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Österreich

FPÖ stellt erste Weichen – und suspendiert Strache

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Die FPÖ will künftig „jünger und moderner” werden. Zwei Arbeitsgruppen sollen dabei behilflich sein. Ex-FPÖ-Chef Strache wurde vorerst suspendiert.

Wien. – Am Dienstag trafen die FPÖ-Spitzen des Parteipräsidiums und des Parteivorstandes zusammen, um nach der Wahlniederlage vom Sonntag über die weitere Zukunft der Freiheitlichen zu beraten. Zwei Arbeitsgruppen werden ins Leben gerufen und auch erste personelle Fragen sind geklärt.

Neue Arbeitsgruppen

Laut Aussage von FPÖ-Chef Norbert Hofer sei „eine Vielzahl von zukunftsweisenden Entscheidungen getroffen” worden. Zum Beispiel will die FPÖ künftig „jünger und moderner” werden. Dazu sei eine „Expertengruppe” unter der Leitung des Welser FPÖ-Bürgermeisters Andreas Rabl eingerichtet worden. „Ihr gehören auch die beiden jüngsten FPÖ-Landesparteiobleute Marlene Svazek aus Salzburg und Christof Bitschi aus Vorarlberg an“, erklärte Hofer in einer Aussendung am Dienstagabend.

Weiters gegründet werden soll eine Compliance-Gruppe, die mit der Überwachung der parteiinternen Regeln, etwa der Finanzen, betraut wird. Leiten wird sie Hofer zufolge der oberösterreichische FPÖ-Landesvorsitzende Manfred Haimbuchner. „Das muss einfach funktionieren. Wir wollen von allen Parteien die strengsten Regeln haben”, so Hofer. Dabei möchte man sich an existierende Vorgaben in der Wirtschaft orientieren. Um Parteiausschlüsse kümmern soll sich in Zukunft ein „Weisenrat” aus „verdienten Persönlichkeiten” ohne Karrierepläne in der FPÖ.

Hofer: „Nicht von Inhalten verabschieden”

Nach Angaben der Freiheitlichen plant man, die Ergebnisse der beiden Arbeitsgruppen bei einer Klausur im Dezember zu präsentieren. Dort wolle man dann auch die Konzepte und Compliance-Regelungen beschließen. „Das heißt nicht, dass wir uns von den Inhalten verabschieden, sondern dass wir die Partei in eine bessere Zukunft bringen”, betonte Hofer vor Journalisten.

Strache nach „Spesen-Affäre” suspendiert

Ein Thema der Sitzung war natürlich auch die Zukunft von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache, der bereits am Vormittag seine Mitgliedschaft in der FPÖ „ruhend gestellt” und seinen Rückzug aus der Politik bekannt gegeben hatte. Hintergrund sind die Vorwürfe in der sogenannten „Spesen-Affäre”. Die FPÖ suspendierte Strache jedoch trotzdem, da laut Angaben Hofers das Ruhestellen einer Parteimitgliedschaft im FPÖ-Statut nicht vorkomme. „Wenn die Vorwürfe der letzten Tage nicht zu entkräften sind, dann kommt es zu einem Ausschluss. Aber das kann heute noch niemand sagen”, erklärte Hofer dazu.

Weiters sprach sich Präsidium und Vorstand der FPÖ dafür aus, Herbert Kickl als Klubobmann und Norbert Hofer als Dritten Präsidenten des Nationalrats zu nominieren.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Obatzda

    2. Oktober 2019 at 11:58

    Der eitle Hofer kann sein Glück kaum fassen, in ein paar Tagen glaubt er wahrscheinlich noch, er habe die FPÖ von Haider übernommen und wieder groß gemacht …

  2. Avatar

    Zickenschulze

    2. Oktober 2019 at 12:25

    In meinen Augen als Beobachter aus der Ferne, der Hofer nicht kennt, aber seine Aussendungen aufschnappt, kann ich ihn nur als ersetzbar einstufen.
    Was heißt schon „moderner” werden? Das bedeutet für mich, wieder kein glasklare inhaltliche Aussage. Wovon will er sich denn trennen? Moderner geht mit Mode einher und auch Mode ist einem Zeitgeist unterworfen. Dieses Feld des modischen Zeitgeistes ist ja schon x‑mal besetzt. Was braucht es da noch die Freiheitlichen? Um auf den gleiche Haufen zu sch.

    Alles in allem finde ich sein Rückgrat sehr weich und damit sind wir schon wieder in der Nähe zur Schlange.
    Einer Genesung startet nach meinem Dafürhalten erst mit einer klaren Parteiprogrammansage. Was hat da modern verloren?
    Er steht unter Druck. Man sieht es ihm an. Ausweg gibt es da nur einen: klare Kanten schaffen und die „Messer” wetzen.

