Kriminologe Pfeiffer

„Dominanz der Männer gefährdet Menschheit“

Der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer vertritt die Ansicht, dass ein angebliches Patriarchat die Wurzel vieler Probleme darstelle.

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<p>Bild (Christian Pfeiffer): [url=https://flic.kr/p/nY9E4L][img]https://live.staticflickr.com/3920/14418904850_de4be859c7_h.jpg[/img][/url][url=https://flic.kr/p/nY9E4L]Christian Pfeiffer[/url] by [url=https://www.flickr.com/photos/boellstiftung/]Heinrich-Böll-Stiftung[/url], auf Flickr (Bild zugeschnitten)</p>

Bild (Christian Pfeiffer): [url=https://flic.kr/p/nY9E4L][img]https://live.staticflickr.com/3920/14418904850_de4be859c7_h.jpg[/img][/url][url=https://flic.kr/p/nY9E4L]Christian Pfeiffer[/url] by [url=https://www.flickr.com/photos/boellstiftung/]Heinrich-Böll-Stiftung[/url], auf Flickr (Bild zugeschnitten)

Berlin. –  In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hat der Kriminologe Christian Pfeiffer erklärt, dass er einen Grund für viele Probleme in der „Dominanz der Männer“ sehe. Doch diese sei nicht nur ein Grund für viele Probleme – sie gefährde auch die gesamte Menschheit.

„Hauptquelle all der Probleme, die Angst machen“

Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte Pfeiffer, dass die „Dominanz der Männer“ eine „Hauptquelle aller Probleme“ sei. So sei sie beispielsweise verantwortlich für „Überbevölkerung, Terrorismus, Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe.“ Zusammenfassend sei diese Dominanz eine „Gefahr für das Überleben der Menschheit“.

Enthüllungen über die ÖVP

Als Beispiel führte Pfeiffer im Interview den US-amerikanischen Präsidenten Trump sowie Bolsonaro an. Betrachte man diese beiden Charaktere, könne man in der Politik den „Dominanz-Typus par excellence“ beobachten. Viele Männer würden glauben, ihre „Ego-Ansprüche überall ausleben“ zu können, so Pfeiffer.

Pfeiffer: „Patricharchat besteht noch immer“

Auf die Aussage, dass Feministinnen diese Art der männlichen Dominanz „Patriarchat“ nennen würden, entgegnete der Kriminologe, dass er dies genauso sehe: „So ist es, das tun sie mit völligem Recht“. Obwohl das Patriarchat schwächer geworden sei, bestehe es noch immer. 

Der Feminismus sei also eine Art „Überlebensstrategie“, ohne welche „Typen wie Bolsonaro oder Trump“ in die Überzahl kommen könnten. Sollte dies der Fall sein, „dann Gnade uns Gott“. In seinem aktuell erschienen Buch plädiert er deshalb für „mehr Liebe und weniger Hiebe.“

Mehrfach Kontroversen um Pfeiffers Arbeit

Pfeiffer unterrichtete ab 1985 an der Universität Hannover in Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht. Drei Jahrzehnte lang agierte er seitdem bis 2015 in leitender Funktion am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Von 2000 bis 2003 amtierte er in seinem Heimatbundesland für die SPD – seit 1969 ist Pfeiffer Parteimitglied – als Justizminister. Häufig tritt der 75-Jährige als medialer Interviewpartner sowie Gast in Talksendungen in Erscheinung.

In der Vergangenheit führte auch seine Arbeit mehrfach zu hitzigen Debatten. Eine Studie zur Verbreitung rechtsextremer Ansichten unter Jugendlichen zog 2009 den Vorwurf politisch motivierter Forschung auf sich. Im Jahr 2000 war sein Gutachten dafür mitverantwortlich, dass der Tod eines Sechsjährigen im sächsischen Sebnitz drei Jahre davor als vermeintlich rechtsextreme Tat für Schlagzeilen sorgte. Was folgte, war einer der größten Medienskandale der jüngeren Vergangenheit.

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