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Nach Treffen mit AfD-Meuthen

Filmförderung trennt sich von Mendig

Weil er sich privat mit AfD-Chef Jörg Meuthen getroffen hatte, wurde Hans Joachim Mendig nun als Geschäftsführer der HessenFilm abberufen.

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<p>Dieses Bild sorgt derzeit für Aufregung in der deutschen Filmbranche: Ein privates Treffen von AfD-Chef Jörg Meuthen (li.), HessenFilm-Leiter Hans Joachim Mendig (mi.) und PR-Berater Moritz Hunzinger. Bild: Screenshot Instagram-Seite  <a href="https://www.instagram.com/p/B0Tnw_-oJ5d/">Jörg Meuthen</a>. </p>

Dieses Bild sorgt derzeit für Aufregung in der deutschen Filmbranche: Ein privates Treffen von AfD-Chef Jörg Meuthen (li.), HessenFilm-Leiter Hans Joachim Mendig (mi.) und PR-Berater Moritz Hunzinger. Bild: Screenshot Instagram-Seite Jörg Meuthen.

Frankfurt. Vor einigen Tagen forderte eine Vielzahl an Künstlern den Geschäftsführer der HessenFilm, Hans Joachim Mendig, auf, von seiner Position zurückzutreten. Der Grund: Er traf sich mit einem der beiden Bundessprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen (Die Tagesstimme berichtete).

Mendig als Geschäftsführer abberufen

Weil Mendig der Rücktrittsforderung nicht nachgekommen war, hat nun der Aufsichtsrat der Filmförderung entschieden und beschloss, die Zusammenarbeit mit Mendig zu beenden. Das wurde am Dienstag vom Gremium in einer zweieinhalbstündigen außerordentlichen Sitzung im Ministerium für Kunst und Wissenschaft in Wiesbaden beschlossen. Der Beschluss sei einstimmig gefasst worden, wie es in einer knappen Pressemitteilung hieß. Die Erklärung ließ jedoch offen, auf welchem Weg die Zusammenarbeit beendet wird. Wie die hessenschau berichtete, sagte die Vorsitzende der Filmförderung, Angela Dorn (Grüne), dass Mendig nun als Geschäftsführer abberufen sei. Er stehe demnach zwar noch auf der Gehaltsliste, ist aber nicht mehr in Verantwortung.

Treffen war Privatangelegenheit

Das Treffen von Mendig und Meuthen erwähnte sie allerdings nicht direkt, sondern nur die Folgen. Themen der Aufsichtsrats-Sondersitzung seien gewesen „die Ankündigung vieler Filmschaffender, nicht mehr mit der HessenFilm zusammenarbeiten zu wollen, die Rücktritte von Jury-Mitgliedern und ein möglicher Imageschaden für das Land und die HessenFilm“. Mendig selbst hatte zuvor schon betont, dass es sich beim Treffen mit dem AfD-Chef Meuthen um eine Privatangelegenheit gehandelt habe.

Rückendeckung von AfD

Während Künstler, Dozenten der Hessichen Film- und Medienakademie und auch Mitarbeiter der hessischen Filmförderung auf Distanz zu Mendig gegangen waren, bekam der nunmehr ehemalige Geschäftsführer Rückendeckung von der AfD-Landtagsfraktion. Deren Vorsitzender Robert Lambrou kritisierte am Dienstag die Entscheidung des Aufsichtsrats und damit den Umgang mit Mendig als „undemokratisch“. Die Gründe für die Abberufung seien vorgeschoben und in Wahrheit politisch. Mendig habe sich schließlich nichts zu Schulden kommen lassen. AfD-Fraktionsgeschäftsführer Frank Grobe kündigte indes an, die Entscheidung im Landtagsausschuss für Kunst und Wissenschaft zum Thema zu machen. In einer demokratischen Gesellschaft müsse es möglich sein, „Privatgespräche zu führen, ohne damit seinen Arbeitsplatz zu gefährden“.

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