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Österreich

Raab gegen Anerkennung von Migranten als Volksgruppen

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Nicht nur Integrationsministerin Raab ist gegen die geforderte Anerkennung, auch Dominik Nepp (FPÖ) warnt vor diesem Schritt.

Wien. – Der Parteichef der Liste SÖZ (Soziales Österreich der Zukunft), Hakan Gördü, hat Ende dieser Woche die Anerkennung von Türken und Ex-Jugoslawen als Volksgruppe in Österreich gefordert. Er bezeichnete das als „wichtigen Schritt für Wertschätzung und Inklusion”. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) hat diese Forderung nun aber entschieden abgelehnt.

Forderung „absurd”

Es gibt einen ganz klaren Unterschied zwischen Migranten und Volksgruppen. Wenn jemand nach Österreich zuwandert, ist Integration das Ziel”, sagte Raab gegenüber der APA. Gördüs Aussagen haben bei der zuständigen Ministerin für harsche Kritik gesorgt. Dass Vertreter mancher Migrantencommunities die Anerkennung als Volksgruppe anstreben und auch noch türkische Führerscheinprüfungen fordern, „ist absurd und ganz klar abzulehnen”. Wesentlich seien die Integration und damit das Erlernen der deutschen Sprache, so Raab.

SÖZ-Parteichef Görü argumentierte zuvor in einer Aussendung, dass „mit der Anerkennung als Volksgruppen-Minderheit die kulturelle Koexistenz als Bereicherung der Gesamtgesellschaft rechtlich geschützt werden würde”. Vor allem die staatliche Unterstützung der Volksgruppen was den Erhalt ihrer kulturellen, sprachlichen und religiösen Eigenschaften betrifft. Zudem würden sie gegen Diskriminierung und Benachteiligung geschützt. „Ein Verbot der Führerscheinprüfung auf Türkisch, wäre so etwa nicht möglich gewesen. Dieses jahrelang gut funktionierende System wurde kaputt gemacht, zu Ungunsten vieler hart arbeitender Bürgerinnen und Bürger”, meint Görü.

Wunsch nach verstärkten Minderheitenrechten

Die türkische und ehemals jugoslawische Gemeinschaft lebe bereits in vierter Generation in Österreich und habe große Verdienste hinsichtlich der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Landes geleistet, hieß es dazu in der Aussendung weiter. Zudem seien die Erhaltung und Förderung der Muttersprache in Schulen, die Amtssprache bei Behörden, sowie der Grundsatz der Gleichbehandlung sowie verstärkte Minderheitenrechte die ausschlaggebenden Argumente für diese Forderung, sagt Görü. Dass im Fall einer Anerkennung Ortsschilder mehrsprachig verfasst werden müssten, wie im Fall der Burgenland-Kroaten oder der Slowenen in Kärnten, sei aber kein Motiv.

Wien als „Klein-Ankara”

Indes warnt der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp davor, Türken als eigene Volksgruppe anzuerkennen. „Wir wissen aus der Vergangenheit, dass die SPÖ mit allen Mitteln um Stimmen der türkischen Parallelgesellschaften buhlt und dabei die Interessen der Österreicher verrät”, so Nepp in einer aktuellen Aussendung. Beispiele dafür seien finanzielle Förderungen von Erdogan nahen Vereinen. Aber auch die ÖVP mit Sebastian Kurz habe sich in der Vergangenheit immer wieder solchen Gruppierungen angebiedert. Neben der ÖVP würden aber auch Parteien wie SPÖ und Grüne Wien nun „endgültig zu Klein-Ankara machen” wollen. Mit dem Minderheiten-Status, den Türken durch die Anerkennung erhalten würden, könnten sie zudem auf die Aufstellung von türkischen Ortstafeln pochen, warnt der FPÖ-Politiker.

Überlegungen auch bei bosnischer Community

Ob man die Anerkennung als Volksgruppe in Österreich gezielt verfolgen soll, überlegt man aber auch in der bosnischen Community. Die Gesellschaft der Bosnischen Akademiker hat deshalb über ihre Facebook-Seite einen Unterstützungsaufruf gestartet. Wie die Mehrheitsmeinung unter den rund 260.000 bosnischstämmigen Österreichern aussieht, werde man mit Jahresende wissen, sagt Mitinitiator Sirađ Duhan.

