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Gesellschaft

Leipzig: Mutmaßliche Linksextreme überfallen Frau in Wohnung

Julian Schernthaner

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Am Sonntagabend kam es im Nordwesten von Leipzig zu unschönen Szenen. Alles deutet derzeit auf Täter aus dem linksextremen Milieu hin.

Leipzig. – Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, soll es sich bei der Angegriffenen um eine Mitarbeiterin einer Immobilienfirma handeln. Einem Bekennerschreiben auf der einschlägigen Plattform Indymedia zufolge fand der Angriff in der Gottlaßstraße im Stadtteil Wahren in Verbindung mit der Errichtung eines Wohnkomplexes im Szeneviertel Connewitz statt, für welche die Geschädigte mitverantwortich sei.

Verdacht auf gefährliche Körperverletzung

Die Polizei Sachsen gab am Montagmittag in einer Presseaussendung bekannt, dass das Landeskriminalamt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Zwei vermummte Tatverdächtige verschafften sich demnach um etwa 19.10 Uhr gegen den Willen der Geschädigten illegal Zutritt zur Wohnung.

In der Folge sollen sie der 34-Jährigen mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Daraufhin flüchteten die mutmaßlichen Täter und riefen dem MDR zufolge als Abschied: „Schöne Grüße aus Connewitz!“ Die Frau erlitt beim Angriff Verletzungen im Gesichtsbereich und musste diese vor Ort ambulant behandeln lassen.

Connewitz als „Raum der radikalen Linken“

Im Bekennerschreiben ist die Rede davon, dass „kaputte Scheiben, brennende Autos und kaputte Nasen“ das Einzige seien, das gegen „Kapitalanleger und Eigennutzer“ helfe. Connewitz sei ein „Ort des Widerstandes gegen kapitalistische Verwertung, rassistische Ausgrenzung und staatlichen Terror“.

Man verstehe das Viertel als „Raum der radikalen Linken“ und „Rückzugsort für Menschen, die sich an feministischen und sozialen Kämpfen beteiligen“. Projekte wie das vorliegende würden hingegen eine „Bedrohung für Connewitz als politischen Raum“ darstellen. Jegliche Beteiligung am Projekt sei als „Angriff auf einen linken Stadtteil“ zu werten.

Behörden gehen von linksextremem Motiv aus

Aufgrund der bisher bekannten Tatumstände – einschließlich des Schreibens, das von einem Nutzer stammt, der sich auf die einschlägig bekannte Truppe „Kiezmiliz“ beruft – übernahm das Polizeiliche Terrorismus und Extremismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes Sachsen die Ermittlungen. Man ermittle in alle Richtungen, nehme allerdings einen linksextremistischen, politischen Hintergrund der Tat an.

Zur Aufklärung der Straftat richtet sich die Polizei auch an die Öffentlichkeit. Sie erhofft sich insbesondere Zeugen, welche sich im Tatzeitraum im Tatortbereich aufgehalten und „relevante Feststellungen“ gemacht hätten. Aber auch Beobachtungen im Internet, die Aufschluss zur Identität der Tatverdächtigen geben könnten, seien von Bedeutung.

Immer wieder linksextreme Straftaten

Immer wieder kommt es in Deutschland zu linksextremen Übergriffen. Auch die laut Bekennerschreiben der jüngsten Attacke verantwortliche Kiezmiliz ist mindestens seit 2013 in Connewitz aktiv. Stießen ihre Aktionen gegen Eigentum und Wohnkomplexe anfänglich noch auf Gegenliebe, distanzierten sich im Vorjahr nach einem Angriff auf eine Pizzeria und eine Sportbar sogar andere Akteure der linken Szene im Stadtteil.

Aber auch Andersdenkende kommen immer wieder zum Handkuss. Ebenfalls in Leipzig brachen Linksextreme im Juni einem patriotischen Aktivisten in der Unimensa die Nase. Beliebte Ziele sind zudem bundesweit Einrichtungen und Personal der Alternative für Deutschland (AfD). Erst in der Vorwoche beschmierten mutmaßliche Linksextremisten das Burschenschaftsdenkmal in Leipzig mit Farbe – Die Tagesstimme berichtete.


Mehr zum Thema Linksextremismus finden Sie hier.

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Heimatvertriebener

    4. November 2019 at 16:39

    Falls es auch Experten gegen Linksextremismus gibt, einen wenigstens: Bitte zu Wort melden.

    • Julian Schernthaner

      Julian Schernthaner

      4. November 2019 at 18:04

      Dieses Feld wurde in der zeitgenössischen Extremismusforschung, die vor allem auf der linken Seite, und oft nach deren Maßstäben, oft nur als „notwendiges Beibrot“ gesehen wurde, eher vernachlässigt. Mit Ausnahme einer weniger, die in alle Richtungen forschten, lehn‘ ich mich wahrscheinlich wenig aus dem Fenster, wenn ich behaupte, außerhalb der patriotischen Publizistik wird’s mit dem Interesse der Erforschung dessen, relativ rasch relativ dünn. 😉

  2. Avatar

    Andreas Seidel

    6. November 2019 at 15:06

    Nur mal angenommen es wären keine Linksterroristen sondern Rechte gewesen, die eine Bauleiterin in ihrer Wohnung aufgesucht und verprügelt hätten um sich anschließend noch auf linken Seiten im Internet zu feieren. Die Medien würden sich geradezu überschlagen in ihrer Berichterstattung, egal ob Fernsehen, Radio oder Print, über Tage gebe es kein anderes Thema mehr. Und was ist die Realität ? Weitestgehend Schweigen im Blätterwald, keine Sondersendung und keine Leitartikel zur Verrohung der Gesellschaft und schon gar keine neuen Stellen gegen Linksextremismus. Nicht einmal eine Hotline zum denunzieren vermeintlich linker Mitbürger.

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