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Nach Festnahme

Wiener FPÖ schließt Straches Ex-Leibwächter aus

Der Sicherheitsmann soll über Jahre hinweg versucht haben, angeblich belastendes Material über den ehemaligen Parteichef zu sammeln.

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<p>Bild (Strache 2013): Franz Johann Morgenbesser via <a href="https://www.flickr.com/photos/vipevents/9812531964">Flickr</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild (Strache 2013): Franz Johann Morgenbesser via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Wien. – Wie die Wiener Freiheitlichen in einer kurzen Aussendung am Dienstagmittag bekunden, erfolgt der Ausschluss des früheren Personenschützers von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache einstimmig. Zur Aufklärung der Causa will man sich nicht nur auf die Arbeit der Behörden verlassen. Man möchte auch die „interne Sonderprüfung zu den anonym erhobenen Vorwürfen“ fortführen.

Affäre um Straches Spesenabrechnungen

Zuvor hatte unter anderem der Standard über eine Hausdurchsuchung am Montagabend bei dem bis zuletzt als Bezirksrat für die Partei tätigen Mann, im Zivilberuf angeblich Polizist, berichtet. Dieser soll über Jahre hinweg „belastendes Material“ über Strache und andere Freiheitliche gesammelt haben. Bereits 2015 hätte er demnach ein Konvolut zu Straches Gebaren an die Staatsanwaltschaft weitergespielt. Die Ermittlungen verliefen damals aber im Sande, weil der Tippgeber offenbar GEld für seine Hinweise wollte.

Neue Bewegung in die Sache kam nun am Montag, als der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp der Presse zufolge plötzlich davon sprach, Straches Spesenabrechnung ab dem Jahr 2013 prüfen zu lassen. Der Grund dafür, so kristallisierte sich noch am selben Tag heraus: Eine anonyme Anzeige aus dem Umfeld der Ibiza-Hintermänner. Angeblich soll der langjährige Parteichef große Summen an privaten Ausgaben über die Partei abgerechnet haben. Angeblich soll es sich dabei um „systematische Veruntreuung“ handeln.

Laut Krone: In Verbindung mit Ibiza-Hintermännern

Genauso brisant ist aber das, was die Krone über den Mann berichtet, dem Erpressung und möglicherweise Untreue vorgeworfen werden. Denn genau dieser ehemalige Leibwächter und Fahrer Straches soll selbst Kontakt mit dem Netzwerk hinter dem Ibiza-Video gehabt haben. Der Boulevardzeitung zufolge diente er möglicherwiese sogar als Informant für die Organisation der verhängnisvollen Falle in der Finca auf der Baleareninsel.

Als möglich gilt laut Ö1-Mittagsmagazin unterdessen auch, dass der Mann selbst bei falschen Spesenabrechnungen mitgewirkt habe. ORF.at zufolge verweist die Staatsanwaltschaft zu materiellen Fragen – einschließlich einer formellen Bestätigung der Festnahme – allerdings auf „laufende Ermittlungen“ und darauf, dass es sich um eine „Verschlusssache“ handle. Als Motiv scheint eine persönliche Kränkung im Jahr 2014 greifbar.

Strache sieht „gezielte Schmutzkübelkampagne“

Strache selbst sieht sich hingegen als Opfer einer „gezielten Schmutzkübelkampagne durch dubiose Quellen“. Das Aufkommen der Vorwürfe so kurz vor der Nationalratswahl sei „wieder einmal durchschaubar. Seinem Anwalt zufolge seien alle Spesen und Sachleistungen „stets ordnungsgemäß abgerechnet bzw. erbracht“ worden.

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