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Gesellschaft

Könnte Angst auslösen”: Klatschen an englischer Eliteuni künftig verboten

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild: Evan-Amos via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Die Studentenschaft der geschichtsträchtigen Universität in Oxford stimmten ab, dass künftig an der Hochschule nicht mehr geklatscht werden darf.

Oxford. – Der Hintergrund für den ungewöhnlichen Schritt ist, dass die Hochschülerschaft der über 800 Jahre alten Einrichtung sich offenbar darum sorgt, dass laute Klatschgeräusche zu Angststörungen führen könnten. Sie empfehlen daher ein stilles Winken mit den Händen – sogenannte „jazz hands”. Diese beschreiben in der britischen Gebärdensprache den Applausbegriff.

Zugänglicher und inklusiver für alle”

Die Entscheidung fiel bei der ersten Sitzung der Studienvertreter zum Beginn des Studienjahres. Die Neuerung gilt vorerst nur für Veranstaltungen des Studentenausschusses. Bei positiver Aufnahme der neuen Alternative kann man sich laut Metro.co.uk einen Ausbau der Maßnahme auf andere Veranstaltungen an der Uni vorstellen.

Roison McCallion, die Vizepräsidenten der Studentenunion für Wohlfahrt und Gleichstellungsfragen, erklärte den Vorstoß mit vermeintlicher Barierefreiheit: „Diese Maßnahme wurde vorgeschlagen […] um unsere demokratischen Veranstaltungen zugänglicher und inklusiver für alle zu machen, einschließlich für Leute, welche an Angststörungen leiden”.

Vorschlag sorgt für Belustigung und Kritik

Bereits im Vorjahr wartete die Universität in Manchester der Daily Mail zufolge mit einer ähnlichen Maßnahme auf und generierte ebenfalls reges Medienecho. Dass nun die renommierte Universität in Oxford nachzieht, stößt nicht überall auf Zustimmung. Gegenüber der Sun erklärte ein Absolvent: „Dieser Vorschlag wird nicht funktionieren und ist völlig lächerlich!”

Auch in sozialen Netzwerken sorgte die Idee eher für Belustigung und scharfe Kritik – sogar in der Medienbranche. Der aus England stammende Reporter Piers Morgan machte sich lustig, die neue Geste könnte rassistisch sein blinde Studenten ausschließen. Er riet den Verantwortlichen daher: „Lasst euch ein paar Eier wachsen, ihr Trottel!” Die heimische Journalistin Anna Schneider (Addendum) bezeichnete die Studenten als „Schneeflocken”.

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Heimatvertriebener

    25. Oktober 2019 at 15:33

    Ich hatte schon befürchtet, nur große Teile der Studieren*dinnen im deutschen Sprachraum wären seit einiger Zeit ein wenig geistig verwirrt.

    Beim Winken aber höchste Vorsicht walten lassen, damit die Armbewegungen auf Fotos keine Ähnlichkeit mit dem Hitlergruß aufweisen.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    25. Oktober 2019 at 16:17

    Könnte Angst auslösen”
    Die Begründung ist ein Schmarrn.

    Das Problem existiert aber, und nur deshalb, weil Leute nicht differenzieren können. Ich rede jetzt für Beispiele außerhalb der Uni. Für jeden Mist, der hochgezogen wird, ertönt ein Beifall klatschen.
    Widerlich, störend, deplatziert.
    Wie oft habe ich dafür schon geärgert; speziell die Deutschen sind Weltmeister im Krach machen, wo Ruhe und Besonnenheit ihren Platz hätten.

    • Avatar

      Heimatvertriebener

      25. Oktober 2019 at 21:48

      Wie lustig wäre es aber, würden die Jubelperser in Quasselrunden anstatt befehlsgemäß auf Kommando der Vorklatscher Beifall zu klatschen nur noch freundlich winken.

      Also, so schlecht ist die Idee nun auch wieder nicht.

  3. Avatar

    Widerstand

    26. Oktober 2019 at 10:57

    Krank. Es zeigt, in welchem erbärmlichen Zustand die Studentenschaft, nicht nur in Großbritannien, ist.

