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Halle

Fußballfans halten Mahnwache für Todesopfer von Anschlag ab

Eines der beiden deutschen Todesopfer des unfassbaren Attentats in Halle (Saale) war ein Anhänger des örtlichen Fußballvereins Hallescher FC – Leute aus der Kurve wollten ihn nun auf ihre Art und Weise verabschieden.

3 Minuten Lesezeit
<p>Ein Kurzvideo von &#8222;RT Deutsch&#8220; dokumentiert das Gedenken. Screenshot: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xXvAKSQOCuo">YouTube</a> [@ ca. 00:43]</p>

Ein Kurzvideo von „RT Deutsch“ dokumentiert das Gedenken. Screenshot: YouTube [@ ca. 00:43]

Halle (Saale). – Auch zwei Tage nach den brutalen Szenen im Paulusviertel ist in der sachsen-anhaltischen Großstadt Halle die Normalität nicht eingekehrt. Zwei Menschen – beides Deutsche – sind tot; und es hätte bei den Angriffen auf eine Synagoge und einen Dönerladen noch Dutzende mehr sein können. Fans des Traditionsclubs nahmen nun am Tatort von einem der Ihrigen – einer der beiden Opfer war HFC-Fan – emotional Abschied.

Anschlag fordert zwei deutsche Opfer aus Halle

Die Politik konzentrierte sich in den Nachwehen des Anschlags auf das eigentliche Ziel – ein rechtsterroristischer Täter wollte mutmaßlich aus antisemitischen Motiven just am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Blutbad unter den Gläubigen der Synagoge in der Humboldtstraße anrichten. Aber es starben an diesem Mittwoch auch zwei Menschen.

Eine der beiden ist eine 40-jährige Frau, dem Focus zufolge Jana H., eine Passantin, die sich dem Täter an der Synagoge in den Weg stellte. Sie liebte Schlagermusik, war ein großer Fan von Stefan Mross. Sie traf den Musiker noch wenige Tage vor der Tag, der Schlagerstar gedachte nach der Tat auf Facebook seinem „treuesten Fan aus Halle“. Und das zweite Opfer war Kevin S. (20) – sein Leben war das runde Leder: Er war glühender Anhänger des Halleschen FCs.

Fangesänge zu Ehren von ermordetem HFC-Fan

Gerade sein Ableben zeigt die unglaubliche Sinnlosigkeit des brutalen Massakers in deutlichem Licht. Der junge Arbeiter befand sich wohl gerade auf Mittagspause, wollte seinen Hunger im „Kiez Döner“ stillen, als Stephan B. den Frust über sein weitestgehendes Scheitern an der Synagoge an den Gästen des Schnellimbisses auslassen wollte. Der Attentäter eröffnete das Feuer – und traf Kevin S. dabei tödlich.

In einer bewegenden Abschiedsgeste versammelten sich jetzt Dutzende Anhänger aus der Kurve des Drittligisten. Sie legten Kerzen und Schals am Tatort nieder, sangen Vereinshymnen und Schlachtgesänge „ein letztes Mal für [ihren] rot-weißen Freund“. Ein RT Deutsch-Kurzvideo hält das Andenken fest, an anderer Stelle sieht man Menschen, die sich in fassungsloser Trauer teils herzzerreißend weinend in den Armen liegen. Nicht jedermanns Art zu trauern – dafür umso authentischer und ehrlicher.

Fanclub will am Samstag beiden Toten gedenken

Es ist nicht das letzte Gedenken durch Leute aus der Fanszene: In sozialen Medien macht eine Nachricht die Runde, welcher zu einer weiteren spontanen Würdigung der beiden Toten aufruft. Ein Fanclub will sich am morgigen Samstag um 16 Uhr auf der Silberhöhe bei den Würfeln vorm S-Bahnhof treffen, um ab 16.30 Uhr zum Ort des Verbrechens fahren.

Es geht der Gruppe dabei nach eigener Aussage darum, um dort „gemeinsam die zwei feige ermordeten Hallenser zu würdigen“. Dass auch andere Bürger ihrem Gedenken teilnehmen, sei dabei ausdrücklich willkommen: „Wer sich anschließen möchte, kann gerne mit uns fahren“.

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