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Gesellschaft

Liederbuch: Burschenschaften veröffentlichen offenen Brief

Stefan Juritz

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am

In der Diskussion um die sogenannte „Liederbuch-Affäre” haben die steirischen Burschenschaften am Dienstag mit einem offenen Brief reagiert.

Der Brief ist eine Reaktion auf eine Petition, die mehrere Kunstschaffende wie Elfriede Jelinek, Franzobel und Karl Markovics unter dem Titel „Gegen Nazi-Liedgut und antisemitische Hetze” zuvor veröffentlicht hatten. Die Unterzeichner forderten darin unter anderem den Rücktritt des FPÖ-Politikers Wolfgang Zanger sowie die Offenlegung aller Liederbücher österreichischer Burschenschaften.

Die Tagesstimme veröffentlicht die am heutigen Dienstagnachmittag publizierte Antwort der steirischen Burschenschaften im Folgenden ungekürzt:

„Gegen Nazi-Liedgut und antisemitische Hetze – Replik auf die Aufforderung, Liedgut offen zu legen”

„Wir, die Unterzeichner dieses offenen Briefes, wehren uns gegen den Versuch, aus historischen Liedertexten einen Skandal zu machen.

Wir halten ausdrücklich fest, dass wir sowohl Antisemitismus wie auch Nationalsozialismus oder totalitäres Gedankengut kategorisch ablehnen; dazu gehören selbstverständlich auch Lieder, die solche Ideologien verherrlichen.

Vor wenigen Tagen wurde einer Zeitung ein Liederbuch zugespielt. Die Unterzeichner kennen nicht viel mehr als die bisher veröffentlichten Textstellen. Feststeht allerdings, dass das Buch ein Sammelsurium historischer Texte beinhaltet, die aus verschiedensten Quellen stammen und welche – soweit bekannt – auch öffentlich zugänglich sind.

Zumindest eines der Lieder findet oder fand sich bis vor Kurzem sogar in den offiziellen Liederbüchern des ÖVP-nahen Mittelschüler-Kartellverbandes. Ein Teil der Persiflage auf die Österreichische Bundeshymne findet sich unter anderem in einer Bezirkszeitung der KPÖ aus dem Jahr 2012.

Die zuletzt kritisierten Lieder sind widerlich, manche sind abstoßend, manche peinlich und einige skurril. Solche Lieder gibt oder gab es in allen Schichten unserer Gesellschaft. Allen ist aber gemeinsam, dass es zu jedem Lied eine Geschichte gibt, einen historischen Zusammenhang und eine Erklärung. Diese soll aber keine Entschuldigung sein. Die Lieder sind Teil unserer Geschichte. Studentische Lieder waren als Volksdichtung immer Ausdruck der Zeit, in der diese entstanden sind, was auch das uns bekannt gewordene Vorwort zum nunmehr medial angegriffenen Buch hervorhebt.

Eines der veröffentlichten Lieder stammt aus dem Buch ‚Bonifazius Kiesewetter: Freche Verse’, einem studentenhistorischen Werk von Waldemar Dyhrenfurth (1849–1899). Im Vorwort des 1974 beim Heyne Verlag München erschienenen Buches (einer unvollständigen Zusammenfassung der Verse) ist zu lesen: ‚Niemand wird heute mehr an Kiesewetters Versen Anstoß nehmen, wie das noch vor einiger Zeit der Fall war.’

Der Anstoß, den die Verse heute auslösen, ist wohl der anstehenden steirischen Landtagswahl geschuldet.

Wir sind Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft – Anwälte, Notare, Ärzte, Unternehmer, Lehrer, Arbeiter, Angestellte und Musiker. Wir sind Steuerzahler, Kunst‑, Musik‑, Literaturliebhaber und Familienväter.

Wir sind gerne bereit, unsere Liedertexte zu diskutieren – sie sind allgemein erhältlich. Sie haben verschiedenste Hintergründe und wurden von unterschiedlichen Gesellschaftskreisen erdacht und schließlich rezipiert. Eine ernsthafte Auseinandersetzung damit kann daher nicht auf unser Lager beschränkt bleiben.”