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Gesellschaft

Nach Holocaust-Aussagen: Extinction Rebellion distanziert sich von Mitgründer

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Roger Hallam): Steve Eason [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der deutsche Ableger der Klimaschutz-Bewegung distanzierte sich von dem Mitbegründer, deutsche Politiker zeigten sich empört.

Berlin. – Roger Hallam, Mitbegründer der Klimaschutz-Bewegung Extinction Rebellion, hat mit Äußerungen in einem Interview für große Aufregung gesorgt. Unter anderem bezeichnete er den Holocaust als „weiteren Scheiß in der Menschheitsgeschichte“.

Hallam: „Deutsche Haltung zum Holocaust ist schädlich“

Im Interview mit der „Zeit“ erklärte Hallam, dass das deutsche Verhältnis zum Holocaust schädlich sei – „Das Ausmaß dieses Traumas kann lähmen“. Der Holocaust sei nicht der einzige Völkermord in der Menschheitsgeschichte gewesen, so sei beispielsweise der Kongo von den Belgiern im 19. Jahrhundert „dezimiert worden“.

Für Hallam sei der Holocaust deshalb ein „fast normales Ereignis“ in der Geschichte gewesen und folglich nur ein „weiterer Scheiß in der Menschheitsgeschichte“. Deutsche Politiker reagierten empört auf die Aussagen im Interview und forderten die Klimaschutz-Bewegung auf, sich von Hallam zu distanzieren.

Extinction Rebellion Deutschland distanziert sich

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) twitterte, es müsse uns bewusst werden, dass der Holocaust „einzigartig unmenschlich sei“. Man müsse deswegen klar sagen: „Nie wieder“.

Der deutsche Ableger der Bewegung distanzierte sich inzwischen von Roger Hallams. In einem Schreiben heißt es, man distanziere sich von den „verharmlosenden und relativierenden Äußerungen zum Holocaust“. In der Bewegung sei „jeder willkommen“, „Rassismus, Sexismus, Antisemitismus […]“ würden von der Bewegung kategorisch abgelehnt. 

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg (FDP) bezeichnete die Äußerungen wiederum als „unsäglich“. Und der Grünen-Politiker Volker Beck forderte als Konsequenz, „klare Kante“ zu zeigen, da Hallam die Klimabewegung „in Verruf“ bringe. 

Roger Hallam ist einer von insgesamt 15 Mitgründern der radikalen Klimabewegung. In letzter Zeit war diese vor allem aufgrund ihrer Verkehrsblockaden in verschiedenen Großstädten in den Schlagzeilen.

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Gesellschaft

Antifa stört Uni-Vorlesung von Historiker Lothar Höbelt

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild (Hauptgebäude Universität Wien): Alexander Johmann via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Linke Störer drangen in den Hörsaal ein, während der Historiker Lothar Höbelt seine Vorlesung abhielt.

Wien. – Etwa 40 linke und linksextreme Studenten haben am Dienstag eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Universität Wien gestört. Dabei entrollten die Störer ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Raum für Nazis an der Uni – Sexismus und Rassismus bekämpfen” und verlasen einen kurzen Text, in dem davon die Rede ist, Professor Höbelt weiter zu beobachten, seine Vorlesungen zu dokumentieren und ihm kein ruhiges Leben an der Universität zu ermöglichen. Weiters brüllten die Störer lautstark Parolen, erregten dabei jedoch den Unmut einiger Zuhörer und verließen anschließend nach wenigen Minuten den Hörsaal. Das Freilich Magazin berichtete am Mittwoch über den Vorfall.

Vortrag bei FAV-/IfS-Akademie

Anlass für die Störung war ein Vortrag, den der als FPÖ-nah geltende Historiker Höbelt am kommenden Wochenende bei der Herbstakademie des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark (FAV) und des Instituts für Staatspolitik (IfS) in Semriach (Stmk.) halten wird. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Wien wirft dem Professor unter anderem deshalb „Rechtsextremismus” vor und fordert seine Entlassung (Die Tagesstimme berichtete). Zur Störung am Dienstag hatte neben der ÖH Uni Wien auch die linksextreme Gruppe autonome antifa [w] aufgerufen.

