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Meinung

Die Alternative am Scheideweg – schonungslose Analyse eines Idealisten

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Vorab: Seit 2011 kämpfe ich aus reinem Idealismus für Deutschland. Nicht weil ich Deutscher bin. Wohl aber, weil ich dieses Land, die unzertrennlich miteinander verbundene deutsche Sprache und Musik sowie die Menschen, ja, die Deutschen lieben gelernt habe. Deutschland ist meine Schicksalsheimat und das Deutsche ist neben dem Türkischen zum bestimmenden Teil meines Wesens und meiner Persönlichkeit geworden. Ich bin das, was man einen germanophilen Türken nennen kann.

Kommentar von Kemal Cem Yilmaz

2011 scheiterte ich damit, Nationalbewusstsein und eine Art Minimalpatriotismus, mit dem sich auch Ausländer und Migranten identifizieren können, als Thema bei den Jusos und der SPD in meinem Heimatort zu setzen. Die SPD war nicht mehr zu retten; das wurde mir schon damals klar.

PEGIDA wurde dann zum Wendepunkt in meinem politischen Denken. Das Unrecht der Medien und etablierten Parteien gegenüber offensichtlich anständigen und friedfertigen Bürgern weckte tiefe Zweifel in mir. Zweifel, ob all die bösen Dinge, die mir seit Jahrzehnten in Schule, Medien usf. über Rechte in Deutschland eingetrichtert wurden, womöglich nicht ganz der Wahrheit entsprachen.

Der Weg zur Neuen Rechten

Ich begann, das mir bis dato verborgen gebliebene politische Spektrum zu erforschen: die Neuen Rechten. Bei der Teilnahme an einer Akademie des IfS in Schnellroda erlebte ich zum ersten Mal etwas, wonach ich mich unbewusst wohl immer gesehnt hatte – das Natürlichste der Welt: junge Leute – keine Musiker – die, begleitet von einer Gitarre, beseelt und mit Leidenschaft Lieder sangen, die genauso schon von ihren Vätern, Großvätern und Urgroßvätern gesungen wurden. Etwas, das mir aus der Türkei wohlbekannt war, aber in meiner zumeist kleinbürgerlichen niedersächsischen Heimat nie wiederfuhr. Wohl kaum, weil es das nicht gab, sondern weil es nur im Verborgenen stattzufinden hatte. Nie am See, wo sich die Jugend traf und sich von Ghettomusik beschallen ließ, nie in der Schule, wo lieber britischer Pop gesungen wurde, nie beim Stadtfest, wo amerikanischer Jazz zu hören war, und nie im linken Jugendzentrum, wo das Angebot mit Punk und Alternativ-Rock begrenzt war.

Ich gebe zu, dass ich mir eine Träne an diesem Abend in Schnellroda nicht verkneifen konnte, als das Lied „ Die Gedanken sind frei“ angestimmt wurde. Es war eine stille Träne. In Gedanken versunken.

Seit diesen Tagen meines ersten Akademiebesuchs unterstütze ich die patriotischen Kräfte in Deutschland. Auch die AfD – eine Partei, in die ich dann letztes Jahr zugegebenermaßen weniger aus Überzeugung als aus Verzweiflung eingetreten bin. Nicht, weil ich vollends hinter ihrem Programm stünde, sondern weil alle anderen Parteien die Idee der Nation bereits aufgegeben haben. Und bedauerlicherweise ist mein Zweifel in den vergangenen Wochen und Monaten nicht weniger geworden, weshalb ich im Folgenden einige unmissverständliche Worte zum Zustand dieser Partei loswerden will in der Hoffnung, dass das, was sich die AfD auf die Fahnen schrieb, nicht als sang- und klangloser Slogan einer zukünftigen Altpartei untergehen möge: eine Alternative für Deutschland zu sein.

1. Abgrenzungsverhalten und Anbiederungsversuche

In der AfD grenzt man sich gerne und oft ab – am liebsten von der AfD. Wem das nützt, ist klar. Damit tut man das denkbar Schlechteste, was man tun kann, wenn man ohnehin nur einen winzig schmalen Streifen der gedanklichen Freiheit sein eigen nennen darf. Wie soll dieser „schmale Grat“ denn ausgebaut werden können, wenn man sich immerzu von diesem und jenem aus den eigenen Reihen abgrenzt, weil die unersättlichen „Nazijäger” und „Rechtsterrorismusexperten” von CSU bis Antonio-Amadeu-Stiftung sich bei jeder Gelegenheit auf jede noch so harmlose Äußerung stürzen. Daher kann nur gelten: Man darf sich grundsätzlich nicht von den eigenen Leuten abgrenzen. Nie! Wer das nicht begreift, hat nichts Besseres verdient, als in einem Hörsaal voller fleischlos-grölender Studenten, die vor 40 Jahren wahrscheinlich nicht mal einen Realschulabschluss hätten erlangen können, niedergebrüllt zu werden.

Die AfD distanziert sich nicht nur gern von sich selbst, sie biedert sich mindestens mit demselben Eifer bei all denjenigen an, die nicht mal bereit sind, ihnen einen Platz in der Abstellkammer der Republik zuzugestehen. Die Springer-Presse mit Frontmann Michel Friedman, der Zentralrat der Juden, der AJC-Berlin – sie alle wollen nichts mit der AfD zu tun haben; selbst dann nicht, wenn die AfD ihnen kriechend zu Füßen liegt und um eine klitzekleine Geste der wohlwollenden Aufmerksamkeit fleht. Nein! Nein! Nein! Es muss Schluss sein mit dieser unsäglichen Unterwürfigkeit.

Wer jämmerlich bettelt, kriegt gar nichts! Um ernsthaft und glaubhaft für eine gute Beziehung zum Staat Israel und die Sicherheit und Unversehrtheit aller Juden in Deutschland einzustehen, bedarf es keinerlei Zustimmung dieser Organisationen. Der einzige Ansprechpartner und Bezugspunkt, was jüdische Angelegenheiten betrifft, kann die Botschaft Israels sein. Und diese wird sich, wie jede andere Botschaft eines seriösen Staates auch, der AfD gegenüber sicher genauso korrekt und vernünftig verhalten wie gegenüber jeder anderen Partei auch. Die AfD ist nicht antisemitisch. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Deshalb Kopf hoch. Und die Würde behalten. Wer keinen Respekt und Anstand zeigt, soll auch keine weitere Beachtung bekommen, und erst recht keine Liebkosungen. Punkt.