Die Unterzeichner

Den Brief haben unterzeichnet (darunter finden sich nicht nur Burschenschafter, sondern teilweise auch Mitglieder anderer Verbindungstypen):
Mag. Wolfgang Auf, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Kienberger, Dr. Georg
Schramayer, Mag. Wolfgang Ebner, Dr. Falko Lainer, Dipl.-Ing. Christian Madritsch, Dipl.-Ing. Hans Peter Staber, Dr. Gert Korisek, Dr. Werner Krauß, Dipl.-Ing. Philipp Stegmüller, Dipl.-Ing. Georg Winter, Dr. Klaus Wiesner, Dipl.-Ing. Dr. Siegfried Wukovnig, Dr. Walter Löffler, Dr. Friedrich Helml, Dr. Karl Paul, Mag. Hans Öhlinger, Dipl.-Ing. Heinz Holzmann, Mag. Fritz Fuchs, Dr. Reinhard Frankl, Dr. Gerhard Roth, Dr. Sven Eck, Dipl.-Ing. Gottfried Burkhard, Mag. Ingo Ebner, Mag. Thomas Reiter, Mag. Florian Gaich, Mag. Wernfried Kögler, Dr. Uwe Mogel, Til Vortmann, Dipl.-Ing.
Herwig Waltensdorfer, Reg.Rat OAR Helmut Payer, Raphael Pensl, MR Dr.
Hanspeter Swoboda, Gernot Höfler, Lorenz Wolf, Felix Auf, Thomas Lierzer, Dipl.-Ing. Siegfried Kaltmann, Dr. Jörg Pferschy, Ing. Dr. Erich Mayer, Dipl.-Ing.lic.oec.HSG Hannes Hundegger, Dr. Bernhard Hundegger, Dr. Felix Aberer, Jakob Krainz, Erlung Kohl, Dr. Jochen Schachenreiter, Otto Roschker, Maximilian Gailer, Florian Zmölnig, Michael Umschaden, Gerhard Pfundner, Dr. Hans Riedl, Dipl.-Ing. Ralf Schuhmann, Dr. Gerhard Peternell, Ludwig Sickl MSc, Dr. Wolfgang Walluch, David Matti, Dr. Jörg Hutter, Dipl.-Ing. Herwig Rossin, Reinhold Schlatzer, Prof. Harald Seewann, Dipl.-Ing. Manfred Riegler, Thomas Rieser, Dr. Max Neumann, Mag. Gerhard Pichler, Andreas Mölzer, Wendelin Mölzer, Florian Sammer, Marcel Golmejer, Dr. Jörg Frey, Mag. Christopher Perk, Dr. Fritz Pinl, Richard Csaki, Dr. Kurt Kögler, Dipl.-Ing. Andreas Graf, Dipl.-Ing. Karl Schnetzinger, Dipl.-Ing. Michael Klaudy, Dipl.-Ing. Rainer Wolbank, Mag. Ludwig Fegerl, Mag. Heimo Probst, Mag. Gerhard Pichler, Michael Eichberger, Sebastian Huber, Dr. Peter Reimers, Meron Branik, Mag. Matthias Eder, Dr. Peter Schilling, Dr. Roland Bugram, Dr. Reinhard Tauber, Dipl.-Ing. Günther Knoll, Dipl.-Ing. Günter Jandl

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    forwa

    5. November 2019 at 19:44

    Mit einer solchen Reaktion von seitens der Burschenschafter in Bezug auf die ständigen Beschuldigungen und Verunglimpfungen der Liederbücher wegen, ist es nun an der Zeit geworden, endlich darauf zu reagieren! Ständig parat zu stehen um solche Vorkommnisse wieder zum Kapital zu machen, um einzig die patriotische Denkweise zu untermauern, sollten die Angreifer vorher die eigenen fehlerhaften Anhäufungen wegkehren, bevor sie unübersichtlich werden!

