Kritik von den anderen Parteien, die ihr „Nähe zu den Identitären“ vorwerfen und deshalb ihren Rücktritt fordern. Stenzel entschuldigte sich anschließend für ihren Auftritt.

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<p>Franz Johann Morgenbesser from Vienna, Austria [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2014_Ursula_Stenzel_IMG_7791_(15721521071).jpg">via Wikimedia Commons</a> [Bild zugeschnitten]</p>

Franz Johann Morgenbesser from Vienna, Austria [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Wien. – Die patriotische Plattform Gedenken 1683 veranstaltete am Samstag ihren jährlichen Gedenkzug, um an die Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683 zu erinnern. In diesem Jahr musste die Route jedoch wegen linksextreme Blockaden vom Kahlenberg in die Wiener Innenstadt verlegt werden. Beim Gedenkzug mit dabei war auch die nicht amtsführende FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel, die bei der Abschlusskundgebung am Dr.-Karl-Lueger-Platz zu den Teilnehmern sprach – Die Tagesstimme berichtete.

Forderungen nach Parteiausschluss und Rücktritt

Dieser Umstand sorgte bei der politischen Konkurrenz und einigen Medien für große Aufregung. ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer forderte am Sonntagvormittag den Rücktritt und Parteiausschluss der FPÖ-Politikerin. „Der Auftritt der FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel bei den rechtsextremen Identitären ist inakzeptabel. Parteichef Norbert Hofer kann nun unter Beweis stellen, wie ernst es ihm mit dem Durchgriffsrecht in seiner Partei ist“, so Nehammer. Auch SPÖ, NEOS, Liste JETZT und Grüne forderten den Parteiausschluss und den Rücktritt Stenzels.

Stenzel: „Ich entschuldige mich dafür“

Die FPÖ-Stadträtin wiederum reagierte umgehend mit einer persönlichen Stellungnahme, in der sie ihre Beweggründe offenlegte. „Ich wurde, wie in den vergangenen Jahren zu der Veranstaltung zum Gedenken an die Befreiung Wiens von den Türken 1683 eingeladen. Für mich ist die Erinnerung an dieses Datum gerade in Zeiten der Ausbreitung des politischen Islam in Europa und der Allmachtsphantasien des türkischen Präsidenten Erdogan von enormer Bedeutung“, so Stenzel.

Sie habe jedoch nicht gewusst, dass „auch Vertreter der Identitären Bewegung anwesend gewesen sein sollen“. Andernfalls hätte sie diese Veranstaltung „selbstverständlich“ nicht besucht. „Ich entschuldige mich dafür und möchte meine klare Ablehnung der Identitären Bewegung zum Ausdruck bringen“, betonte Stenzel, ohne allerdings auf die Gründe für diese Ablehnung genauer einzugehen.

Vilimsky stellt sich hinter Stenzel

Zur Seite sprang ihr kurz darauf ihr Parteikollege Harald Vilimsky. Stenzel eine Nähe zu den Identitären zu unterstellen, ist nach Ansicht des FPÖ-Generalsekretärs „mehr als absurd“ und gehe „völlig an der Faktenlage vorbei“. Richtig sei, dass Stenzel an dem Gedenken teilgenommen und dort das Wort ergriffen habe. Alles andere sei jedoch eine „böswillige Unterstellung“, da die FPÖ-Politikerin auf die Auswahl der Teilnehmer und die „Instrumentalisierung diverser Gruppen“ keinen Einfluss gehabt habe. Das Gedenken an 1683 sei keine Veranstaltung der Identitären gewesen und „Stenzel lasse sich auch durch diese nicht vereinnahmen“, so Vilimsky in einer Aussendung.

Gedenken 1683 will kulurelles Erbe bewahren

Gegenüber der Tagesstimme betonte der Sprecher von Gedenken 1683, Philipp Huemer, die Plattform sei weder Teil der FPÖ noch der Identitären Bewegung, sondern unabhängig und unparteilich. „Als Sprecher der Initiative verleugne ich allerdings meine Aktivität bei der Identitären Bewegung nicht und selbstverständlich sind alle Identitären dort herzlich willkommen“, erklärte Huemer.

Die Plattform Gedenken 1683 diene ausschließlich dem Zweck, jedes Jahr den Gedenkzug zu organisieren und das kulturelle Erbe der Zweiten Wiener Türkenbelagerung zu pflegen. Dabei richte man sich an „alle Patrioten“.

Die Organisatoren zeigen sich jedenfalls erfreut über die Teilnahme von Stenzel, „die spontan einige kraftvolle Worte an die Teilnehmer gerichtet“ habe. „Wir bedauern hingegen, dass sie Medien in gewohnter hysterischer Manie nun versuchen, ihre Teilnahme für den anstehenden Wahlkampf zu instrumentalisieren und zu verzerren“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

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