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Gesellschaft

Treffen mit AfD-Chef: Künstler wollen Rücktritt von Leiter der Filmförderung

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Immer mehr Künstler fordern den Geschäftsführer der HessenFilm, Hans Joachim Mendig auf, den Hut zu nehmen. Der Grund: Er traf sich mit einem der beiden Bundessprecher der patriotischen AfD, Jörg Meuthen.

Frankfurt. – Zwar fand das Treffen zwischen Mendig und Meuthen in einem Frankfurter Restaurant bereits im Juli statt. Meuthen teilte ein Foto davon auf Instagram mit den Worten: „Sehr angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt.” Beinahe zwei Monate lang schien die private Zusammenkunft niemanden besonders zu jucken, mittlerweile beschäftigt sie aber sogar die Politik in Hessen.

Privates Treffen mit Meuthen wird zur großen Affäre

Am Anfang der Aufregung stand in der Vorwoche die Thematisierung des Treffens durch das Stadtmagazin Journal Frankfurt. Seitdem bleibt in der Branche kein Stein mehr auf dem anderen. Das Essen der beiden im Beisein des mit Mendig, der vor allem für die hessische Filmförderung zuständig ist befreundeten PR-Beraters Moritz Hunzinger wird immer mehr zur großen Affäre.

Problematisch gilt vielen auch die Formulierung des „konstruktiven Austausches”, welche der Welt zufolge im Parteijargon inhaltliche Einigkeit darstellen soll. Wie die Hessenschau am Dienstag berichtete, fordern mittlerweile mehr als 300 Filmschaffende den Rücktritt von Mendig. Einzig die Hochschule Darmstadt, wo Mendig als Honorarprofessor lehrt, will sich zu „parteipolitischen Aspekten” nicht äußern.

Erklärung: „Weitere Zusammenarbeit nicht vorstellbar”

In ihrer Erklärung charakteristischen sie dessen Tischgesellen Meuthen als „strammen Gegner liberaler Kulturproduktion”, welcher „fraglos rechtsradikale Auffassungen” besitze. Außerdem werfen sie Mendig „autoritäre Amtsführung” vor. Aufgrund des Meuthen-Treffens fürchten sie um den Ruf der Einrichtung.

Weil Mendigs Stellung „hohe Anfor­de­rungen an Über­par­tei­lich­keit, Offenheit für viel­fäl­tige künst­le­ri­sche Posi­tionen, demo­kra­ti­sche Kultur und Trans­pa­renz” stelle, sei eine weitere Zusammenarbeit mit diesem sogar „unter diesen Bedingungen nicht vorstellbar”. Ähnlich äußerte sich der Bundesverband Regie, welcher zusätzlich beklagt, Mendig habe „eindeutig seine Rolle als öffentliche Person einer Landesinstitution […] missachtet”.

Grüne Kunstministerin will Gespräch mit Mendig suchen

Nun schaltet sich in der Causa auch die Politik ein – eine aktualisierte Version der Unterschriften wurde am Montag ans hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst übermittelt. Die zuständige Ressortleiterin Angela Dorn (Grüne) stellte der Hessenschau zufolge fest, eine „wachsende Entfremdung” zwischen Mendig und vielen Filmschaffenden zeichne sich bereits länger ab. Sie will nun das Gespräch mit diesem suchen.

Mendig selbst gilt eigentlich als Mensch, der die Öffentlichkeit nicht besonders sucht. Obwohl er für Erfolgsserien wie „Drei Damen vom Grill” und „Ein Fall für zwei” mitverantwortlich zeichnete, war er gebürtige Bonner bis zur gegenwärtigen Kontroverse selbst in der Branche kein wirklicher Haushaltsname.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Stallbursche

    20. September 2019 at 12:35

    Ich greife mal auf eine Forderung dieser dauerempörten Gutmenschen zurück:
    Mastbetriebe stilllegen – jetzt!