  2. Avatar

    Johann

    5. November 2019 at 23:34

    Die Geschichte ist, wie sie ist. Wir können sie nicht ändern, aber daraus lernen. Dazu ist es aber erforderlich alles zu kennen. Ein Verbot verhindert den Lernprozess. Eine Veränderung der historischen texte (wie unsere Bundeshymne) ebenfalls.
    Hier geht es aber darum nicht, mit diesen Liederbuchgeschichten. Es geht um mediale Ächtung der nicht-Linken, und dazu ist jedes Mittel recht.

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Gesellschaft

USA: Undercover-Recherche entlarvt paramilitärische Antifa-Strukturen

Julian Schernthaner

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am

Mit einer brisanten Enthüllung lässt jetzt das „Project Veritas” aufhorchen: Einem seiner Investigativ-Journalisten will es gelungen sein, eine besonders gewaltbereite Antifa-Gruppe zu infiltrieren. 

Portland, OR. – Dabei suchte sich der Undercover-Journalist, der zum Schutz seiner Identität mit Sonnenbrille und Gesichtsmaske im Video auftritt, nicht irgendeine Antifa-Ortsgruppe aus. Sondern er wählte dafür die „Rose City Antifa” in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Bei der 2007 gegründeten Zelle handelt es sich um eine der ältesten aktiven Antifa-Gruppen im Land – und gleichzeitig um eine der rabiatesten, die sich öffentlich zur Militanz bekennen.

„Trainiert einfach, wie man Augen aussticht”

Das erste Video ging am Mittwoch ins Netz. Bei der Frage wie gewalttätig die Gruppe ist, stößt der Reporter auf unglaubliche Abgründe. In internen Schulungen werden dabei unverblümt Taktiken diskutiert, mit dem einzigen Ziel, einem Gegenüber möglichst viel körperlichen Schaden zuzufügen. Als wäre es das Normalste der Welt, erklärt einer der Linksextremisten: „Trainiert einfach, wie man Augen aussticht. Dafür muss man nicht viel Druck ausüben.”

Dabei räumt die Recherche auch mit der gängigen Darstellung von linker Seite auf, dass ‚die Antifa kein Verein’ sei. Denn er beschreibt verpflichtende Schulungen, die er als ‚Mitglied auf Probe’ besuchen musste. Diese fanden geheim in einem schalldichten Hinterzimmers eines Buchladen statt, weiß der Undercover-Journalist zu berichten. Zudem erzählt er von den konspirativen Methoden seiner Anwerbung für die linksextreme Gruppe.

Zweiter Teil zeigt paramilitärische Trainingseinheiten

Was ein Mitglied der straff organisierten Antifa-Gruppe dabei klarstellt: „Es geht nicht um Boxen, es geht nicht um Kickboxen, es geht darum, einen Feind zu vernichten.” Ständig ist dabei die Rede von bewaffneter Aktion – oder wie ein heimlich gefilmter Teilnehmer eines Treffens erklärt: „Das Hauptziel ist es, rauszugehen und möglichst gefährliche Dinge so sicher wie möglich zu erledigen.“ Wie effizient für dieses Vorgehen trainiert wird, stellt dabei ein Folgevideo heraus, das am Donnerstag ins Netz ging.

Dieses zeigt Szenen mit Baseballschlägern sowie rabiate Schlag- und Wurftechniken. Was aussieht wie ein normales Training in einem Kampfsportverein, bekommt erneut durch die Tonspur einen Beigeschmack. Ein Coach sagt etwa: „Wenn du einen guten Schlag in die Leber oder die Niere schaffst, sind sie ziemlich außer Gefecht. Sie werden sich krümmen und heftige Schmerzen verspüren.” Direkt in der Folge erwähnt er auch gefährliche Rippenbrüche als Option.

„Safe-Space für Aggressionen”

Auf Fairness zielt diese Ausbildung nicht ab, wie er weiter ausführt – sondern auf ‚Hit & Run’-Taktiken: „Ein guter Körperstoß gibt dir alle Zeit der Welt, während sie sich krümmen. Du könntest weglaufen – oder sie richtig verdreschen, wenn du die Person absolut nicht magst.” An dieser Stelle lachen einige weibliche Teilnehmer. Das Ganze geht weiter im Takt, eine weitere Sequenz zeigt den bewaffneten Kampf gegen Polizisten.