2. Kommunikationsfehler bei innenpolitischen Angelegenheiten

Die AfD ist die einzige Partei im Bundestag, deren innenpolitische Positionen so etwas wie eine Mindestvoraussetzung darstellen, um Deutschland womöglich doch noch als funktionierenden Nationalstaat mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung aufrechterhalten zu können. So weit, so ernüchternd. Doch wie kommuniziert die AfD eigentlich ihr Programm nach außen? Natürlich ist es wichtig, auf Straftaten und Gewaltverbrechen, die Verrohung von ganzen Stadtteilen und das stetig sinkende Sicherheitsgefühl der Bürger hinzuweisen. Aber doch bitte nicht ständig so hysterisch, ausfallend und plakativ. Genau diese ungezügelte, ja geradezu orientalische Art der Opfer-Zurschaustellung wirkt doch auf den Besonnenheit schätzenden und kühlen Kopf bevorzugenden deutschen Landsmann vielmehr abstoßend als überzeugend.

Wer nur wütend sein will, kann gerne zu Pegida gehen, und wem der Zorn nicht gut steht, sollte lieber die Klappe halten. Deutliche Worte des Zornes zu sprechen –  dafür sollte man das notwendige charakterliche Rüstzeug mitbringen, sonst macht man sich nicht nur unsympathisch, sondern wirkt groteskerweise auf viele Landsleute geradezu lächerlich. Wer als Autorität in Sachen Innen- und Sicherheitspolitik wahrgenommen werden will, sollte durch Kompetenz und argumentative Überlegenheit hervorstechen, nicht durch Geheule und den Hang zu unsäglichen Begrifflichkeiten („Messermänner“, „Kopftuchmädchen“, „Gefährder-Bambini“ usw.)

3. Dilettantismus bei Fragen der Außenpolitik

Die AfD hat keinen einzigen Nahostexperten in den eigenen Reihen. Dort wird aber gerade der Lauf der Welt entschieden. Armin Hampel – einer der wenigen AfD-Politiker mit Kenntnis von der Region – scheint den wichtigsten Staat im Nahen Osten, die Türkei, nicht wirklich gut zu verfolgen und einschätzen zu können. Seine Forderung nach einer von der UN beaufsichtigten Sicherheitszone in Nordsyrien hört sich zwar gut an; bleibt aber ohne das Einbindenwollen der Türkei als regionale Ordnungsmacht letztlich nichts weiter als ein nicht realisierbares Gedankenspiel.

Nach Jahren der diplomatischen Funkstille sind nach Vermittlung Russlands erste Anzeichen einer vorsichtigen Annäherung zwischen der Türkei und Syrien zu vernehmen. Grundlage für weitere Verhandlungen im Astana-Format (gemeinsam mit Russland und dem Iran) ist das Adana-Abkommen zwischen beiden Ländern aus dem Jahre 1998, das Syrien dazu verpflichtet, keinerlei terroristische Gruppierungen an der Grenze zur Türkei zu dulden und der Türkei erlaubt, bei Missachtung des Abkommens dort militärisch vorzugehen.

Die Zeichen stehen erstmals seit vielen Jahren also günstig für dauerhafte Stabilität und Frieden in Syrien, sukzessive im gesamten Nahen Osten. Doch was macht die AfD? Sie reiht sich in den gemeinsamen Chor aus MLPD, GRÜNE, LINKE und SPD ein und trällert das Lied von Erdogan, dem Diktator und Kurdenschlächter. Wie tief die Partei dabei charakterlich sinkt, verdeutlicht nicht nur die Tatsache, dass sie die über 300.000 kurdischen Flüchtlinge aus Syrien, die Schutz in der Türkei fanden, ausblendet, sondern auch ihr donnerndes Schweigen zu den linksextremistischen Antifa+PKK-Ausschreitungen in Stuttgart, Herne, Nürnberg usf. Wenn der linksextremistische Mob samt echter Hetzjagden sich gegen türkische Mitbürger, Geschäfte und Einrichtungen richtet, wird es plötzlich ganz still in der AfD. Doppelmoral am Siedepunkt – kurz vor der unterlassenen Hilfeleistung. Dass selbst der von der AfD so gefeierte US-Präsident Trump die PKK als gefährlicher als den IS einschätzt, scheint der außenpolitisch voll auf Antifa-Kurs eingeschlagenen Parteiführung ebenfalls egal zu sein.

Die Partei ist in einen heillosen Widerspruch verwickelt, was die Türkei betrifft. Sie wirft den Altparteien und vor allem den Linken stets vor, ideologisch und weltverbesserisch Politik zu betreiben; tut im Falle der Türkei allerdings genau dasselbe und verpasst damit die Chance, sich als einzige Partei richtig zu positionieren und eine Kooperation sowohl mit der Türkei als auch mit Syrien zu fordern, um die syrischen Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückführen zu können.

Auf der Welt vollzieht sich ein entscheidender Wandel und Deutschland wird zu den Verlierern dieses Wandels gehören, wenn nicht die Rückkehr zu einer rein interessengeleiteten Außenpolitik vollzogen wird. Wer soll dafür im Bundestag einstehen, wenn nicht die AfD? Glaubhaft ist sie dabei bisher mitnichten.

4. Zweifelhafter Patriotismus

Es verwundert nicht, dass die Mehrheit eines Landes, in dem nicht mal ein Fünftel der Bevölkerung bereit wäre, für sein Land zu kämpfen, sich über die Solidarität türkischer Fußballer zu ihrer Armee echauffiert. Dass aber gerade diejenigen Deutschen, die sich als Patrioten sehen, sich darüber empören, dass andere Völker bedingungslos zu ihren Soldaten stehen, die ihr Blut für die Sicherheit und Integrität ihres Staates vergießen, ist an Heuchelei kaum zu überbieten. Ist es Neid? Oder vielleicht die alte Türkenangst, die da zum Vorschein tritt, wenn AfD-Anhänger gar den Ausschluss der türkischen Nationalmannschaft von internationalen Wettbewerben fordern? Ich weiß es nicht. Sicher ist nur, dass diese hilflosen Reaktionen Zeugnis eines zutiefst gestörten Verhältnisses zu eigenen Nation sein müssen und hinter der patriotischen Hülle sich oft nicht mehr als „liberal-libertäre Selbstbezogenheit“ verbirgt.

Abschließend: vor einem Jahr hatte ich die Freude und Ehre beim genialen Loci-Coup von Kubitschek und Kositza auf der Frankfurter Buchmesse mitwirken zu dürfen. Ich hatte Hoffnung, dass man dieses durch und durch sympathische Zugehen der Rechten auf die Gesellschaft  zu schätzen wissen würde. Ich hatte Hoffnung, dass die ersten Mutigen mit Haltung und Anstand nicht nur begriffen hätten, dass man sich nicht fürchten braucht vor Schnellroda, sondern dass man vor allem reden muss mit den Rechtsintellektuellen. Dass man sich ernsthaft mit ihnen auseinandersetzen muss. Und dass man sich endlich eingestehen muss, dass es eben doch nur gemeinsam geht; dass nicht mehr geschossen, sondern endlich gerungen werden muss.