Podržite inicijativu Bosanske akademske zajednice u Austriji o podnošenju zahtjeva austrijskim vlastima za priznanje…

Gepostet von Gesellschaft Bosnischer Akademiker in Österreich am Freitag, 3. Juli 2020

 


 

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Österreich

Stenzel zu Gedenken 1683: „Ich würde dieses Gedenken wieder machen”

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Der 12. September 1683 sei für Österreich ein wichtiges Datum. Das Gedenken daran würde sie wieder machen und auch die Teilnahme daran im vergangenen Herbst bedauert sie nun nicht mehr.

Wien. – Am Freitag gab Ursula Stenzel überraschend bekannt, dass sie wieder für die FPÖ bei der Wien-Wahl antreten wird (Die Tagesstimme berichtete). Später am Abend war sie in der „ZiB Nacht” zu Gast, wo sie ihr Bedauern über ihre heftig kritisierte Teilnahme an einer Kundgebung der patriotischen Plattform Gedenken 1683 im vergangenen September revidierte.

Identitäre „nicht unbedingt Rechtsextreme”

Im Interview betonte Stenzel, dass der 12. September 1683 ein sehr wichtiges Datum für Österreich und seine geschichtliche Entwicklung sei. Die Schlacht am Kahlenberg beendete damals die zweite Türkenbelagerung. Sie sei vom Akademikerbund zu der Kundgebung eingeladen worden und nicht von den Identitären, wie sie erklärte. „Ich bedaure es nicht. Ich würde dieses Gedenken wieder machen”. Zudem betonte sie, dass nicht alle Identitären rechtsextrem seien: „Ich halte Rechtsextremismus für falsch. Ich gestehe Identitären zu, dass sie Identitäre sind, aber nicht unbedingt Rechtsextreme.”

Von den Identitären kenne sie nur Martin Sellner „vom Sehen”. Ein Rechtsextremer ist er für sie aber auch nicht: „Ich glaube, es hat Gerichtsurteile gegeben, die diese Bewegung in ein anderes Licht gerückt haben. Rechtsextremismus ist ein bisschen etwas anderes, ist gewalttätig und so weiter.” Sie würde hier einfach auch genauer hinschauen.

Kritik und Rücktrittsforderungen

Vor einem Jahr hatte die Politikerin ihren Auftritt noch bedauert und sich dafür entschuldigt. Sie habe nicht gewusst, dass auch Vertreter der Identitären Bewegung bei der Veranstaltung anwesend seien. Andernfalls hätte sie diese Veranstaltung „selbstverständlich” nicht besucht. „Ich entschuldige mich dafür und möchte meine klare Ablehnung der Identitären Bewegung zum Ausdruck bringen”, betonte Stenzel damals, ohne allerdings auf die Gründe für diese Ablehnung genauer einzugehen.

Die Aussagen von Stenzel, dass sie erneut am Gedenken teilnehmen würde, bezeichnete der Wiener ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch als „inakzeptabel”. Stenzel sei eine „Wiederholungstäterin”, erklärte er am Samstag in einer Aussendung. „Wir erwarten uns den Ausschluss von Ursula Stenzel aus der FPÖ und ihren Rücktritt. Die FPÖ muss Stenzels Kandidatur sofort zurückziehen – denn Extremismus darf in Wien und Österreich keinen Platz haben”, so Wölbitsch. Bereits im Herbst forderten ÖVP, SPÖ, NEOS, die Liste JETZT und Grüne den Parteiausschluss und Rücktritt Stenzels.

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Österreich

Wien-Wahl: Ursula Stenzel tritt noch einmal für die FPÖ an

Stefan Juritz

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Die FPÖ-Politikerin geht als Spitzenkandidatin im ersten Bezirk ins Rennen.

Wien. – Die FPÖ-Politikerin Ursula Stenzel wird bei der kommenden Wien-Wahl im Herbst als blaue Spitzenkandidatin im ersten Bezirk „Innere Stadt” antreten. Das teilte die 74-Jährige am Freitag in einer Pressekonferenz mit Wiens FPÖ-Landeschef Dominik Nepp mit.

Doch kein Rückzug aus der Politik

Die Entscheidung kommt einigermaßen überraschend. Noch im Mai hatte Stenzel ihr Ausscheiden aus der aktiven Politik angekündigt. „Nein, ich will bei der Wien-Wahl im Oktober nicht mehr antreten. Ich werde meine Aufgabe erfüllen, solange ich noch mein Mandat habe. Aber jetzt ist Zeit, dass Jüngere an die Reihe kommen”, erklärte sie damals.

Von 2005 bis 2015 war Stenzel ÖVP-Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt. Danach wechselte sie zur FPÖ und ist seit 2016 nicht amtsführende Stadträtin in Wien.

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