Was dabei schockiert, ist weniger der Umstand, dass durchaus legitime Techniken der Selbstverteidigung gelehrt werden. Sondern, dass diese offenbar vor allem in offensivem Potenzial im politischen Kampf zum Einsatz kommen sollen. Oder, wie ein Trainer die Rolle des Trainingszentrums erläutert: „Das hier ist ein ’safe-space’, um Aggressionen zu üben.”

Antifa-Apologeten versuchen Enthüllungen zu verschleiern

Kaum war der erste Teil online, versuchten einschlägige Kreise diesen Umstand zu verschleiern. Ein Twitter-Konto mit sechs Millionen. Followern, das sich als Sprachrohr der „Anonymous”-Bewegung geriert, rief etwa dazu auf, den Hashtag #ExposeAntifa zu kapern. Wie FlinkFeed berichtet, soll es zudem sogar zu Hackangriffen auf das Twitter-Konto von Project Veritas‑Chef James O’Keefe gekommen sein.

Dieser wiederum will sich vom Gegenwind nicht einschüchtern lassen: „Es schaut ganz so aus, also ob unsere trendende Serie genau den richtigen Leuten ans Bein pinkelt.” Die beiden bisherigen Videos sollen nur der Auftakt einer längeren Aufdeckung über Antifa-Machenschaften sein, die auf dem YouTube-Kanal des Projekts laufend in kleinen Ausschnitten erscheinen soll.

Aufdeckungen haben enormes politisches Sprengpotenzial

Die Enthüllungen haben jedenfalls das Potenzial, richtig aufzuwühlen, und mit so manchem Mythos über vermeintlich friedliche Linksaußen aufzuräumen. Und auch die Politik hat bereits angebissen: Der republikanische Abgeordnete Matt Gaetz aus Florida sprach in der Folge Klartext: „Es ist glasklar, dass diese Leute sich nicht für Politik engagieren. Sie sie engagieren sich für den Terrorismus.”

Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump seine Absicht erklärt, die Antifa in den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation einzustufen. Dieser Schritt sorgte im europäischen Ausland sowohl für Lob als auch Kritik – Die Tagesstimme berichtete. Zumindest dürfte die Publikation für die öffentliche Debatte just zur rechten Zeit kommen.


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Gesellschaft

Weltumwelttag: Österreich gefährdet durch Verbauung sein „Naturkapital”

Monika Šimić

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Während sich die Coronavirus-Krise mittel- bzw. langfristig sogarpositiv auf manche Bereiche der Umweltpolitik auswirken könnte, zerstört die fortschreitende Verbauung des Landes den Lebensraum vieler Tierarten.

Wien. – Angesichts des heutigen Weltumwelttags mahnt der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, vor dem fortschreitenden Verlust an Boden und gleichzeitig vor der Zuspitzung der Umweltkrise durch Bodenverbrauch, Ressourcenschwund und dem Biodiversitätsverlust. Die Therapie in diesem Zusammenhang sei langwierig, der Erfolg nicht vielversprechend. Man müsse jetzt handeln, fordert Weinberger.

Gefahren durch Verbauung

Dabei sollte uns die Erfahrung der Corona-Krise Mut machen: „Nötige Veränderungen und Maßnahmen zum Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität werden ebenfalls alle Lebensbereiche betreffen, aber keineswegs so dramatische Einschnitte bringen wie die Corona-Maßnahmen, die in hohem Maße akzeptiert werden. Beginnen wir mit dem Schutz unserer Lebensgrundlage, dem brennendsten Umweltproblem Österreichs”, so Weinberger.

In einer Aussendung nannte er die drei größten Gefahren durch den Flächenverbrauch, nämlich die Senkung des Selbstversorgungsgrades, die negativen Auswirkungen auf Österreich als Tourismusland, und den Rückgang der Artenvielfalt.