  2. Avatar

    Klasube

    20. September 2019 at 13:36

    Das erinnert mich an: „… und spiel nicht mit den Schmuddelkindern…”
    Eine bornierte, arrogante Haltung der beteiligten Künstler, die wohl durch Herrn Grönemeier’s Schrei-Attake in Wien noch Aufwind bekommt.
    Und was die Politik in Hessen anbelangt, ist mir klar, weshalb man sich dort gern mit dem Abendessen der Herren Mendig und Meuthen befasst: so kann man sich wieder einmal wunderbar gegen die böse AfD positionieren und gleichzeitig von den vielen internen Problemen ablenken, bei denen die Relativierung oder gar Vertuschung nicht wunschgemäß funktioniert hat…!

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Gesellschaft

Nächster Schlag: Martin Sellner jetzt auch auf YouTube gesperrt

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Erst vor wenigen Tagen sperrte ihn Twitter. Jetzt hat auch YouTube nachgezogen und die Konten von Martin Sellner geschlossen.

Am Montag hat die Social-Media-Plattform die Konten des identitären Aktivisten und Influencers Martin Sellner gesperrt, weil dieser mit seinen „Kontoaktivitäten” die YouTube-Nutzungsbedingungen verletzt habe. Sellner kündigte indes an, sich gegen diese „grundlosen Sperrungen” juristisch zu wehren. „Wieder einmal erweist sich, dass die sogenannte ‚Meinungsfreiheit’ im westlichen Staaten eine reine Farce ist”, kommentierte er auf seiner Homepage am Montagabend. Auf YouTube folgten dem Identitären über 140.000 Menschen.

Twitter sperrt Identitäre aus

Erst am Freitag hatte der Kurznachrichtendienst Twitter in einem großen Schlag mehr als 50 Konten gesperrt bzw. eingeschränkt. Die meisten der gesperrten Profile gehörten zur Identitären Bewegung – auch Sellner war betroffen.

Die Sperren erfolgten nur wenige Tage nachdem der US-Sender NBC News über ein Dossier mit dem Titel „Generation Identity – International White Nationalist Movement Spreading On Twitter And YouTube” berichtet hatte. Die linke NGO „Global Project Against Hate and Extremism” (GPAHE, Globales Projekt gegen Hass und Extremismus) habe insgesamt 67 Twitter-Accounts aus 14 Ländern identifiziert, die folglich vom Kurznachrichtendienst gesperrt bzw. eingeschränkt wurden, wie es in dem Bericht heißt.

Vor drei Jahren hatte bereits Facebook sämtliche Identitären-Seiten gelöscht.


Weiterlesen:

Die Hintergründe zur Twitter-Löschwelle gegen die Identitären (11.07.2020)

Aktion scharf: Twitter sperrt zahlreiche rechte Accounts (10.07.2020)


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Gesellschaft

Niedersachsen: Verfassungsschutz soll künftig Polizei-Anwärter überprüfen

Julian Schernthaner

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Ab sofort müssen sich alle Polizisten in Niedersachsen einem Check des Verfassungsschutz unterziehen, ehe sie in den Landesdienst eintreten.

Hannover. – Wie der Innenminister des Bundeslandes, Boris Pistorius (SPD), erklärte, habe dies mit der Sorge zu tun, dass „Extremisten oder Clanmitglieder unsere Polizei unterwandern”. Dies berichtet die Junge Freiheit unter Berufung auf die Neue Osnabrücker Zeitung. Bislang war eine solche Überprüfung nur dann möglich, wenn Bewerber dieser Maßnahme ausdrücklich zustimmten.

Charakterliche Anforderungen als Argument

Begründung für die neuen Pläne ist der Umstand der hohen charakterlichen Anforderungen der Polizeiarbeit sowie deren Waffentracht im Dienst. Das niedersächsische Innenministerium arbeitet deshalb an einem gesetzlichen Erlass, womit automatische Abfragen beim Verfassungsschutz vor jedem Neueintritt möglich werden.