Doch heute, ein Jahr danach, stelle ich mit Bedauern fest, dass die Gesellschaft nicht einen Schritt nach vorne, dafür drei Schritte zurück gegangen ist. Mindestens. Wir befinden uns im Endstadium dieser Demokratie und das endgültige Aus könnte nur noch durch eine Immuntherapie mit durchaus geringen Heilungschancen abgewendet werden. 

Die AfD hat ein Jahr lang geschlafen und sich vor allem mit sich selbst beschäftigt. Sie hat es verpasst, sich in entscheidenden Politikfeldern notwendige Fachkompetenz einzuholen. Sie hat es versäumt, die metapolitischen Schneisen, die andere für sie schlugen, mit tagespolitischen Inhalten zu pflastern. Sie hat diese geistigen Freiräume vielmehr durch strategisches Unvermögen, schlechte Sprache und Gier auf Posten und Karrieren wieder zugeschüttet und in den Mainstreammedien und den Altparteien den ewig Schuldigen für das eigene Verharren im 15%-Bereich gesucht. Sie hat den Platz in der Schmuddelecke des Mainstreams viel zu sehr genossen. Die AfD hat ihre Helden nicht erkannt. Wenn sie jetzt nicht bald die Kurve kriegt, dann Gnade uns Gott. Der nächste Schlag könnte von hinten kommen.

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7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Joachim Datko

    20. Oktober 2019 at 18:46

    Ich bin aktiver AfD-Sympathisant!

    Zitat: „Die AfD distanziert sich nicht nur gern von sich selbst, sie biedert sich mindestens mit demselben Eifer bei all denjenigen an, die nicht mal bereit sind, ihnen einen Platz in der Abstellkammer der Republik zuzugestehen.”

    Ohne die AfD hätten viele meiner politischen Positionen keine Vertretung in den Parlamenten. Dies gilt insbesondere für den Widerstand gegen die massive Einwanderung aus Afrika und Asien. Ich fürchte eine Völkerwanderung aus Afrika nach Deutschland.

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker

  2. Avatar

    Zickenschulze

    21. Oktober 2019 at 9:53

    Es muss Schluss sein mit dieser unsäglichen Unterwürfigkeit.”

    Wie recht er dabei nur hat. Er trifft den Nerv. Parallelen zur FPÖ kann man sehen.
    Hofer geht denselben Gang. Warum diese „Gelecke”, dieses Schleimen?
    Das macht jeden Anführer suspekt. In den eigenen Reihen runzeln sich Gefolgsleute die Stirn und die Gegner lauern nur auf das Haar in der Suppe.
    Diese Schärfe an Maßstab existiert so nicht bei den Linken, denn dort bewegt sich die ganze Karawane auf parasitären Attitüden.

    Nicht aber so bei den Rechten. Die echten Rechten (ausgeschlossen der ganze ÖVP Schwarm) sind null Abweichungen von innerer und gelebter Überzeugung gestatten. Das macht den ersten Unterschied zu den anderen vagabundierenden Wählerschaften aus.

    Positionen dürfen nicht nur auf dem Präsentierteller der Kompromisse zum Vernaschen herumgereicht werden, mit denen sich dann gegebenenfalls gar noch Feinde schmücken. Sie müssen durchgefochten und kompromisslos ausgetragen werden, soweit es sich um elementare Werte aus der Essenz der eigenen Ideologie handelt. (Und nicht eine Schwester, wie die IBÖ angreifen oder sich gar von ihr zu distanzieren). Für einen Gradlinigen stellt sich just in solchen Moment die Frage: Der auch schon gekauft? Ein V‑Mann? Ein Überläufer? Der neue eben wieder erpressbar?
    Die Fakten sind zu klären, aber parteiintern.

  3. Avatar

    Zickenschulze

    21. Oktober 2019 at 10:28

    zweifelhafter Patriotismus” – Parallele zu Österreich

    Gottes Mühlen mahlen langsam, aber fein.
    Es reich aber schon die Erkenntnis: Lügen haben kurze Beine. Leute mit Charakter merken Unstimmigkeiten oder Gängeleien, auch jene aus ihrem unmittelbaren Umfeld. Wenn, wie vorliegend, das Gefolge aller Parteien mehrheitlich zudem noch schwindelt und sich dabei auch noch dem Opportunismus verdingt, lassen sich ohne weiteres locker Jahrzehnte damit durchwursteln.
    Dies verwässert den Bau von Brücken, wie Verbindungen die später einmal allem standhalten. Es unterminiert die eigene Substanz und was kommt raus?
    So ein Trümmerhafen wie jener, der jetzt unter Strache vorliegt.

    Analyse:
    Der rechten Parteien Umstände sind jene, dass sich deren besten Leute, die Macher, jene mit Organisationstalente in der Wirtschaft positioniert haben.
    Der Linken besten Leute verdingen sich in der roten Politik. Sie scheuen den harten Weg der Ochsentour zum Erfolg, wie ein Privatunternehmer. Ihr Gebiet sich zu entfalten ist Rhetorik, linksintellektueller spitzfindiger Täuschungen, von der Gewaltbereitschaft gar nicht zu sprechen, wenn ihre Ideologie auf die Nagelprobe trifft.(Antifa)
    Sie spannen lieber gleich ganze Wählerschaften von Flachzangen vor ihre perfiden, egozentrischen Interessen, bevor sie den eigenen Finger für eigenes Volk rühren.

    Endausgang: Die Demokratie weicht einem Totalitarismus. Drama ohne Ende.

  4. Avatar

    Klasube

    21. Oktober 2019 at 10:53

    Großartige Analyse – der ungetrübte Blick von oben!
    Nur das mit der „unsäglichen Unterwürfigkeit” sehe ich nicht ganz so krass, es sei denn, man sieht Herrn Gaulands beinahe schon konfliktvermeidende Zurückhaltung als solche an.
    Dabei gäbe es bei Talkshows und Podiumsdiskussionen so viel zu entgegnen – nüchtern, kompetent und zielstrebig. So viele verpasste Gelegenheiten…!

    • Avatar

      Zickenschulze

      21. Oktober 2019 at 14:50

      Dabei gäbe es bei Talkshows und Podiumsdiskussionen so viel zu entgegnen – nüchtern, kompetent und zielstrebig.”
      Gut gemeint aber vergebliche Liebesmüh.