Mehrheit will keine weitere Verbauung

Durch die Verbaaung von Flächen würde der Selbstversorgungsgrad Tag für Tag sinken und Österreich durch Importe zunehmend verletzbar, betont Weinberger. „Beim Brotgetreide haben wir mittlerweile nur noch einen Selbstversorgungsgrad von 87 %, bei Spargel von 49 % und bei Erdbeeren von 35 %”, heißt es dazu in der Aussendung. Der Boden sei aber essentiell für die Lebensmittelproduktion, das hätte auch die Coronavirus-Krise deutlich gezeigt. „Von Beton kann man nicht abbeißen.”

Aber auch die Kulturlandschaft und somit das Tourismusland Österreich leide unter etwa dem Baggerschaufeln. Laut einer market-Umfrage kritisieren 4 von 5 Österreichern die „Verschandelung” Österreichs und wollen keine weitere Verbauung. Durch diese nimmt auch die Artenvielfalt ab. So leben rund 1,5 Millionen Regenwürmer in einem Hektar Boden. Pro Tag werde also die Lebensgrundlage von rund 20 Millionen Regenwürmern zubetoniert, kritisiert Weinberger.

„Es gibt keine zweite Chance”

„Faktum ist: Wir brauchen den Boden zum Leben wie die Luft zum Atmen. Der Boden ist die Haut der Erde, und weder Erde noch Mensch sind ohne Haut überlebensfähig”. Wir bräuchten daher einen Wandel hin zu einem „intelligenteren Wirtschaftsdenken”, erklärt Weinberger. Der Wohlstand einer Volkswirtschaft sei nicht nur an der Kennzahl des Bruttoinlandsprodukts, sondern auch am Erhalt seines Naturkapitals wie Boden, Luft oder Wasser zu beurteilen. Auch das Humankapital gehöre als Messgröße in die Beurteilung miteinbezogen. „Diese Lehren müssen wir ziehen und diese Chance müssen wir für unsere nachfolgenden Generationen nützen – eine zweite gibt es nich”, appelliert Weinberger anlässlich des heutigen Weltumwelttages.


Wir schreiben aus Überzeugung!
In Zeiten von einheitlichem Mainstream, Falschmeldungen und Hetze im Internet ist eine kritische Stimme wichtiger denn je. Ihr Beitrag stärkt FREILICH und ermöglicht ein inhaltsvolles rechtes Gegengewicht.

 

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Fall Lübcke: Deutschlandweite Razzien wegen Hasspostings

Joshua Hahn

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Am Donnerstag gab es in insgesamt 12 Bundesländern Razzien wegen mutmaßlicher „Hasskommentare“ in Bezug auf den ermordeten Politiker Walter Lübcke (CDU).

Frankfurt am Main. – Wie die „Tagesschau“ berichtet, werden die vernommenen Personen verdächtigt, „strafrechtlich relevante Äußerungen zum Nachteil“ des ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke getätigt zu haben. In 12 Bundesländern wurden 40 Männer und Frauen vernommen. Bei den anschließenden Hausdurchsuchungen wurden unter anderem Computer und Laptops von Verdächtigen beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern offenbar bereits seit dem Jahr 2019 an und gehen ursprünglich vom Hessischen Landeskriminalamt aus. Über die Zeit habe man Kommentare „gesichert“. In diesen sollen die Verdächtigen unter anderem zu Straftaten aufgefordert haben.

Verdächtigen drohen Freiheitsstrafen

Sollte es zu Verurteilungen kommen, drohen den Personen Geld- und Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) zeigte sich laut der „Süddeutschen Zeitung“ überzeugt von der Sinnhaftigkeit der Razzien: „Das deutliche Signal der Maßnahmen lautet: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!“ Sowohl „menschenverachtende Äußerungen“ als auch „fremdenfeindliche und antisemitische Hetze“ im Internet müssten gleich geahndet werden wie in der „analogen Welt“, betonte der SPD-Politiker.

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