FAV-Obmann Sickl: „Diesen totalitären Zügen ist Einhalt zu gebieten”

Kein Verständnis für den linken Skandalisierungsversuch bringt hingegen der steirische FAV-Obmann Heinrich Sickl auf. „Diese Forderung erklärt in wenigen Worten die Grundeinstellung der linken Zivilgesellschaft. Unliebsame nicht-linke Protagonisten müssen durch ein Spitzelwesen, das an Metternich und die Stasi erinnert, beobachtet und ihr Wirken verunmöglicht werden. Diesen totalitären Zügen ist Einhalt zu gebieten”, wird Sickl im Freilich-Beitrag zitiert. Bereits zuvor hatte der FAV-Vorsitzende den Rücktritt des ÖH-Vorsitzteams gefordert, um „klare Kante” gegen Linksextremismus zu zeigen.

Kritik kam auch vom Wiener Landtagsabgeordneten Leo Kohlbauer (FPÖ). Auf Twitter schrieb er: „Linksradikale stören den Vortrag des renommierten Professor Lothar Höbelt und diffamieren diesen als ‚Nazi’. Die Unileitung muss sich umgehend von diesen Stiefeltruppen distanzieren. Meinungsfreiheit und Rechtsstaat sind in Gefahr!”

Weiterlesen:

„ÖH forderte Entlassung: Wirbel um Höbelt-Auftritt bei patriotischer Tagung” (30.10.2019)

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IGGÖ: „Moscheen dringend notwendig, um Islam transparenter zu machen”

Monika Šimić

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ASDF Symbolbild: Islamisches Zentrum in Wien (großer Gebetsraum der Moscchee) / Bild: Dnalor 01 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, wünscht sich eine große Moschee für jedes Bundesland. Von der FPÖ kam Kritik, die Vural nicht nachvollziehen kann.

Wien. Der Wunsch des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, eine größere Moschee in jedem Bundesland zu errichten, hat in den vergangenen Tagen für Kritik seitens der FPÖ gesorgt. In diesem Zusammenhang warnten FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener FPÖ-Chef und Vizebürgermeister Dominik Nepp etwa vor einer „schleichenden Islamisierung” und generell vor dem politischen Islam. Man wolle nun sogar die Auflösung der IGGÖ prüfen.

Vural: Plan der IGGÖ „rechtens”

In einer Presseaussendung wehrte sich Vural nun und erklärte: „Wer Muslimen die freie Religionsausübung verwehren will, steht im Widerspruch zu unserer demokratischen Staatsordnung”. Der Plan der IGGÖ in den islamischen Religionsgemeinden der Bundesländer würdige Räumlichkeiten samt Moschee zu etablieren, sei nicht nur rechtens, sondern auch dringen notwendig, um den Islam in Österreich transparenter zu machen.

Jahrelang hat man sich bei den Muslimen beschwert, sie würden nur in ihren Hinterhof-Moscheen bleiben. Aber wenn man würdige Moschee-Bauten anstrebt, die die Hinterhöfe obsolet machen würden, passt es gewissen Kreisen auch nicht”, so Vural weiter.

FPÖ sollte Energie in Aufarbeitung der „eigenen Skandale” stecken

Zu Nepps Ankündigung, die Auflösung der IGGÖ prüfen zu lassen, meinte Vural, dass die FPÖ Wien das gerne tun dürfe. „Diese Energie wäre bei der Aufarbeitung der eigenen Skandale womöglich besser aufgehoben”, so Vural abschließend.

In einem Interview mit der Presse am Sonntag hatte Vural den Wunsch geäußert, eine große Moschee für jedes österreichische Bundesland zu etablieren. Sein Argument lautete, dass es in jedem Bundesland eine Kirche oder Synagoge gebe und nichts dagegen sprechen würde auch eine Moschee zu haben.

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