      Es hört doch jeder nur, was er versteht.
      J.W.v. G.

  5. Avatar

    Heimatvertriebener

    21. Oktober 2019 at 22:01

    Vieles vom Geschriebenen entspricht auch genau meiner Meinung. Unterwürfigkeit und Anbiedere wäre der Tod dieser so notwendigen Partei.

    Nun hat Herr Gauland sich einige mal recht ungeschickt ausgedrückt – besonders Boateng betreffend. Es ist doch klar, dass diese Relotianer nur auf so etwas warten. Also hätte er auch wissen müssen, dass sein Spruch mit dem Vogelschiss stets unvollständig, falsch und sinnentstellt wiedergegeben würde. Wie wäre es mit einem Wort dieser von ihm als schrecklich beschriebenen Zeit als „Wimpernschlag” gewesen? Klingt doch schon besser und zumindest etwas weniger angreifbar.

    Was nun die Situation Türkei/syrien betrifft, so darf man doch auch nicht vergessen, dass die dortigen Kurden gut genug für den Westen waren, um den IS zu bekämpfen. Wären die Amis dort geblieben, hätte Erdogan wohl kaum den Angriff gewagt. Aber wenn auf jeder Seite ein Despot steht, kommen die seltsamsten Vereinbarungen dabei raus. Oder wer hätte geglaubt, dass nach dem Abschuss des russischen Kampfflugzeugs zwischen Putin und Erdogan so schnell wieder eine Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität einkehrt? Ich jedenfalls nicht.
    Die von der UN zu beaufsichtigende Sicherheitszon wurde doch auch von Mitgliedern anderer Parteien vorgeschlagen. Dann haben die als auch keine Nahost Experten; obwohl sie Jahrzehnte länge rexistieren als die AfD?
    Erdogan mit seinen Pöbeleien gegen Deutschland und seinen üblen Tricks (zwei türkische Fahnen beim Merkel Besuch – ich hätte mich da erst hingesetzt, wenn das geändert worden wäre. Abe rklar, sie kam ja als Bittsteller) genießt bei uns nun mal einne mehr als zweifelhaften Ruf. Erinnere ich mich an seine Eroberungsspinnereien – und nicht nur an die – dann ist das auch erklärbar.

    Ob der israelische Botschafter nun gerade der AfD wohlgesonnen wäre, muss ich stark bezweifeln. Er liegt wohl eher mit Herrn Schuster auf einer Linie. Dieser fordert ja die fast unbegrenzte Zuwanderung, ist aber kaum zu bremsen, wenn ein Migrant Juden angegriffen hat. Das geht dann natürlich auf unsere Kappe. So ganz kriege ich einen recht üblen Hintergedanken betr. der geforderten Zuwanderung juden- und israelfeindlicher Menschen nicht aus dem Kopf. Diese Menschen wissen doch ausch, dass schon jede Menge französischer Juden keinen anderen Ausweg mehr wussten, als nach Israel auszuwnadern, weil sie dort wesentlich sicherer sind al sim islamdurchstzten Frankreich.

    Bei der Berliner AfD habe ich mal angefragt, warum niemals bei Nazi Unterstellungen der „Guten” auf die stattliche Anzahl Ex NSDAP Mitglieder in den ersten Nachkrieksjahren im Deutschen Bundestag gekontert wird. Googel kennt alle Namen noch heute. Zwei Bundespräsidenten, ein Bundeskanzle rund ein Außenminister machten also auch ohne die Nazi Partei eine große spätere Karriere.

    Noch schlimmer aber, dass Adenauer mit Hans Globke den Mitautor und Kommentator der mörderisch-verbrecherischen und unmenschlichen Nürnberger Rassegesetze zu seinem Staatssekretär und damit zu einem der höchsten politischen Beamten der Bundesrepublik Deutschland machte. An den Händen dieses Mannes klebt mehr Blut als an vielen zwangsweise eingesetzten KZ Wächtern. Ds alles waren Mitglieder der Altparteien.

    Als Antwort kam, man wolle sich auf die heutige Zeit fokussieren. Wer von den jungen Antifanten Schreihälsen kennt denn aber diese Tatsachen. Ich wette, es ist nichtmal jeder Hundertste. Hat man etwa Angst CDU/CSU und FDP wegen mögliche rspäterer Bündnisse zu vergrämen? Nur wer stark ist kann eine Partnerschaft anstreben und wird dann auch anerkannt. Bücklinge gibt es anderswo zuhauf und mehr als genug.

  6. Avatar

    Heimatvertriebener

    21. Oktober 2019 at 22:31

    Mein Satz im vorletzten Absatz „das alles waren Mitglieder der Altparteien” bezieht sich natürlich nicht auf die ebenfalls angesprochenen KZ Wächter.

    Das schöne Lied habe ich nach Anhören sofort geteilt. Gleich nach der Wende gab es übrigens einen song von ex DDR Autoren „Ich bin wieder in Deutschland zu Hause”. Der fällt heute sicher auch durchs Raster jedes Radio Moderators. Man könnte ja als rechtsextrem eingestuft werden.
    Was bei den Jusos abgeht ist inzwischen unbeschreiblich. Kreischende „Nachwuchspolitikerinnen” verlangen Abtreibungen bis in den neunten Monat hinein. Sie können das ja machen, dann vermehren sie sich wenigstens nicht auch noch. Für mich ist das perfider Mord. Aber selbst dort geht es noch schlimmer im Interesse der CO2 Minderung. Man möchte es nicht schreiben.

    Jegliches Nationalitätsgefühl ist bei diesen Kasten – wenn überhaupt jemals vorhanden gewesen – abgewürgt worden. Linksgrüne Lehrer finden mehr Gefallen am Verbrecherstaat DDR als an einem geeinten Deutschland. und so können diese ahnungslosen Jugendlichen zwar nicht mehr das große und kleine Einmaleins ohne Taschenrechner, kaum ein paar Zahlenreihen addieren, abe rsie wissen ganz genau über die politische Lage bescheid. Meinen sie jedenfalls. Und sie täuschen sich hier wie in fast allen anderen Fragen massiv. Was denen in Geschichte gelehrt wurde, möchte ich gerne mal wissen. Vermutlich nur deutsche Mordtaten. Ob sie auch schon mal was von der vom Ex CDU Bundestagsabgeordneten und Afrikaner, Herrn Huber, bei Maischberger genannten Zahl von zehn Millionen Toten Afrikanern im Belgisch Kongo gehört haben? Vorstellen kann ich es mir nicht. Sonst würden sie womöglich auch noch „Nie wieder Belgien” brüllen müssen.Das überstieg aber dann wohl doch ihr Repertoir. Und mit massenhaften Morden anderer europäischer Mächte wollen wir diese zartbesaitete Generation ohnehin nicht erschrecken.

