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Leipziger Bioladen-Kette streicht Öko-Produkte von AfD-Funktionär

Nachdem der Besitzer der „Spreewälder Hirsemühle“ für die patriotische Alternative für Deutschland (AfD) tätig ist, sind seine Produkte in den Leipziger Bioläden von BioMare nicht länger willkommen.

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<p>Symbolbild Bio-Artikel: Pexels [CC0]</p>

Symbolbild Bio-Artikel: Pexels [CC0]

Leipzig/Kolkwitz. – Wie die Junge Freiheit am Dienstag berichtet, argumentiert das Unternehmen BioMare, welches in Leipzig drei Filialen unterhält, die Entscheidung mit den Positionen der Partei zum Klimaschutz. Im Jargon des Ladens heißt das: „Produkte aus einem Hause, das sich gegen mehrere wichtige Kriterien der Nachhaltigkeit stellt [haben] keinen Platz“. Deshalb will man keine Produkte mehr von einem Unternehmer, der gleichzeitig AfD-Beisitzer im Spree-Neiße-Kreis ist, beziehen.

BioMare-Chef: Verstoß „gegen Werte der Bio-Branche“

BioMare, dessen Chef Malte Reupert seines Zeichens selbst Vorstandssprecher der Grünen im Kreisverand Nordsachsen ist, unterstellt der AfD nämlich, den „menschengemachten Klimawandel“ zu „leugnen“. Alleine durch seine Mitgliedschaft stelle sich Jan Plessow, der Betreiber der Spreewälder Hirsemühle in einem Ortsteil von Kolkwitz, einer Nachbargemeinde von Cottbus, somit „gegen die Werte von BioMare und der gesamten Bio-Branche“.

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Wie Reupert in einem auf der eigenen Homepage publizierten Mail an Plessow außerdem schreibt, vertrete die AfD „gesellschaftspolitische Standpunkte“, welche viele BioMare-Mitarbeiter „ganz persönlich ausgrenzen und herabwürdigen“ würden. Eine Mitgliedschaft in der AfD setze ein „klares politisches und menschliches Statement“, welches Plessow als ökologischen Unternehmer „höchst unglaubwürdig“ mache. Dies mache eine „weitere Zusammenarbeit […] unmöglich“.

AfD-Unternehmer Plessow sieht „totalitäres Weltbild“

Die Korrespondenz, welche bereits im Juli stattfand, fand daraufhin eine ausführliche Beantwortung von Plessow, welcher damit hoffte auf ein „Fünkchen demokratisch-freiheitlichen Restverstandes zu stoßen“. Bereits eingangs kritisiert der AfD-Mann ein vermeintlich „totalitäres Weltbild“, welches eine „offensichtlich linksradikale persönliche Einstellung“ von Reupert zur Schau stelle.

In seinem Antwortschreiben weist er auf den geringen Anteil Deutschlands zum weltweiten CO2-Ausstoß hin. Ein vorschneller Kohleausstieg würde zudem seine heimatliche Lausitz strukturell bedrohen. Seine Partei sei zwar der Ansicht, dass „anthropogene Einflüsse günstigerweise aus Risikogründen minimiert werden sollten“, plädiere dabei aber für eine „realistische Politik“. Windräder würden sich zudem jedenfalls mit Bestrebungen zum Artenschutz vertragen.

Schlagabtausch über politische Positionierung

Mit dem Zitat von Zeitungsartikeln versucht er darüber hinaus die ebenso vorgeworfenen migrationspolitischen Themen seiner Partei zu untermauern. Es sei nämlich eine „Entwicklung hin zu multiethnischen Verhältnissen und tribalistischen Clanstrukturen“, welche die Gesellschaft spalte – nicht die AfD. Abschließend wundert sich Plessow auch „was ein Engagement eines Menschen in einer Partei mit dem Produkt zu tun hat“, das in seinem Unternehmen zur Herstellung käme.

Darauf die postwendende Antwort von Reupert, welcher Plessow unterstellt „hochgradig gekränkt“ zu sein. Außerdem habe dieser offenbar ein „sich als roter Faden durch alles durchziehende Bedürfnis, sich für eine gefühlte Kränkung rächen zu wollen“. Plessow würde sich an „Wut, gewalttätige Sprache, Diffamierungen“ bedienen und sei damit eine „Blaupause der gewaltaffinen Linksradikalen“, welche er kritisieren.

‚Politische Auslistung‘ polarisiert Twitter-Gemeinde

Die Reaktionen im Internet auf den Aushang und Briefwechsel fanden in der Folge höchst unterschiedlichen Anklang. Während manche Nutzer die Entscheidung des Ladenbesitzers verteidigten, die Produkte auszulisten, übten andere heftige Kritik.

Besonders viel Zustimmung fand dabei ein Tweet, welcher den „populistischen Unsinn einer offensichtlich undemokratischen Geschäftsleitung“ beklagt. Für diesen Kommentator ist das sogar ein Grund, keine Produkte aus dem Laden mehr zu verwenden.

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