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Gesellschaft

Nach scharfer Kolumne: Falter-Chefredakteur zeigt Krone-Journalisten an

Julian Schernthaner

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Ein juristisches Nachspiel hat der Kommentar des Krone-Journalisten Michael Jeannée, welche er mit scharfen Worten an den Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter richtete.

Wien. – Die Rubrik „Post von Jeannée“ gehört zu jenen Abschnitten des größten Boulevardblattes Österreichs, welche am stärksten polarisiert. Während deren Autor mit seiner oftmals überschießenden Wortwahl zu aktuellen Debatten vielen Krone-Lesern den Eindruck gibt, ihnen aus der Seele zu sprechen, zieht er ebenso oft den Unmut der Betroffenen – manchmal aber auch der generellen Öffentlichkeit – auf sich.

Wüster Ausritt gegen Falter-Chefredakteur

Beim jüngsten Fall richtete Jeannée eine wahrliche Tirade an den Chefredakteur des linken Investigativblattes Falter, Florian Klenk. Mit einem Bandenspiel über den Liste JETZT-Politikers Peter Pilz bezeichnete er seinen infolge mehrerer brisanter Enthüllungen momentan regelmäßig im Fernsehen befragten Branchenkollegen mittelbar als „Getriebenen“ und „Selbstverliebten“, ja einen „gefährlichen Diffamierer“.

Außerdem sei er ein „ein ruhigstimmiger Verbreiter von Halbwahrheiten, Dreistigkeiten, Unwahrheiten“ sowie ein „Meister zwielichtiger Tricks“, ein „Schmutzkübel- und Anpatzerchef“, ein „skrupelloser Intrigant“. Und nicht zuletzt: „Eine verderbte Figur“. Diese Wertungen träfen sowohl auf Pilz als auf Klenk zu, mit dem einzigen Unterschied, dass gegen Letzteren niemals wegen sexueller Belästigung ermittelt worden sei.

Klenk forciert Anzeige wegen übler Nachrede

Die Kolumne, welche sich mutmaßlich an den Falter-Enthüllungen über Wahlkampfkosten der ÖVP rieb, sorgte weithin für Empörung und Solidaritätsbekundungen, insbesondere von Journalistenkollegen. Alleine bis Donnerstagmittag bekundete etwa der Österreichische Presserat, nicht weniger als 63 Beschwerden erhalten zu haben.

Aber Klenk, welcher bereits am Vortag von einer „Grenzüberschreitung“ und „gedrucktem Hass“ sprach, reicht dies nicht. Am Donnerstag verkündete er auf Twitter, Jeannée wegen übler Nachrede angezeigt zu haben. Er fordere dessen „strafrechtliche Verurteilung“ sowie den „höchsten Entschädigungsbetrag, den das Mediengesetz hergibt“, nämlich 50.000 Euro. Im Fall des juristischen Sieges möchte er diese Summe einem guten Zweck spenden.

Immer wieder Ärger um Jeannée

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Jeannée den Vorwurf gefallen lassen muss, womöglich zu weit zu gehen. Besonders strenge Worte richtete er im März an den Leiter der österreichischen Identitären, Martin Sellner: „Verpissen Sie sich, Sie Widerling!“ Für viele als Tiefpunkt gilt eine Äußerung aus dem Jahr 2009, als er einem bei einem Polizeieinsatz erschossenen 14-jährigen Einbrecher hinterher warf: „Wer alt genug zum Einbrechen ist, ist auch alt genug zum Sterben.“

In mindestens sechs Fällen ‚verurteilte‘ der – allerdings nicht bindende – Presserat Formulierungen seinerseits. So bezeichnete er etwa zwei einer Straftat beschuldige Jugendliche 2013 als „elendes, niederträchtiges Pack“. Ein Jahr später betitelte er zwei SPÖ-Politiker als „Polit-Furunkel“. Bei der Krone gilt Jeannée als absolutes Urgestein: In drei Tranchen – erstmals 1970-73, erneut 1985-2003 und wieder seit 2007 – arbeitete er insgesamt über drei Jahrzehnte beim auflagenstärksten heimischen Medium.

1 Comment

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  1. Avatar

    silvia

    13. September 2019 at 4:53

    der Klenk – im Austeilen groß- im Einstecken – mimimi

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