    Eine Frage an Kemal Cem Yilmaz: Wohnst du zufällig in Berlin? Ich hätte da nämlich auch einen nicht so schlechten Text.

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Meinung

Instrumentalisierung in Hanau: Totalitäre Träume kommen wieder in Mode

Julian Schernthaner

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am

Nach dem fürchterlichen Amoklauf im hessischen Hanau bleiben viele Fragen offen. Nur in einem sind sich die Etablierten offenbar einig: Jeder, der auch nur ansatzweise rechts der Mitte steht, hat quasi mitgeschossen.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Eigentlich kommt es nicht überraschend. Dieselben Charaktere, welche bei jedem islamistischen Anschlag zur Besonnenheit aufrufen und das Mantra des „psychisch verwirrten Einzeltäter” beten, sind nun auf den Plan gerufen, wenn wirklich einmal ein offenbar isolierter Irrer um sich ballert und ein paranoides Weltbild mit fremdenfeindlichem Einschlag besitzt. Sie instrumentalisieren, was das Zeug hält und lassen ihren Gelüsten und Wünschen freien Lauf, mit welchen Kanonen man nun auf die einzige wirkliche Opposition im Bundestag schießen möge.

Hanau: Alle beschuldigen die AfD

Sie glauben, werter Leser, ich übertreibe? Mitnichten. Dabei ist es egal, wie hanebüchen die Vorwürfe sind. Politiker verklären die AfD wieder einmal zum „politische[n] Arm des Rechtsterrorismus“ (Midyatli, SPD) oder zumindest des „Hasses” (Özdemir, Grüne). Für Ulle Jelpke, Mandatarin der mehrfach umbenannten und heute als ‚Die Linke’ agierenden SED ist sie gar „Stichwortgeber für solche rassistisch motivierten Terroranschläge”.

Das geht so weit, dass Konstantin Kuhle von der FDP – also jener Partei, die für die Empörten neuerdings auch eine Art braune Kloake ist, seitdem sich ihr Kandidaten von den „Falschen” wählen ließ, behauptet, das Manifest des irren Schützen von Hanau lese sich wie eine Rede von Gottfried Curio. Bei aller Polemik des wortgewaltigen Berliners AfD-Politikers: ich kann weißgott keine Parallelen erkennen.

SPD-Rennen um die verrückteste Äußerung

Beinahe am weitesten aus dem Fenster lehnten sich in diesen Stunden und Tagen aber schon jede Menge roter Genossen, wohl im Kampf um billiges politisches Kleingeld, wenn sonst alles im Argen liegt. Für Generalsekretär Lars Klingbeil hat die AfD in Hanau „munitioniert”. Und Karl Lauterbach aus dem äußersten Westen der Republik sieht in den Vertretern der Partei gleich „potenzielle Terroristen”.

Den absoluten Vogel schießt aber wieder einmal Ralf Stegner ab, das etwas fahle Nordlicht der Richtung Einstelligkeit trudelnden Sozialdemokratie. Er fordert ein Ende des „Lügenmärchens von Einzeltätern”. Das Netz sei „voll von rechtem Hass, Rassismus und Intoleranz”. PEGIDA, Reichsbürger, AfD, Identitäre & Co. würden die Gesellschaft „vergiften”. Freilich agiert auch er mit zweierlei Maß, wie ein Twitter-Nutzer aufzeigt:

Totalitärer Ruf nach dem Verfassungsschutz

Aber die ganze Sache wäre ja geschenkt, wenn der Deutsche in Form seiner gewählten Vertretern nicht wieder den historisch ausgeprägten Hang zum Totalitarismus ausleben ließe. Und damit meine ich jetzt keine verträumten bayerischen Könige, die sich aus Haushaltsgeldern Traumschlösser bauen. Sondern all jene Apparatschiks, welche aus der Geschichte wirklich nichts gelernt haben und Andersdenkende wieder einmal ausmerzen wollen.

So will etwa Norbert Röttgen, Kandidat für den CDU-Vorsitz, das „Gift bekämpfen, das von der AfD und anderen in die Gesellschaft getragen” würde. Christian Lindner, Parteichef der vermeintlich Liberalen, will den Verfassungsschutz einschalten, ähnlich der bereits erwähnte Lars Klingbeil (SPD). Und Ruprecht Polenz (CDU) macht sich selbst alle Ehre und bemüht mal wieder Reichskanzler Wirth im Jahr 1921. Nur der Komplettheit halber: der Satz fiel erst im Juni 1922.

Auch Medien beschwören die Ausgrenzung

Wahrlich komplett wäre das Bild freilich nicht ohne die vierte Macht im Staat. Es ist ein medialer Mainstream, der den Eindruck macht, als wäre er in Deutschland längst kein Korrektiv für die Mächtigen mehr, sondern deren verlängertes Sprachrohr. So schießt Spiegel-Miteigentümer Augstein einfach einmal gegen unbotmäßige Konkurrenz, kanzelt auch sie als vermeintliche „Wegbereiter der Gewalt” ab.

Tiefe Einblicke bietet auch ein Pressespiegel des linksliberalen Standard. Er zitiert Journalisten, die einen nebulösen „Kampf gegen den Rassismus” führen wollen. In Sportvereinen und den Kirchen, in Jugendgruppen und Schulen, in Bürgerinitiativen und Betrieben müsse man angebliche „Rassisten” ausgrenzen. Andere fordern die Aufrechterhaltung eines „Sperrgürtels zur Isolierung der AfD und ihresgleichen” fordern. Im Jahr 2020 ist es also wieder schick geworden, Abweichler vollständig zu ächten.

Kein Indiz für Vernetzung

In Wirklichkeit deutet derzeit absolut kein Indiz daraufhin, dass der Täter von Hanau irgendwie vernetzt gewesen wäre. Erst recht nicht, dass ein seit offenbar seit 20 Jahren abstruse Verschwörungstheorien verbreitender Mann durch eine Partei radikalisiert worden wäre, die erst seit sieben Jahren existiert. Er war auch so Ich-bezogen, dass er sich auf keine Parteien, Gruppen, Autoren oder Ideologien beruft, die ihn inspiriert haben könnten.

Wenn überhaupt hätten die Behörden jemanden, der sich mit seinen wirren Ideen selbst einst beim Generalbundesanwalt meldete, besser am Radar haben müssen. In der Realität verschwinden dann aber auch so kleine Details wie Tötung der eigenen Mutter knapp vor der Selbstrichtung, welche eher auf einen Amoklauf als einen politischen Anschlag deuten. Im ominösen „Kampf gegen rechts” ist eben alles erlaubt – wen kümmern da ein paar unscharfe Begriffe?