Pistorius kritisierte einst AfD-Polizisten

Im Bezug auf den neuen „Radikalenerlass” in Niedersachsen fürchten Kritiker nun, dass dieser über kurz oder lang gegen politische Mitbewerber missbraucht werden könnte. Denn immerhin war es auch Pistorius, der sich erst im Vorjahr kritisch über Beamte wie Lehrer oder Polizisten geäußert hatte, die sich bei Wahlen für die AfD aufstellen lassen – insbesondere, wenn diese mit dem „Flügel” oder der „Jungen Alternative” sympathisierten.

Vorauseilender Charakter der Erlasses denkbar

Die Jugendorganisation der größten Oppositionspartei sowie der ehemalige Zusammenschluss der Nationalkonservativen in der Partei gelten seit Kurzem als „Verdachtsfälle” des Verfassungsschutzes. Beobachter sehen dies als Schritt der Behörde, irgendwann die Gesamtpartei ins Visier zu nehmen.

Dieser Eindruck verstärkte sich nicht zuletzt nach den jüngsten Beobachtung der beiden AfD-Landesgruppen in Brandenburg und Thüringen. Gut möglich also, dass Niedersachsen bereits vorauseilende Fakten schaffen will, wenn entweder die Bundespartei oder zumindest die Landespartei ins Visier gerät.

Pistorius für Studie zu Rassismus bei Polizei

Neben der neuen Einstellungspolitik bei der Polizei bezog Pistorius auch Stellung zur derzeit virulenten Debatte über angeblichen Rassismus bei der Polizei. Die Ansicht seiner Parteichefin Saskia Esken, wonach bei deutschen Ordnungskräften ein „latenter Rassismus” existiere, teilt er zwar nicht. Dennoch würde er eine – von Bundesinnenminister Seehofer (CSU) schließlich doch abgesagte –  Studie zu sogenanntem „racial profiling” befürworten. Sich diese Frage zu stellen sei seiner Ansicht nach „vernünftig und vertrauensbildend” und könne mittelfristig die Qualität der Polizeiarbeit verbessern.


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Gesellschaft

Systematischer Rassismus?”: Für Thomas Sowell nur linke „Propaganda”

Stefan Juritz

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Der schwarze US-Ökonom Thomas Sowell hat den Begriff des „systematischen Rassismus“ zurückgewiesen. In der Fox-News-Talkshow „Life, Liberty & Levin” erklärte der konservative Autor, der Begriff habe keine klare Bedeutung und könne empirisch nicht überprüft werden.

Moderator Mark Levin kam während des Gesprächs auf den Begriff „systematischer Rassismus“ zu sprechen: „Er ist an unseren Universitätsgeländen zu hören, er ist von wohlhabenden und berühmten Sportlern zu hören. Doch was bedeutet das? Und was auch immer das bedeutet, stimmt das denn?”

Für Sowell scheint die Antwort klar zu sein: Anders, als es bei Hypothesen der Fall ist, könne man diesen Begriff nicht näher spezifizieren und testen, da er im Grunde keine wirkliche Bedeutung habe. Die Verwendung der Phrase vom „systematischen Rassismus“ erinnere ihn sogar an die „Propaganda-Taktiken“ im Dritten Reich, wo Propagandaminister Joseph Goebbels gesagt haben soll, die Menschen würden jede Lüge glauben, wenn man sie nur „lange und laut genug” wiederhole.

Sowell: „Sie erreichen ihr Ziel, wenn andere einknicken”

„Ich glaube, dass nicht einmal jene Leute, die den Begriff verwenden, eine klare Vorstellung davon haben, was sie damit sagen. Sie erreichen ihr Ziel, wenn andere Leute einknicken und nachgeben”, sagte der 90-jährige Autor, der zu den wichtigsten konservativen Denkern in den USA zählt.

Zudem verwies Sowell darauf, dass linke Aktivisten lediglich behaupteten, Rassen- und Klassenunterschiede hinter sich zu lassen, während sie letzten Endes aber auch nur ihre eigene „Nomenklatur” und ihre eigenen Hierarchien schaffen würden.


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