Weiterlesen:

Hanau: Gauland (AfD) weist Schuldvorwürfe zurück (21.2.2020)

Hanau: Elf Tote nach Schüssen – Ermittlungen wegen Terrorverdachts (20.2.2020)

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Kultur

Andreas Hofer: Sandwirt, Volksheld und zeitloses Leitbild

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Am heutigen Donnerstag jährt sich der Todestag des bekannten Tiroler Volkshelden Andreas Hofer zum 210. Mal. Dennoch bleibt seine Geschichte stets aktuell.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Es sind die oftmals verzwickten Umstände, welche einfache Menschen zu unwahrscheinlichen Heldenfiguren machen. Die Lebensgeschichte von Andreas Hofer ist eine solche Geschichte – mit einer Strahlkraft, die bis heute anhält. In den Wirren der napoleonischen Kriege wurde der Wirt aus dem Südtiroler Passeiertal zum Anführer der kämpfenden Tiroler Schützenverbände – und lange nach seinem Tod zum Sinnbild für den Widerstand des einfachen Volkes gegen die herrschenden Zustände.

Hofer: Ein Volksheld wider Erwarten

Man möge mir als gebürtigem Tiroler den etwas schwulstige und theatralischen Einstieg verzeihen – in der heute mittelfernen Heimat ist er allgegenwärtig. Denkmäler, Straßen – ja auch die Landeshymne ist dem sanften Riesen gewidmet. Dabei deutete eigentlich nichts auf eine solche ‚Karriere’ des „Sandwirts” hin, der nach Lehr- und Wanderjahren in Welschtirol das verschuldete Familiengasthaus übernahm, zum Schützenhauptmann wurde und sich in den offenen Landtag wählen ließ.

Dann fiel Tirol nach der Niederlage Österreichs im dritten Koalitionskrieg im Jahr 1805 an die mit Napoleon verbündeten Bayern. Diese machten sich als Landesherren aber keine besonderen Freunde. Eine im tiefgläubigen Tirol höchst unbeliebte Kirchenreform trübte die Stimmung. Als das seit 1511 bestehende Landlibell, das den Tiroler Schützen zusicherte, nur zur Verteidigung der engeren Heimat einrücken zu müssen, gekippt wurde, lief das Fass über – es kam zu insgesamt vier Schlachten am Bergisel südlich von Innsbruck.

Tapfer auch im Angesicht des Todes

Am Ende des Aufstandes stand das Scheitern und ein gebrochener Anführer, der sich im Gebirge versteckt hielt. Dort wurde er schließlich von einem einstigen Getreuen verraten und kam nach Mantua, wo seine Hinrichtung bevorstand. Seine legendären letzten Worte – „Franzosen! Ach, wie schießt ihr schlecht!” – halfen, das Bild eines furchtlosen Mannes zu prägen, den auch im Angesicht des sicheren Todes mit nur 42 Jahren und trotz Frau und Kindern zuhause die Pflicht nicht verließ.

Rein inhaltlich war sein Aufstand in der Nachbetrachtung vielleicht ein fruchtloses Aufbegehren gegen Veränderungen, die kaum aufzuhalten waren. Und auch Kampfschauplätze betrafen auf beiden Seiten am härtesten das einfache Volk. Im blutig von Tirolern und Vorarlbergern unter Hofer geplünderten Allgäu etwa funktioniert die Heldengeschichte der verjagten Besatzer andersrum. Aber weitaus größer als der direkte realpolitische Effekt blieb die Symbolkraft.

Eine Geschichte, die bewegt

Andreas Hofer und sein zeitloser Aufruf – „Mander, s’ isch Zeit” – bewegen zeitlos Jung und Alt gleichermaßen. In Erinnerung an den Tiroler Aufstand wird jeder zum Patrioten mit Herzblut. Zum Landesfestumzug zum 200. Gedenken kamen 70.000 Tiroler. Die Dornenkrone als Zeichen der schmerzvollen Teilung Tirols wurde damals mit Rosen bestückt. Nur einzelne Unkenrufe von den Grünen, die in Hofer eine Art Taliban sehen wollten, trübten die allgemeine Erinnerung.

Aber nicht nur in der engeren Heimat wurde er zum gefeierten Volkshelden. In zahlreichen Städten in Österreich erinnert man mit Straßen und Plätzen des bärtigen Hünen aus dem Passeier. Und selbst im katholischen Irland rezipierte man seine Geschichte. Der frühe irische Nationalismus instrumentalisierte das Vorbild eines einfachen, katholischen Mannes vom Land, der sich gegen verhasste Besatzer auflehnt.

Ein Leitbild, das zu begeistern vermag

Was bleibt, ist also ein Symbol für Generationen, auch 210 Jahre danach. Und vielleicht ein klein bisschen der Wunsch von Patrioten jeder Zeit, dass sich Männer vom Kaliber Hofers, Speckbachers oder Haspingers unter uns befinden, sich – friedlich, aber bestimmt – von deren Beispiel leiten lassen, und sich für die Verteidigung von Heimat und Tradition einsetzen.

Zu Mantua in Banden, der treue Hofer war – und im widerständigen Andenken jener, die nach ihm kommen lebt sein Opfer weiter. Vielleicht auch deshalb, weil er seinen Zeitgenossen zufolge immer bodenständig blieb und somit genauso gut einer von uns sein könnte. Im tapferen Herzen ist er es ohnehin schon lange. Und mit ihm sein Land Tirol.

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Interview

Gunacker (DO5): „Wir wollen die schweigende Mehrheit in Österreich vernetzen”

Redaktion

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Die Bürgerbewegung „Die Österreicher” (DO5) will in diesem Jahr „die größte patriotische Kundgebung der Zweiten Republik” veranstalten. Die Tagesstimme traf D05-Bundesleiter Jakob Gunacker, um über die neue Bewegung, ihre Ziele und Forderungen sowie das Verhältnis zu den Identitären und der FPÖ zu sprechen.

Die Tagesstimme: Sie sind Leiter der noch jungen Bewegung „Die Österreicher”. Was steckt hinter dieser neuen Gruppierung und welche Ziele verfolgt sie?

Gunacker: Wir sind eine patriotische Sammlungsbewegung, die parteiunabhängig ist. Das Ziel ist, dass wir alle Patrioten vernetzen, weil es in der letzten Zeit einfach so war, dass es in Österreich keine patriotische Bürgerbewegung gegeben hat. Also im Vergleich zu Deutschland, wo es zum Beispiel PEGIDA gibt, haben wir in Österreich nichts Vergleichbares. Und das sehen wir als sehr problematisch an, weil wir die metapolitische Lage grundsätzlich natürlich als sehr wichtig erachten. Der vorpolitische Raum ist die Grundlage für jede politische Wende und wenn wir wirklich eine patriotische Wende erreichen wollen, dann braucht es auch ein metapolitisches Vorfeld, das parteiunabhängig ist, also zum Beispiel eine Bürgerbewegung, so wie wir das machen wollen, die die Leute zusammenbringt und vernetzt.

Wir veranstalten dazu etwa Bürgertreffpunkte. Es gibt nämlich tausende Menschen, die patriotische Videos schauen, die aber nicht vernetzt sind, sich nicht kennen und nichts voneinander wissen, obwohl sie vielleicht sogar Nachbarn sind.

Die Tagesstimme: Und welches konkrete Ziel verfolgen „Die Österreicher” damit?

Gunacker: Zuallererst werden wir im Spätsommer eine Demonstration organisieren, wo etwa 5.000 Leute kommen sollen. Das Ziel ist es, die schweigende Mehrheit in Österreich zu vernetzen, zu aktivieren, auf die Straße zu bringen und damit ein Zeichen zu setzen. Wir wollen die größte patriotische Kundgebung der Zweiten Republik veranstalten.

Die Tagesstimme: Das klingt nach einem sehr ambitionierten Ziel. Wie wollen Sie das erreichen?

Gunacker: Wir wollen die bereits überzeugten Patrioten durch Grund- und Basisaktivismus mobilisieren – etwa durch die vielen Bürgertreffpunkte in ganz Österreich. Diese Patrioten sollen regelmäßig Infostände organisieren, Flyer verteilen und Aktionen machen. Und so wollen wir auch die vielen FPÖ-Wähler in unser Boot holen und sie davon überzeugen, dass auch abseits der Wahlen noch mehr passieren muss.

Die Tagesstimme: Wie viele aktive Unterstützer hat die Bewegung denn bereits?

Gunacker: Interessenten gibt es derzeit um die 1.500 Leute und momentan unterstützen uns ca. 30 Personen finanziell.

Die Tagesstimme: Auf der Homepage findet sich ein Fünf-Punkte-Plan, in dem eine Leitkultur für Österreich gefordert wird. Was macht diese spezifisch österreichische Leitkultur für Sie aus und was müsste hier die Politik konkret umsetzen, um die Leitkultur zu fördern und zu stärken?

Gunacker: Eine Leitkultur ist notwendig, weil wir wollen, dass in Österreich, die österreichische Kultur auch in den nächsten 100 Jahren vorhanden ist und um sicherzustellen, dass Menschen, die sich hier nicht assimilieren oder anpassen wollen, einen gewissen Druck zu spüren bekommen. Dieser Druck ist notwendig, um eine natürliche Remigrationsrate zu erreichen. Wenn wir beispielsweise vom Kopftuchverbot reden: Dann gibt es einige, die danach freiwillig auswandern, weil es sie stört.

Was diese Leitkultur genau ausmacht, könnte man weit ausführen, ich möchte es aber auf ein paar prägnante Punkte reduzieren. Und zwar geht es darum, dass wir unsere Werte in den politischen Diskurs so einbringen, dass zum Beispiel der politische Islam Schwierigkeiten hat, sich hier auszubreiten. Kopftuchverbot in der Öffentlichkeit, für Lehrer, für Beamte…

Die Tagesstimme: Das ist jetzt eher eine negative Definition von Leitkultur. Wie würden Sie es positiv definieren?

Gunacker: Natürlich gibt es eine österreichische Kultur und sie ist etwas Positives. Es geht darum: Wir sind eine Bürgerbewegung, die gegen den Bevölkerungsaustausch auftritt. Das heißt, wir möchten, dass die Österreicher langfristig nicht zur Minderheit im eigenen Land werden. Und das erreichen wir eben dadurch, dass wir unsere Leitkultur in gewissen Bereichen durchsetzen. Und das ist nichts Negatives. Wir fordern ein Kopftuchverbot, weil wir eben nicht wollen, dass Frauen auf unseren Straßen verhüllt herumlaufen, da dann immer auch die Gefahr besteht, dass diejenigen, die nicht verhüllt sind, vor allem in Bezirken, wo Muslime die Mehrheit stellen, anders behandelt oder gar unterdrückt werden.

Für uns ist es etwas Positives, dass wir zu unseren Werten stehen. Die wollen wir auch vermitteln und dass sich in der Politik ganz klar abzeichnet, was unsere Werte sind und welche es nicht sind. Und diejenigen, die diese Werte nicht teilen, entweder einen Druck verspüren, sich anzupassen oder dass sie eben das Land verlassen müssen. Österreich ist eben Österreich und soll es auch bleiben.

Die Tagesstimme: Also ist es für Sie nicht legitim, wenn Migranten in Österreich ihre eigene Kultur erhalten und behaupten wollen?

Gunacker: Doch. Es gibt Minderheitenrechte, das hat es immer schon gegeben und es ist auch in unserer Verfassung verankert. Aber unsere Verfassung unterscheidet auch zwischen autochthonen Minderheiten und nicht-autochthonen wie zum Beispiel dem Islam, der sich hier ausbreitet und der in gewissen Altersbereichen bereits Mehrheiten darstellt. Der Große Austausch hat in vielen Bezirken in Wien bereits stattgefunden. Im 5. Bezirk haben wir nur noch 12 Prozent der Kinder, die Deutsch als Umgangssprache sprechen. Diese Entwicklungen muss man klar benennen.

Also natürlich können Migranten ihre Kultur behalten, aber wenn eine Gruppe etwa durch sehr hohe Geburtenraten langfristig zur Mehrheit wird, muss man dagegensteuern. Das hat dann nichts mehr mit Minderheitenrechten zu tun, sondern es geht darum, dass die Mehrheitsgesellschaft aufrechterhalten bleibt. Das ist dann ein Schutz der Mehrheitsgesellschaft, der genauso legitim ist und im Art. 8 Abs. 2 des Bundesverfassungsgesetzes niedergeschrieben wurde. [„Die Republik (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich zu ihrer gewachsenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt, die in den autochthonen Volksgruppen zum Ausdruck kommt. Sprache und Kultur, Bestand und Erhaltung dieser Volksgruppen sind zu achten, zu sichern und zu fördern.”, Anm. der Redaktion]

Die Tagesstimme: Auf der Homepage ist neben Ihnen auch der Leiter der Identitären Bewegung Österreich, Martin Sellner, angeführt. Handelt es sich bei den Österreichern, wie etwa „Der Standard” schrieb, um einen Ableger der Identitären?

Gunacker: „Die Österreicher” sind eine eigenständige Gruppe, aber es gibt personelle Überschneidungen. Wir distanzieren uns auch nicht von den Identitären oder ihren Aktivisten. Sie sind bei den „Österreichern” herzlich willkommen. Wir sind allgemein offen für alle Patrioten beziehungsweise alle Menschen in Österreich. Der einzige gemeinsame Nenner, der vorhanden sein muss, ist, dass sie dem Fünf-Punkte-Plan gegen den Bevölkerungsaustausch zustimmen. Das heißt, wir sind auch offen für Migranten, für alle Altersgruppen etc., also für jeden, der mit uns in diesen fünf Punkten übereinstimmt.

Die Tagesstimme: Sie haben „Die Österreicher” anfangs als parteiunabhängig bezeichnet. Aber gibt es Kontakte zur FPÖ, die aktuell die einzige patriotische Partei im Parlament ist?

Gunacker: Nein, Kontakte gibt es keine und wir suchen sie auch nicht. Wir wollen gar keine Kontakte zur FPÖ oder zu anderen Parteien haben. Wir bleiben eine eigenständige und unabhängige Bürgerbewegung und es ist uns egal, welche Partei unsere Ziele umsetzt. Wir wollen auf gewisse Missstände aufmerksam machen, wir wollen den Bevölkerungsaustausch in den demokratischen Diskurs einbringen, damit die Parteien darüber debattieren.

Außerdem finanzieren wir uns ausschließlich über Spenden, die einfache Bürger uns zukommen lassen. Eigenständig und unabhängig.

Die Tagesstimme: Sie selbst sind als Person bisher ein politisch unbeschriebenes Blatt. Woher kam plötzlich der Impuls, Leiter einer Bewegung zu werden? Und waren Sie früher schon politisch aktiv beziehungsweise wie beschreiben Sie Ihren bisherigen politischen Werdegang?

Gunacker: Ich war zuvor identitärer Aktivist, davor aber überhaupt nicht politisch aktiv gewesen. Also eigentlich war ich früher sogar links, habe mich dann aber mehr politisch informiert und bin irgendwann zur Erkenntnis gekommen, dass im demographischen Bereich in Österreich einiges schief läuft. Ich habe gemerkt, dass die Österreicher langfristig zur Minderheit im eigenen Land werden. Es ist wichtig, dass man darüber spricht und ich finde es wirklich erschreckend, dass bis heute keine echte Debatte darüber stattfindet und dieses Thema pauschal als „Nazi” abgestempelt wird. Das sehe ich für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat als sehr problematisch an. Deshalb bin ich politisch aktiv geworden.

Die Tagesstimme: Sie scheinen im Internet auch als „zertifizierter Coach“ des „instinktbasierenden medizinischen Systems“ (IBMS) auf. Kritiker sprechen hier von einer Esoterik-Sekte. Das Mastermind dahinter ist ein gewisser Leonard Coldwell, der auch mit der Reichsbürger-Szene sympathisieren und Verschwörungstheorien verbreiten soll. Was hat es damit auf sich und wie stehen Sie dazu?

Gunacker: Also grundsätzlich habe ich mich sehr viel im alternativmedizinischen Bereich fortgebildet, unabhängig von Dr. Leonard Coldwell, unabhängig von IBMS. Ich habe sehr viel über Ernährung und Gesundheit gelernt, habe auch einige Schulungen gemacht in diesem Bereich.

Abgesehen davon bin ich dann irgendwann auf das Thema Krebs gestoßen und fand die Ansätze, die Coldwell vertritt, medizinisch gesehen teilweise sehr interessant, habe aber seine politischen Kommentare oder Ähnliches nie richtig verfolgt. Ich bin der Meinung, dass jeder das Recht haben sollte eigene Ansichten zu vertreten. Nur weil ich Coldwells medizinische Ansätze interessant finde, bedeutet das nicht, dass ich in jedem Punkt seiner Meinung bin. Es ist einfach so, dass Coldwell aus den USA kommt und dort bedeuten Meinungsfreiheit & Libertarismus etwas anderes als hier. In Amerika ist das einfach libertär, was er sagt, in Deutschland und Österreich wird es der Reichsbürger-Szene zugeschrieben.

Wie gesagt, stimme ich nicht mit allem überein, was Coldwell sagt, ich finde aber seinen kritischen Zugang zur Schulmedizin interessant und da hat er meiner Meinung nach in vielen Punkten auch recht und ist ein wichtiges Sprachrohr. Das ist auch der Grund, warum ich zu Treffen gegangen bin – weil ich mich mit alternativmedizinischen Ärzten und anderen Leuten, die in diesem Bereich aktiv sind, vernetzen wollte. Ich habe es bei Menschen immer so gehandhabt, dass ich mir die Dinge herausgenommen habe, die mich interessieren, und den Rest, der mich nicht interessiert oder den ich ablehne, einfach links liegen gelassen habe.

Die Tagesstimme: Der mediale Fokus auf IBMS ist Ihrer Meinung also eine Verkürzung Ihrer Beschäftigung mit dem Thema und auch politisch nicht relevant?

Gunacker: Nein, politisch habe ich dieses Thema nie gesehen. Es war eine Vernetzungsmöglichkeit, um mit alternativmedizinischen Ärzten und Heilpraktikern in Kontakt zu kommen und mich mit ihnen auszutauschen und mich weiterzubilden. Als politische Plattform werden wir das nicht benutzen und es sind auch keine Kontakte vorhanden.

Die Tagesstimme: Sind Sie in dieser alternativmedizinischen Szene noch aktiv?

Gunacker: Nein, ich habe, als ich mich entschieden habe, politisch aktiv zu werden, meine Prioritäten neu gesetzt und mich davon gelöst. Ich habe Ausbildungen gemacht, hauptsächlich für mich selbst, um dieses Thema auch zu verstehen. Mit der Coach-Ausbildung wollte ich mich persönlich weiterentwickeln. Außerdem bin ich kein Mitglied mehr bei IBMS und habe mit den Leuten nichts zu tun. Ich wollte dort eben, wie erwähnt, Kontakte im alternativmedizinischen Bereich knüpfen. Dass Coldwell hier seine politischen Ansichten hereinbrachte, hat mich nie wirklich interessiert.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

Jakob Gunacker ist ein 24-jähriger Wirtschaftsingenieur und Betriebsinformatiker aus Wien. Er leitet die patriotische Bürgerbewegung „Die Österreicher”

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